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Ein Sommertag - von scrittore, 15.02.2021
Ein Sommertag - un giorno d`estate (In den Hügeln der Montagnola)


Wir kamen müde und verschwitzt auf den Hof, die Sonne hatte den ganzen Tag vom Himmel gebrannt und wir waren rechtschaffen erschöpft. Wir legten die Werkzeuge in der Garage ab und ich verabschiedete mich von Gianfranco und den Arbeitern. Lena hatte mich natürlich gleich erspäht und kam quietschend auf mich zugelaufen. Ich schnappte mir meine Kleine, hob sie hoch und wirbelte sie herum.

„Na mein kleiner Frechdachs?“

„Papa Frechdachs“, antwortete Lena spontan.

Dann stellte ich Lena wieder ab, sie klammerte sich an meinem Hosenbein. Da sie nur ihre Hausschuhe anhatte, nahm ich Lena auf den Arm. Gemeinsam gingen wir zum Haus und öffneten die Tür. Ein aromatisch verlockender Duft drang aus der Küche und umfächelte unsere Nasen

„Mama hat Fisch gekocht, es riecht schon gut.“

Eva stand mit umgebundener Schürze am Herd und wendete gerade die Fischfilets. Eva hatte im Centro Commercial in Val D´Elsa Seeteufel erstanden und bereitete ihn nach einem Rezept von Francesca zu Ich zog meine Liebste an mich heran und umarmte sie, dann erhielt ich ein langes Busserl.

„Willst du nicht erst duschen Peterl?“

„Darf ich mit Papa duschen“, rief Lena und schaute ihre Mutter erwartungsvoll an..

Eva nickte und meinte nur
„Aber ärgere den Papa nicht und plantscht nicht so viel herum.“

Wir hatten der Kleinen schon beizeiten erklärt, das Mann und Frau unterschiedlich gebaut waren und so gab es da keine Probleme. Sie kannte uns nackt und so konnten wir ungezwungen miteinander duschen oder in die Sauna gehen. Ich ließ Eva los, nickte und ging nach oben. Lena warf ihre Kleidung einfach auf den Boden. Ich packte meine Sachen in die Wäschetruhe.

„Willst du wohl deine Sachen aufheben und dahin tun, wohin sie gehören“, schimpfte ich mit Lena.

Mit schuldbewusster Miene sammelte sie alles auf. Dann kletterten wir in die Duschkabine und ich stellte das Wasser auf eine angenehme Temperatur ein. Wir seiften uns ein und erfrischte uns unter den prasselnden Strahlen der Dusche.

„Du hast einen ganz schön dicken Po, Papa“,
stellte Lena fest und kniff mich herzhaft. Ich protestierte energisch.
„Wenn du so frech zu Papa bist, versohle ich dir deinen kleinen Hintern.“

„Fang mich doch“, kicherte Lena und brachte sich schleunigst außer Reichweite.

„Willst du dich wohl abtrocknen, du kleiner Teufel. Die Mahnung hatte Erfolg, Lena schnappte sich ihr Handtuch und trocknete sich ab.

„So jetzt gehst du in dein Zimmer und ziehst dich an, wir gehen nach dem Essen noch ins Dorf.“
Lena verschwand blitzschnell. Ich duschte zu Ende, frottierte mich ab und ging ins Schlafzimmer. Dort schlüpfte ich in den Slip, streifte meine enge Laufhose über und zog ein Shirt an. Eva zwickte mich in den Po
„Hast du dich so sexy angezogen, weil du noch laufen willst, oder willst du nur meine Augen erfreuen?“

„Nur jetzt zum essen, ich will meine Bermudas nicht bekleckern.“
Ich grinste und genoss es, wie Eva mir liebevoll den Hintern tätschelte.

„So meine Lieben, setzt euch und genießt das Essen.“
Wir ließen uns nicht zweimal bitten und aßen mit Genuss. Dazu tranken wir ein Glas von Marios bestem Vernacchia.


1 kg Seeteufelfilet
1 mittelgroße Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 TL. Salz
1 Zitrone
100g Mehl
4 EL Olivenöl
125 ml Weißwein
250 ml Tomatensoße
2 EL gehackte Petersilie
1/2 TL Cayennepfeffer
4 cl Cognac
50 g Butter

Zubereitung
Zwiebel und Knoblauch schälen und hacken. Die Seeteufelfilets in ca. 50 g schwere Medaillons schneiden und leicht klopfen.

Mit einem TL Salz und dem Zitronensaft würzen und in Mehl wenden. In einer Pfanne mit hohem Rand das Öl erhitzen. Die Medaillons darin bei mittlerer Hitze, auf jeder Seite, 2 Minuten anbraten. Herausnehmen und warm stellen.

Zwiebel und Knoblauch in das heisse Fett geben und kurz anschwitzen. Mit Weißwein ablöschen und die Tomatensauce dazugeben. Einmal aufkochen lassen und Petersilie, Pfeffer, und Sahne drunterrühren.

Die Fischmedaillons hineinlegen und bei kleiner Hitze 5 Minuten ziehen lassen. Dann herausnehmen, warm stellen und Cognac in die Sauce einrühren. Dann mit dem restlichen Salz abschmecken, einmal aufkochen lassen und dann vom Feuer nehmen. Die kalte Butter flockenweise unterziehen.

Die Filets auf vorgewärmte Teller geben und mit der Sauce bedecken.


Das Essen war ein Gedicht, Eva war eine hervorragende Köchin.

„So ihr Zwei, jetzt ziehen wir uns um und gehen noch ein wenig ins Dorf.“

„Ich zieh meine Fußballsachen an, darf ich“ forderte Lena.
Unser Zeugwart hatte für Lena ein Höschen und ein Trikot in Vereinsfarben anfertigen lassen. Das trug sie mit unbändigem Stolz bei jeder Gelegenheit. Eva nickte
„Und wir zwei ziehen unsere Bermudas an, oder passen sie dir nicht mehr Peterl?“

Eva grinste spöttisch, als ich mich hineinzwängte und tätschelte mir wieder den Hintern

„Ich glaube, ich füttere dich zu gut, wir sollten mal wieder regelmäßig laufen, bevor der Speck sich festsetzt.“
Eva hatte recht, die Bermuda saß überm Hintern schon recht knapp.

„Heute noch mal genehmigt mein Lieber, aber ab morgen laufen wir wieder, mir wird die Hose auch langsam zu eng.“
Eva drehte sich und wartete auf meinen Kommentar. Ihre Hose war auch recht knapp geworden.

„Am Po ist der Speck am leckersten“
Ich grabschte lüstern in die pralle Backe und lachte, ich wusste Evas Revanche würde umgehend erfolgen.

„Ich finde, wir zwei sind ein sexy Paar, meinst du nicht auch Peterl?“

Lena hatte uns staunend und stirnrunzelnd beobachtet
„Was macht ihr denn da“, wollte sie wissen.

Eva streifte ihr Shirt von der Rutgers University über, während ich in mein Shirt mit dem Emblem der BoKu schlüpfte. Dann stiegen wir lachend die Treppe hinunter, schlossen die Haustür und liefen über den Hof und den Hügel hinunter. Bei Matteo kehrten wir ein und bestellten ein Glas Rotwein und für Lena Apfelschorle.

„Du schaust aber schön aus“, meinte Matteo zu Lena, „spielst du auch Fußball wie dein Papa?“

„Ja, aber nur mit Papa und wenn Onkel Bruno kommt.“

„Der Verein hat noch keine Mädchenmannschaft“, bedauerte ich.

„Aber Lena könnte doch bei den Jungs mitspielen, so selbstbewusst und resolut wie sie ist.“

„Ja Papa, bitte, bitte“

„Gut, ich frage mal beim nächsten Training“. Lena strahlte uns an.

„Ich könnte wieder zwei Kisten von eurem dreijährigen brauchen“, Matteo schaute mich fragend an.

„Kein Problem, komm doch einfach vorbei, wenns dir passt Er ist vorzüglich gelungen.“


Auf dem Rückweg winkten wir Francesa zu, die im Garten Unkraut häckelte.

„Können wir dir Lenchen für eine Stunde da lassen? Wir wollen noch eine Runde laufen, mein Peterl, hats nötig“.
Dabei grabschte sie mir herzhaft in die Pobacke. Francesca lachte
„Kein Problem, laßt sie nur da, sie kann mir helfen.“
Lena nickte und wir zwei eilten den Hügel hinauf. Schnell hatten wir uns umgezogen und in die enge Laufkleidung gezwängt. Dann drehten wir unsere Runde, die Wiese hinauf, am Waldrand entlang und kurz vor der Staatsstraße auf die Dorfstraße hinunter. Ich genoss den Rhythmus und das Gefühl etwas für den Körper zu tun. Eva hatte ja recht, ich hatte zwei, drei Kilo zugelegt, was mir überhaupt nicht gefiel. Eva hatte beim Gang auf die Waage auch schon gejammert
„Ich werde langsam fett, magst du mich überhaupt noch Peterl?“

Ich hatte sie nur in den Arm genommen und den Po getätschelt, dann hatten wir es eilig ins Bett zu kommen und uns zu lieben. Hinterher genossen wir die gegenseitige Massage, die uns zu einer zweiten Runde Liebesspiel ermunterte. Unter der Dusche grabschten wir uns gegenseitig lustvoll in die Pobacken und versicherten uns, dass wir diese erotischen Leckerbissen zum anbeißen fänden. Aber jetzt liefen wir, waren total entspannt und genossen den lauen Sommerwind. Eva standen die zwei Kilo, über die sie jammerte, gut. Ich beobachtete ihr Muskelspiel und seufzte sehnsuchtsvoll. Eva bekam das natürlich mit und jetzt musste ich vorlaufen.

„Meinetwegen brauchst du am Po nicht abnehmen Peterl, das steht dir gut, ausgesprochen sexy.“

Wir genossen die Entspannung, die uns das laufen brachte. In unserem Rhythmus konnten wir lange und ausdauernd laufen. Als wir an Gianfrancos und Francescas Haus vorbeikamen, winkte uns Gianfranco zu
„Francesca ist mit der Kleinen schon oben, sie haben eine Überraschung für euch.“

Francesca und Lena saßen auf der Terrasse. Lena kaute mit vollen Backen und grinste wie ein Honigkuchenpferd. Francesca lächelte, deutete auf ihren Korb und meinte
„Lena war fleißig, wir haben für euch einen Kuchen gebacken. Wer so viel arbeitet, sollte auch etwas essen.“

„Ich habe mitgeholfen“, krähte Lena, nachdem sie ausgekaut hatte.

„Was habt ihr den für einen Kuchen gebacken Lena?“

„Eine Torta di Mandorle”, entgegnete Francesca.

“Das ist ein Mandelkuchen”, rief Lena dazwischen.



Mandelkuchen (Torta di Mandorla)

Butter zum einfetten
3 Eier, getrennt
140 g Zucker
60 g Kartoffelmehl
140 g blanchierte, geschälte, fein gehackte Mandeln
abgeriebene Schale von einer Orange
135 ml Orangensaft
etwas Salz
Puderzucker zum bestäuben

Eine Springform großzügig einfetten. Eigelb und Zucker in einer großen Schüssel schaumig aufschlagen, Kartoffelmehl, Mandeln, Orangenschale und Orangensaft unterrühren. Das Eiweiß mit einer Prise Salz in einer anderen Schüssel steif schlagen und vorsichtig unter die Eigelbmischung heben.
Den Backofen auf 160° C vorheizen. Die Mischung in die Springform füllen und 50 bis 60 Minuten backen, bis der Kuchen goldbraun ist und bei leichtem Druck nachgibt. Auf ein Kuchengitter stürzen und abkühlen lassen. Mit Puderzucker bestäuben und servieren.

„Das Rezept stammt noch von meiner Nonna Eva, ich hab es dir aufgeschrieben.“

„Schmeckt guuuut“,
Lena hatte den Mund mit Puderzucker verziert und leckte sich die Lippen. Eva eilte in die Küche und kochte uns noch einen Kaffee, während ich Lena den Mund abputzte, dann ließen wir uns den Kuchen schmecken.

„Da sollten wir wohl das Abendessen ausfallen lassen“, meinte Eva etwas süffisant mit dem Blick auf mir.

„Ihr seid doch beide so beneidenswert schlank“,
lächelte Francesca und schaute uns dabei an. Nach dem Essen brachten wir Lena zu Bett, verabschiedeten uns von Francesca, nahmen noch eine Flasche Wein, setzten uns auf die Terrasse und genossen die Aussicht übers Tal. Leone und Strega schienen auch romantische Gefühle zu hegen und strichen uns erst um die Beine um uns dann auf den Schoß zu springen. Eva legte ihren Kopf an meine Schulter. Wir träumten ein wenig vor uns hin. Dann tranken wir unsere Gläser aus und machten uns auf den Weg in unser Bett. Strega und Leone verschwanden in Richtung des Olivenhains. Wir ließen die ganze Nacht die Balkontüren offen und genossen die milde Luft.

Ich parkte bei Oviesse an der Piazza Giacomo Matteotti und schlenderte durch den Laden. Nachdem ich meine Einkäufe erledigt hatte, fuhr ich wieder nachhause. Francesca winkte mir zu, ich hielt an.

„Peter, kannst du mir einen Gefallen tun und von Claudio zwei Gemüsekisten abholen? Er hat gerade angerufen, dass er nicht kommen kann, weil sein Wagen in der Werkstatt ist.“

„Gerne Francesa.“
Ich wendete die Giulia und fuhr ins Dorf. Marisa stand vor der Tür von Frutta e Verdura und lächelte mich an. Während Marisa die Kisten hervorholte, sah ich mich um und nahm noch ein paar Auberginen mit, die sahen wirklich frisch aus. Ich hievte die Kisten in den Kofferraum. Marisa umarmte und verabschiedete mich mit einem Küsschen auf die Wange.

„Ihr kommt doch zu meiner Hochzeit? Ihr seid herzlich eingeladen, in vierzehn Tagen, die Karten schicke ich noch los.“

Ich schlendert hinüber zu Matteo und trank am Tresen ein kleines Glas Rotwein.

„Die kleine Marisa heiratet“, verkündet er mir.

„Ich weiß, sie hat uns gerade eingeladen. Ich freue mich für sie“, entgegnete ich.

Beppe kam herein, grüßte und kam auf mich zu. Ich bestellte noch ein Glas für ihn.

„Hast du morgen Zeit Peter, dann komme ich hoch wegen eurer Quelle. Ich habe jetzt die richtigen Steine, passt es um sieben, oder seid ihr dann noch nicht auf?“

„Eva muss ja früh raus, kein Problem. Ich koche dir auch einen starken Kaffee.“

„Hallo ihr Männer“,
unbemerkt war Valeria hereingekommen. Ihre engen Jeans und das kunstvoll zerzauste Haar erregte die Aufmerksamkeit aller Männer in der Bar. Sie drückte uns jedem ein Küsschen auf die Wange. Matteo murmelt zwischen zusammengepressten Lippen
„La orchessa, die Menschenfresserin, auf Beutezug.“
Valeria hatte ihn verstanden und kicherte
„Ich bevorzuge knackiges Frischfleisch, keine alten Männer.“
Sie richtete ihre Augen auf mich, musterte mich mit lüsternen Blicken von Kopf bis Fuß.

„Wann läufst du mal wieder Peter, du regst meine Fantasie an?“

„Lass Peter in Ruhe, du richtest nur Unheil an. Eva würde dich umbringen“, brummte Beppe.

Sie kicherte nur, nahm eine Tüte Pistazien, warf das Geld auf den Tresen, drehte sich um und ging mit wiegenden Hüften hinaus.

„Wenn du in ihre Fänge gerätst, frißss sie dich mit Haut und Haaren und speit dich hinterher wieder aus“, warnte Matteo.

„Du musst es ja wissen, du warst damals monatelang fertig. Sie schaut nur so aus wie ein Engel und vernascht Männer zum Zeitvertreib“,
kicherte Claudia und grinste Matteo an. Matteo hatte seine Erfahrungen hinter sich.

Ich lieferte die Kisten bei Francesca ab und fuhr dann den Wagen wieder auf den Hof. Eva und Lena waren noch nicht da, Benedetta hatte sie heute mitgenommen nach Siena.
Ich beschloss das schöne Wetter auszunutzen, zog mir meinen Badestring an und schlenderte zum Pool. Nach einigen Bahnen kletterte ich heraus und legte mich zum Sonnen auf die Wiese. Ich genoss die Wärme und duselte kurz ein. Als ich die Augen wieder aufschlug, schaute ich auf die Uhr und erschrak. In einer Stunde würden meine zwei Frauen wieder heimkommen und ich hatte noch nichts zum Essen vorbereitet.

Ich bereitete Pasta mit unserer Spezialtomatensoße vor. Wir hatten im Herbst einen Vorrat davon in Gläser gefüllt.

TOMATEN-SALSA


400 g reife Tomaten, fein gewürfelt
1 mittelgroße Zwiebel, fein gewürfelt und im Sieb mit kaltem Wasser abgespült
2 EL fein gehacktes Koriandergrün
1 EL Olivenöl
2 TL frisch gepresster Limettensaft
1 TL fein gehackte Chilischote (vorzugsweise Jalapeño), mit Samen
¼ TL getrockneter Oregano
¼ TL grobes Meersalz
¼ TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Die Zutaten in einer mittelgroßen Schüssel vermischen. Bei Zimmertemperatur etwa 1 Std. stehen lassen. Unmittelbar vor dem Servieren in einem Sieb abtropfen lassen.
Oder in Flaschen / Gläßer sterilisieren.

Nachdem die Nudeln fertig waren gab ich sie in eine große Schüssel und stellte sie warm. Draußen zupfte ich noch eine handvoll Basilikumblätter zum dekorieren. Lena hörte ich sofort, als draußen die Autotüren klappten. Sie stürmte herein in die Küche und rief
„Papa, ich habe großen Hunger, Mama auch.“

„Zieh dir erst mal deine Schuhe aus Fräulein, dann kannst du die Teller auf den Tisch stellen, Papa holt noch Wein aus dem Keller und für dich deinen Traubensaft.“

Draußen umarmte ich Eva und winkte Benedetta hinterher.

„Komm herein, das Essen ist fertig.“

Ich holte die Nudeln aus dem Ofen und gab großzügig von unserer Tomatensalsa darüber und teilte die Portionen aus. Zum Schluß noch ein paar Basilikumblätter als Schmuck darüber, den Käse nahm sich jeder selbst. Wir aßen voller Appetit und ich wurde von meinen Zweien gelobt.

„Genug, ich kann nicht mehr“,
seufzte Eva, während Lena noch voller Appetit ihre große Portion verdrückte.

„Ich glaube laufen kann ich heute nicht mehr, ich würde den Hügel hinunterrollen, lass uns noch einen Spaziergang machen.“

„Lena, was willst du anziehen?“, wollte Eva wissen.

„Fußball natürlich“, rief die Kleine,
während sie sich beinahe an ihren Nudeln verschluckte.

„Na du iss erst mal auf“, mahnte ich „Wir müssen uns ja auch noch umziehen.“

Ich stand vor dem Schrank und überlegte, was ich anziehen sollte.

„Zieh dir endlich was an, sonst zerre ich dich ins Bett und vernasche dich nach allen Regeln der Kunst.“
Evas Hand grabschte meine nackte Pobacke und knuddelte sie liebevoll. Ich schlüpfte in meine heißgeliebten weißen Bermudas, zog den Bauch ein und knöpfte sie zu, dann ein blaues Shirt über den Kopf gezogen. Eva zwängte sich in ihre enge verwaschene Jeans und streifte sich ein Top über.

„Aber morgen laufen wir wieder, wir haben es beide nötig“,
sinnierte sie während sie uns beide vor dem Spiegel kritisch musterte. Lena kam aufgeregt hereinspaziert und suchte ihre Fußballhose.

„Wo hast du sie denn letztes Mal hingeworfen Fräulein“, wollte Eva wissen.

„Ich weiß nicht“, murmelte Lena kleinlaut,
während ihr die Tränen in die Augen schossen.

„Komm mein Schatz, wir suchen gemeinsam, geh du doch schon mal hinunter, es dauert nicht lange“, tröstete Eva sie und ging mit Lena hinüber ins Kinderzimmer.

Es wurde wirklich Zeit, wieder intensiver zu trainieren und zwei Kilo anzunehmen. Nächste Woche wenn wir mit Paola und Bruno laufen würden, könnte ich sonst mit sarkastischen Bemerkungen Paolas rechnen. Ich riss mich von meinem Anblick im Spiegel los und wartete unten auf die Zwei. Wenig später kamen Eva und Lena strahlend aus dem Haus. Lena hatte ihre geliebte Fußballhose und das passende Trikot an. Ich hatte gestern beim Training unseren Trainer gefragt und er hatte nichts dagegen, dass Lena mit den gleichaltrigen Jungs spielte.
„Deine Kleine wird sich durchsetzten, sie lässt sich nicht die Butter vom Brote nehmen.“

Das erzählte ich jetzt Lena, die mir daraufhin jubelnd um den Hals fiel.

„Ihr trainiert und spielt immer Sonntags, bevor die Männer spielen, ich fahre dich auch hin.“

„Aber nicht mit den Steinen spielen, du machst dir deine Schuhe kaputt, die sind teuer kleines Fräulein.“ Eva schimpfte liebevoll.

Ich legte Eva meinen Arm um die Hüften, während Eva ihre Hand in meine Gesäßtasche zwängte und Lena vorauslief und sang.

„Manches mal denke ich noch, ich träume, dass wir drei jetzt hier zuhause sind, es ist so wunderschön“, seufzte Eva.

Guarda che passa
la villanella,
agite e snela,
sa ben balar.

Ma come bali bene,
bela bimba,
bela bimba,
bela bimba.
Ma come bali bene,
bela bimba,
bela bimba,
bali ben!

Dansa al mation,
dans alla sera,
sempre legera,
sembra volar.

Ma come bali bene,
bela bimba,
bela bimba,
bela bimba.
Ma come bali bene,
bela bimba,
bela bimba,
bali ben!

Matteo lächelte, als er uns sah:
„So jung und so verliebt möchte ich auch noch mal sein.“

Claudia hatte das offensichtlich gehört und gab ihm einen Kopfstüber. Wir setzten uns und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen.

Gianfranco, Luigi und Salvatore kamen den Weg hochgeschlendert, ihr Werkzeug über der Schulter. Sie hatten schon unten bei Francesca Kaffee getrunken, so dass wir gleich an die Arbeit gehen konnten. Eva verstaute Lena auf ihrem Kindersitz, dann warf sie mir eine Kusshand zu und fuhr zur Arbeit nach Siena. Mein Vater hatte im Werk einen Kindergartenbereich eingerichtet, den mehrere Mitarbeiterinnen nutzten. Die Kinder wurden während der Arbeit von einer Kindergärtnerin betreut. Lena hatte sich daran gewöhnt und freute sich darauf mit den anderen Kindern spielen zu können. Ich hatte die beiden letzen Tage mit dem Kleintraktor die Reihen zwischen den Reben aufgelockert, jetzt wollten wir kleine Reparatur- und Schneidearbeiten durchführen und morgen würde ich den Dünger ausbringen.
Wir hatten von einem Gutachter die Bodenbeschaffenheit testen lassen, daraufhin hatte er uns eine speziell angefertigte Mineralmischung zusammengestellt, die die Pflanzen optimal versorgen würden. Die Säcke lagerten im Schuppen. Zum Wochenende war Regen gemeldet, ich musste mich daher beeilen, um den Dünger an die Pflanzen zu bringen. Enzo hatte letzte Woche zwei der Terrassenbefestigungen, die der Starkregen vor zwei Wochen beschädigt hatte ausgebessert, als Steinmetz und Maurer war er der geeignete Mann dafür. Wir hatten die Reben, die in Mitleidenschaft gezogen worden waren, wieder gerichtet und die Drähte neu gespannt. Jetzt warteten wir voller Ungeduld auf die erste Ernte unserer Syrahtrauben. Die Reben standen gut und hatten reichlich Blattwerk entwickelt. Genug grün um die Energie der Sonne in die Trauben zu leiten. Es versprach ein guter Jahrgang zu werden. Wir wollten uns dieses Jahr an einem Cuvée mit Syrah-, Sangiovese- und Merlottrauben versuchen.
Wir schwitzten ganz schön bei dieser anstrengenden Arbeit. Die Sonne tat ihr übriges dazu und brannte mit intensiver Kraft vom Himmel. Das ständige Bücken und hocken ging ganz schön ins Kreuz. Na da hatte Eva heute Abend zu tun, mir die verspannten Muskeln zu lockern. Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn, nahm einen kräftigen Schluck aus der Wasserflasche und arbeitete weiter.
Wir kamen gut voran. Plötzlich hielt ich inne, eine kleine bunte Eidechse schaute mich an. Ich näherte ihr vorsichtig meinen Finger, da verschwand sie im Grase. Ich hatte schon längst mein Hemd ausgezogen und arbeitete mit bloßem Oberkörper. Wir arbeiteten aufmerksam, denn Gianfranco hatte neulich eine Viper gesehen, die sich durch unser Weinfeld schlängelte.
Zum Mittag brachten Francesca und Laura in Körben unser Essen. Sie deckten draußen auf der Terrasse. Es gab Polenta mit einer selbstgemachten fantastischen Soße, dazu ein Glas unseres Hausweines. Neugierig und hungrig strichen Strega und Leone um unsere Beine. Sie hatten Glück Luigi warf ihnen in Soße getränkte Brotstückchen hin, die sie gierig verschlangen.

„So Schluss meine Lieben, ihr könnt euch zum Nachtisch ein Paar Mäuse suchen, davon haben wir genug.“
Die beiden Katzen schauten mich sichtlich erbost an und schlichen sich dann beleidigt davon.

„Richtig, du darfst sie nicht zu sehr verwöhnen Peter.“
Gianfranco grinste. Dann erhoben wir uns wieder, nahmen unser Werkzeug und gingen gestärkt an die Arbeit. Den ganzen Nachmittag arbeiteten wir ausdauernd und schafften unser Pensum. Gianfranco lobte uns. Am Hofe drückte ich Luigi und Salvatore noch den vereinbarten Lohn in die Hand. Die beiden bedankten sich strahlend und schlenderten gemeinsam mit Gianfranco wieder den Hügel hinab.

Ich ging in den Keller, schlüpfte aus Hose und Slip und duschte ausgiebig, dann trocknete ich mich ab, zog frische Wäsche, mein Trikot und meine enge kurze Laufhose an. Eine gemütliche Runde ums Dorf war noch drin. Ich war doch etwas ausgepumpt als ich bei Matteo ankam. Ich trocknete mir mit einem Handtuch den Kopf ab. Marta winkte mir bewundernd zu und lächelte. Matteos Bedienung Sebastiana brachte mir ein viertel Roten und ein Schälchen mit Pistazien. Beppe kam hinter Kirche hervor und als er mich sah, überquerte er die Straße und setzte sich zu mir. Sebastiana brachte auch ihm ein viertel Roten und stellte eine zweite Karaffe auf den Tisch.

„Ich war auf dem Friedhof, heute hätte meine Frau ihren siebzigsten Geburtstag.“
Er schaute etwas wehmütig und wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel. „Wann willst du die Sanierung der Quelle angehen?“ Beppe schaute mich fragend an. „Ich hätte nächste Woche Zeit.“

„Montag geht es nicht, da bringe ich Eva und Laura nach Rom zum Flughafen. Wie wäre es mit Mittwoch?“

„Gut, dann schauen wir uns nachher mal die Quelle an, damit ich weiß, was ich brauche. Das ist dir doch recht?“ Ich nickte
„In einer Viertelstunde?“ Beppe nickte ebenfalls.

„Du kannst mit mir mitfahren bis zu eurem Hof.“ Jetzt spürte ich meine gequälten Muskeln und war dankbar für Beppes Angebot. Wir tranken unseren Wein aus, ich zahlte und wartete bis Beppe mit seinem Wagen vorfuhr.

Oben stiegen wir aus und liefen die Wiese hoch bis zur Quellfassung. Beppe schaute kopfschüttelnd, klopfte ein wenig an den Steine herum und meinte dann.
„Da gibt’s einiges zum ausbessern, aber das wird wieder. Mittwoch früh kurz nach sieben. Wenn dir das recht ist Peter.“ Ich nickte nur. Dann liefen wir wieder hinunter zum Hof. Während Beppe in sein Auto stieg und die Strada Bianca hinunterrollte, winkte ich ihm zu.

Abends nach dem Duschen hatten wir es eilig ins Bett zukommen und uns intensiv zu lieben. Eva forderte mich mit allen Mitteln.
Hinterher streckten wir uns erschöpft und befriedigt aus. Kurz nachdem Eva und Lena nach Siena fuhren, kam Beppe mit seinem LKW auf unserem Hofe an. Er hatte die Steine und Material für die Quellfassung geladen. Ich half ihm, die Materialien auf unseren Traktor umzuladen. Dann kochte ich noch einen Kaffee und wir fuhren hoch zum Waldrand.

„Wo hast du eigentlich die Steine her Beppe?“

Beppe schaute sich um, hielt sich dann einen Finger an den Mund.

„Psst, von einem Bauern bei Simignano, die hat er beim ackern gefunden, scheinen echt zu sein.“

„In Simignano waren wir schon, da gibt’s doch etruskische Ruinen, dann sollten wir nicht weiter darüber reden.“

Ich half Beppe beim ausladen der Steine und Mörtelsäcke, dann begutachtete er noch einmal die Quellfassung.

„Wir brauchen nur ein paar Steine auszuwechseln, das geht schnell, wenn du derweil den Mörtel anrührst, haue ich die Steine passend zurecht.“
Beppe zeigte mir, wie ich den Mörtel mischen musste, dann durfte ich kräftig rühren, das ging ganz schön in die Arme. Ich zog mein Shirt über den Kopf, mir wurde warm. Immer wieder rieb ich mir den Schweiß von der Stirn. Inzwischen hatte Beppe die schadhaften Steine herausgebrochen und die anderen, die als Ersatz dienen sollten, zurecht gehauen. Nach einer Stunde war die Quellfassung repariert und wir räumten die sachen wieder auf den Traktor.
Im Hof verlud ich alles auf Beppes LKW.

„Hast du noch Lust auf ein Glas Rosso bei Matteo“, lud ich Beppe ein. Er nickte und ich setzte mich auf den Beifahrersitz

„Was bekommst du Beppe?“
Er nannt einen erstaunlich niedrigen Betrag. Ich dankte und zählte ihm die Scheine in die Hand. Wir setzten uns vor Matteos Bar unter die Markise und tranken ein Glas Rotwein.

Dann öffnete ich die Haustür, ging langsam die Treppe zum Schlafzimmer hinauf ins Bad und duschte ausführlich. Zum trocknen legte ich mich nackt wie ich war auf die Terrasse. Ich döste ein wenig und stand dann erholt wieder auf, zog mir Laufhose und Trikot an und bereitete das Abendessen vor. Sicher würde Eva noch eine Runde mit mir laufen wollen.
Ich holte frische Tomaten und Basilikum von draußen, nahm eine Kugel Mozarrella und bereitete die Insalata Caprese zu. Noch mit etwas Balsamico und Öl verfeinert, eine Prise Pfeffer drauf und der Salat war fertig. Ich deckte die Schüssel ab, nahm einen Roman und setzte mich auf unsere Terrasse. Ab und an trank ich einen Schluck von unserem Quellwasser. Ein leichter Wind wehte vom Tal herauf.
Die Rocca leuchtete im Sonnenlicht vor den schwarz daliegenden Hügeln der Montagnola. Eva und Lena würden bald kommen. Strega und Leone schienen mich wieder zu mögen, sie rollten sich neben mir auf der Bank zusammen und genossen die wärmende Sonne. Die beiden Katzen schnurrten um die Wette. Ich hörte schon von weitem das charakteristische Schnurren unserer Giulia, legte das Buch auf die Seite. Den Tisch hatte ich schon vorher gedeckt. Ich holte noch den Salat, die Flasche Rotwein und Lenas Saft.
Dann rollten meine zwei Frauen schon auf den Hof. Lena stieg schnell aus, rannte auf mich zu und ließ sich auf den Arm nehmen.
„Das muss ich dir erzählen Papa“,
plapperte sie los und berichtete mir in allen Einzelheiten was sie erlebt hatte. Dann nahm ich Eva in den Arm und wir küssten uns ausgiebig. Lena lief derweil über den Hof und rief nach den Katzen. Eva tätschelte mir den Po und rief dann
„So jetzt muss ich mich aber erst mal frisch machen und mich umziehen. Lena komm Händewaschen und umziehen, Lena!“
Die beiden eilten ins Haus, während ich den Wein öffnete und in unsere Gläser goss. Für Lena ein großes Glas mit Saft, denn sie hatte immer viel Durst, wenn sie nach Hause kam. Dann teilte ich den Salat auf und wartete.

„Hallo kleiner Frosch“, rief ich,
als Lena in grasgrünen Shorts und Shirt herausgelaufen kam. Lena grinste, kletterte auf meinen Schoß und wollte sich ein Stück Tomate stibitzen.

„Warte bis die Mama kommt du kleiner Räuber.“ Aber die Tomate war schon im Schnäbelchen verschwunden. Eva sah in weißen knappen Shorts und einem grünen Top zum anbeißen aus.

„Mama du kleiner Frosch.“
Lena grinste bis über beide Ohren, während Eva ihr mit dem Finger drohte.
„Du hast bestimmt wieder genascht Fräulein.“
Lena nickte vergnügt und stiebitzte sich ein weiteres Stück Tomate von Evas Teller, dann trank sie durstig ihr Glas mit Saft leer. Ich stieß mit Eva an, der Wein funkelte dunkelrot im Glase. Dann aßen wir mit großem Appetit unseren Salat. Lena schaffte gerade mal die Hälfte, den Rest durfte ich noch vertilgen.

„Gleich kommt Laura und passt auf dich auf, dass du mir ja brav ins Bett gehst kleines Fräulein.“

Eva hatte Laura angerufen, die gerne bereit war, als Babysitterin einzuspringen.

„Mama und der Papa wollen noch eine Runde laufen, also ärgere Laura nicht. Sie will dir sogar noch eine Geschichte vorlesen.“

Eva und ich räumten mit Lenas tatkräftiger Hilfe den Tisch ab. Da kam Laura auch schon, heute trug sie anstatt der Jeans mal ein luftiges Sommerkleidchen. Sie begrüßte uns, dann busselte Lena uns noch ab, nahm brav Lauras Hand und die beiden verschwanden im Haus.
Eva und ich trabten gemächlich los, winkten unten Francesca zu, die wieder im Garten werkelte und liefen Richtung Dorf. Sebastiana, Marta und Marisa saßen vor Marios Bar und winkten uns zu. Am Ortsausgang liefen wir an Donatellas ehemaligen Haus den Hang hinauf bis zum Waldrand. Eva lief vorneweg und ich bewunderte ihren anmutigen Anblick. Sie war sehr gut in Form und ihren Bewegungen zuzuschauen war einfach ein Genuss. Eva schien das zu spüren, denn plötzlich wechselte sie auf die Seite und bedeutete mir vor zulaufen. Ich gönnte ihr den Anblick und genoss es ihre Blicke auf meinem Körper zu spüren. Auf dem Rückweg ließen wir uns vor Matteos Bar in die freien Stühle fallen und bestellten eine Karaffe Wein. Hinterher genehmigten wir uns noch einen Caffeé Doppio und trabten dann mit frischer Energie die letzten Kilometer durchs Dorf und den Hügel hinauf.

Oben saß Laura mit einem Buch auf der Terrasse und meinte „Lenchen war brav und ist nach der Geschichte gleich eingeschlafen.

„Laura wir brauchen mal wieder ein Etikett für unsere neue Kreation. Hättest du wieder Lust dazu einen Entwurf zu machen.“

Laura nickte freudig und strahlte, dann verabschiedete sie sich von uns und schlenderte langsam den Hügel hinunter nachhause.
Wir blieben noch eine halbes Stündchen auf der Terrasse sitzen, tranken noch jeder ein Glas Wein, dann hatten wir die nötige Bettschwere und stiegen die Treppe zum Schlafzimmer empor. Wir schauten im Kinderzimmer nach Lenchen. Sie lag mit offenem Munde da und gab leise Schnarchgeräusche von sich. Eva zog die Bettdecke zurecht, unsere Kleine hatte die Angewohnheit sich im Schlafe bloß zu strampeln. Wir duschten noch gemeinsam, dann schliefen wir eng umschlungen ein.

Wir standen zeitig auf, leise um Lena nicht zu wecken zogen wir uns an und gingen hinunter in die Küche, um das Frühstück zuzubereiten. Eva drückte mir noch einen dicken Kuss auf den Mund, ich revanchierte mich mit einem Klaps auf ihren so verführerisch dargebotenen Po.

„Sei brav Peterl, sonst kann ich für nichts garantieren.“
Während Eva das Brot toastete, deckte ich den Tisch auf der Terrasse, meine kurze Boxershort musste genügen. Pecorino, Finocchiona und etwas Marmelade und Honig für unsere Süße. Ich blieb draußen um die genäschigen Katzen fernzuhalten, die schon bald erwartungsvoll maunzend auftauchten und neugierig um meine Beine strichen. Jetzt brachte Eva den Brotkorb heraus und ich löste sie in der Küche ab, um den Kaffe für uns beide zu kochen und für Lena den Saft einzugießen. Da hörte ich auch schon Tappser auf der Treppe und ein zerzauseltes Lenchen tauchte auf. Die Haare hingen ihr ins Gesicht.
„Wo hast du denn deine Spange Lenchen?“

„Weiß nicht“, murmelte sie noch etwas schlaftrunken.
„Komm geh hinaus zur Mama und nimm deinen Saft gleich mit. Verschütte aber nichts.“
Lena schlich mit dem Saft hinaus. Ich füllte unser Kaffeetassen und ging auch ins Freie. Die Sonne hatte schon eine Menge Kraft. Wir genossen die warmen Strahlen und unser Frühstück.

„Peterl räumst du noch ab, dann gehe ich mit Lena hoch und wir machen uns fertig.“

Ich nickte und meine Beiden trabten davon. Ich trank den Rest Kaffee aus und räumte den Tisch ab. Drinnen schob ich das Geschirr in die Spülmaschine, die wir uns letzten Monat geleistet hatten und räumte die Esssachen in den Kühlschrank. Lenchen nahm für den Kindergarten zwei Honigbrote mit, Eva aß in der Werkskantine. Ich hatte heute im Keller zu tun, der Wein entwickelte sich prächtig trotzdem waren Kontrollen notwendig. Mittlerweile traute Gianfranco mir das schon alleine zu. Er hatte sich heute freigenommen, Francesca hatte Geburtstag und er wollte sie nach Siena zum Essen ausführen. Eva hatte schon noch vor dem Frühstück angerufen und ihr in unser beider Namen herzlich gratuliert. Francesca und Gianfranco waren für uns über die Zeit wie Familienmitglieder geworden. Ich stieg aufs Dach um die Trauben für den Vin Santo anzuschauen. Hier bekamen sie Wind und Wärme und genug Muße zum trocknen. Dann zapfte ich mir noch ein Gläschen vom Fass ab und kostete den likörartigen Wein. Er war trocken etwas herb und von beeindruckender Süße. Ein Prachtjahrgang.
Eva rief nach mir, es war Zeit zum Abschied. Ich umarmte mein Weib, und gab ihr einen herzhaften Kuss. Dann bekam ich auch von Lena ein Busserl, das etwas verrutschte und auf der Nasenspitze landete. Die beiden stiegen ein und fuhren vom Hof Richtung Siena.
Jetzt hatte ich Gelegenheit mich anzuziehen und fertig zu machen. Eine alte Jeans und ein Sweatshirt waren ideal für die Temperatur im Keller. Ich nahm die Messgeräte und überprüfte die Fässer. Die Werte waren hervorragend, die Probeschlucke auch, das würde ein großer Jahrgang werden. Die zwei großen Stahltanks hatten wir gleich nach der Umfüllung auf die Eichenholzfässer gereinigt.

Sie waren für die herbstliche Ernte bereit. Nächste Woche würden wir erste Mischversuche für unseren Cuveé machen. Gianfranco und ich hatten schon das ungefähre Mischungsverhältnis ausgemacht, aber das hing davon ab, ob die Sinnenprüfung uns überzeugte, der Wein sollte ja auch schmecken. Nach einer guten Stunde war ich fertig und überlegte, was ich anstellen könnte. Heute Abend konnten wir nicht laufen, denn Laura war ja auch mit auf der Geburtstagsfeier.
Eigentlich hatte ich ja Lust mal wieder eine Runde mit dem Rad zu drehen. Ich ging hinauf ins Schlafzimmer und zwängte mich in meine Radmontur. Sie saß noch immer wie eine zweite Haut am Körper. Zunehmen durfte ich nicht mehr, kein Gramm eigentlich. Dann holte ich das Rad aus der Garage und strampelte los. Ich wollte die Tour wiederholen, die mich vor einigen Monaten so sehr geschlaucht hatte. Es ging noch immer sehr in die Beine, aber ich fühlte mich wohl dabei. Je länger die Strecke sich zog, desto wohler fühlte ich mich, ich rollte mich langsam ein. Zwar tat mir schon nach ein paar Steigungen der Hintern weh, aber das würde der Muskulatur nur guttun. Ich biss die Zähne und ignorierte den leichten Schmerz. Die Oberschenkel vibrierten unter der Anstrengung. Jetzt kam ich von der anderen Seite wieder ins Dorf. Ich erntete bewundernde Blicke von Sebastiana und Marta und ließ mich in den Stuhl fallen. Matteo schaute mich spöttisch an.
„Du verdrehst mal wieder allen Frauen den Kopf, was wird Eva dazu sagen?“ Er grinste bis über beide Ohren.

Mach halt mit“, spöttelten Marta und Sebastiana und deuteten auf Matteos leichten Bauchansatz. Der schüttelte energisch den Kopf und meinte, er hielte es lieber mit Churchill
„No sports“.
Dann servierte er mir eine Karaffe Wein, ich lud Marta und Sebastiana ein, mir Gesellschaft zu leisten, ein Gläschen mit zutrinken, was sie gerne annahmen. Beide hatten ja ihren Arbeitsplatz im Auge.

Nach einer halben Stunde, zahlte ich, stieg wieder in den Sattel und radelte die letzten Kilometer zurück zum Hof. Oben spritzte ich das Rad ab, stellte es zum trocknen in die Sonne, zog mich splitternackt aus und sprang in den Pool. Ich ließ mich treiben und vom Wasser verwöhnen, dann schlüpfte ich in die mittlerweile wieder getrockneten Sachen und zog mich im Schlafzimmer um. Die Wäsche warf ich unten in die Waschmaschine und ließ sie mit den anderen Wäschestücken laufen. Dann nahm ich mir wieder meinen Roman zur Hand und wollte mich gerade auf die Terrasse setzen, als mir einfiel, das Eva mir noch eine Einkaufsliste aufgetragen hatte. Ich rief in Frutta e Verdura an und gab Marisa den Auftrag durch.
„Ich komme nachher mit der Ape und hole die Sachen ab Marisa.“
Sie hatte mir gesagt, dass Carlo heute nicht könne, er wäre beim Arzt. So, jetzt konnte ich noch ein Stündchen lesen. Ich trank dazu eine Flasche Mineralwasser. Ich lief noch einmal ins Haus und holte ein Kissen zum unterlegen, der Hintern war doch etwas in Mitleidenschaft gezogen worden.Der Roman war spannend und ich hätte beinahe die Zeit vergessen. Ich schlüpfte in die Bermudas, streifte mir das Hemd über, holte die Ape aus der Garage und tuckerte los. Dann half ich Marisa die beiden Kisten aus dem Lager zu holen und lud sie auf die Ladefläche. Bei Matteo kehrte ich noch auf ein Schwätzchen mit Beppe und Luigi ein und fachsimpelten über die Aussichten Sienas in der Meisterschaft der Seria A. Ein Glas Wein konnte ich noch vertragen, dann verabschiedete ich mich und fuhr zum Hof hinauf. Ich lud die Kisten in den Vorratskeller und stellte die Ape wieder in die Garage. Jetzt konnte ich weiterlesen. Eva und ich würden mit Lena heute essen gehen. Sie freute sich schon drauf bei Gaspare Spaghetti mit Ketchup zu essen. Ich musste unwillkürlich an Miriam unser kleines Spaghettimonster denken.

Während Eva ein rotes, enges Trägerkleid anzog schlüpfte ich in weiße Jeans und trug dazu ein weißes kurzärmeliges Hemd. Lena hatte von Tabbea ein schönes fliederfarbenes Blümchenkleid bekommen, dass der zu klein geworden war. Dazu die neuen lila Schuhe, Lena war selig. Wir beschlossen zu laufen, die Luft war warm und voller Aromen. Lena plapperte wieder wie aufgezogen, was sie alles im Kindergarten erlebt hatte. Dabei versuchte sie erfolglos Schmetterlinge zu fangen. Unten im Dorf winkten uns Marta und Matteo zu.
„Lena du setzt dich an meine Seite, dass du den Papa nicht mit Ketchup bekleckerst, mich natürlich auch nicht.“ Lena folgte brav und setzte sich an Lenas linke Seite, während ich den Platz rechts von Eva nahm. Gaspare reichte uns die Menükarte.

„Ich will Ketchup mit Spaghetti“, rief Lena aus.
„Du möchtest mein Fräulein“, korrigierte Eva sie.
Lena nickte ungeduldig. Gaspare servierte uns zwei Gläser Prosecco und Lena ein Glas Kindersekt. Wir stießen miteinander an und suchten uns etwas leckeres von der Speisekarte aus.
Als Antipaste servierte Gaspare uns Auberginenscheiben mit Füllung
Rezept
Als Hauptgericht Hähnchen mit Artischocken
Rezept
Als Nachtisch dann noch Maronenmousse
Davon bekam Lena auch noch etwas ab, wobei sie natürlich an unseren Gerichten naschen durfte



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Von scrittore
Am 16.02.2021 um 18:30 Uhr

Unser Leben auf einem Weinbauernhof in der Toscana

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