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Prosa => Krimi


Westernroman; Zwei Sterne für Cutter Teil 1 - von Andrea, 04.12.2017
Zwei Sterne für Cutter



Späte Rache

Kapitel 1

Tawsen, so hieß die kleine Stadt im Nordwesten Amerikas. Es war ein ruhiges Städtchen, mit einer Kirche einem Generalstore, sogar eine Schule gab es dort. Das Schulhaus stand etwa eine Meile westlich außerhalb Tawsen. Damit blieb der Lärm der Kinder aus der Stadt und die Farmerjungen und Mädchen konnten sie gut erreichen. Auf einer kleinen Farm lebte die Familie Ryder. Mrs. Ryder war eine gute und fleißige junge Frau. Sie arbeitete hart um das bisschen Ernte des kleinen Feldes zu verarbeiten. Mr. Ryder kannte man eigentlich nur betrunken. Die meiste Zeit verbrachte er im Saloon und gab das hart verdiente Geld seiner Frau aus.
Als die Beiden vor einem Jahre heirateten, war Paul Nikolas Ryder ein Mann mit großen Träumen. Zusammen mit seiner Frau Jodie kaufte er die kleine Farm auf und brachte das fast abbruchreife Häuschen wieder in Ordnung. Mit Fleiß und Schweiß reparierte er die Zäune.
Schon nach kurzer Zeit kam ihre Tochter Kimberley zur Welt. Ein hübsches Mädchen mit lockigem schwarzem Haar. Alle in der Stadt kannten sie wenn sie mit ihrer Mutter zum Einkaufen kam, und jeder mochte das freundliche Kind. Fünf Jahre später bekam Jodie nach zwei Fehlgeburten einen Jungen. Der kleine Nick hatte wie seine Schwester blauschwarzes Haar und dunkelbraune leuchtende Augen. Die Familie hätte ein glückliches Leben haben können wenn nicht drei Jahre hintereinander Stürme, Dürre und Wassernot die Ernten vernichteten. Die vier Rinder die der Anfang einer großen Herde werden sollten, gingen ein. Nicht einmal der Hund den Nick so liebte überlebte die Trockenheit. Die Hitze war gnadenlos. Tag für Tag brannte die Sonne und nicht eine Wolke zog am Himmel. Die Winter hingegen brachten eisige Kälte und ließen die Felder bis weit in den Frühling unpflügbar.
Die Schulden der Ryders stiegen. Die Bank wollte ihr Geld. Paul kam mit diesem Druck nicht klar. Für Ihn gab es nur noch einen Ausweg; der Whiskey.

*

Die nächsten Nachbarn der Ryders war die Familie Armstrong. Lilly und Ronald Armstrong. Sie hatten keinerlei Geldsorgen, denn Ronald war Bankier. Ihm gehörte die Bank in Tawsen. Ihr einziger Sohn Jett war schon mit vier Jahren Nick´s bester Freund, was Ronald ganz und gar nicht gefiel. Jett war ein Jahr jünger als Nick und auch einen halben Kopf kleiner. Sein Haar war dunkelblond, seine Augen strahlten ein helles Blau. Nick und Jett wurden unzertrennliche Freunde. Auch wenn der junge Jett immer ärger mit seinem Vater bekam, traf er sich mit Nick in einer Felsenhöhle. Ihr Geheimtreff wie sie es nannten lag fast in der Mitte der beiden Farmen mitten im Wald.
Zusammen spielten sie oft bis zur Dämmerung. Am liebsten klauten sie Äpfel vom alten Wikox.
Man musste bei ihm immer auf der Hut sein, denn er konnte für sein Alter noch sehr schnell laufen. Außerdem besaß er ein altes Sharpsgewehr, mit dem er sich auch nicht scheute auf Kinder zu schießen.
So kam es das der neunjährige Nick einmal hoch im Baum saß und Ihn kommen sah. Er konnte Jett noch warnen, kam aber selbst nicht schnell genug vom Baum runter. Der Alte Wilkox schoss. Die Kugel zischte an Nicks Hals vorbei und hinterließ eine sengende breite Wunde. Nick fiel vom Baum, blieb für Sekunden benommen liegen. Doch bevor der Alte bei Ihm war griff Jett ihn am Arm und zog ihn mit sich unter den Zaun durch und zur Höhle. Jett Armstrong verband die blutende Wunde mit seinem Halstuch. „ Nein Jett. Du bekommst doch ärger wenn du ohne das Tuch nach Hause kommst!“
Sagte Nick und wollte den Knoten schon lösen, als Jett ihm die Hand reichte und lächelte.“ Ach na und. Mir wird schon was einfallen. Als ich das Loch ins Tuch gerissen hatte, hat Mutter auch geschimpft und ich musste für zwei Tage in mein Zimmer.“ Jett sah seinen Freund nun grinsend an und bemerkte, “ außerdem liegt mein Fenster genau über dem Scheunendach. Mutter fällt es gar nicht auf wenn ich für ein paar Stunden durchs Fenster verschwinde. Wenn die Wunde nicht mehr blutet gibst du es mir wieder.“ Sie umarmten sich und Nick flüsterte in sein Ohr.“ Du bekommst es gleich Morgen wieder zurück. Danke. „
Aber Nick konnte es ihm nicht wieder geben. Als er an diesem Abend nach Hause kam hörte er von weitem schon seine Mutter schreien. Er rannte auf das Haus zu und riss die Tür auf.
“Ma, was ist los? “ Voller entsetzen starrte er auf den Boden, auf dem seine Mutter lag. Ein fremder Mann saß auf ihr. Sein schmutziges kragenloses Hemd hing aufgeknöpft über der geöffneten Hose. Er drehte sich kurz um und sah dem Jungen ins Gesicht. Nick erschrak vor dieser verzerrten Grimmasse. Whiskey tropfte den Fremden aus seinem unrasierten drei- tage- Bart. Er lachte laut auf, wobei die gelben schief stehenden Zähne zum Vorschein kamen. Mrs. Ryders Kleid war zerrissen, ihr Haar war durcheinander. Mit aller Gewalt versuchte sie sich zu befreien, aber gegen die starken Hände des Mannes hatte sie keine Chance. Er drückte ihre Arme auf dem Boden mit nur einer Hand. In der anderen hielt er eine Whiskeyflasche die er hin und her schwenkte. Nick stand in der Tür. Er war nicht in der Lage sich zu bewegen. Wie erstarrt stand er da. Er wollte los schreien, aber es kam kein Ton aus seiner Kehle. Mr. Ryder saß am Küchentisch, rücklings auf dem Stuhl. Er war so betrunken das er nicht mal seinen Sohn bemerkte. Aus glasigen Augen stierte er auf die Szene die sich vor ihm abspielte. Mit schwankendem Kopf blickte er zur Tür und lallte.“ Nick! Junge. Ich habe deiner Mutter einen richtigen Mann gebracht. Siehst du? Ich war ihr nicht mehr gut genug.
Nein ! Einen Säufer nannte sie mich. Ich solle gehen. Hörst du? Rausschmeißen will deine Mutter mich aus meinem eigenen Haus. Wenn ich nicht mehr gut genug für sie bin dann soll sie sich mit einem anderen vergnügen. Ich habe ihr einen mitgebracht. Sieh nur. Es gefällt ihr.“
Nick wusste nicht was er tun sollte. „ Ich muss ihr helfen!“ hämmerte es in seinem Kopf, aber seine Beine wollten dem Befehl nicht gehorchen. Erst als seine Mutter rief, “ lauf weg Nick. Lauf!“ kam wieder Leben in ihm. Nick wollte gerade auf dem Fremden zu rennen als die Whiskeyflasche vor seinen Füßen zerschellte. Der scharfe Geruch von Alkohol stieg ihm in die Nase. Dann sah er das Messer in der Hand des widerlichen Mannes. Und jetzt schrie seine Mutter. In ihrer Stimme hörte er die panische Angst. „ Lauf doch Nick!“ Der Junge riss am Ärmel seines Vaters.“ Pa ! hilf ihr doch.“ Aber als Paul Ryder seinen Sohn ansah, sah Nick seine kalten ausdruckslosen Augen. Dann kippte er völlig betrunken vom Stuhl und blieb reglos am Boden liegen. Nick drehte sich um, er wollte seiner Mutter helfen aber was er dann sah ließ ihn rückwärts zur Tür stolpern.
Blut bedeckte die blanken Dielen und färbte sie rot. Jodie Ryder lag reglos da. Aus einer Schnittwunde am Hals Quoll Blut, das sich über ihre Schultern verteilte und auf dem Boden tropfte. Nick stand wieder im Türrahmen. Der Mann drehte den Kopf zu ihm hin, sein Blick wurde plötzlich starrend. Er sah dem Jungen in die Augen und Nick wurde klar: Er war Zeuge eines kaltblütigen Mordes. Nur für Sekunden schaute er auf seinen bewusstlosen Vater, dann rannte Nick davon. Er rannte so schnell er konnte. Völlig außer Atem erreichte er die Höhle, kroch bis ans hintere Ende und hockte sich an die Wand. Jetzt erst überkam ihm ein Weinkrampf. Die Bilder der letzten zehn Minuten schwirrten durch seinen Kopf, ließen ihn nicht los. Immer wieder sah er das Blut vor seinen Augen. Er hörte die Stimme seiner Mutter. Das Lachen des Mörders.
Plötzlich war ein Geräusch am Eingang zu hören. Nick hielt den Atem an. Schweißperlen rannen die Stirn herunter. Dann hörte er eine bekannte Stimme. „ Nick, bist du hier?“
Es war Jett der mit einem Windlicht den vorderen Teil der Höhle erhellte. Nick wischte sich die Tränen aus den Augen und ging auf seinen Freund zu. „ Jett.“ Mehr konnte er nicht sagen, denn schon wieder schüttelte ihn ein Weinkrampf und er konnte die Tränen nicht zurück halten. Jett nahm seinen Freund in den Arm. Er drückte ihn fest an sich und fragte. „ Was ist passiert? Man sucht dich überall. Deine Mutter ist….“ Weiter kam er nicht. Er wusste nicht wie er es Nick sagen sollte.
Paul Ryder und der Fremde saßen in der Stadt im Jail. Sie ritten nach dieser Tat nach Tawsen. Es war beiden nicht bewusst was sich auf Ryders Farm abgespielt hatte. Völlig betrunken prahlten sie damit wie viel Spaß sie hatten. Der Mörder hatte sogar noch das blutverschmierte Messer im Hosenbund stecken.
Der Sheriff und sein Deputy suchten die beiden Kinder Kim und Nick. Aber von Beiden fand man keine Spur.
Nick riss sich von Jett los. Der Schock saß so tief das er nur stammeln konnte.“ Er hat sie umgebracht…... tot. Ich wollte….dann das Blut.“ Jett versuchte ihn zu beruhigen. Aber Nick hörte nicht was er sprach. Er stieß ihn beiseite und rannte aus der Höhle. Ihm nachzulaufen hätte wenig Sinn gemacht, denn Nick war immer schon viel schneller als Jett. So wartete Jett auf ihn. Er sah auf das Schulbuch das in der Ecke lag. Seit Nick vor einem Jahr von der Schule verwiesen wurde weil er
eine Schlägerei hatte, brachte Jett ihm jeden Tag alles bei was er im Unterricht gelernt hatte. Tränen



rannen seinen Wangen runter.“ Dabei hatte Nick mich doch nur verteidigt gegen den großen Angeber Jack.“ Dachte er. In Erinnerungen versunken schlief Jett weit nach Mitternacht ein. Aber auch am Morgen war Nick nicht wiedergekommen.
Ein Suchtrupp wurde losgeschickt. Doch man fand weder das Mädchen noch Nick.


Kapitel 2

Zwanzig Jahre später….

Cutter, eine Stadt weit im Süden Amerikas. Nur ein paar Meilen von der Mexikanischen Grenze entfernt.
Vor einiger Zeit noch kamen viele Outlaws und schießwütige Cowboys nach Cutter. Hier weit im Süden und so nah an der Grenze konnte man sich auslassen.
Immer mehr Bürger verließen die Stadt aus Angst. Der Sheriff hatte längst seine Koffer gepackt und den nächsten Zug genommen nachdem man ihm zweimal das Office abbrannte und ihn mit einer Kugel fast Töteten. Das wilde Treiben ging so weiter bis eines Tages ein Mann nach Cutter kam der den Stern annahm.
Seit dieser Zeit herrschte wieder ruhe in der Stadt. Und er wurde zum Marshall vereidigt.

Es war ein Heißer Sommertag. Die Sonne brannte vom Himmel, der Staub wirbelte mit jedem Hufschlag seines Pferdes auf. „ Endlich „ dachte Jett, „ da ist Cutter. Meine Kehle ist schon ganz trocken.“ Er fasste sich mit einer Hand an den Hals und räusperte. In seiner Wasserflasche war kein tropfen mehr und auch sein Pferd setzte müde einen Schritt vor dem anderen.
Einige Minuten später ritt er durch die Mainstreet. Auf beiden Seiten reihten sich Häuser aneinander. Links gingen noch einige Straßen rein, während auf der rechten Seite ein schmaler Flusslauf hinter den Häusern verlief. Es war eine Menge los auf der Straße. Wagen wurden beladen. Frauen mit Körben kamen aus dem Generalstore, blieben auf dem Stepwalk stehen und unterhielten sich. Das gleichmäßige Hämmern aus der Schmiede war zu hören. Jett sah sich verwundert um. „Machen die hier denn keine Siesta bei der Bruthitze?“ murmelte er. Vor Murphys Mietstall stieg Jett Armstrong aus dem Sattel. Das große Tor stand offen. Jett nahm sein Pferd am Zügel. Während er hineinging rief er, “ Hallo! Ist hier jemand?“ Einen Augenblick lang tat sich gar nichts, doch dann kam ein älterer Mann links aus einer Tür. „ Natürlich ist hier jemand. Ich bin immer da.“ Der Mietstallbesitzer Murphy lachte. „ Was kann ich denn für sie tun Mister?“ fragte er schließlich. Jett sah sich um. Es war ein sehr sauberer und gepflegter Stall. Mit vielen Boxen. Er deutete mit dem Daumen hinter sich und sagte, “ Ich würde gern mein Pferd hier unterstellen. Es braucht ein schattiges Plätzchen, Wasser und guten Hafer.“ Murphy sah sich das Tier genau an. Er strich über die Mähne und meinte, “ Ja, das es einiges hinter sich hat ist nicht zu übersehen. Wie lange sind sie schon unterwegs bei dieser Hitze?“ Jett seufzte und überlegte kurz bevor er antwortete.“ Na ja. Es sind schon fast acht Jahre die ich so durch die Lande ziehe.“ Noch einmal musterte Murphy das Pferd. Er tastete die Beine ab. Von unten her bemerkte er. „ Das ist aber ein edles Tier. Hat schöne kräftige Muskeln. Und ist gut gebaut.“ Stolz sagte Jett, „ da haben sie recht. Sie verstehen wohl einiges von Pferden?“ Der Alte lachte.“ Natürlich, das gehört ja auch zu meinem Job.“ „ Und was verlangen sie für sagen wir mal…voraussichtlich zwei Tage?“ Murphy kratzt seine grauen Bartstoppeln. „ Mit Abreiben, striegeln und Futter pro Tag einen halben Dollar.“ „ Geht klar. Das ist ein fairer Preis.“ Jett kramte in seiner Hosentasche und holte einen Dollar hervor. Noch ehe er den Stall verließ rief ihm der Alte nach.“ Ich mache ihm noch ein paar Umschläge. Das wird dem Tier gut tun nach so einem Ritt. Mister----„ „ Armstrong ist mein Name. Jett Armstrong. Mein Pferd heißt Tänzer. Weil er immer rumtänzelt und selten ruhig dasteht. Also passen sie beim Striegeln auf das er ihnen nicht auf den Fuß tritt.“ „ Keine Sorge Mister Armstrong. Er wäre ein guter Hengst für Lady.“ Jett drehte sich noch mal um und fragte „ Wer ist Lady?“ Grinsend antwortete Murphy „ das ist die Stute von unserm Marshall. Ein Prachtstück. Genau so Temperamentvoll.“
Jett ging den Square entlang bis runter zum Saloon. Er ging gleich auf die Theke zu.
„ Was trinken Sie?“ fragte der Barkeeper. Sein dicker Bauch füllte fast den ganzen schmalen Gang hinter der Theke aus. Sein Hemd war leicht verschwitzt, ansonsten aber sauber. Die schmalen Augen


mit den buschigen Brauen schauten den Fremden aufmerksam an. Jett legte die Hände aufs Blech
und sagte.“ Ich nehme ein kühlen Bier.“ Der Dicke Keeper nahm ein Glas vom Regal und füllte es mit Bier. Der Schaum lief ein wenig über den Rand hinaus und tropfte an den dicken Fingern des Barmanns herunter, die das Glas umfassten. Er stellte es vor Jett ab, trocknete seine Hände an der Schürze ab und brummte.“ Macht einen viertel Dollar.“ Jett legte dem Wirt einen halben Dollar auf das Thekenblech und prostete ihm zu.“ Ich nehme gleich danach noch eins. Hab einen riesen Durst. Eigentlich könnte ich gleich das ganze Fass leeren.“ Der Keeper lachte wobei die runden Gesichtsbacken noch dicker wirkten.“ Das sagen sie alle. Doch nach dem vierten Glas kippen sie aus den Stiefeln. Die verdammte Hitze.“
Plötzlich rief eine feine Frauenstimme von der Tür her. „ Hallo George, hast du schon was von unserem Marshall gehört?“ Jett blickte zu ihr hin. Eine junge Frau mit langem schwarzem Haar trat an die Theke. Ihr blaues Kleid mit Spitzen abgesetzt, legte sich um ihre schlanke Taille. „ Keine Sorge, Mrs. Jones. Er ist spätestens bis Morgen wieder hier.“ Antwortete ihr George der Keeper. Er sah ihre Hände. Nervös spielte sie mit dem Schleifenband an ihrem Kleid. „ Ja. Sie haben bestimmt Recht. Aber ich habe seit Tagen nichts mehr von ihm gehört. Kein Telegram, kein Brief.“ Seufzend verließ sie den Saloon. Jett schaute ihr nach. Völlig in Gedanken versunken haftete sein Blick auf ihren anmutigen Gang. Bis Ihn die Stimme des Keepers aus seiner starre weckte. „ Das würde ich nicht tun.“ Sagte er. Erschrocken blickte Jett auf.“ Was würden sie nicht tun?“ Mit dem Kopf wies George zum Ausgang während seine Hände ein Glas abtrockneten.“ Mich in sie verlieben...“ Jett lächelte, “ Sie ist hübsch.“ „ Ja verdammt das ist sie. Aber sie liebt nun mal den Marshall. Und ihm ist das sogar sehr recht.“ Mit einem Augenzwinkern machte er seinem, im Moment einzigem, Kunden klar, dass er bei ihr keine Chance haben würde. „ Ihr Marshall kann sich wirklich glücklich schätzen. Eine prachtvolle Stute, eine hübsche Braut, was will man mehr.“
Mit einem Taschentuch wischte George sich den Schweiß von der Stirn. Dann sagte er.“ Er hat es verdient. Sie wissen ja nicht was er schon alles durchgemacht hat. “Fragend schaute Jett ihn an. Dann erklärte der Keeper mit kurzen Worten.“ Vor vier Jahren brachte man seine Frau und seinen einjährigen Sohn um. – er musste alles mit ansehen – und konnte nicht helfen weil er schwer verwundet war. Das hatte ihn sehr mitgenommen. Die Mistkerle laufen immer noch frei herum.“
„ Und Heute?“
„ Na ja, die Zeit heilt alle Wunden. Als Marshall hat er genug Arbeit die ihn ablenkt von der Trauer.“

Schweigend standen die beiden Männer im Saloon, als die Schwingarme am Eingang aufgedrückt wurden. Ein Mann, ganz in schwarz gekleidet kam auf die Theke zu. Der Hut war tief ins Gesicht gezogen. Mund und Nase waren mit einem roten Halstuch bedeckt. Staub bedeckte seine schwarze Kleidung. Der Revolver hing lässig und locker an der rechten Hüftseite. Die Metallnieten um seinen Hut waren matt von Staub und Schmutz. George rief ihm sofort zu.“ Schön sie wieder zusehen Marshall. Ein Bier ? „ Der Marshall sagte mit fester Bestimmtheit, “ Ja danke. Ich bin froh wieder in der Stadt zu sein. Der Staub da draußen und die heiße Sonne machen einen völlig fertig, und müde bin ich auch.“ Er schaute sich im Saloon um.“ Nicht viel los hier!“ stellte er fest. Außer Jett und dem Keeper war ja sonst niemand anwesend. George seufzte resignierend.“ Tja, bei der Gluthitze bleibt das nicht aus Warte bis heute Abend, wenn es sich abgekühlt hat.“ Jett beobachtete den Marshall. Irgendetwas an ihm ließ Jett keine Ruhe.“ Verdammt „ dachte er. „ woher kenne ich ihn?“
Der Marshall nahm seinen Hut ab und klopfte den Staub am Hosenbein aus. Da erst bemerkte er, dass der Gast an der Theke ihn intensiv beobachtete. George stellte das Bierglas hin und der Marshall prostete dem Fremden damit zu.“ Stimmt irgendetwas an mir nicht Mister?“ fragte er Jett. „ Nein, nein alles in Ordnung.“
„ Na dann.“ Er band sein Halstuch ab und schüttelte auch hier den feinen Sand heraus. Dann legte er das Tuch auf die Theke. Jett nahm gerade einen schluck aus seinem Glas und hätte sich fast verschluckt als er die Narbe am Hals des Marshalls sah. Sie war sehr klein und kaum auffallend, aber Jett hatte sie dennoch wieder erkannt. Er starrte auf das Tuch das an einer Ecke geflickt war.
Jett setzte das Glas auf die Theke. „ Ist ihnen nicht gut?“ fragte der Marshall. Jetts Augen leuchteten und er konnte es kaum aussprechen. Wirre Gedanken gingen ihn durch den Kopf.“ Was ist wenn ich mich irre. Ich dachte er wäre Tot. Nein er muss es sein.“ Dann gab er sich endlich einen Ruck. Er ging einen Schritt auf den Marshall zu, blickte ihm in die Augen und sagte, “ Nick? --- Nick Ryder aus Tawsen?“ Zögernd und voller Hoffnung wartete er nun auf die Reaktion des Marshalls.

Aber es kam erst mal keine. Mit fragendem Blick schaute er den Fremden an. Dann lächelte Jett. Denn er war sich nun ganz sicher. “ Du hast mein Tuch immer noch.“ Der Mann vor ihm konnte niemand anderes sein als sein bester Freund aus Kindeszeit Nick Ryder. Sein Herz pochte nun wie wild.
„ Jett Armstrong! Du bist es. Mensch ist das zu glauben?“ Die Freunde reichten sich erst die Hand und fielen sich dann in die Arme. George der hinter seiner Theke die Szene beobachtete, wurde von der Freude der beiden Männer angesteckt und lachte laut drauf los bis er dann bemerkte, “ Das gibt es doch nicht. Da treffen sich zwei alte Freunde am Ende der Welt und auch noch in meinem Saloon. Wann habt ihr euch denn das letzte Mal gesehen?“ „ Warte mal überlegen… „ sagte Nick. Nach kurzer Rechnerei blickte er auf, “ Zwanzig Jahre.“ Kam es fast gleichzeitig von Jett und Nick.
„ Was treibt dich hier hin. So weit runter in den Süden.“
Jett zog die Schultern hoch und ließ sie langsam wieder sinken.“ Ach ich bin auf der Suche.“ Sagte er.
Erstaunt blickte Nick ihm in die Augen. „ Auf der Suche nach was?“
„ Das weiß ich selber nicht. Ich Ziehe nun schon so lange durch die Gegend. Ich wollte nur weg von zu Haus. Ein Ziel habe ich nie gehabt. Mal hier mal da, und wo es mir gefiel blieb ich etwas länger, aber nie für immer. Aber was ist mit dir? Was hast du die letzten zwanzig Jahre so gemacht?“
Aus den Augenwinkeln bemerkte Nick das George aufmerksam zu hörte. Er klopfte seinem Freund auf die Schulter. „ Komm` lass uns rüber gehen in mein Office. Dann erzähl ich dir alles.“
Jett konnte nicht warten. Noch auf dem Weg zum Office fragte er, “ Wie kamst du auf die Idee Marshall zu werden?“
Ohne sich nach Jett umzudrehen sagte Nick Ryder im weitergehen, “ Tja, das hat sich so ergeben, und es ist ein abwechslungsreicher Job.“
„ Was ich hier so alles von dir gehört habe...“
Jetzt blieb Ryder stehen. Er zog die Augenbrauen hoch und unterbrach den Satz.“ Ich hoffe nur gutes!“
Jett lächelte und wie früher schon zeigten sich beim lachen zwei Grüpchen auf seinen Wangen.
„ Sicher. Die Leute hier halten etwas auf dich.“
„ Mit wem hast du denn gesprochen?“
„ Hm. Der Alte Mann vom Mietstall. Er wollte sogar deine Stute vom meinem Hengst decken lassen. Und eine wunderhübsche junge Dame konnte deine Ankunft kaum erwarten. Dann noch der Keeper, er hat...“
„ Carol hat nach mir gefragt?“ Unterbrach Nick noch einmal seinen Freund.
„ Der Keeper hat mich gleich schon vorgewarnt sie gar nicht zu scharf anzusehen:“
„ Ach George. Der hat gar keine Ahnung. In seinen Augen ist jeder schon verheirate der ein Mädchen nur mal ansieht. Und der alte Murphy erzählt so wie so viel zu viel. Er macht das nicht mit Absicht, aber ein Geheimnis ist bei ihm nie gut aufgehoben.“ Mit diesen Worten öffnete Nick die Tür zu seinem Marshalloffice. „ So da währen wir. Mein Reich.“ Jett trat ein und schaute sich im Raum um. Vor der Gegenüberliegenden Wand stand ein Schreibtisch, auf dem sich ein Berg von Papieren stapelte. Stifte und Steckbriefe lagen unordentlich in der offen stehenden Schublade. Hinter dem Schreibtisch war ein großer bequemer Stuhl. Zwei einfache Stühle standen davor. Rechts war ein Aktenschrank und links ein einfaches sauber bezogenes Bett, so wie ein Gewehrständer und ein Holzofen. Der Raum besaß weitere zwei Türen. Von denen die linke zu den Zellen führte und die Rechte in eine kleine Kammer mit noch einem Bett darin.
Nick ging zum Ofen, nahm Tassen vom Regal und goss Kaffee ein. Er hielt Jett eine hin. “Einen Kaffee?“ „ Ja, den könnte ich jetzt brauchen.“ Antwortete Jett Armstrong. Er blickte eine Zeit lang in seine Tasse, bis er endlich fragte.“ Was ist damals passiert? In der Stadt hielt man dich für Tot. Du bist weggelaufen und niemand hat dich mehr gesehen. Man erzählte sich das ein neunjähriger Junge keine Chance hat alleine im Wald. Zu viele hungrige Wölfe und Bären treiben sich da rum. Auch von deiner Schwester Kim hat man nichts mehr gehört.“
„ Ich weiß. Ich habe selbst nach ihr gesucht. Ich habe keine Ahnung wo sie ist. Aber mit den Wölfen hast du Recht. Sie waren wirklich sehr hungrig. Ein Indianeragent half mir und nahm mich mit. Die Indianer pflegten mich gesund und ich blieb ein paar Jahre bei ihnen. Dann zog es mich weiter. Am Ende landete ich hier in Cutter. Heiratete und nahm den Job als Sheriff an. Das war’s.“
Jett seufzte. Er sah runter auf seine Stiefel als er sagte, “ Ich habe von dem Unglück mit deiner Familie schon gehört. Du hattest einen Sohn?“
„ Ja. Sein Name war Jetty. Jett Ryder.“
Erstaunt sah Armstrong auf. Er musste lachen als er sagte.“ Du hast ihn nach mir benannt?“
Jett war freudig überrascht.
„ Ja. Ich habe oft noch an unsere gemeinsame Zeit gedacht. An die Höhle und an den alten Geizhals mit seinen Apfelbäumen. Als dann mein Sohn zur Welt kam, war für mich klar, er soll Jett heißen. Aber was ist mit dir? Was hast du die ganzen Jahre so gemacht?“
„ Tja, wie gesagt ich reise durch die Staaten.“
„ Willst du dein ganzes Leben lang auf der Reise sein?“
„ Nein natürlich nicht. Ich habe nur noch nicht das Richtige gefunden.“
„ Was ist denn das Richtige?“
„ Gute Frage. Eine Frau, eine Familie, vielleicht auch eine kleine Farm.“
„ Du auf einer Farm! Das kann ich mir nicht vorstellen.“
“ Vielleicht hast du Recht. Aber ein Bankdirektor wie mein Vater, oder ein Schreibtischhocker, das ist nichts für mich. Mit Sechzehn bin ich von zu Hause fort. Die Arbeit als Bankier hat mir keinen Spaß gemacht.“
„Marshall!“
rief eine aufgeregte Stimme von draußen und die Tür zum Office wurde aufgestoßen. Ein junger Mann, von siebzehn Jahren, stand aufgeregt im Türrahmen. In der Hand hielt er ein Gewehr. Sein Hut sah aus als hätte er ihn gerade gekauft, steif und sauber. Sein Gesicht war noch glatt wie eine Mädchenwange. Nick erhob sich von seinem Stuhl. Stellte die Kaffeetasse ab und fragte.“ Was ist denn los, Cooper?“ Völlig außer Atem stotterte Lex Cooper sein Deputy. „ Bei Peggy-Sue. —Ein Betrunkener Gast. —Er lässt sie nicht mehr aus dem Zimmer.“
Ryder nahm seinen Hut vom Hacken, drehte sich um und sagte, mit einem Lächeln, „ bin gleich wieder da.“ Jett sprang vom Stuhl. „ Warte, ich komme mit. Wer ist eigentlich diese Peggy- Sue?“
Sie gingen mit zügigem Schritten die Mainstreet entlang, bis Nick auf ein großes rot gestrichenes Haus zeigte. „ Da vorne. Das ist Peggy- Sue`s Hotel und Restaurant. Sie kocht ausgezeichnet. Da solltest du auch mal essen.“
Nick und sein Deputy gingen voran in den Hausflur. Rechts war eine Theke auf der ein dickes Gästebuch lag. An der Wand dahinter hingen viele Schlüssel an einem Board. Die grüne Tapete machte den Raum angenehm und wohnlich obwohl es ja nur ein Flur war. Nick ging die ersten Treppenstufen hoch. Er hörte Peggy`s Stimme, und die eines Mannes.
Cooper blieb unten stehen. Er rief dem Marshall leise zu, “ Zimmer vier. Aber sei vorsichtig Nick. Der Kerl hat zwei Revolver!“ Nick sah sich um. Er schob seinen Hut in den Nacken und bemerkte.“ Ich bin doch immer vorsichtig.“
Vor dem Zimmer mit der Nummer vier blieb er stehen. Er hörte Peggy schimpfen.“ Du versoffener Kerl, nimm die Finger von mir.“ „ Halt die Klappe Süße und lass dich küssen.!“ Schallte eine betrunkene Männerstimme. Vorsichtig drehte Nick den Türknopf, aber die Tür war verschlossen. Nick stellte sich rechts an die Wand. Mit dem Lauf seines Revolvers klopfte er an die Tür. „ Hey. Hier der Marshall. Kommst du freiwillig raus, oder muss ich dich holen.“
Einen Augenblick war es still. Dann brüllte der Mann, “ Verschwinde, ich hab eine Waffe. Wenn du nicht abhaust ballere ich die Süße hier ab.“
Nick blieb lässig neben der Tür stehen. Er musste den Fremden in ein Gespräch verwickeln. Vielleicht wird er so wütend das er die Tür aufreißt um den Marshall abzuknallen. „ Ich glaub nicht dass du eine Frau erschießt. Du bist doch ein Mann. Also komm raus und stell auch einem Mann.
„ Ist der Irre?“ lallte der Fremde. Er sah Peggy nun mit verdrehten Augen an. Sie war mit einem Strick an den Handgelenken am Bettgitter gefesselt. Der „Gast“ der eben noch versuchte sie auszuziehen stand nun in langer Unterhose, mit dem Revolver in der Hand neben der Tür an die Wand gepresst. „ Hier Marshall. Haben sie eine Kostprobe. Er spannte den Hahn und ballerte durch das Türblatt. Nick wartete ab. Sofort als die Schüsse aufhörten trat er die Tür ein. Mit einem kräftigen Tritt riss die Tür aus den Angeln. Nick warf sich in das Zimmer. Schnell hatte er erkannt wo der Mann stand und schoss. Seine Kugel riss dem Betrunkenen den Revolver aus der Hand. Wütend hielt der Betrunkene sein blutendes Handgelenk fest. Ryder sah ihn mit ernsten Augen an.
„ Du bleibst da hocken und rührst dich nicht. Verstanden!“ Dann holte er ein Messer aus seinem Stiefelschaft um Peggy- Sue die Fesseln zu lösen. „ Alles in Ordnung?“ fragte er. Peggy massierte ihre Handgelenke. „ Ja Danke Marshall!“ erwiderte sie, dann begann sie ihr zerzaustes Haar zu flechten.
„ Cooper!“ rief Marshall Nick Ryder die Treppe hinunter. Lex Cooper kam die Stufen rauf. Er sah seinen Boss im Flur stehen, den Betrunkenen am Kragen packend.“ Hier, bring ihn ins Jail. Er soll erst mal seinen Rausch ausschlafen.“ Während Lex sich den Schwankenden packte und ihn aus dem Hotel führte sah Jett erstaunt seinen Freund an.“ Nicht schlecht. Das ging ja schnell und reibungslos.“
„ Tja. Das ist immer dasselbe mit den Kerlen. Erst besaufen sie sich, und dann brauchen sie eine Frau. Welche ist dann egal.“ In dem Moment kam Peggy die Treppe runter. Nick sah zu ihr rauf und wies mit der Hand auf jett.
„ Peggy, das ist Jett Armstrong. Ein alter Freund von mir.“
Während sie ihr Kleid zu recht zupfte, ging sie auf Jett zu und reichte ihm die Hand.“ Es Freut mich sehr sie kennen zu lernen.“ Verlegen nahm Jett seinen Hut ab und erwiderte ihren Gruß.
Als die beiden Freunde das Hotel verließen, blieb Armstrong einen Moment auf dem Square stehen. Aus dem Krämerladen gegenüber kam eine hübsche junge Dame und ging auf die Straße zu. Sie hielt eine Papiertüte in den Armen. Hinter ihr auf dem Stepwalk stand der Verkäufer und winkte ihr nach. Sie lächelte ihm zu. Ohne zu Achten ging sie weiter auf die Straßenmitte zu. Die junge Frau bemerkte gar nicht die herannahende Kutsche. Im vollen Galopp kam das Gefährt die Straße entlang. Kurz entschlossen rannte Jett auf die Dame zu, die bereits mitten auf der „ Fahrbahn“ stand. Mit dem ganzen Schwung den Jett hatte packte er die Frau und riss sie mit sich zu Boden. Die Tüte flog im hohen Bogen durch die Luft. Zucker, Salz, Äpfel und Tomaten verteilten sich auf der Straße. Nur knapp raste die Kutsche an den Beiden am Boden liegenden vorbei. Nick rannte sofort zu seinem Freund und der hübschen Lady. Jett rappelte sich auf und half der Dame beim Aufstehen. „ Sind sie verletzt?“ Erschrocken sah sie sich um.“ Ich--- ich bin in Ordnung. Stotterte sie. Ihr Blick ging über die Straße auf der ihr Einkauf im Staub verteilt lag. Dann reichte sie Jett die Hand und sagte lächelnd, “ es ist mir nichts passiert. Danke Sir, ich war wohl in Gedanken. Habe Mister Thomson noch zu gewunken. Die Kutsche habe ich nicht kommen sehen.“ Mit immer noch weichen Knien sammelte sie nun ihre Ware auf. Jett bückte sich um ihr zu helfen. Als beide die Tomaten und Äpfel in die Tüte stecken wollten fingen sie an zu lachen. Alles was sie oben hineinsteckten, fiel unten wieder raus.“ Die Tüte war wohl mal ganz“ lächelte Armstrong und sah in ihre wunderschönen blauen Augen. Das Braune Haar fiel der Dame bis auf die Schultern. Sie hatte eine fröhliche Ausstrahlung. Ihr lächeln war sanft.“ Übrigens ich heiße Armstrong, Jett. Er reichte ihr die Hand und spürte die weiche Haut und ihre zarten Finger.“ Mary Smith“ sagte sie und ihre Augen schienen dabei zu leuchten. Jett nahm seinen Hut und legte die Tomaten dort hinein. Nick beobachtete die Szene. Jetzt ging er auf die Beiden zu und legte noch einen gefundenen Apfel in Jett`s Hut.
Mary schüttelte sich den Staub aus ihrem hellgrünen Kleid. Dann sagte sie.“ Es ist nichts passiert Marshall. Dank diesem netten Mister Armstrong.“ Nick bemerkte das Jett seinen Blick nicht von ihr ließ. Er konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen als er Jett bei Seite zog und ihn fragte.“ Sie ist hübsch, nicht wahr?“ Armstrong sah zu ihr hin. Sein Gesicht wurde leicht rot als er sagte, “ Ja. Sehr!“ Dann wandte er sich an Mary. „ Ich trage ihnen gerne die Ware nach Hause. Wenn sie gestatten.“
„ Danke. Das wäre wirklich nett von ihnen. Ich wohne gleich dort drüben!“ Sie wies auf ein Haus am Ende der Straße. Nicht weit von Nick`s Haus entfernt auf der rechten Seite. Ein kleines Blumenbeet zierte den Vorgarten. Mary Smith kümmerte sich allein um den Haushalt, seit ihr Vater vor zwei Jahren starb. Ihre Mutter hatte sie nie gekannt, da sie bei ihrer Geburt starb. Sie holte einen Korb aus der Küche in dem Jett seinen Hut leeren konnte. „ Einen schönen Tag noch!“ sagte er.
Nick machte um Mitternacht noch einen Rundgang durch Cutter. Nach einem aufregenden Tag folgte eine ruhige Nacht.

Kapitel 3
Gewehre für die Armee

Als pünktlich um zehn nach acht der Zug aus Nolan-City in Cutter eintraf, saß Marshall Ryder schon seit zwei Stunden am Schreibtisch, und versuchte das Papierchaos zu ordnen. Einige Blätter wanderten von links nach rechts und wieder zurück auf der Tischplatte.“ So ein Mist.“ Fluchte er und wühlte weiter auf seinem Schreibtisch
Nach einem großen Schluck aus der Kaffeetasse murmelte Nick;“ Wo ist der verdammte Brief hingekommen? Er muss doch hier irgendwo unter dem Papierberg liegen.“
Er zog die obere Schublade. Beim durchsuchen der völlig überfüllten Lade wurde plötzlich die Tür zum Office geöffnet. Jett Armstrong kam fröhlich lächelnd ins Büro. Er schob einen Stapel Briefe beiseite und stützte beide Hände auf die Schreibtischkante. Leicht beugte er sich nach vorn über. Dann sah er Nick, der auf dem Boden kniete und die unterste Lade durchsuchte. „ Einen wunderschönen guten Morgen!“ Jett war gut gelaunt. Er beobachtete seinen Freund bei dessen „ Arbeit“. Mürrisch gab Nick zur Antwort.“ Was ist an diesem Morgen so wunderschön? Ich versinke hier in Schreibarbeit und jedes Mal wenn ich glaube den Durchblick zu haben, kommt ein neuer Einsatz.“
„ was ist los? Hast du schlecht geschlafen? Draußen scheint die Sonne!“
„ Draußen vielleicht. Aber hier drinnen sieht es nach Gewitter aus.“ Brummte Nick und wies auf seinen Schreibtisch hin.
„Was suchst du denn? Du bringst ja alles durcheinander.“ Jett sah sich das Chaos Kopfschüttelnd an.
„ Schlimmer kann es jetzt wohl kaum noch werden. Ich suche einen Brief von einem Mister Benton.
Cooper sagte mir, dass er den Brief gestern Abend hier auf den Tisch gelegt hätte. Ich bin noch nicht dazu gekommen ihn zu lesen.“ Ryder ging hinüber zum Ofen. Beim Auffüllen seiner Kaffeetasse fragte er Jett.“ Magst du auch einen Kaffee?“ Jett Armstrong winkte ohne aufzuschauen mit der Hand ab. Er war dabei die Briefe zu sortieren. Schon nach kurzer Zeit hielt er einen Umschlag hoch. „ Suchst du vielleicht diesen hier?“
Der Marshall war freudig überrascht. „ Wie hast du ihn so schnell gefunden? ich suche schon die halbe Nacht nach ihm. Übrigens, hast du schon gefrühstückt?“
„ Ja, und es war köstlich.“
„ Ich weiß. Bei Peggy-Sue kann man gut essen.“
„ Ich war nicht im Restaurant.“
Erstaunt sah Nick seinen Freund an. Eine tiefe Gedankenfalte zog auf seine Stirn. Jett nahm auf dem Stuhl hinterm Schreibtisch platz. Während er weiter in den Briefen wühlte sagte er.“ Ich habe bei Miss Smith gegessen. Sie wollte sich mit dieser Einladung nochmals bei mir bedanken.“
Zu gerne hätte Nick noch mehr über das Frühstück der Beiden gehört, aber er wollte nicht nachfragen. Er öffnete den Umschlag und begann den Brief zu lesen. Kopfschüttelnd steckte er ihn in seine Westentasche.
„ Stimmt was nicht?“ besorgt sah Armstrong in das Gesicht seines Freundes.
„ Dieser Mister Benton arbeitet im Auftrag des Militärs. Heute kommen drei Kisten Gewehre mit dem Zug hier an. Er bittet mich sie auf zu bewahren bis er sie holen kommt.“ Seufzend sprach Nick halblaut.“ Als hätte ich sonst nichts zu tun.“
Jett überlegte kurz, dann meinte er.“ Wieso der Aufwand. Gewehre hier hin zu schicken und sie dann wieder hier abzuholen?“
„ Die Militär Einheit für die die Gewehre bestimmt sind, lagern etwa vierzehn Meilen von hier. Cutter hat einen Bahnhof. Muss ich noch mehr dazu sagen?“
Sie hörten Beide das Pfeifen der Lokomotive die gerade in Cutter einfuhr. „ Da kommt gerade der Zug.“ Mit diesen Worten verließ Nick das Office. Jett folgte ihm.
Kurz vor dem General Store kam ihnen Deputy Lex Cooper entgegen.
„ Nick warte mal.“ Marshall Ryder blieb nicht stehen. Lex ging neben ihm her und sagte.
„ Müller Atkins hat dich gesucht.“
„ Und was wollte der alte Betrüger?“
„ Ihm wurden drei Mehlsäcke geklaut.“
„ Kümmere du dich um diese Angelegenheit. Aber berichte mir später darüber.“
„ Geht in Ordnung Marshall.“
Lex überquerte die Straße um auf der anderen Seite sein Pferd zu holen. Er schwang sich in den Sattel, nahm die Zügel in die Hand und ritt Richtung Westen aus der Stadt.
Atkins Mühle stand etwa fünf Meilen Westlich von Cutter.

Vor dem Generalstore stand ein Wagen. Er gehörte Rancher Coleman. Nach einem kurzen Gespräch mit Thomson, dem Inhaber des Stores stieg Nick auf den Kutschbock.
„ Komm schon Jett. Mister Thomson sagte mir das Rancher Coleman zum Frühstücken ist. Das wird eine Weile dauern. Bis dahin haben wir die Kisten vom Bahnhof abgeholt.“

Zögernd blieb Jett auf dem Stepwalk stehen. „ Du kannst doch nicht einfach den Wagen nehmen!“
„ Wieso nicht. Er braucht ihn im Moment ja nicht. Und mir kommt es sehr gelegen. Oder möchtest du die drei Kisten auf deinem Buckel ins Office schleppen?“
„ Nicht unbedingt.“ Er schwang sich auf die Ladefläche des Wagens, und schon rollte das Gefährt Richtung Bahnhof los.

Am Bahnsteig kontrollierte Schaffner Dan Otis gerade die angekommene Ware.
Marshall Ryder stoppte den Wagen neben ihm. Unruhig schnaubte das Pferd und schabte mit seiner Vorderhufe im Sand. Der Lärm der Lokomotive machte es nervös.
Dan Walter der Schaffner kontrollierte gerade das Frachtgut, als Nick auf ihn zukam. „ Guten Morgen Dan. Sind drei Kisten für einen Mister Benton dabei?“
„ Guten Morgen Marshall. Mal sehen.“ Der kleine dürre Schaffner zwirbelte seinen silbergrauen gekräuselten Schnauzbart. Auf der dicken Nase, die viel zu groß für dieses kleine Gesicht erschien, saß eine goldgeränderte Brille. Sah man ihn von vorne, sollte man meinen er wäre ein Glatzkopf. Aber am Hinterkopf hing ein Zopf. Er war geflochten und ging bis in den Nacken.
Die kleinen Augen Dan Walters huschten über ein Blatt Papier. Dann sah er auf, wies mit dem krummen Zeigefinger auf drei längliche Kisten. „ Jawohl. Das müssen sie sein!“ Mit Jett zusammen packte Nick sich die erste Kiste. Die Beiden stellten den Holzkasten auf die Ladefläche des Wagens, als Dan mit seinen kurzen krummen Beinen angewackelt kam. „ Marshall. So geht das aber nicht. Die Kisten sind nicht für sie bestimmt. Sie können doch nicht einfach…..“
„doch ich kann. Mister Walter. Hier lesen sie.“ Nachdem Marshall Ryder dem Schaffner das Wort nahm, reichte er ihm den Brief. In der Zeit die Walter brauchte um das Schreiben zu lesen luden die beiden Freunde die restlichen zwei Kisten auf. Nick saß schon wieder auf dem Kutschbock, als der Schaffner ihm den Brief reichte und sagte.“ Aber Marshall. Sie müssen mir das hier noch Quittieren. Ich bin ein ordnungsliebender Mensch. Alles muss seine Richtigkeit haben.“
„ Ja schon gut. Geben sie mir das Blatt!“ Mit steilen Buchstaben unterschrieb Nick die Lieferbestätigung.“
Am Office angekommen schleppten Nick und Jett die Kisten rein. Sie stellten sie in der ersten Zelle im Jail ab. Danach brachte Ryder den Wagen wieder zurück zum Generalstore.
Gegenüber dem Marshall Büro standen drei Männer auf dem Stepwalk vor dem Saloon.
Der größte der Dreien kaute auf einem Strohhalm herum. Er war sehr groß und schlank. Sein breites Kinn und die große Nase passten nicht zusammen. Die Augen waren zu weit auseinander, so dass das ganze Gesicht unsymmetrisch wirkte. Sein Hemd war Kragenlos, durchlöchert und dreckig.
Rechts und links trug er jeweils einen schweren Colt mit Elfenbeingriffen.
Die beiden anderen Kerle sahen einander gleich aus. Die Zwillinge hatten rotes Haar. Rötliche Bartstoppeln und grün schimmernde Augen zeugten von Schottischer Herkunft. Auch sie waren Beide dreckig und zerlumpt. Man konnte sie nur an der Narbe unterscheiden, die einer der Beiden an der rechten Wange hatte. Eine Tiefe rote Furche ging vom Auge runter bis zum Mundwinkel.
Ihre Revolver steckten im Hosenbund. Brady der Große wischte sich mit dem Handrücken die triefende Nase. „ Na, hab ich es euch nicht gesagt. Da sind die Gewehre.“ Seine Augen funkelten wie bei einem Kind vor einem Weihnachtsbaum. Die Zwillinge Barko und Ted grinsten. Ted spuckte in den Sand und sagte.“ Ich hasse Sternträger. Ihr besorgt euch die Gewehre, und ich erledige dieses Marshallschwein.“
Er wollte schon auf die Straße gehen, doch Brady hielt ihn am Arm fest.“ Warte. Da kommt er doch gerade. Warum sollten wir hier einen Aufstand machen und den Sternschlepper erschießen. Der Boss sagte, dass wir die Gewehre so unauffällig wie möglich aus der Stadt bringen sollen. Du kannst dich später immer noch an dem Marshall auslassen. Barko, du führst die Gäule hinter das Büro, und kommst dann durch die Hintertür rein. Bring aber die Säcke für die Gewehre mit. Da, er fährt mit dem Wagen weg. Das ist unsere Chance.“
„ Aber der Andere, der sitzt noch im Office.“
„ Mit dem werden wir schon fertig. Los kommt“ Die zwei Banditen überquerten die Straße. Sie drehten sich noch einmal vor der Bürotür um. Niemand war zu sehen. Die paar Menschen in der Straße standen oben beim Store und zwei Frauen unterhielten sich vor der Bank. Niemand sah die zwei Männer ins Office gehen. Auch Nick nicht. Denn er war im Laden von Mister Thomson um etwas Kaffeepulver zu kaufen.
Jett saß hinterm Schreibtisch. Er sortierte gerade die Briefe und Blätter als die Tür aufsprang.
Die zwei Banditen kamen mit gezogenen Revolvern auf ihm zu. Beide trugen ihre Halstücher vor Mund und Nase. Langsam hob Jett den Kopf und Blickte in die Mündung eines Revolvers.
„ los. Aufstehen.“ Befahl eine tiefe Männerstimme. „ Wo sind sie?“ Barko schaute sich im Office um.
Jett Armstrong stand auf. Er stützte die Hände auf den Tisch. Fragend beobachtete er die beiden Eindringlinge ganz genau.“ Was sucht ihr denn?“ Sein Herz pochte und Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn. Aber er blieb nach außen hin ruhig.



Brady wurde wütend. Er hatte noch nie geduld gehabt. Mit einem Satz war er um den Schreibtisch herum und packte Jett am Kragen. Dies geschah so schnell das Jett gar nicht mehr reagieren konnte. Brady stieß Armstrong mit einem Ruck zur Wand. Er krallte seine Finger so feste in den Kragen, das Jett spürte wie sich die Fingernägel in die Haut am Hals bohrten. Ted blieb neben dem Fenster stehen. Immer wieder schaute er hinaus ob niemand sich dem Office näherte. Sein Zwillingsbruder Barko kam in diesem Moment durch die hintere Tür rein. „ Verdammt was macht ihr so lange hier? Der Marshall kann jeden Moment zurückkommen.“ „Ich weiß:“ Schrie Brady ihn an. „ Aber der Kerl sagt uns nicht wo die Gewehre sind.“ Barko ging zur Holztüre die zu den Zellen führte und trat sie auf. Mit einem lauten Knall flog diese gegen die Gitterstäbe der ersten Zelle. „Da habt ihr sie, ihr Idioten. Drei so riesige Kisten kann man doch nicht so einfach verstecken.“ Jetzt sprang Ted nach vorne und riss seinem Bruder die Säcke aus der Hand. „ Gib schon her. Beeilen wir uns.“
Jett konnte nichts dagegen tun. Brady hielt ihm den Revolver an die Schläfe. Fieberhaft überlegte Armstrong wie er gegen die Drei vorzugehen plante. Aber noch bevor er seine Gedanken beenden konnte spürte er einen dumpfen Schlag im Nacken. Brady schlug ihn mit dem Revolvergriff nieder. Wie eine fadenlose Marionette sank Jett zu Boden. Erst verschleierte sich sein Blick, dann umgab ihn tiefe Dunkelheit. Die drei Banditen hebelten die Kisten nach einander auf. In Windeseile wurden die Gewehre in die Säcke gesteckt. Beim verlassen des Büros schaute Ted noch einmal zum Fenster raus. „ Alles still da draußen. Lasst uns abhauen!“ Sie verschwanden durch die Hintertür. Niemand hatte etwas gehört oder gesehen.
Etwa zehn Minuten später verabschiedete sich Marshall Ryder von Mister Thomson. Er verließ den Store und ging zurück zum Office. Als Nick die Tür zu seinem Büro öffnete sah er Jett am Boden liegen. Für einen Moment blieb er wie angewurzelt stehen, dann kniete er sich langsam neben seinen Freund. Er drehte ihn auf den Rücken und legte eine Hand auf Jetts Bauch. Nick atmete erleichtert auf als er spürte das Jett noch Atmete. „ Jett! Hey Junge. Komm zu dir.“ Marshall Ryder hob den schweren Oberkörper seines Freundes an und brachte ihn in sitzende Stellung. Da schlug Jett die Augen auf. Er erkannte sofort die Konturen des Marshalls. Als Jett sich erheben wollte zuckte ein stechender Schmerz durch seinen Nacken. Er rieb sich mit der rechten Hand die schmerzende Stelle und Fragte.“ Was ist passiert?“ Nick half ihm beim Aufstehen. Mit seinem Fuß zog er den Stuhl heran um Armstrong darauf zu setzen. „ Das wollte ich dich gerade fragen.“
„ Die Gewehre“, sagte Jett und rieb sich mit beiden Händen durchs Gesicht. „ Sie haben die Gewehre geklaut und mich niedergeschlagen.“
„ Wer?“
„ Ich kannte sie nicht. Es waren drei Männer. Sie hatten zwar ihre Tücher vorm Gesicht, aber trotzdem konnte ich erkennen, dass zwei von ihnen sich sehr ähnlich waren. Bestimmt waren sie Brüder.“
Nick sah sich im Jail um. Tatsächlich waren alle drei Kisten aufgebrochen und die Gewehre entwendet worden.
Schwankend ging Armstrong zur Zellentür. Gebannt schaute er auf die leeren Kisten. Sein Kopf schmerzte fürchterlich. Er ließ sich matt auf eine der Pritschen sinken. „ So ein Mist. Ich hätte sie aufhalten sollen.“ Seufzte er.
Nick blieb bei der Zellentür stehen. Er lehnte sich gegen die Gitterstäbe. Besorgt sah er seinen Freund an.“ Dich trifft keine Schuld. Die waren zu dritt. Ich bin froh das dir nichts weiter passiert ist. Komm, wir trinken erst mal einen Kaffee, und danach nimmst du einen guten schluck Whiskey und legst dich ein paar Stunden aufs Ohr.“

Nach dem Kaffee und dem versprochenem Whiskey ging es Jett schon bedeutend besser. Er erzählte in aller Genauigkeit wie sich der Überfall abspielte. Nick saß auf der Schreibtischkante. Er rieb sich gedankenvoll das Kinn.
„ Na gut Jett. Ich werde mich mal weiter umhören. Bis gleich.“ Er stand auf und wollte gerade zur Tür hinaus als er mit Miss Smith zusammen stieß.
Erschrocken blickte die junge Dame den Marshall an, der sich in höflicher Form entschuldigte und ihr den Vortritt ließ.
„ Guten Tag Marshall. Ist Mister Armstrong bei ihnen im Office?“
Nick nahm seinen Hut vom Kopf. Er sah sie lächelnd an und antwortete.
„ Ja. Er ist da.“ Dabei fiel sein Blick auf den Korb den Miss Smith in ihrer Armbeuge trug. Er war mit einem rot-weißem Tuch abgedeckt, und es roch nach gebratenem Huhn.
Mary Smith bedankte sich und schob sich an dem Marshall vorbei ins Office.
„ Ein gebratenes Hühnchen von Mary Smith. Das wird Jett wieder auf die Beine bringen.“ Dachte Nick.
Nach endlosen Stunden erfolgloser Fragerei, ob jemand etwas gesehen habe, ging Ryder zum Grundbuchbüro von Mister Forrest. Hier arbeitete Carol-Ann. Die erste Frau, die Nick nach Jahren der Ermordung seiner Familie, wieder Zuneigung schenkte. Durch ihren sanften Scharm und dem unbeschwerten Lächeln half sie Nick, das die Wunden der grausamen Erinnerung langsam heilten.
Als Ryder eintrat stand Mary vor dem Aktenschrank und sortierte Blätter ein. Freudig überrascht strahlte sie ihn an.
„ Hallo Nick. Du siehst abgespannt aus. Gab es viel zu tun?“
Ryder setzte sich wortlos auf eine kleine Bank am Fenster dann erst antwortete er.
„ Nein es gab nicht viel zu tun, es wird noch viel zu tun geben.“
„ Probleme?“
„ Ja. Drei Männer haben heute Vormittag eine Lieferung Gewehre aus meinem Office gestohlen. Es waren drei Kisten mit jeweils sechs Winchester Gewehre. Wenn die in falsche Hände gelangen ist der Teufel los.“
Mary sah besorgt zu ihm rüber.
„ Aber drei Kisten sind doch sehr schwer. Irgendjemand muss doch einen Wagen gesehen haben der beladen wurde. Es war doch am helllichten Tag.“
„ Jett sagte mir das sie die Gewehre in Säcken verteilten. Einen Sack kann man locker mit einem Pferd transportieren.“ Plötzlich sprang Nick von der Bank. Er gab Mary einen schnellen Kuss auf die Wange und Riss die Tür auf. Noch im hinausstürmen rief er.
„ Mary du bist ein Goldstück. Wie konnte ich das nur vergessen?“
Fragend sah sie ihm nach, bekam aber keine Antwort mehr. Nick war schon aus ihrem Blickwinkel verschwunden.
Er rannte zurück ins Office. Niemand war da. Nur der Geruch vom gebratenen Huhn lag noch in der Luft. Durch diesen Duft fing sein Magen an zu knurren. Nick sah auf die Wanduhr. Schon vierzehn Uhr. Wie so oft hatte er auch diesmal keine Zeit gefunden sein Mittagessen zu sich zu nehmen.
Er hielt die Hand auf seinen Bauch und murmelte.
„ Jetzt nicht. Hör auf zu knurren du musst noch was warten. Erst muss ich Lex finden.“
Die Sonne strahlte erbarmungslos heiß vom Himmel. Im Saloon war zu dieser frühen Nachmittagsstunde wie immer wenig los. Nick öffnete die Flügel der Schwingarmtür. Mit einem Blick hatte er gesehen dass sein Deputy sich nicht im Saloon befindet. Er wollte sich gerade umdrehen als George der Keeper ihm zurief.
„ Guten Tag Marshall. Suchen sie jemanden?“
„ Ja. Haben sie Deputy Cooper gesehen?“ George wischte über das Thekenblech. Ohne auf zu schauen sagte er.
„ Ja. Er hat sie auch schon hier gesucht. Habe aber keine Ahnung wo er jetzt steckt.“
Dankend tippte Nick an seinem Hutrand. Beim hinausgehen sah er Lex Cooper gerade im Office verschwinden. Schnell rannte Ryder über die breite Mainstreet bis zum Büro. Die Tür stand offen und Lex saß schon hinterm Schreibtisch um seinen Bericht zu verfassen. Als sich ein Schatten über seinem Blatt Papier legte, schaute er auf und sah Nick in der Tür stehen.
„ Marshall! Ich hab dich gesucht. Also ich war bei der Mühle. Es wurden drei Säcke voll Mehl entwendet. Das Beste kommt jetzt: Das Mehl wurde nicht weit von der Mühle entfernt einfach ausgeschüttet. Verstehst du das? Da klaut jemand gutes Mehl um es dann wegzuschütten.“
„ Sonst hast du keinerlei Spuren entdeckt?“
„ Nein. Aber du weißt ja das ich kein guter Fährtensucher bin.“
„ Ja. Danke Lex. Schreibe dein Bericht fertig dann kannst du dir für den Rest des Tages Freinehmen. Ich werde erst mal was essen gehen in Sue`s Restaurant.“ Freudestrahlend machte sich Cooper an die Arbeit.

Auf dem Weg zum verspäteten Mittagessen hörte Nick hinter sich die Postkutsche anrumpeln. Vier verschwitzte Pferde stemmten ihre Hufe in den Staub um die Kutsche zum stehen zu bringen. Der Kutscher hielt die Zügel fest in den Händen bis das Gefährt still stand. Er zog die Bremse an, stieg vom Bock herunter und öffnete die Tür des Wagens. Laut rief er, „ Cutter. Meine Damen und Herren. Eine Stunde Aufenthalt.!“ Eine ältere Dame in einem hoch geknöpften schwarzen Kleid und zwei Männer stiegen aus. Einer der Männer war Mister Benton. Er schlug sich den Staub aus seiner grauen Hose und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Seine dunkelblonden Locken waren unter seinem Hut platt gedrückt. Nick ging auf ihm zu. Er reichte dem Reisenden die Hand, und sagte.
„ Ich hoffe sie hatten eine angenehme Fahrt.“
„ Was soll an einer Kutschfahrt durch die Hitze der Prärie angenehm sein! Ich kann die Menschen einfach nicht verstehen die freiwillig hier in dieser Gegend leben.“ Erst jetzt löste er den Händedruck. Sofort holte Benton ein Taschentuch hervor und säuberte damit seine Hand.
Nick sah ihm tief in die Augen. Dieser Mann war ihm schon unsympathisch. Er hatte tiefe Falten im Gesicht und sah aus als wäre er weit über sechzig Jahre. Doch die straffere Haut seiner Hände deutete auf einen jüngeren Mann hin.
Benton hielt eine Aktentasche unter dem linken Arm geklemmt. Er schaute sich nach allen Richtungen um und sagte schließlich.
„ Kommen wir gleich zur Sache. Ich möchte die drei Kisten sehen.“
Erstaunt fragte Nick.
„ Möchten sie sich nicht erst einmal frisch machen? Wir haben ein gutes Hotel hier in Cutter. Sie können sich dort waschen und vielleicht auch erst mal was essen.“
„ Nein, nein. Wo sind die Gewehre?“ Ryder kam das alles etwas merkwürdig vor. Erst spielt er hier den feinen Saubermann, wischt sogar seine Hand ab nach dem Gruß und jetzt will er sich nicht einmal waschen gehen. Seufzend meinte Nick.
„ Ok. gehen wir in mein Office. Es gibt dort noch einiges zu klären.“
Zusammen betraten sie das Bureau. Nick führte seinen Gast zu den Zellen, mit einer Handgeste wies er auf die aufgebrochenen Kisten hin. Er beobachtete dabei genau die Reaktion des Mannes der wie gebannt in die Leere starrte.
Benton deutete mit dem Zeigefinger auf die Holzkisten. Stotternd fragte er.
„ Was ist das? Das soll wohl ein Scherz sein. Wo sind die Gewehre?“
Nick zog die Schultern hoch und ließ sie langsam wieder sinken.
„ Tut mir leid Mister Benton, aber man ist heute Mittag in mein Office eingebrochen. Ich werde mich selbstverständlich um alles kümmern.“
Benton zog die Augenbrauen zusammen. Eine tiefe Falte bildete sich auf seiner Stirn. Er hielt die Luft an bis sich sein Gesicht von rasa in rot verfärbte. Dann platzte er heraus.
„ Marshall Ryder. Ich habe die Gewähre nach Cutter gesendet weil man mir gesagt hatte, dass hier der beste Sternträger des weiten Westens wäre. Man hat sie mir Empfohlen. Was soll ich denn nun dem General erklären wo seine Gewehre sind? Sie haben noch Zeit bis Heute Abend acht Uhr, wenn bis dahin die Wertvolle Fracht nicht wieder hier ist, mache ich sie fertig. Sie können ihren Stern ablegen. Sie werden nie wieder einen Job finden. Haben sie das verstanden?“
Nick stand ruhig und gelassen an der Zellenwand gelehnt. Sein Gesicht war nun wie aus Stein gehauen als er langsam auf Benton zuging. Er sah ihm direkt in die Augen und beobachtete jeden Gesichtszug an dem Mann. Ihm entging nicht das nervöse zucken im Kiefermuskel.
Benton konnte diesem Blick nicht standhalten. Er senkte den Kopf und sah auf seine, von Staub bedeckte Stiefelspitzen.
Jetzt erst redete Nick in einem tiefen ernsten Tonfall.
„ Hören sie Mister. Ich lass mich nicht gerne bedrohen. Wenn sie hier den großen Mann spielen wollen, dann steigen sie lieber gleich wieder in die Overland Kutsche und verschwinden aus der Stadt. Ich sagte ihnen schon dass ich mich darum kümmere.
Und jetzt sollten sie besser mein Office verlassen. Wenn es etwas Neues gibt lasse ich es sie wissen. Guten Tag!“ Ryder ging zum Schreibtisch um sich dort auf seinen Stuhl zu setzen und den Bericht über den Diebstahl zu verfassen.
Wütend kam Mister Benton auf den Marshall zu. Als er ihn ansah, traute er sich aber nicht noch etwas zu sagen. Er starrte nur auf den in schwarz gekleideten Mann, der ihn sehr selbstbewusst in die Augen sah. Ohne ein Wort verließ Benton das Büro. Er schlug die Tür aber so heftig zu, dass die Fensterscheibe vibrierte.
An diesem Tag waren noch einige Fälle zu klären. Eine eingeworfene Fensterscheibe bei John Hiller, geklaute Äpfel aus dem Generalstore, betrunkene Randalierer im Saloon und eine gestohlene Brieftasche eines Hotelgastes. Es war zwei Uhr Morgens.
Nick war über seine Berichte eingeschlafen, als er aufschreckte und seinen Revolver blitzschnell in der Hand hielt. Die Officetür flog auf und eine junge Frau von etwa dreiundzwanzig Jahren kam Schluchzend und völlig aufgelöst auf ihm zu. Nick sprang vom Stuhl, er schaffte es gerade noch rechtzeitig um den Tisch herum um sie Aufzufangen. Eine leichte Ohnmacht überfiel die Junge Frau. Sie sank in Ryders Arme. Nick legte sie auf das Bett unterm Fenster. Er nahm das Handtuch vom Hacken, machte eine Ecke davon in der Wasserschüssel nass und betupfte damit die Stirn der Ohnmächtigen. Sofort schlug sie ihre Augen auf. Als sie den Marshall erkannte wollte sie etwas sagen, aber ein neuer Weinkrampf schüttelte ihren zarten Körper. Nick bemerkte ihr zerrissenes Kleid. Die Hände waren voll Schmutz, wie auch die Knie.
„ Misses Lessing. Beruhigen sie sich erst mal, und dann sagen sie mir in aller ruhe was passiert ist.“
Tröstend hielt er ihre Hand.
„ Oh Marshall! Wir wurden überfallen. Es waren drei Männer. Gordon…..Sie haben meinen Mann umgebracht----- Erschossen. Marshall---- Sie haben----.“ Wieder brach sie in Tränen aus. Misses Lessing vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. Tränen tropften durch die Finger hindurch und bildeten kleine Wasserkreise auf dem Holzboden. Nick kniete vor ihr. Er nahm die junge Frau in den Arm und drückte sie fest an sich. Es dauerte fast fünf Minuten die sie brauchte um wieder zu sich zu kommen.
Dann erzählte sie alles was sie noch wusste.
„ Es waren drei Männer. Sie versuchten ein Pferd zu stehlen. Gordon ging hinaus. Er wollte nachsehen was da draußen für ein Lärm war. Er erwischte sie im Corral, wie sie gerade eines der Pferde einfingen. Dann fiel ein Schuss. Ich rannte zum Fenster und sah wie Gordon-----. Während Misses Lessing von den schrecklichen Ereignissen am Abend erzählte, kochte Nick einen Kaffee.
Er reichte Ihr eine Tasse heiß dampfenden wohlriechenden Kaffee und fragte.
„ Wie sind sie bis hier her gekommen? Haben die Männer sie nicht gesehen?“
Die Frau nahm einen Schluck und verzog das Gesicht. Nick sah sie lächelnd an.“ Ich habe mir erlaubt einen kleinen schluck Whiskey dazu zu mischen. Er wird ihnen gut tun.“
„ Danke Marshall. Ich bin bis hier gelaufen. Die ganze Nacht durch. Als ich am Fenster stand, sah ich wie die drei auf unser Haus zu kamen, da bin ich durch die Hintertür raus und einfach losgerannt.“
„ Sie sind den ganzen weiten Weg bis hier her gelaufen?“
„ Ja. Ich hatte so furchtbare Angst. Was soll ich jetzt tun? Und Gordon—oh nein. Marshall helfen sie mir!“ flehend, voller Hoffnung sahen ihre vertränten Augen den Marshall an.
„ Kommen sie. Ich bringe sie erst mal zu Peggy-Sue. Dort sind sie gut aufgehoben. Ich reite hinaus zur Ranch und sehe mich da mal um.“
„ Aber ich kann mir kein Hotelzimmer leisten.“
„ Das geht schon in Ordnung. Machen sie sich darum keine Sorgen.“
Nick brachte Misses Lessing zu Peggy-Sue in ihr Hotel. Peggy war sofort bereit sich um die Hilfsbedürftige Frau zu kümmern. Er selber ging dann rüber in Murphys Mietstall, sattelte sein Pferd und machte sich auf dem Weg zur Lessing-Ranch.

Fünf Meilen Östlich von Cutter war die Pferdezucht von Mister und Misses Lessing. Dort bekam man die besten Pferde weit und breit. Gordon war stolz auf seine Zucht und stets bemüht Stall und Wiese in einwandfreiem Zustand zu halten. Die Koppel war mit einem Zaun umgeben und in zwei gleich große Wiesen aufgeteilt, so dass die Pferde stets frisches Gras hatten. Der Stall war so groß das er sogar das Wohnhaus überragte. Als Nick sich der Farm näherte sah er schon von weitem den durchbrochenen Zaun und die fehlenden Pferde, die sonst zu dutzenden auf der Weide grasten.

Es war eine klare Mondnacht. In so milden Nächten brachte der Rancher die Tiere nicht bei Dunkelheit in den Stall. Nick stieg vom Pferd ab. Er streichelte sanft den Hals des Tieres und flüsterte ihm ins Ohr.
„ Du bleibst hier Lady bis ich dich rufe.“
Er schlich sich am Zaun vorbei bis zum Brunnen, der auf dem Platz zwischen Wohnhaus und Scheune stand. Dort lag Gordon Lessing. Mit dem Gesicht im Sand, Arme und Beine von sich gestreckt. Ryder kniete sich neben ihm. So wie er es immer bei Doktor Braun gesehen hatte, fühlte er mit zwei Fingern am Hals den Puls. Er war sehr schwach zu spüren, aber Mister Lessing lebte noch.
Vorsichtig drehte er den Verletzten auf den Rücken. Blut durchtränkte das Hemd und hinterließ einen großen roten Fleck auf der rechten Brustseite.
„ Halt durch Gordon. Ich bringe dich zum Doc. Aber erst mal muss ich dich verbinden damit du nicht noch mehr Blut verlierst.“ Ryder rannte ins Haus. Irgendwo hier mussten doch frische Tücher oder Laken sein aus denen man Binden schneiden kann. Nick durchsuchte die Küche. In einer Ecke stand ein Nähkästchen und daneben lagen Stoffreste. Er griff sich ein weißes Stück Stoff. Gerade als er das Haus verlassen wollte hörte er im Nebenzimmer ein Geräusch. Mit dem Revolver in der Hand öffnete der Marshall die Schlafzimmertür. Er war noch nicht ganz im Zimmer, da sah er im letzten Moment einen Schatten am Fenster. Der Schuss durch die Glasscheibe und der Hechtsprung von Nick kamen fast gleichzeitig. Nick lag neben dem Bett auf dem Boden. Ein Ärmel seines Hemdes war aufgerissen.
„ Verdammt!“ fluchte Ryder. Er sah sich die Wunde am Oberarm an. Es war nur eine Schramme.
Das Holz war gesplittert und hatte seinen Ärmel aufgerissen. Am Rahmen der Schlafzimmertür hing ein Stück Stoff seines Hemdes.
Trotz der großen Ungewissheit, wo sich der Schütze im Moment aufhielt, blieb dem Marshall keine Wahl. Irgendwie musste er da raus. Nick robbte über dem Boden bis zum Fenster. Er riskierte nur keinen Blick hinaus. Nur den Hut hob er in Sichthöhe. Schon fiel ein zweiter Schuss. Die Kugel bohrte sich in die Kommode an der gegenüberliegenden Wand. Holzsplitter flogen davon. Nun zierte ein hässliches Loch das schöne alte Möbelstück. Dann erklangen Pferdehufe. Nick sprang hoch, warf sich aus dem Fenster um gleich danach hinter einen Stapel Holz zu Springen. Der Fremde mit dem Colt war auf seinem Pferd geflüchtet. Zum verfolgen blieb keine Zeit, da der Verletzte so schnell wie möglich in die Stadt zum Arzt musste. Im Stall fand er den kleinen Wagen der Lessings. Nachdem er Gordon verbunden und Lady vor den Wagen angespannt hatte, legte er den verwundeten vorsichtig unter die Plane. Er wollte gerade aufsteigen als er aus dem Augenwinkel das Gewehr am Brunnen sah. Marshall Ryder nahm das Winchester Gewehr in die Hand. Erstaunt untersuchte er die Waffe.
„ Das ist doch ein nagelneues Gewehr aus einer der Kisten!“ dachte Nick. Mit schnellem Schritt lief er zum Wagen, schwang sich auf den Kutschbock und ließ Lady los galoppieren.
Das die Lessing Ranch überfallen wurde sprach sich trotz der frühen Morgenstunde in Windeseile in Cutter herum. Misses Lessing saß bei Peggy-Sue in der Küche. Ihre Hände zitterten, aber der heiße Kaffee tat ihr gut. Auch Carol-Ann war anwesend. Sie lächelte freundlich und beruhigte die junge Frau.
„ Machen sie sich keine Sorgen. Nick wird die Banditen schon fassen.“
Jett Armstrong und Mary Smith standen im Flur. Durch die offen stehende Küchentür konnten sie alles mit ansehen. Unbewusst griff Mary nach Jett`s Hand.
„ Sie sagte, dass es drei Männer waren. Marshall Ryder ist ganz allein da draußen. Hoffentlich passiert ihm nichts!“ sagte Mary und drückte die Hand fester zu.
Plötzlich wurde die Flurtür aufgerissen. Ein kleiner verschmutzter Junge rief in den Gang.
„ Er ist da. Der Marshall ist wieder da!“
Sofort rannten alle auf die Straße. Der Wagen mit der eingespannten Stute des Marshalls stand vor Doktor Browns Haus. Misses Lessing rannte auf Nick zu, der gerade aus dem Haus kam.
Ryder blieb vor ihr stehen. In seinen Mundwinkeln sah sie ein kleines Lächeln. Ihr Herz fing an zu rasen und ihre Lippen zitterten. Nur ein Wort kam aus ihrer Kehle.“ Gordon!“
Nick schaute in ihre Augen.
„ Gehen sie zu ihm. Doktor Brown wird gleich die Kugel ziehen. Er ist sich sicher das Gordon durch kommt.“ Sie wusste nicht was sie darauf sagen sollte. Tränen der Freude rollten die Wangen runter. Dann lief sie ins Haus des Doktors.
Carol-Ann sah den aufgerissenen Ärmel. Nick spürte ihren Blick und noch bevor sie etwas sagen konnte sprach er.
„ Es ist nur ein Kratzer. Ich muss sofort wieder los, solange die Spur noch frisch ist.“
Während er Lady von dem Wagen befreite und seinen Sattel befes



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