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Prosa => Krimi


Liz de Morgan - Mörderische Botschaft (1) - von Lollipopp, 31.05.2006

 

Mörderische

 

Botschaft

 

Liz

Hauk

  

 

„Heb die Couch höher Liz", schrie Celine ihrer besten Freundin zu, und ächzte laut und deutlich. „Ich heb sie doch schon so hoch ich kann. Sie hängt irgendwo!" Laut fluchend ließ Celine ihre Couch auf die Treppe fallen. „Ich habe keine Lust mehr. Wie bin ich nur auf die Idee gekommen umzuziehen?"

Jetzt ließ auch Liz die Couch los, und sah ihre Freundin wütend an. „Das weiß ich allerdings auch nicht! Ich habe ja nur tagelang auf dich eingeredet, dass du nicht umziehen sollst. Wieso hast du Greg nicht einfach aus deiner Wohnung verbannt? Aber nein, du musstest ja selber ausziehen nach dem ihr euch getrennt habt." „Wieso habe ich nur nicht auf dich gehört? Jetzt bereue ich es auch. Alleine schaffen wir die Couch aber auch nicht in den vierten Stock. Was machen wir denn nur?" Liz seufzte, denn sie war wirklich nicht schwach. Schließlich ging sie ja nicht umsonst ins Fitness-Studio. Aber in diesem Fall musste auch sie passen. „Ich weiß auch nicht," meinte sie nur, und kratzte sich am Kopf. Dann brauste sie auch schon wieder auf. „Wo ist eigentlich dein Bruder, die Flasche? Er hat doch hoch und heilig versprochen, dass er uns hilft."

Celine seufzte, und stand wieder auf. „Ich weiß es nicht. Normalerweise würde er mich nicht so hängen lassen. Er ist doch Journalist, und da kommt es oft vor, dass er überraschend weg muss. Aber normalerweise ruft er dann an." „Mach dir um ihn mal keine Sorgen. Er ist als genug, um auf sich selbst aufzupassen. Aber ich mache mir Sorgen um den Film heute Abend. Wie ich sehe hast du im Treppenhaus keinen Kabelanschluss."

Celine warf Liz einen strafenden Blick zu. „Mach dich ja nicht lustig über mich. Pack endlich mit an, damit wir dieses Ungetüm nach oben bekommen."

„Ich kann immer noch nicht verstehen, wie du in den vierten Stock ziehen konntest." Celine gab keine Antwort, und hob die Couch wieder hoch. Auch Liz ging seufzend wieder ans Werk. Sie hatten ja nur noch drei Stockwerke vor sich.

 

 

 

„Kann ich bitte einmal mit Liz de Morgan sprechen?"

Celine sah den Mann an der Türe argwöhnisch an. Niemand kannte ihre neue Adresse. Außerdem hatte Liz ihre eigene Wohnung in einer anderen Stadt. Woher also sollte der Fremde wissen, dass Liz die Nacht nach dem Umzug bei ihr schlafen würde. „Wer will denn mit ihr sprechen?"

„Mein Name tut nichts zur Sache. Ich habe auch nur ein Päckchen abzugeben." Celine schloss die Türe, und ging in das mit Kartons zugestellte Wohnzimmer. Hart rüttelte sie Liz an den Schultern. „Wach sofort auf!"

Liz öffnete die Augen, und sah Celine an, als würde sie sie nicht kennen. „Was ist denn los?" „Wem hast du meine neue Adresse gegeben?"

Liz setzte sich auf, und sah sie fassungslos an. „Ich habe deine Adresse niemandem gegeben." „Ach ja? Wie kommt es dann, dass jemand vor meiner Türe steht, der nicht einmal seinen Namen nennen will? Er will aber mit dir sprechen." Liz sah sie ein wenig dümmlich an, und stand auf. „Und er wollte seinen Namen nicht nennen?" Celine schüttelte den Kopf. „Ich habe wirklich niemandem deine neue Adresse gegeben. Wer auch immer das ist, ich kenne ihn nicht." „Was soll das bedeuten?" Liz zuckte mit den Schultern. Leise schlich sie zur Türe, und schaute durch den Spion. „Denn kenne ich nicht. Hat er denn nicht gesagt was er will?" „Er sagte nur, dass er dir etwas geben muss." Liz drehte sich wieder zur Türe um, legte die Kette vor, und öffnete sie einen Spalt. „Was wollen sie von mir?" „Sind sie Liz de Morgan?" „Wer will das wissen?" „Das darf ich ihnen nicht sagen, aber ein gemeinsamer Freund hat mich gebeten ihnen das zu geben, sollte er sich zwei Tage nicht bei mir melden. Ich musste es sorgfältig unter Verschluss halten. Ich weiß selbst nicht, was das alles zu bedeuten hat. Aber es klang so dringend, dass ich mich daran hielt." „Um wen geht es denn?", fragte Liz jetzt doch ein wenig neugierig. „Können wir nicht drinnen reden?", fragte der Kerl jetzt, und sah sich ein wenig gehetzt um. Liz war gar nicht wohl zu Mute, und Celine winkte hektisch ab. Auch Liz war klar, dass sie nicht einfach einen Wildfremden herein lassen konnte. Wer wusste denn, welche Absichten er hatte. „Hören sie junger Mann", sagte Liz energisch. „So lange sie mir nicht sagen wer sie sind, und was sie wollen, werde ich sie nicht hier herein lassen." Der Mann seufzte, und flüsterte leise: „Ich heiße Marc Blair, und es geht um Jamie Clanton." Liz klappte der Unterkiefer herunter. „Celine, er sagte, dass es um deinen Bruder geht." Celine hatte das auch gehört, und schnell schloss sie die Wohnungstüre, damit sie die Kette entfernen konnte. „Kommen sie herein." Schnell schlüpfte Marc in Celines Wohnung. Erleichtert ließ er sich gegen die geschlossene Türe fallen.

Celine bereute es schon wieder, den Mann unüberlegt herein gelassen zu haben. Was, wenn das eine Lüge war? Aber jetzt war es ja sowieso schon zu spät. Liz schien auch Bedenken zu haben. „Eines möchte ich schon wissen. Ich kenne Jamie Clanton nicht persönlich. Ich weiß nur, dass das der Bruder meiner Freundin Celine ist." Mit einem Kopfnicken deutete Liz auf Celine, und redete weiter: „Wieso willst du mich sprechen? Ich habe nichts mit ihm zu tun. Außerdem würde mich interessieren, wie du an diese Adresse gekommen bist." „Jamie ist ein guter Freund von mir. Wir haben uns vor zwei Tagen getroffen, und er hat mir dieses Päckchen überreicht. Er scheint in sehr großen Schwierigkeiten zu stecken, aber er wollte mir nicht sagen was los ist. Dann gab er mir noch diesen Brief hier. Ich sollte ihn lesen, und die Anweisungen befolgen, wenn er sich nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gemeldet hat. Das war gestern um zehn Uhr." Er reichte Liz den Brief. Sie nahm ihn langsam an sich. Etwas hilfesuchend sah sie zu Celine, die sich allerdings nicht vom Fleck rührte. Sollte Jamie wirklich wieder einmal in Schwierigkeiten stecken, dann wollte Liz nichts damit zu tun haben. Als Celine allerdings immer noch keine Anstalten machte, den Brief zu öffnen, faltete Liz das Blatt Papier selbst auseinander:

 

Hallo Marc,

 

wenn Du diesen Brief liest, dann stecke ich wahrscheinlich schon in großen Schwierigkeiten. Ich wollte Dir nicht eher erzählen was los ist, weil ich Dich nicht beunruhigen wollte. Auch jetzt möchte ich dich nicht allzu sehr in diese Geschichte hineinziehen. Ich möchte Dich nur bitten, dieses Päckchen an die Freundin meiner Schwester weiter zu leiten. Außerdem musst Du mir den Gefallen tun, mit niemandem darüber zu reden. Auch nicht mit der Polizei! Wenn Du das erledigt hast, dann hast Du schon sehr viel für mich getan. Vielleicht hast Du mir damit auch schon das Leben gerettet. Ich hoffe, Du bekommst keine Schwierigkeiten, und wir sehen uns bald wieder.

Vielen Dank für Deine Hilfe

 

Jamie

 

PS: Die Adresse meiner Schwester ist 332 Millroad, Ecke Saltonavenue in Kissimmee. Du wirst Liz dort finden, weil sie meiner Schwester beim Umzug hilft. Aber verrate die Adresse niemandem!!!

 

Liz ließ den Brief sinken, und sah Marc und Celine fragend an. Marc zog ein Päckchen aus der Tasche, und überreichte es Liz. Sie zögerte einen Augenblick, dann nahm sie es entschlossen an sich. Mit zittrigen Fingern öffnete sie es, und zog eine Diskette heraus. Endlich kam jetzt auch Celine näher. Sie war ziemlich blass, und sah aus, als würde sie gleich in Ohnmacht fallen. Sollte Jamie wirklich in Schwierigkeiten stecken, dann konnte sie sich vorstellen, warum er sich nicht an seine Schwester gewandt hatte. Aber warum ausgerechnet sie, Liz? Sie kannte Jamie doch nicht einmal persönlich. Sie konnte sich daran erinnern, dass sie schon ein paar Mal mit ihm telefoniert hatte, aber das war es auch schon. Jamie war immer zu beschäftigt gewesen, um sich näher mit ihr abzugeben. Doch jetzt wo er in Schwierigkeiten steckt, da wandte er sich an sie. Wieso nur? „Wo hast du denn dein Laptop?" Liz sah Celine verwirrt an, dann schien sie endlich einen klaren Gedanken fassen zu können. Sie kramte irgendwo zwischen den Umzugskartons herum, und fand es endlich. Schnell schloss sie es an, und legte die Diskette ein. Als erstes kam ein Brief von Jamie für sie zum Vorschein:

 

Hallo Liz,

 

ich weiß, dass Du die Umstände unter denen Du den Brief bekommst, ziemlich mysteriös finden musst. Außerdem wirst Du Dich sicherlich fragen, warum ich mich ausgerechnet an Dich wende. Das erkläre ich Dir alles auf der Diskette. Vorne weg möchte ich Dich nur ganz dringlich bitten, mit niemandem über das zu sprechen, was Du gleich erführst. Auch nicht mit der Polizei, und schon gar nicht mit dem FBI. Traue niemandem, außer Celine und Marc. Tu mir nur einen Gefallen, und ziehe Celine nicht zu sehr mit hinein. Sie ist nicht stark genug, um diese Sache durchzustehen. Deswegen wende ich mich ja auch an Dich. Obwohl ich Dich nicht kenne, weiß ich doch genug aus Celines Erzählungen, um zu wissen, dass Du mir helfen kannst. Du fragst Dich jetzt sicher, wie Du mir helfen kannst, aber erst muss ich Dir noch erklären, worum es geht. Bei meinem Beruf als Journalist ist es meine Pflicht neugierig zu sein. Diesmal bin ich allerdings einen Schritt zu weit gegangen. Meine Neugier hat mich in eine schreckliche Lage gebracht.

Über einen Mittelsmann habe ich erfahren, dass in dem kleinen Städtchen Lanton in Schottland etwas Merkwürdiges vor sich geht. Also bin ich sofort hingeflogen. Dort habe ich mich als Tourist umgesehen. Mir kam es schon etwas seltsam vor, dass sich alle ziemlich ablehnend mir gegenüber verhielten. Um es genau zu sagen, waren die Einwohner sichtlich feindselig. Erst später habe ich festgestellt, dass sie nur Angst hatten. Meine Nachforschungen haben mich zu einem Mann Namens Jack Costello geführt. Er bewohnt ein Schloss in der Nähe von Lanton. Es heißt Costello Manor. Dort habe ich meine Nachforschungen fortgesetzt. Kurze Zeit später habe ich herausgefunden, dass Costello eine Firma besitzt. Sie heißt StelloCom. Diese Firma stellt Computerzubehör her, und versendet diese in die ganze Welt. Es dauerte nicht lange, dann bin ich dahinter gekommen, dass das alles nur Fassade ist. Mit den Computerteilen werden auch Atomwaffen und Sprengsätze in die ganze Welt verschickt. Außerdem scheint Costello auch ziemlich tief im Drogengeschäft dabei zu sein. Ich habe noch nicht herausgefunden, welches Ziel er damit verfolgt, aber das werde ich schon noch. Bevor ich wieder zurück nach Schottland fliege, habe ich diese Diskette hier erstellt. Sollte etwas in meinem Plan schief laufen, dann brauche ich noch jemanden in meiner Rückhand. Ich habe mit Marc ausgemacht, dass ich mich jeden Tag melde. Sollte er allerdings zwei Tage nichts mehr von mir hören, dann wurde ich entdeckt. Jetzt brauche ich Deine Hilfe. Ich weiß, dass Du einmal verdeckte Ermittlerin bei der Polizei warst, und dass Du diesen Beruf wegen einer Verletzung aufgeben musstest. Jetzt kannst Du noch einmal beweisen was in Dir steckt, und das ganz ohne Hilfe. Wie schon gesagt, Du darfst auf keinen Fall die Polizei, oder das FBI einschalten. Einige Leute, die dort arbeiten, stecken nämlich mit Costello unter einer Decke. Ich kann nur hoffen, dass Du mich nicht im Stich lässt, obwohl ich verstehen könnte, wenn Du Dich dieser Sache nicht gewachsen fühlst. Solltest Du Dich dennoch entschließen mir zu helfen, dann nimm Dich bitte sehr in Acht. Auf der Diskette findest Du einen Lageplan, sowie weitere Informationen zu diesem Fall. Präge Dir alles gut ein, und vernichte diese Diskette. Sprich mit niemandem darüber.

Viel Glück!

 

Jamie

 

Liz war wie vor den Kopf geschlagen. Wie konnte Jamie sie nur in solche Schwierigkeiten bringen. Sie wollte weder mit Atomwaffen noch mit Drogen etwas zu tun haben. "Nein", flüsterte sie immer noch ein wenig schockiert. „Das kann ich nicht machen. Das ist viel zu gefährlich." Celine sah sie hilfesuchend an. „Aber Liz, du kannst ihn doch nicht einfach im Stich lassen. Er vertraut dir, und braucht deine Hilfe." Liz gab keine Antwort, und Marc winkte Celine zu. „Lass sie Celine. Wenn sie sich das nicht zutraut, was ich gut verstehen kann, dann sollten wir es nicht von ihr verlangen. Jamie wird es ihr nicht verübeln. Am besten werde ich selbst versuchen etwas zu erreichen." Celine sah ihn mit tränenverschleierten Augen an. „Aber was kannst du denn schon erreichen? Liz hat zumindest Polizeierfahrung. Sie weiß, wie sie vorgehen muss. Wir können das doch beide nicht." Celine brach vollständig in Tränen aus. Marc ließ die Arme, und den Kopf sinken. Celine hatte Recht. Wenn nicht einmal Liz sich diesen Fall zutraute, was konnte er dann schon erreichen? Liz stand auf, riss fast schon hysterisch den Stecker aus der Wand und packte ihre Sachen zusammen. Schnell verabschiedete sie sich. Schon war sie weg.

Das ging alles so schnell, dass Celine sie weder zurückhalten, noch auf Wiedersehen sagen konnte. Erst als die Tür hinter ihrer Freundin ins Schloss fiel, kam Leben in sie. „Liz!", schrie sie laut, und rannte zur Türe. Eilig riss sie diese auf, und stolperte auf den Hausflur. „Liz, komm sofort zurück! Du kannst doch nicht einfach verschwinden." Schon hörte Celine die Haustüre ins Schloss fallen. Liz war tatsächlich einfach weggelaufen. Das hatte Celine noch nie erlebt. Sie war sich wohl in ihrem ganzen Leben noch nie so verlassen vorgekommen, wie in diesem Augenblick. Marc trat hinter sie auf den Flur, und sah kopfschüttelnd über das Treppengeländer hinunter. „Wo ist sie denn hin?" Celine zuckte mit den Schultern, und schlurfte langsam und deprimiert in die Wohnung zurück. Sie wusste, dass ihr Bruder dringend Hilfe benötigte, und sie konnte ihm einfach nicht helfen. Marc wusste auch nicht, was er machen sollte, und beschloss noch ein bisschen bei Celine zu bleiben. „Kann ich irgendetwas für dich tun?" „Du kannst meinem Bruder helfen." Marc schluckte. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das anstellen soll." „Dann rufen wir Liz an. Wenn sie uns schon nicht helfen will, dann kann sie uns doch wenigsten sagen, was wir tun können." Marc nickte. Auch er würde Jamie gerne helfen, aber er war sich nicht sicher, ob er nach Schottland fahren wollte um Jamie aus den Fängen dieses Verrückten zu holen. Er wusste ja noch nicht einmal, ob Jamie überhaupt noch lebte. Celine hatte den Hörer schon abgehoben, und Liz Handynummer gewählt. Liz ging nicht an das Telefon, und verzweifelt legte Celine den Hörer wieder auf. „Sie geht nicht ans Handy. Ich glaube sie weiß schon dass wir es sind, und macht das mit Absicht." Marc schüttelte den Kopf. „Nein, das glaube ich nicht. Vielleicht ist sie gerade an einer Tankstelle oder so." Celine war nicht überzeugt, aber sie behielt es für sich.

Tatsächlich hatte Liz im Auto den Atem angehalten, als das Handy klingelte. Sie wusste genau, dass das nur Celine sein konnte. Aber mit der wollte sie jetzt nicht sprechen. Sie konnte sich ihre Reaktion ja selbst nicht erklären, aber auf einmal war ihr, als würde sie in der Wohnung ersticken. Sie musste wieder an den letzten Fall ihres Lebens denken. Da hatte sie auch verdeckt ermittelt. Sie war einem Drogenring auf der Spur. Bei den Ermittlungen wurde sie allerdings so schwer verletzt, dass sie drei Monate im Koma gelegen hatte. Danach musste sie noch drei Monate im Krankenhaus bleiben. Folgen hatte sie zum Glück keine davon getragen. Sie war sogar wieder topfit, aber sie traute sich nicht zu solch einen Fall noch einmal zu übernehmen. Sie hatte Angst davor, dass ihr noch einmal versagen würde wie damals. Noch einmal würde sie bestimmt nicht so glimpflich davon kommen. Jamie tat ihr furchtbar Leid, besonders weil sie wusste, dass er sich auf sie verließ. Aber sie konnte dennoch nicht nach Schottland fliegen um ihm zu helfen. Als Liz endlich nach Hause kam, konnte sie schon die rote Lampe auf ihrem Anrufbeantworter leuchten sehen. Sie wusste, dass mindestens drei Anrufe von Celine auf dem Band sein würden. Sie hörte sie erst gar nicht ab. Sie sprang nur noch schnell unter die Dusche, und legte sich schlafen.

 

 

Liz wälzte sich unruhig in ihrem Bett hin und her. In ihrem Traum erlebte sie immer wieder, wie sie in einem dunklen Gang stand. Sie war auf der Suche nach Mr. J, dem gefährlichsten Drogenbaron dieser Zeit. Niemand wusste, wer er war. Aber sie wusste, dass sie ihm schon ziemlich nahe gekommen war. Vorsichtig tastete sie sich durch die Dunkelheit. Ein Geräusch hinter ihr ließ sie aufschrecken, und dann hörte sie ein paar Schüsse. Sie reagierte nicht schnell genug, und als sie sich auf den Boden werfen wollte war es schon viel zu spät. Sie spürte einen stechenden Schmerz in der Schulter, dicht gefolgt von einem Schmerz im rechten Bein. Dann schien alles um sie herum zu explodieren. Sie bekam gerade noch mit, dass alles um sie herum hell wurde. Dann hörte sie die vertraute Stimme ihres Vorgesetzten Chief Harris. Schon wurde alles um sie herum schwarz.

 

 

 

Schweißgebadet wachte Liz in ihrem Bett auf. Ihr Atem ging schwer, und sie tastete ihren Hinterkopf ab. Sie fühlte eine kleine Erhebung, eine Narbe, sie ihr von diesem Unfall geblieben war. Sie konnte sich daran erinnern, wie sie drei Monate später im Krankenhaus endlich wieder zu sich gekommen war. Das erste was sie sah waren viele Schläuche. Sie brauchte eine Weile, bis sie bemerkte, dass sie sich auf der Intensiv-Station befand. Dann merkte sie schon das rege Treiben, das sich um sie gebildet hatte. Sie konnte Ärzte und Schwestern wild durcheinander reden hören. Aber sie verstand nichts. Endlich fiel sie wieder in eine gnädige Ohnmacht. Lange Zeit musste sie in ein Rehabilitationszentrum, denn sie konnte noch nicht alle Gliedmaßen so bewegen wie sie wollte. Aber dank ihrer Stärke hatte sie alles wieder in den Griff bekommen.

 

Ziemlich angeschlagen stand Liz von ihrem Bett auf, und wankte ins Bad. Ein weiteres Mal an diesem Tag stellte sie sich unter die Dusche. Danach ging sie in die Küche, und machte sich einen starken Kaffee. Wieder klingelte das Telefon. Sie wusste, dass sie Celine nicht ewig ausweichen konnte. Deswegen nahm sie den Hörer ab. Aber nicht Celine war am anderen Ende, denn die hätte etwas gesagt. Liz konnte nur jemanden atmen hören. „Hallo, wer ist denn dran? Für solche Scherze habe ich nichts übrig." Als sich dennoch niemand am anderen Ende meldete, legte sie einfach auf. Wieder klingelte das Telefon. Sie ärgerte sich so sehr über den Anrufer, dass sie wieder den Anrufbeantworter einschaltete. Wieder war jemand am anderen Ende, aber niemand meldete sich. Sie stellte die Lautstärke etwas höher und lauschte. Vielleicht verriet sich der Anrufer ja durch irgendwelche Geräusche im Hintergrund. Dann hörte sie eine ganz leise Stimme. „Hast Du sie schon?" „Nein, gib mir noch ein paar Sekunden." Schlagartig wurde Liz bewusst, dass hier anscheinend jemand versuchte herauszufinden, wo sich der Anschluss zu dieser Nummer befand. So schnell wie es ihr nur möglich war, riss sie den Stecker aus der Wand. Keuchend ließ sie sich an der Wand entlang auf den Boden gleiten. Sie dachte angestrengt nach, wer ein solches Interesse verfolgen würde. Sie hatte keine Feinde. Dann fiel ihr Jamie ein. Vielleicht hatten diese Leute bereits etwas über sie herausgefunden. Jetzt konnte sie sich nicht mehr aus dem Fall heraushalten, denn sie steckte bereits mittendrin. Schnell packte sie die nötigsten Dinge zusammen, und holte ihre Ausrüstung aus dem Schrank. Dann ließ sie an jedem Fenster die Jalousie herunter. Nachdem sie alles aufs Genaueste abgesichert hatte verließ sie ihre Wohnung. Schnell hastete sie durch die Tiefgarage, und sprang in ihren Wagen. über Schleichwege fuhr sie zu Celine. Wenn diese Leute schon zu ihr gefunden hatten, wie leicht konnten sie dann Celine finden. Sie hoffte inständig, dass es Celine gut ging. Bald war sie angekommen. Sie hatte sich die ganze Fahrt über vergewissert, dass ihr niemand gefolgt war. Auch jetzt sah sie sich erst genau um, bevor sie bei Celine klingelte. Niemand meldete sich. Liz stieß ein Stoßgebet zum Himmel, und versuchte es noch einmal. Durch die Gegensprechanlage konnte sie Marc Stimme vernehmen. „Ich bin's, Liz. Lass mich schnell herein." Der Türsummer ertönte, und sie schlüpfte in den Hausflur. Im Eilschritt rannte sie in den vierten Stock, und kam ganz außer Atem oben an. Ohne die geringste Erklärung abzugeben rief sie: „Schnell Celine, pack ein paar Sachen zusammen. Wir müssen hier verschwinden." Celine sah sie verschreckt, und zugleich fragend an. „Was ist los? Hat das was mit den Anrufen zu tun?" Liz hielt inne. „Welche Anrufe?" „Hier hat ständig das Telefon geklingelt. Aber niemand hat sich gemeldet. Ich habe immer wieder gleich aufgelegt. Irgendwann wurde mir das zu blöd, und ich habe den Anrufbeantworter eingeschaltet. Schon hat das Telefon wieder geklingelt. Jemand war ziemlich lange auf dem Band, aber er hat nichts gesagt. Ich habe es gleich noch einmal abgehört." „Hast du die Aufnahme schon wieder gelöscht?" Celine schüttelte den Kopf. „Nein, ich dachte mir, dass dich das wahrscheinlich interessiert." „Spiel es ab, und stell den Anrufbeantworter so laut wie möglich." Celine gehorchte, und Liz setzte sich ganz nah an den Anrufbeantworter. Wieder konnte sie ganz leise Stimmen hören. Dann war die Leitung unterbrochen. „Hat sich der Anrufbeantworter ausgeschalten, oder haben die aufgelegt?" „Die haben aufgelegt", antwortete Celine, und sah sie fragend an. „Dann wissen sie, wo du wohnst," meinte Liz trocken. „Komm, lass uns hier verschwinden." Sie packte Celine bei der Hand, und zerrte sie aus der Wohnung. Celine wollte gerade laut rebellieren, als Liz ihr die Hand auf den Mund legte. Jemand befand sich im Treppenhaus. Als Celine das endlich auch merkte, wurde sie kalkweiß.

Leise zog Liz ihre Freundin zurück in die Wohnung. „Hast du eine Feuerleiter?" Liz Frage war nur ein leises Flüstern. Celine nickte mechanisch, und deutete auf das Fenster in der Küche. Liz zerrte sie dort hin, und öffnete das Fenster. Sie deutete Marc, der sich das alles skeptisch aus sicherer Entfernung angesehen hatte, dass er ihr folgen sollte. Vorsichtig sah Liz aus dem Fenster, und vergewisserte sich, dass niemand unten war. Schnell kletterten die drei hinaus, und liefen leise die Feuertreppe hinunter. Ungesehen kamen sie zu Liz Auto, und stiegen ein. Mit quietschenden Reifen fuhren sie davon. „Würdest du mir bitte erkläre, was hier vorgeht?" Marc saß auf dem Rücksitz, und wusste nicht was hier gespielt wurde. „Ich wollte mich ja aus dem Fall heraushalten", erklärte Liz nur lässig, denn schließlich hatte sie doch keine andere Wahl mehr. „Aber jetzt stecken wir doch schon mitten drinnen. Jetzt müssen wir da auch durch. Außerdem bin ich nicht gewillt, mich so einfach aus meiner Wohnung scheuchen zu lassen. Denen müssen wir doch das Handwerk legen." Celine nickte nur zustimmend, obwohl sie keinen blassen Schimmer hatte, wie sie das anstellen sollte, und was Liz vorhatte. „Als erstes sollten wir uns einen Platz suchen, an dem wir absteigen können. Wir müssen sorgfältig planen, was wir vorhaben." Marc konnte endlich wieder klar denken, und die anderen stimmten seinem Vorschlag zu. Liz vergewisserte sich immer wieder, dass niemand ihnen folgte. Als sie ganz sicher war suchten sie eine Herberge. Dort mieteten sie auf unbestimmte Zeit ein Einzelzimmer und ein Doppelzimmer.

Die drei trafen sich nach einer entspannenden Dusche bei Liz und Celine im Zimmer. Liz begann gleich zu reden. Sie zog eine Landkarte von Schottland heraus, die sie mit Celine in einer Tankstelle besorgt hatte. „Also, als erstes müssen wir uns darauf einigen, wie wir uns nennen und verändern wollen." „Wieso das?", fragte Marc. „Ganz einfach", erklärte Celine, die ja während Liz Polizeiarbeiten schon viel mitbekommen hatte. „Sie waren bestimmt in meiner Wohnung, und so wissen sie auch, wie wir aussehen, und heißen. Wenn sie uns bei unserer Flucht gesehen haben, dann wissen sie auch, wie du aussiehst Marc. Wir sollten kein Risiko eingehen." Liz nickte anerkennend. „Gut Celine. Außerdem können wir auch gleich unsere Konto- und Kreditkarten einmotten. Wir dürfen nichts mehr abheben, denn sonst wissen sie sofort, wo wir sind. Ich habe nicht besonders viel Geld dabei, also müssen wir mit dem auskommen, was wir haben. Alles andere wäre wirklich zu riskant." Celine nickte zustimmend. „Du hast Recht Liz." „Jetzt zu unserem Plan", fuhr Liz gleich weiter. „Ich habe mir etwas ausgedacht, aber ich bin immer offen für Vorschläge von euch. Mein Plan ist ein wenig gewagt, aber wir haben schließlich nicht ewig Zeit. Es muss schnell gehen, wenn wir verhindern wollen, dass Jamie etwas geschieht." „Wenn er überhaupt noch lebt." Celine hatte genau das ausgesprochen, was Liz und Marc schon die ganze Zeit auf dem Herzen lag. „Natürlich lebt er noch", versuchte Liz ihre Freundin zu trösten, die leise vor sich hinschluchzte. Aber auch Liz klang nicht besonders überzeugt.

Marc versuchte beide ein wenig abzulenken. „Also, wenn wir uns verändert haben, und uns neue Namen gegeben haben, was machen wir dann?" Liz riss sich zusammen, und stand wieder auf. Auch Celine wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. „Ich schlage vor wir fahren einfach nach Lanton, und schauen uns die Sache genauer an." Marc schüttelte den Kopf. „Wir können nicht einfach dort hinfahren, klingeln, und sagen: Wir sind die Neuen, wir kommen jetzt öfters. Jamie hat geschrieben, wie feindselig er behandelt wurde. Wir müssen es irgendwie so hindrehen, dass die Leute keinen Verdacht schöpfen." Liz nickte, dann stutzte sie ein wenig. „Aber eines verstehe ich nicht. Wieso nur sind die Leute so feindselig? Es muss doch auch in ihrem Interesse sein, dass die Sache endlich ein Ende nimmt."

Marc hatte dafür schon eine plausible Erklärung. „Also, wenn man logisch denkt, dann liegt es doch auf der Hand. Lanton ist ein kleines Dorf. Dort eine Arbeit zu finden, wenn man nicht gerade eine Farm oder ein Geschäft hat, ist ziemlich schwierig. Ich wette, die Leute arbeiten alle in Costellos Firma. Es kann ja durchaus sein, dass sie mit seinen Geschäften nicht einverstanden sind, aber sagen will natürlich keiner etwas. Besonders nicht, wenn er eine Familie zu ernähren hat. Niemand will seine Arbeit verlieren. Durch Jamie haben sie sich bedroht gefühlt. Wahrscheinlich war er nicht vorsichtig genug, und die Leute selbst haben Costello einen Tipp gegeben."

Liz und Celine schwiegen eine Weile. „Irgendwie kann ich die Leute durchaus verstehen, wenn das stimmt, wie Marc es sich zusammen gedichtet hat," sagte Celine. „Gerade die Männer, die Familien zu Hause haben, können es sich nicht leisten ihre Arbeit zu verlieren. Es ist bestimmt schwer in einem Dorf eine Arbeit zu finden." Liz schüttelte den Kopf. „Ich kann dich nicht verstehen Celine. Diese Leute machen sich alle eines Verbrechens schuldig. Vielleicht sind sie sogar schuld, wenn deinem Bruder etwas Schreckliches zugestoßen ist. Wie kannst du da noch Mitleid haben? Wer weiß, wie viele Leute dieser Sache schon auf die Schliche gekommen sind, und ihre Neugier mit dem Leben bezahlen mussten. Der Preis ist zu hoch, um weiter zuzusehen. Es muss etwas getan werden. Außerdem geht es ja schließlich auch um deinen Bruder. Wenn er noch am Leben ist, dann braucht er uns. Außerdem lag ihm viel an der Lösung dieses Falls, sonst hätte er sich nicht in so große Gefahr begeben. Wir sollten versuchen zu beenden, was er angefangen hat." „Liz hat Recht", stimmte ihr jetzt auch Marc zu. „Wir müssen etwas unternehmen, und zwar sofort. Aber erst brauchen wir einen Plan." Liz nickte, und die Drei fielen in dumpfes Brüten. Dann sprang Liz auf, und rief: „Ich habe einen Plan. Lasst uns gleich fahren, ich erkläre euch die Sache unterwegs. Außerdem brauchen wir noch Haarfarbe und weiteres Zubehör. Ich hoffe nur, dass unser Geld reicht."

Sofort machten sie sich auf den Weg in den nächsten Supermarkt. Dort kauften sie sich Haarfarben und Sonnenbrillen. Dann ging Liz noch zu einem Optiker und kaufte gefärbte Kontaktlinsen. In die Herberge wollten sie nicht mehr zurück, denn das nahm zu viel Zeit in Anspruch. Die Haare färbten sie sich in einer Tankstellentoilette. Mit Sonnenbrillen und Kontaktlinsen bewaffnet machten sie sich dann weiter auf den Weg. „Zähl mal unser Geld zusammen Celine, " sagte Liz, und gab ihr ihren Geldbeutel. Dann konzentrierte sie sich wieder auf die Fahrt.

Celine stöhnte auf. „Wir haben nicht mehr besonders viel Geld. Wenn es überhaupt reicht, dann höchsten noch für ein Mittagessen." Liz fuhr an den Straßenrand, und sah Celine entsetzt an. „Das kann doch nicht sein. Mit dem bisschen Geld kommen wir nicht weit. Wir brauchen noch mehr." Celine zuckte mit den Schultern. „Wo sollen wir das herbekommen, wenn wir unsere Karten nicht benutzen können?" Liz dachte nach, und fasste schweren Herzens einen Beschluss. „Wir suchen in der nächsten Stadt eine Pfandleihe auf." „Was willst du denn hinbringen?", fragte Marc neugierig. „Meine Pistole", sagte Liz nur kurz angebunden. „Waas?", fragte Celine entrüstet. „Aber die ist doch dein ein und alles. Außerdem brauchen wir sie bestimmt noch." Liz fiel nichts Besseres ein, und fuhr weiter.  „Meine Uhr ist aus echtem Gold", sagte Marc, und nahm sie ab. „Die können wir doch in die Pfandleihe bringen." Auch Celine wurde jetzt hektisch, und fummelte an ihren Ohrringen herum. „Die sind auch aus echtem Gold. Dann sollte das Geld doch reichen." Liz sah die beiden dankbar an. „Das ist wirklich lieb von euch, aber in einer Pfandleihe bekommt man nicht viel Geld für Goldgegenstände. Das reicht nie im Leben. Wir wissen doch auch nicht genau, wie lange wir bleiben müssen. Meine Pistole würde schon einiges einbringen. Sie ist ein Sammlerstück. Vielleicht sollte ich sie wirklich hinbringen, und mir dafür irgendwo eine kleine billige Baretta kaufen. Das wäre eine Alternative, über die wir nicht lange nachdenken sollten. So machen wir es einfach." Marc und Celine nickten zustimmend, und so fuhren sie den nächsten Pfandleiher an, um ihre Wertsachen dort zu verpfänden.

Celine fiel es schwer sich von den Ohrringen zu trennen. Sie waren ein Geburtstagsgeschenk von Jamie. Das war das einzige Mal, an das sie sich erinnern konnte, dass er ihren Geburtstag nicht vergessen hatte.

Liz wusste das, und Celine tat ihr richtig Leid. „Celine, wenn du die Ohrringe nicht verkaufen willst, dann behalte sie einfach. Das Geld für Uhr und Pistole wird schon reichen." Celine seufzte auf. „Nein, das ist schon in Ordnung. Du verpfändest schließlich deine Pistole, und Marc seine wertvolle Uhr. Ihr hängt auch an diesen Gegenständen, und gebt sie her. Außerdem geht es um meinen Bruder. Ihr wurdet doch mehr oder wenig unfreiwillig in diese Sache gezogen. Es wäre nicht fair euch gegenüber, wenn ich jetzt kneife. Ich werde meine Ohrringe versetzen. Wir können die Sachen ja in einem bestimmten Zeitraum wieder zurück kaufen." Liz nickte, und so gaben alle Drei ihre Gegenstände schweren Herzens ab. Liz Pistole brachte tatsächlich ein schönes Sümmchen. Dann suchte sie noch nach einer kleinen billigen Pistole, und die drei verließen die Pfandleihe.

 

 

 

„Erklärst du uns nun endlich deinen Plan?", fragte Celine als sie schon auf der Fähre nach Schottland waren. „Okay, ich habe mir das so gedacht. Damit die Leute keinen Verdacht schöpfen, täuscht ihr einfach einen Autounfall vor. Ich mache einfach etwas an meinem Auto kaputt, was sich nicht mehr so schnell reparieren lässt. Dann bleibt uns nichts anderes übrig, als einige Zeit in dem Städtchen zu bleiben. Ihr tut einfach uninteressiert, macht Fotos und so. Täuscht vor, dass euch das Städtchen gut gefällt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie euch nichts tun werden. Seid nur nicht zu neugierig, und lasst euch nicht erwischen. Solltet ihr einmal irgendetwas mitkriegen, dann tut einfach so, als hättet ihr nichts gehört und gesehen. Dann wird euch schon nichts passieren. Das hat außerdem noch den Vorteil, dass sie die gefährlichen Aktivitäten ein paar Tage einstellen werden." „Die Idee ist wirklich gut", meinte Marc, aber Celine sah sofort alarmiert auf. „Wie kommt es, dass du immer nur von uns sprichst? Was machst du?" Liz grinste ein wenig verlegen. „Ich finde, es kommt nicht besonders glaubwürdig herüber, wenn ihr mich auf eurer Hochzeitsreise dabei habt." Celine starrte ihre Freundin wie ein Alien an, und glaube sich verhört zu haben. Marc brachte keinen Ton heraus.

Endlich kam die Standpauke von Celine. „Bist du verrückt geworden? Ich kann doch nicht mit einem Wildfremden ein Ehepaar mimen. Wie stellst du dir das vor?" Liz zuckte mit den Schultern. „Fällt dir etwas Besseres ein?" Celine nickte. „Ja, wieso spielst du nicht mit ihm das verliebte Paar?" „Kein Problem Celine, dann musst du aber nach Costello Manor, und dich umsehen." Celine wurde blass und seufzte. „Okay, dem lieben Weltfrieden zu Liebe werde ich noch einmal ein Auge zudrücken." Liz lächelte, und dann fragte Marc: „Okay, und was machst du die ganze Zeit?" „Während ihr den Leuten im Städtchen ein bisschen unauffällig auf die Finger schaut, werde ich mich bei Costello umsehen. Im Städtchen erscheine ich nicht auf der Bildfläche. Am besten sieht mich überhaupt niemand, aber das lässt sich wohl nicht vermeiden. Auf keinen Fall darf uns Drei jemand zusammen sehen. Aber wir bleiben auf alle Fälle über Walkie Talkies im Kontakt. Aber treffen können wir uns nicht. Das ist zu riskant. Ich hoffe, dass ich Jamie finden und befreien kann. Dann werden wir uns aus dem Staub machen, und den Rest von kompetenteren Leuten erledigen lassen." „Aber Jamie hat doch gesagt, dass wir niemandem trauen sollen. Wer weiß, wer in dieser Sache mit drinnen steckt." „Du hast Recht Marc, aber wenn wir Jamie gefunden haben, dann kann er uns auch bestimmt sagen, wer in diese Sache noch verwickelt ist. Im Moment traue ich niemandem." „Das ist eine gute Idee. Pass bitte gut auf dich auf." Liz nickte, und Celine war plötzlich ganz aufgeregt. „Ich kann das Manor schon sehen." „Ja, wir verlassen hier die Fähre." Die Drei stiegen wieder in das Auto, und fuhren von Bord.

Dort blieben sie erst einmal stehen, und sahen bedächtig zu Costello Manor auf, das in weiter Ferne auf einem Berg zu sehen war. „Wir sind schon nahe dran, deswegen werde ich euch jetzt verlassen. Den Rest des Weges müsst ihr allerdings zu Fuß gehen. Ich werde nämlich jetzt das Auto präparieren. Dann statte ich euch noch ein wenig aus." Liz machte sich sofort ans Werk, und fummelte ein wenig am Motor herum. Dann gab sie Celine ein Walkie Talkie, ein Messer und einen Schlagstock. „Tut mir bitte einen Gefallen. Redet nicht im Hotelzimmer über diese Sache, und funkt mich auch nicht aus dem Hotelzimmer an. Wenn ihr das Walkie Talkie benutzt, dann nur im Freien. Vergewissert euch, dass euch niemand hören kann. Geht nie unbewaffnet aus dem Hotel, und versteckt die Waffen im Zimmer so, dass niemand sie finden kann, ihr aber schnellen Zugriff darauf habt." „Okay, alles klar", sagte Marc. „Am besten nehmen wir einmal täglich Kontakt miteinander auf. Vielleicht morgens, denn dann können wir so tun, als würden wir joggen gehen. Oder vielleicht auch abends. Da können wir schöne lange Spaziergänge machen." „Das ist gut", sagte Liz, dann verabschiedete sie sich von Celine und Marc. „Bitte pass gut auf dich auf", sagte Celine. „Ich kann schon auf mich aufpassen. Darin habe ich schließlich Übung. Passt ihr lieber auf euch auf, und nicht vergessen, immer schön unschuldig und unwissend tun. Sollte sich doch jemand von den Leuten verraten, dann tut so, als hättet ihr gerade nichts gehört, weil ihr mit euch beschäftigt seid.  Und noch etwas, die sind bestimmt in der Lage, Funksignale des Walkie Talkies zu verfolgen. Sendet nur auf Kanal neun, das ist mein verschlüsselter Sender. Den kann so schnell keiner knacken." Liz verschwand im Wald, und Celine und Marc machten sich auf den Weg nach Lanton.

 

 

 

In Lanton betrat Marc eine kleine Kneipe, während Celine draußen wartete, und sich unauffällig umsah. Einige Leute, die an ihr vorbei kamen, sahen sie feindselig an. Obwohl ihr ein dicker Kloß im Hals steckte, bekam sie einen freundlichen Gruß über die Lippen.

Marc unterhielt sich währenddessen mit dem dicken Wirt. „Entschuldigen sie mich bitte. Meine Frau und ich sind auf den Weg nach Bixton. Aber unser Wagen ist auf der großen Straße stehen geblieben. Können sie uns bitte sagen, wo wir eine Autowerkstatt finden, die uns den Wagen abschleppt und repariert?" Der Wirt musterte Marc eine Weile skeptisch, dann sagte er nur barsch: „Einfach nur die Straße hinunter, dann kommt auf der rechten Seite Joeys Garage. Der macht das bestimmt." Marc bedankte sich artig, und ging wieder hinaus zu Celine.

Er erzählte ihr schnell, was der Wirt zu ihm gesagt hatte, dann machten sich beide auf den Weg. Kurze Zeit später hatten sie Joeys Garage erreicht. Marc trat ein, konnte aber in der Dunkelheit niemanden sehen. „Hallo, ist da jemand?" Ein leises Geräusch ließ sie herumfahren. Ein älterer Mann in einem Blaumann stand hinter den beiden. „Was kann ich für sie tun?", fragte er in demselben barschen Ton, den auch der Wirt schon angewandt hatte. „Mein Name ist Kevin Richards, und ich bin mit meiner Frau auf dem Weg nach Bixton. Leider ist unser Wagen auf der Straße liegen geblieben. Können sie ihn abschleppen und reparieren?" Joey musterte ihn auch ein wenig argwöhnisch. Endlich sagte er: „Selbstverständlich, sagen sie mir nur, wo ihr Wagen liegt. Dann hole ich ihn, und heute Abend können sie dann weiterfahren." „Das ist sehr nett, vielen Dank." Marc erklärte ihm, wo genau der Wagen sich befand. Dann ging er wieder hinaus zu Celine, die ziemlich verunsichert auf den Gehweg geflohen war. Diese Ablehnung der Leute ging ihr regelrecht an die Nieren.

Marc kam auf sie zu. „Schatz, der nette Mann sagt, dass wir schon heute Abend weiterfahren können. Ist das nicht phantastisch?" Celine nickte, und brachte sogar ein Lächeln zustande. „Am besten gehen wir erst einmal zum Mittagessen. Ich habe einen Riesenhunger!" Celine nickte, und schenkte Joey noch ein freundliches Lächeln. Dann ließ sie sich von Marc an der Hand wegziehen.

Sie gingen wieder zurück zur Kneipe, und bestellten sich etwas zum Essen. Marc sah sich gerade die schönen Gemälde an, und winkte Celine zu. „Celine, das musst du dir ansehen. Das ist doch das schöne Schloss, das wir von der Straße aus gesehen haben." Die beiden waren sich dessen bewusst, dass der Wirt jede ihrer Bewegungen mit dem Blick verfolgte. „Ja, das ist es. Meinst du, dass wir es einmal besichtigen können? Es sieht wie ein verwunschenes Märchenschloss aus." Gleichzeitig drehten die beiden sich zum Wirt um, und gingen auf ihn zu. „Sagen sie, meinen sie dass es möglich ist, dieses Schloss zu besichtigen?" Der Wirt wurde blass. „Aber nein, das ist nicht möglich. Es ist nicht bewohnt, und ziemlich baufällig. Das wäre viel zu gefährlich." Celine zog einen Schmollmund. „Mach dir nichts daraus Schatz", versuchte Marc sie zu trösten. „Wir haben doch schon zwei Schlossbesichtigungen in Bixton gebucht. Die sind bestimmt genauso schön, wie das Schloss hier." Celine lächelte, und nickte ihm zu. „Natürlich Schatz, das reicht auch. Schließlich gibt es ja auch noch andere Aktivitäten, denen ich in unseren Flitterwochen nachgehen möchte." Marc grinste sie an, und wandte sich wieder an den Wirt. „Vielen Dank für ihre Auskunft." Die beiden setzten sich wieder an den Tisch, und turtelten ein wenig herum, während sie auf das Essen warteten.

 

 

 

Liz befand sich vor den hohen Mauern des Manors, und überlegte, wie sie ungesehen auf die andere Seite kam. Sie kramte in ihrem Rucksack, und fand das nötige Zubehör. Zufrieden ging sie weiter. Sie hatte nicht vor, jetzt schon hinüber zu klettern. Damit wollte sie warten, bis es Nacht wurde.

 

Celine und Marc gingen spazieren. Es wurde gerade dunkel. Die beiden bemerkten, dass sie verfolgt wurden. „Wir müssen den Kerl abschütteln", flüsterte Celine leise. „Wie sollen wir das machen?" „Keine Ahnung, aber wir können uns nicht mit Liz in Verbindung setzen, wenn er da ist." „Vielleicht verschwindet er, wenn wir ein bisschen intim werden. Vielleicht wird ihm das peinlich, und er verschwindet." Celine bekam einen roten Kopf, aber was sein musste, das musste nun mal sein. Zärtlich legte Marc ihr die Arme um die Taille. Sanft zog er sie an sich. Ihre Lippen näherten sich einander. Celine schluckte, und zuckte wieder zurück. „Wenn du das nicht willst, dann lassen wir uns eben etwas anderes einfallen", flüsterte Marc ihr ins Ohr. Aber Celine fiel nichts ein. Da musste sie wohl jetzt durch. Schnell schlang sie die Arme um seinen Hals. Dann trafen sich ihre Lippen, und ein Blitz durchzuckte Celine. Plötzlich war es ihr nicht mehr ganz so unangenehm, dass Marc ihr so nahe war. Sie spürte, wie er ganz zärtlich mit der Zunge über ihre Lippen strich, und eine Gänsehaut überzog ihren ganzen Körper. Marc zog sie dichter an sich, und Celine versank ganz in seinem zärtlichen Kuss. Endlich, nach ein paar Minuten konnten die beiden sich voneinander trennen. Marc schielte in die Richtung, in der der Mann vorher noch stand. Eine leichte Bewegung verriet ihm, dass er noch nicht verschwunden war. „Und?", flüsterte Celine stotternd, aber Marc schüttelte den Kopf. „Er ist noch nicht weg. Was machen wir jetzt?" Celine seufzte auf. Sie wünschte sich, dass Marc sie wieder küssen würde, und zwar so lange, bis dieser dämliche Kerl verschwand. „Vielleicht hat das noch nicht gereicht, um ihn zu verscheuchen", meinte Marc vorsichtig. Jetzt bekam Celine wieder einen roten Kopf, und sie war dankbar, dass es bereits dunkel war. So konnte Marc es zumindest nicht sehen. „Was machen wir jetzt?", fragte Celine, und Marc zuckte mit den Schultern. Dann nahm er all seinen Mut zusammen, und zog sie wieder an sich. Diesmal küsste er Celine leidenschaftlich, und sie bekam wieder eine Gänsehaut. Die beiden küssten sich so wild, dass sie in das weiche Gras fielen. Als Marc auf Celine fiel, und sich gerade noch mit beiden Armen abstützen konnte, stöhnte sie auf. Ihre Hände vergruben sich in seinen Haaren, und seine Lippen glitten ihren Hals entlang. Seine Hand, die immer noch auf ihrer Taille lag, glitt langsam über ihren Körper. Er küsste ihr Ohr, und flüsterte leise: „Wenn dir unser kleines Schauspiel zu weit geht, dann sag es einfach." Sofort versteifte sich Celines Körper. Sie hatte sich so sehr in ihre Gefühle gesteigert, dass ihr diese Bemerkung wehtat. „Ich glaube, wir sollten besser aufhören," sagte sie leise, und setzte sich auf. Marc sah sie fassungslos an. „Habe ich etwas falsch gemacht?", fragte er zerknirscht, doch Celine schüttelte den Kopf. „Nein, natürlich nicht. Du hast gar nichts falsch gemacht." Schnell stand sie auf, und wandte den Blick von ihm ab. Sie schallte sich selbst eine Närrin, weil sie sich ihren Gefühlen hingegeben hatte. Ihr Herz schlug zwar noch immer wie verrückt, aber sie mahnte sich zur Ruhe. Dann vernahm sie Marc Stimme hinter sich. „Er ist weg", rief er erfreut. Celine drehte sich schnell um. Dann hatte die Sache ja zumindest einen Vorteil. Sie konnten nun endlich mit Liz in Verbindung treten.

„Hallo Liz, kannst du mich hören?", flüsterte Celine aufgeregt. „Na endlich Celine, was war denn so lange los?" „Wir wurden verfolgt, und mussten den Kerl erst loswerden." „Seid ihr sicher, dass ihr nicht mehr beobachtet werdet?" „Ich glaube schon, dass wir den Kerl los sind. Hast du schon etwas herausgefunden?" „Nein Celine, ich war ja noch nicht einmal drinnen." „Was? Wieso nicht?" Celine war jetzt total aufgeregt, und wurde sogar wütend, als Liz zu lachen anfing. „Aber Celine, wie hast du dir das vorgestellt. Meinst du, dass ich da am hellen Tag hineinspaziere, und frage wo sie Jamie gefangen halten? Habe heute erst einmal die Möglichkeit abgecheckt, wie ich auf den Grundbesitz von Costello komme. So schnell geht das nun einmal nicht." „Aber wir müssen doch an Jamie denken. Jede Minute die wir vergeuden kann ihm zum Verhängnis werden." „Ich weiß, aber wenn wir nicht vorsichtig sind, dann kann es uns allen zum Verhängnis werden." Celine sah ein dass Liz Recht hatte, und sagte nichts mehr. „Also, ich werde jetzt dann starten. Ihr geht am besten zurück, und erkundigt euch nach dem Wagen. Ihr müsst so tun, als ob ihr ihn bald braucht. Heute wird er auf alle Fälle noch nicht fertig sein. Dann nehmt ihr euch ein Zimmer in der Gaststätte. Zieht euch bald zurück, und schlaft euch aus. Ihr sollt ausgeruht sein, für den Fall, dass etwas passiert." „Okay, alles klar", sagte jetzt Marc, und sie beendeten das Gespräch.

 

 

 

Liz schaltete das Walkie Talkie aus, und steckte es in ihre Gürteltasche. Sie hatte sich bereits umgezogen. Sie trug einen schwarzen Catsuit, und eine schwarze Wollmütze. Mit Kohle hatte sie sich das Gesicht angemalt, damit sie im Dunkeln nicht so schnell zu sehen war. Sie umrundete die Mauer, und suchte eine Stelle, die nicht so hoch war. Dann kramte sie ihren kleinen Wurfhaken aus der Gürteltasche. Jetzt war sie wirklich froh, dass sie ihre Ausrüstung dabei hatte, denn sonst wäre sie jetzt schon vor einem Problem gestanden. Sie warf den Haken, und hangelte sich an dem Seil nach oben. Sie warf einen prüfenden Blick über die Mauer, und stellte fest, dass sich niemand im Garten befand. Schnell kletterte sie über die Mauer, und sprang auf der anderen Seite herunter. Im Schatten der Bäume tastete sie sich näher an das Haus heran. Jetzt war sie schon ziemlich dicht am Manor. Dort befanden sich keine Bäume und Sträucher mehr, und sie musste über die offene Wiese. Sie wollte sich gerade aus dem Schatten der Bäume wagen, als sie ein Geräusch hörte. Sofort glitt ihr Blick in die Richtung aus der sie die Geräusche vermutete, und sah ein paar ziemlich gefährlich aussehende Rottweiler. Sie liefen über die Wiese direkt auf Liz zu. Sie bellten so laut, dass sich sofort das Portal des Hauses öffnete. Jetzt musste Liz sich beeilen. So schnell wie sie konnte, und gar nicht mehr leise, rannte sie zurück zur Mauer. Im Laufen kramte sie wieder den Wurfhaken heraus, und schwang das Seil. Ein gezielter Wurf, und der Haken verfing sich in der Mauerkrone. Schnell hangelte sie sich an dem Seil hinauf. Da hatten die Hunde schon die Mauer erreicht. Einer der Rottweiler zerrte am Seil, Liz rutschte ein Stück hinunter, und der Hund erwischte ihren Fuß. Sie musste sich schon sehr zusammenreißen, damit sie nicht laut aufschrie, und entdeckt wurde. Gezielt traf sie den Hund mit dem anderen Fuß an der Schnauze. Der ließ sie sofort, laut aufheulend, los. Sofort kletterte sie den letzten Rest nach oben, schwang sich über die Mauer, und lief so schnell es ihr verletzter Fuß zuließ. Schon war sie im schützenden Dickicht des Waldes verschwunden. Sie konnte ein paar Männerstimmen hören.

„Was meinst du haben die Hunde hier gewittert?" „Vielleicht wollte jemand hier einbrechen." „Nein schau, Rocky hat ein Eichhörnchen in der Schnauze. Dämliche Köter! Machen ständig Wind um Kleinigkeiten."

Die Stimmen entfernten sich wieder, und Liz atmete erleichtert auf. Sie besah sich ihre Verletzung. Es war eine ziemlich böse Fleischwunde, und sie schmerzte höllisch. Aber sie konnte ja nicht einfach zum Dorfarzt gehen. Das wäre zu auffällig gewesen. Außerdem hatte sie nicht einmal einen Wagen, um in die nächste Stadt zu fahren. Sie humpelte zurück zu ihrem Lager, und setzte sich. Sie wagte es nicht einmal ein Feuer anzuzünden, weil sie Angst hatte, dass sie entdeckt wurde. Sie suchte nach dem Erste-Hilfe-Koffer, und verband sich die Wunde. Danach legte sie sich schlafen, denn heute konnte sie sowieso nichts mehr erreichen.

 

 

 

Celine saß in ihrem Zimmer am Fenster, und starrte hinaus in die sternenklare Nacht. Marc saß auf dem Sofa, und grübelte vor sich hin. Beide machten sich Sorgen um Liz, aber Marc machte sich auch Gedanken über Celine. Sie hatte plötzlich so seltsam reagiert. Er konnte sich nicht erklären, weshalb sie sich so benahm. Seufzend stand er auf. „Ich werde noch einmal nach unten gehen, und etwas zum Trinken holen. Ich werde ein bisschen lauschen, vielleicht erfahre ich etwas." Celine nickte, ohne den Blick von den Sternen abzuwenden. Seufzend verließ Marc das Zimmer, und ging nach unten.

Sofort verstummten alle Gespräche. „Entschuldigen sie bitte. Könnten wir vielleicht noch etwas zum Trinken haben?" Der Wirt nickte nur argwöhnisch, und gab ihm eine Flasche Wasser. „Was anderes haben wir nicht hier, außer sie wollen ein Bier." Marc winkte ab, und machte sich auf den Weg nach oben. Herausgefunden hatte er nichts, außer, dass es noch eine Steigerung von unhöflichem Benehmen gab. Er kam wieder ins Zimmer, und hängte das Bitte-nicht-stören-Schild an die Türe. Dann schloss er zusätzlich von innen ab.

Celine saß nicht mehr auf dem Fensterbrett. Er konnte sie im Bad hören. Dann kam sie heraus, und ging ins Schlafzimmer. Marc sah sie nur kurz an, dann setzte er sich wieder auf die Couch. Die beiden hatten vereinbart, dass sie im Bett schlief, und er auf der Couch. Er hatte nichts dagegen, aber Celines seltsames Benehmen machte ihm zu schaffen. Seufzend legte er sich nieder, und schlief auch gleich ein.

 

 

 

Liz wachte am frühen Morgen auf, und rieb sich die Augen. Sie hatte nicht besonders gut geschlafen. Jetzt musste sie sich auch noch etwas einfallen lassen, damit sie an den Hunden vorbei kam. Außerdem hatte sie jetzt auch noch ein Handicap, weil sie verletzt war. Das war aber auch wirklich zum Ausflippen. Müde stand sie auf. Sie musste sich irgendwo her Fleisch besorgen, damit sie die Hunde locken konnte. Aber woher sollte sie das nehmen. Zu einem Metzger konnte sie schlecht gehen, also musste sie im Wald jagen. Das wollte sie auch auf den Abend verschieben. Das Fleisch sollte frisch sein, denn sonst würden die Hunde es nicht fressen.

 

 

 

Celine wachte müde auf, und sah sich um. Im ersten Augenblick wusste sie nicht wo sie sich befand. Endlich fiel ihr alles wieder ein. Schnell sprang sie aus dem Bett, und rannte ins Wohnzimmer. Marc war nicht mehr hier, und Celine geriet in Panik. Was, wenn sie Marc und Liz erwischt hatten. Dann war sie ganz alleine hier. Doch dann ging die Türe auf, und Marc kam herein. Celine war so erleichtert, dass sie ihm spontan um den Hals fiel. „Was ist denn jetzt wieder los?", fragte er sie verwundert. „Ich bin nur so froh dich zu sehen. Als ich aufgewacht bin, und ganz alleine war, dachte ich im ersten Moment, dass sie dich erwischt hätten. Ich habe mir große Sorgen gemacht." „Es ist ja schön, dass du dich um mich sorgst, aber das ist wirklich nicht nötig. Ich kann gut auf mich aufpassen, so wie ich auch auf dich aufpasse. Also beruhige dich wieder. Komm, lass uns joggen gehen."

Celine lächelte ihn an, un




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Kommentare


Von Hillerkus
Am 11.03.2009 um 12:20 Uhr

Hallo!

Selbst das Tragen einer Couch könnte spannend sein, wenn du nicht so langatmige Dialoge schreiben und so viele Füllwörter benutzen würdest. Dann hätte ich auch nicht nach dem ersten Absatz aufgehört, zu lesen. Bitte ändere das. Und bitte lass die beiden mutiger, tollpatschiger oder ideenreicher sein. Gib ihnen ein Seil oder lass einen Kran vor dem Haus stehen, wo der Schlüssel steckt, oder guck dir mal an, wie Dick und Doof ein Klavier transportieren. Je katastrophaler das ganze endet, um so besser. Einfach mit der Couch stecken bleiben, ist nicht spannend.

Grüße

Andreas

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