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Prosa => Horror


Daimon Hellstorm Band 1 - von A.S.Modis, 04.10.2010
Daimon Hellstorm
Des Satans schöne Dienerin
Ein Horror-Roman von A.S. Modis

Er saß auf dem Thron. Ein Thron, erbaut aus menschlichen Gebeinen! Finster blickte er in den mannhohen Spiegel, der ihm, wie ein Bildschirm, verschiedene Bereiche der Unterwelt zeigte. Es brodelte!
Schon lange war er nicht mehr der uneingeschränkte Fürst der Finsternis! Neider und Konkurrenten begehrten den Knochenthron und die damit verbundene Herrschaft der Hölle!
Er, das war Asmodi und seine Regentschaft dauerte nun schon seit Äonen! – Äonen in denen er unzählige Kämpfe ausgefochten hatte und seinen Titel behauptete! Doch seit einiger Zeit fühlte er den bevorstehenden Umbruch! Es würde zum Krieg kommen! Und er kannte seine Gegner!
Innerhalb der sieben Kreise der Hölle herrschte Neid, Zwietracht und Bösartigkeit!
Entschlossen erhob sich Asmodi, dessen wahrer Name nur ihm selbst bekannt war, vom Thron, aus gebleichten Knochen, drehte sich um die eigene Achse, stampfte mit dem Pferdefuß auf und verschwand in einer stinkenden Schwefelwolke. Es war an der Zeit zu Handeln!


Das Haus lag mitten im Wald, weit über den Dächern der Universitätsstadt Heidelberg. In einiger Entfernung war die Beleuchtung des weltberühmten Schlosses zu sehen, welches tagtäglich unzählige Touristen und Neugierige anzog.
Sabine Von Sternberg lehnte an einem der dichten, uralten Eichen und betrachtete das Haus. Im silbernen Mondlicht wirkte es fast romantisch, mit seinen efeubewachsenen Steinmauern, den spitzen Giebeldächern und den großen Fenstern.
Die achtzehnjährige Eliteschülerin befand sich verbotenerweise in dem rieseigen parkähnlichen Anwesen. Es war den Mädchen dieser exklusiven Privatschule verboten, sich nach achtzehn Uhr, ohne Begleitung des Lehrkörpers, auf dem Freigelände aufzuhalten. – Wie Sabine diese strengen, nutzlosen Regeln hasste. Sie schlich sich jeden Abend aus ihrem Zimmer und genoss die nächtliche Wärme des Sommers. Die blonde Münchnerin rauchte. Auch das war strengstens verboten. Sie pfiff darauf. Aber nicht das deswegen hatte die schlanke junge Frau ihr Einzelzimmer verlassen. Alle Mädchen hatten ihre Privatsphäre. Dafür zahlten die Eltern monatliche Summen, die so manchem Normalverdiener blass werden ließen!
Sabine dachte an Rebecca! Sie war der eigentliche Grund für die nächtlichen Ausflüge, in den riesigen Park, welcher von hohen Steinmauern umschlossen war.
Rebecca war eine der ausschließlich weiblichen Lehrkörper. Im Gegensatz zu den schon recht welken Pädagoginnen war die rassige Italienerin eine wahre Augenweide. Mit knapp achtundzwanzig Jahren war sie die jüngste Lehrerin, im „Haus der Freude“, wie die Privatschule hieß. Sabine war es ein Rätsel, wie die Rothaarige es geschafft hatte die ausgeschriebene Stelle zu bekommen. – Vor allem was wollte sie hier, in diesem spießigen Mädchenknast?
Schon nach wenigen Tagen hatte Rebecca sich ihr, Sabine, genähert. Die rassige Italienerin hatte deutlich zu verstehen gegeben, das ein durchaus sexuelles Interesse an der blonden Münchnerin bestand.


Sabine war davon weder geschockt noch entsetzt. Eher im Gegenteil! Neugierig war sie. Und da Jungs weder als Schüler, noch als Besuch geduldet wurden, warum nicht Erfahrungen mit einer Frau machen?
Wo blieb sie nur?
Sabine sah sich in dem nächtlichen Park um. Alles war in silbernes Mondlicht getaucht. Irgendwo schrie ein Käuzchen! – Der Totenvogel!
Sabine erschrak! Sie ließ die Kippe fallen und drückte sich enger an den Stamm. Außer einem knappen Tanga und sehr engen Top trug sie nichts. Der raue Stamm drückte gegen die nackte Haut. Die Blonde überlegte, ob sie wieder in ihr Zimmer gehen sollte. Ihr war unheimlich zumute und immer wieder sah sie sich nervös um. – Da knackende Äste! Jemand kam!
Sabine tauchte in den Schatten der Bäume und duckte sich. Wenn das die alte Bender war, war sie geliefert!


Johanna Bender war die Leiterin der Privatschule. Mit ihren knapp siebzig war die hagere Frau sehr rüstig und sehr streng! Sabine konnte sich nicht daran erinnern, die Alte jemals ohne den strengen Dutt und dem altmodischen, schwarzen Kleid, mit dem Rüschenkragen, gesehen zu haben. Die Bender hatte ein schmales Gesicht, mit dünnen, blutleeren Lippen und eiskalte Wasserblaue Augen. Wie der Schnabel eines Geiers sprang ihre Nase aus dem faltigen Gesicht! Sollte sie es sein, die sich jetzt hier herumtrieb, hatte Sabine nichts zu lachen! Die Bender holte schon mal gerne mit dem Rohrstock aus oder sperrte ungehorsame Mädchen in die Dunkelzellen, im Keller. Sabine war, wie die anderen Mädchen geschockt über diese mittelalterlichen Methoden.
Offiziell gab es diese drakonischen Maßnahmen nicht. Nach außen hin war es für die jungen Mädchen eine strenge, aber notwendige Vorbereitung auf das Leben. – So stand es in den Regeln des Internats und so wurde es den jeweiligen Eltern kommuniziert!

Äste und Blätter teilten sich. Sabine hielt den Atem an. Wer kam da direkt auf sie zu?
Erleichtert stieß sie die Luft aus. Es war Rebecca, die sich aus dem Schatten der dichten Büsche und uralten Eichen schälte.
Im fahlen Mondlicht wirkte ihre Haut noch bleicher, als gewöhnlich. In unzähligen wilden Locken fiel das flammend rote Haar weit über die schmalen Schultern. Rebecca trug einen bodenlangen, weiten Umhang, der ihre Formen völlig verdeckte.
„Du hast mich zu Tode erschreckt!“
Ohne ein Wort trat die Lehrerein an Sabine und hauchte ihr einen sanften Kuss auf die weichen Lippen.
„Komm, wir verschwinden hier, ehe uns noch jemand sieht!“
Rebecca nahm Sabines Hand und zog sie mit sich, an das uralte Gemäuer. Moos und Ranken wucherten über die alten Steine. Dicht an die Wand gedrängt, suchte Rebecca eine kaum sichtbare, kleine Tür, die mit einem Vorhängeschloss gesichert war.
„Wohin gehen wir?“
„ Lass dich überraschen! Heute wird eine ganz besondere Nacht für dich werden!“
Rebecca tat sehr geheimnisvoll und lächelte die blonde Schülerin an. Sabine war aufgeregt. Was würde sie dort, wo Rebecca sie jetzt hinbringen würde erwarten? Diese kleine, schmale Tür war ihr bislang nicht aufgefallen, obwohl sie oft durch den Park streifte und verzweifelt vor den Mauern stand, welche das Gelände umgaben. Die Rothaarige zog aus dem wallenden Umhang einen uralten, großen Schlüssel und öffnete schnell das gewaltige Vorhängeschloss. Mit einem leisen Knarzen schwang die Tür auf.
Die beiden jungen Frauen huschten schnell hinein und Rebecca verschloss die schmale Öffnung wieder. Dass das Schloss wieder einrastete bemerkte Sabine nicht. Sie blickte sich erstaunt um.


Ein langer, gewundener Gang führte unter das alte Gemäuer. An den Wänden waren eiserne Halterungen angebracht, in denen Fackeln ein unruhiges Licht spendeten. Das Gestein glänzte feucht und Sabine spürte die Kühle des lehmigen Bodens unter ihren nackten Füßen.
„Wow, was ist das denn hier?“
„Ein Geheimgang! Ich dachte es wäre sicherer, wenn wir uns hier aufhalten. Hätten wir uns in deinem oder meinem Zimmer getroffen, wäre es zu unsicher. Aber ich habe vor Tagen die Tür entdeckt und bin den Stollen abgegangen. Er führt… aber lass dich überraschen!“
Rebecca nahm Sabina an die Hand und sie traten ihre Reise an.


Sabines Herz schlug bis zum Hals. Unsicher sah sie die Rothaarige von der Seite an. Den Abend hatte sie sich anders vorgestellt. Klar, in ihren Zimmern hätten sie erwischt werden können, was Konsequenzen mit sich gebracht hätte, an die die 18jährige gar nicht denken wollte.
Aber ein romantisches Treffen hier?
Sabine stieß einen leisen Schrei aus.
„Was ist denn?“
„Da ist was. Da hinten!“
Sie hörte sich ängstlich und nervös an.
Rebecca nahm sie in den Arm, drückte sie an sich.
„Ruhig, Kleines. Das war sicher eine Ratte. Mach dir keine Sorgen. Der Weg ist zwar etwas beschwerlich und ungewöhnlich, aber dafür wirst du belohnt werden, wenn wir am Ziel sind. Glaube mir!“
Schweigend setzten sie ihren Weg fort.
Neugier wich Unsicherheit und Sabine war gespannt was sie erwarten würde. Rebecca war immer für eine Überraschung gut. Die junge Lehrerin hatte recht unkonventionelle Methoden, die der alten Bender übel aufstießen. Und ihr offensichtliches Interesse an der jungen Münchnerin hatte sie Sabine unmissverständlich zu verstehen gegeben.



Immer tiefer führte der Gang hinunter. Hin und wieder huschte eine dicke fette Ratte über den Weg, aufgeschreckt von den zwei Endringlingen, die hier nichts zu suchen hatten.
Dann machte der Stollen einen scharfen Knick und endete abrupt vor einer massiven Eichentür, mit schweren eisernen Riegeln.
„Wir sind da!“
Ein weiteres Mal zauberte Rebecca einen Schlüssel aus dem seltsamen Gewand und öffnete das alte, rostige Schloss. Die beiden jungen Frauen zogen die schwere Tür auf und betraten einen Raum.
Sabine hatte das nicht erwartet!
Ein ovaler, höhlenartiger Raum, dessen Decke etwa vier Meter hoch war. Wasser tropfte zu Boden und sammelte sich in kleinen Pfützen auf dem ausgetretenen Lehmboden.
Schwere Kandelaber erhellten den unheimlichen Ort und beleuchteten insbesondere einen schweren Altar, aus Stein, der sich etwa in der Mitte des Raums befand.
„Wo sind wir hier?“
„Das ist ein geheimer Ritualraum, den ich entdeckt habe. Ich habe etwas in der alten Chronik dieses hause gelesen und entdeckt, das hier Ende des neunzehnten Jahrhunderts ein Orden Satanisten gelebt hatte. Nach außen hin waren sie angesehene Bürger der Stadt, doch was sich nachts hier unten abspielte, du machst dir keine Vorstellung! An diesem Ort wurden sieben Jungfrauen dem Teufel in einem grausamen Ritual geopfert! Der Chronik lag ein gezeichneter Lageplan bei. Ich habe etwas geforscht und wie du siehst, habe ich den Ort gefunden!“
Sabine fröstelte. Eine Gänsehaut zog sich über ihren ganzen Körper.



Sie hatte Angst. Dies war ein unheimlicher Ort. Warum hatte Rebecca sie ausgerechnet hierher gebracht? Sabine verstand die Welt nicht mehr!
„Toll! Und was wollen wir hier? Also, ein romantischer Ort ist das nicht!“
Rebecca lachte auf.
„Aber, aber! Natürlich ist es romantisch! Zwar etwas morbide, aber ich dachte, hier wäre doch ein guter Ort, für dich, ebenfalls deine Jungfräulichkeit zu verlieren! Stell dir vor, auf diesem Altar wurden die Frauen dem Größten aller Wesen geopfert und ihm dargeboten. – Dem Teufel!“
Sabine zuckte zusammen! Die letzten zwei Worte hatte Rebecca ihr keifend entgegen geschleudert.
Mit einer fließenden Bewegung streifte sie die Kutte ab. Außer einem winzigen, schwarzen String war die Rothaarige nackt. Sie trat an Sabine heran. Ängstlich wich die Blondine zurück. In Rebeccas Augen lag etwas Diabolisches, Kaltes. Die junge Schülerin hatte Angst und wollte sich in Richtung Tür abwenden, doch diese fiel wie von Geisterhand zu!
Gefangen! Ich bin gefangen, schoss es Sabine durch den Kopf! Ich bin in der Hand einer Wahnsinnigen! Ich muss hier raus!
„Auch du wirst die Wonnen spüren, wenn der Teufel dich liebt, wenn er dich in seinen Reigen aufnimmt! Du bist auserkoren Satans Dienerin zu werden! Seine Wahl fiel auf dich!“
„Nein, du bist verrückt! Was soll der Scheiß? Lass uns gehen, wir wollten doch…“
Mehr brachte Sabine nicht über die Lippen, denn Rebecca schlug zu! Erbarmungslos traf ihre Faust das Gesicht der blonden Frau. Sabine drehte sich um die eigene Achse und stürzte auf den feuchten, lehmigen Boden, wo sie regungslos liegen blieb….



Langsam öffnete sie die Augen. Sterne tanzten einen wilden Reigen und explodierten direkt vor ihrem Gesicht. So jedenfalls kam es Sabine vor.
Sie wollte sich erheben, doch es ging nicht! Langsam hob sie den Kopf und erkannte das sie auf dem Altar lag, nackt und Arme und Beine in eisernen Klammern steckten.
Ihr Kiefer schmerzte und die junge Frau verstand die Welt nicht mehr.
Was war nur in die Lehrerin gefahren? Was sollte das ganze Gerede vom Teufel und wieso hatte lag sie angekettet auf diesem Opferstein?
War Rebecca eine Wahnsinnige? Sollte sie, Sabine, das Opfer eine Psychopathin werden?
Hier, tief unter dem „Haus der Freude“ würde niemand ihre Hilferufe vernehmen, geschweige denn sie jemand befreien! Sie war der Rothaarigen hilflos ausgeliefert!
Rebecca trat an den Altar. Sabine drehte den Kopf, soweit es ihre Position zuließ. Sie sah, dass die Frau jetzt völlig nackt war und ihre Augen wurden groß, als sie das Tattoo auf dem glatt rasierten Venushügel der vermeintlichen Lehrerin sah! Dort prangte eine widerliche Teufelsfratze! Die gedrehten Hörner zogen sich filigran bis fast zum Bauchnabel, wo sie zusammen liefen. Unheimlich schienen die gelben, wölfischen Augen zu leuchten. Auf eine perverse Art und Weise hatte Sabine das Gefühl, die Tätowierung schien zu leben….



Rebecca hob die Arme!
„Du bist die Auserwählte! Sei stolz darauf, heute die Braut des Herrn der Finsternis zu werden!“


„Lausche meinen Worten, mein Kind! Mit der letzten Silbe wird ER erscheinen und dich zu Wonnen führen, zu denen kein Sterblicher in der Lage ist! ER wird dich dankbar in seinen Reigen aufnehmen und leiten! Leiten, nach den Gesetzen der Finsternis!“
An der gewölbten Decke flammte ein blutrotes Pentagramm auf. Die Linien zogen sich wie blutende Rinnsale über das uralte Gemäuer und leuchteten in einer überirdischen Intensität! Aus dem Nichts wallte Nebel auf, umspielte Rebeccas nackte Beine. – Und plötzlich flimmerte die Luft! Etwas materialisierte sich aus dem Nichts, schwebte über Sabines kleinen, festen Busen. Ihr stockte der Atem! Hier geschahen Dinge, von denen sie bislang nur in Horrorfilmen gesehen oder Büchern gelesen hatte. Nie hatte die blonde junge Frau an das Okkulte oder Übersinnliche geglaubt! Hier und jetzt wurde der Gegenbeweis erbracht! Es existierte!
Ein gebogener Dolch schwebte über ihr! Seltsame Zeichen auf der Klinge schienen von innen heraus zu leuchten. Die filigranen Muster wurden von einem Meister seines Fachs graviert.
„Der Dolch des Baphomet!“
Rebeccas stimme zitterte vor Erregung, als sie danach griff! Warm und schwer lag er in ihrer kleinen, schlanken Hand.
„Jetzt, meine kleine Sabine, lausche meinen Worten! Ich habe dir eine unvergessliche Nacht, voller Leidenschaft versprochen und die wirst du bekommen!“
Wie auf einen stummen Befehl hin, zog ein eiskalter Luftstrom durch das Gewölbe und ließ die schwarzen Kerzen wild aufflackern.
„SATANAS MERKRTIK, VATER DER LÜGE! BEELZEBUB, HERR DER FLIEGEN! PUT SATANACHA; AUCH BAPHOMET, DER DU DIE SABBAT-ZIEGE BIST!
„IHR BILDET DAS DREIGESTIRN LUZIFER! ICH RUFE DICH AN, HERR ALLES BÖSEN!
ERSCHEINE! ERSCHEINE! ERSCHEINE!“
Schrill und überschlagend schallte ihre Stimme durch den Raum. Mit einer schnellen Bewegung drehte Rebecca sich zu der Gefangenen und senkte den Krummdolch!
Sabine riss die Augen auf! – Bedrohlich nahe schwebte die blitzende Klinge über ihrer Brust! Jeden Moment musste die Wahnsinnige zustechen!




Der wabernde Nebel wurde dichter, wanderte nach oben und hüllte die unheimliche Szenerie in eine undurchdringliche Suppe.
Eiseskälte herrschte in dem alten Gemäuer und jaulende Stimmen, scheinbar aus dem Nichts hallten von den Wänden wider! Da schälte sich ein undeutliches Gesicht, nein, eine Fratze aus dem Nebel!
„Was störst du mich, du nichtsnutzige Kreatur?“
„Herr, ich habe gefunden wonach Ihr gesucht habt! Ein reines, unschuldiges Menschenkind! Wie geschaffen für Euren Plan! Damit habe ich meinen Teil erfüllt. Nun erfüllt den Euren!“
Ein hässliche lachen brach sich dem Raum wider. Übertönte das Jammern und Heulen!
„Du zeigst Eigeninitiative! Dabei willst du nur deinen erbärmlichen Hintern retten, Rebecca! Doch ich will sehen, was du für mich hast!“
Das Gesicht, welches durch den stinkenden Nebel schimmerte, schwebte auf Sabine zu. Die junge Frau zitterte am ganzen Körper. Was sie hier erlebte brachte die 18jährige an den Rand des Wahnsinns!


Fauliger Atem schlug ihr entgegen, als die Fratze dicht vor ihrem eigenen Gesicht zum Halten kam.
Erkennen konnte sie nur die untere Hälfte. – Ein feistes, faltendurchzogenes Gesicht, mit wulstigen, aufgeworfenen Lippen. Augen sah sie nicht. Diese wurde von einer alten, zerschlissenen Kapuze völlig verdeckt.
„Das soll für mich sein? Als ob ich mir nicht selbst ein sterbliches Weib nehmen könnte. – Gut, ich gebe zu, sie ist nicht schlecht gewachsen, aber was soll das, Rebecca? – Rede!“
„Sie ist nicht nur eine Schönheit, wie sie an Eure Seite gehört, nein desweiteren ist sie jungfräulich und rein! Genau wonach Ihr verlangt habt!“
Sabine glaubte ihren Ohren nicht zu trauen. Tränen liefen ihr über das Gesicht. Panik machte sich breit. Die stinkenden Schwefelwolken ließen sie würden und der Brechreiz ließ sich nur schwer unterdrücken. Wo war sie da nur hinein geraten? Was hatte sie der Rothaarigen angetan, um solches Grauen erleben zu müssen?
Sie warf den Kopf ekelerfüllt hin und her. Der stinkende Atem raubte ihr die Luft. Doch konnte sie der fauligen Wolke nicht entkommen. Dort wo sie die Augen vermutete, blitzte es auf. – ein rotes Glühen! Dann schälte sich eine klauenbewehrte Hand aus dem Nichts und griff nach ihrem Leib.
Sabine schrie gellend auf.
Aus dem Mund schälte sich eine dicke schwarze Zunge, senkte sich auf die nackten Brüste des Mädchens! – Dies war der Moment, als eine erlösende Ohnmacht von der Hilflosen Besitz ergriff…



„Gut, sollte die alle Kriterien erfüllen, so werde ich meinen Teil des Vertrags einhalten und dich frei geben! Diese Kreatur scheint mir die Richtige zu sein. Unbedarft und rein! Geschaffen um nach den Regeln der schwarzen Familie zu leben und gelenkt zu werden. Es wird Zeit das die Bastion der höllischen Heerscharen über die wimmernden Menschen kommt! Die achte, alles vernichtende Plage!“
Die Gestalt im Nebel schien nachzudenken. Mit der Klauenhand strich sie sich über das feiste Kinn.
Schon lange lief es für seinen Geschmack nicht mehr rund innerhalb der schwarzen Familie!
Seit Asmodi die Geschicke der Höllischen lenkte, gab es keine Pläne mehr die Menschheit in Finsternis und Chaos zu stürzen. Eine Art Co-Existenz wollte er!
Unerkannt unter den Menschen leben und dennoch nach den Gesetzten der schwarzen Familie! Dieser alte Narr!
Er, Amducias Mphistopheles hatte da völlig andere Vorstellungen! Er gehörte zu den Ur-Dämonen! Nicht umsonst war er Herr über Necropolis, der Stadt der Toten!
Hier lebten in Ungnade gefallene Schwarzblüter und litten ewige Qualen! Abtrünnige Hexen, Verräter oder Versager! Mit ihnen wollte Mephistopheles eines Tages Asmodi vom Knochenthron stürzen, ihn in die Totenstadt verbannen und ein wahres Reich des Bösen auf Erden errichten!
Und jetzt brachte ihm Rebecca, die Söldnerin der Hölle ein wahres Geschenk, was seine Pläne beschleunigen konnte! Diese Närrin!



„Ich habe mich entschieden und bin einverstanden! Ich gebe dir, was du verlangt hast. Im Gegenzug halte dich bereit, denn bald wird es wieder Arbeit geben, für die Söldnerin der Hölle! Denn mit deiner Hilfe und dem menschlichen Opfer werde ich schon bald die Menschheit unterjochen!“
Das hatte er geschickt angefangen. Ja, der Herr, der toten Stadt war ein schlauer Fuchs. In Sicherheit wog er die schöne Rothaarige! Er suggerierte ihr, dass er sie brauchte, stärkte ihr Selbstbewusstsein, nahm ihr die Furcht.
Mit einer Geste, er spreizte Zeige- und Mittelfinger ab, lösten sich die Ketten und rostigen Scharniere und die ohnmächtige Sabine Sternberg war frei! Lautlos schwebte sie von dem Altar, wurde von dem stinkenden Nebel umhüllt und sowohl sie, als auch der unheimliche Amducias Mephistopheles entschwanden den Blicken, der nackten Rebecca….



Hatte sie geträumt?
Verwirrt blickte sie sich um. In welch fremdartiger Umgebung befand sie sich? Sabine schlug die Decke zurück. Es war ein kühler, angenehmer Stoff, ähnlich Satin.
Das Bett, in welchem sie gelegen hatte war riesig und von unzähligen Kissen bevölkert. – Ein wahres Himmelbett!
Sie war nackt! Nackt bis auf den winzigen Tanga. Wo war sie? Wie kam sie hier her? Was war geschehen?
Ausgetretene Stufen führten von der Liegestatt zu einer Badewanne. In dem permanenten, violetten Licht, das hier herrschte, nahm die junge Frau nur die Konturen wahr. Sich am Hinterkopf kratzend lief Sabine Sternberg darauf zu und erschrak bis ins Mark!







Die Wanne bestand aus Knochen! Ein wahnsinniger Künstler musste dieses makabere Gebilde erschaffen haben! Ja, anders konnte es nicht sein!
Gespenstisch schob sich ein Vorhang zur Seite!



Eine große Gestalt, in einer zerschlissenen Kutte betrat den gigantischen Raum, dessen Enden in einer kuppelförmigen, gewölbten Decke ausliefen. Und auch hier musste die Internatsschülerin feststellen, dass der Raum aus Gebeinen errichtet war! Ein Schauer lief ihr über den Rücken!
„Na, mein Kind? Schon wieder aktiv, nach den Wonnen der letzten Nacht?“
„Wo bin ich? Wer sind Sie? Mein Vater ist ein angesehener Rechtsanwalt! Ich rate Ihnen gut mich gehen zu lassen!“
Ein grollendes Lachen war die Antwort und schlagartig tauchten Bilder vor ihrem inneren Auge auf! Bilder einer Nacht, in der sie die Hauptrolle in einem abartigen Spiel hatte!
Sie sah sich, indem riesigen Bett! Und sie sah den Mann, der in der zerschlissenen Kutte vor ihr stand!
Sie sah, wie er ihr die Kleider vom Leib riss und sich aus der Kutte schälte! Doch es war nicht der feiste Kerl, mit den wulstigen Lippen! Ein mit Fell bedeckter, muskulöser Körper, auf dessen Schultern sich das Gesicht in eine gehörnte Widderfratze verwandelte, mit gedrehten Hörnern und Wolfsaugen! Dazu ragte ein riesiges, männliches Geschlecht steil hervor! Sabine wollte schreien, doch der Widderkopf
drückte sie nieder und schob eine gespaltene Schlangenzunge in ihren Mund, während er sie brutal mit seiner Männlichkeit aufspießte und ihr in einem einzigen wilden Stoß die Jungfräulichkeit nahm. In ihren Erinnerungen sah Sabine, wie sie sich der groben, animalischen Leidenschaft hingab und wilden, zügellosen Sex mit dem Widderkopf genoss! Stundenlang nahm er sie in allen erdenklichen Positionen und unzählige Male ergoss er sich in ihr, bis sie völlig erschöpft in den Kissen einschlief!




„Gefallen dir deine Erinnerungen?“
Sabine spürte die aufkeimende Hitze in ihrem Schoß ja, es gefiel ihr, wie sie von diesem Tier genommen wurde. In einer einzigen Nacht war sie von einer Jungfrau zu einer Hure der Finsternis geworden. Verdrängt war der Gedanke an das Internat, ihre Eltern in München, die Schrecken in dem Gewölbe unter der Schule. Der Bann des Bösen und die sexuelle Lust am Perversen hatten sie fest im Griff!
„Und deine Bilder sind real! Ich bin Amducias Mephistopheles und du hattest die Ehre mich in meiner wahren Gestalt erleben zu dürfen. Willkommen in Necropolis, der Stadt der Toten. Ich bin der Herr dieser Stadt und schon bald wirst du an meiner Seite herrschen, als Königin!“
Sabine erschauerte vor Lust, als sie der gefühlskalten Stimme lauschte.
„Komm, mein Kind, ich zeige dir dein Reich!“
Wie selbstverständlich ergriff sie die Klauenhand und folgte dem Vermummten nach draußen.
Forsetzung folgt.....




©2010 by A.S.Modis. Jegliche Wiedergabe, Vervielfaeltigung oder sonstige Nutzung, ganz oder teilweise, ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Autors unzulaessig und rechtswidrig.

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