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Eine etwas andere Liebesgeschichte Kapitel 1 - von star65, 10.03.2008
Mein Name ist GM. vor 5 Jahren verlor ich mein Augenlicht.
Seitdem bin ich stolzer Besitzer eines Fuehrhundes.
Ich hatte das Glueck, eine gut bezahlte Arbeit zu finden.
Ich bin der Katastrophendienst in der Firma Spinola.
Das heisst, wenn irgendwas schiefgeht springe ich ein.
Nun sitzen wir gerade im Flugzeug von Italien nach Deutschland.
Ich erlebe imGeist nocheinmal den gestrigen Tag
und auch den heutigen Morgen.
Als ichaufstehe falle ich ueber einen gepackten Koffer.
"Was soll das werden?" Frage ich Sarah,
die Frau, welche mit mir zusammenlebt.
Sie antwortet mir in einem sehrgleichgueltigen Ton:
"ich kann einfach nicht mehr mit dir leben."
Nun, dies istkeine ueberraschung fuer mich.
Es ist in der letzten Zeit nicht mehr so, wie es einmal begann.
Aber sie haette wenigstens mit mir reden koennen.
Frauen reden doch sonst so viel. Oder etwa nicht?

Wir landen also in Hannover
und fahren mit einem Mietwagen weiter zu einem Kaff,
dessen Namen ich mir beim besten Willen nicht merken kann.
Es scheint sich um eine Grossgemeinde zu handeln.
Dort gibt es viel Flaeche und wenig Menschen.
Achja, und ein Bisschen Industrie.
Meine vier Kollegen, der Hund und ich gehen
durch eine sich elektrisch oeffnende Tuer.
Wahnsinn, so etwas haben die hier
in diesem rueckstaendigen Flecchen Erde.
Ich trage unser Anliegen vor und stelle dabei fest,
dass die Rezeptionistin nicht ein Wort englisch spricht.
Das faengt ja gut an.
Also wuehlt mein Kollege Alf sein letztes Deutsch hervor.
Das bringt uns aber nicht wirklich weiter.
Die Dame am Empfang spricht etwas deutsches
in den hinteren Teil des Raumes.
Hinter mir oeffnet sich schwungvoll eine Tuer.
"Good morning. may I help you?"
Fragt eine schoene feste Stimme. Ich erzaehle ihr,
welches von den deutschen Landeiern wir besuchen wollen.
Sie verklickert mir,
dass wir einen Besucherausweiss benoetigen.
Waehrend Alf und die anderen
noch die Formulare ausfuellen meint sie:
"Ich kann auch nicht sehen und mag Hunde sehr gern.
Darf ich das Tier wohl einmal streicheln?"
Ich kriege die Krise. Sie ist heute schon die zwoelfte,
welche den Hund streicheln will.
"Wissen Sie nicht,
dass man einen Hund im Fuehrgeschirr nicht anfassen darf?"
Dies sage ich in meinem arogantesten Ton. Es funktioniert.
Ihre Stimme verliert ploetzlich die Sicherheit.
"Selbstverstaendlich weiss ich das. Entschuldigen Sie.
Ich wollte Ihnen bestimmt keine Umstaende machen."
Ich nehme Ira das Geschirr ab.
"So, der Hund ist streichelfertig."
Es tut mir jetzt schon sehr leid,
dass ich so schroff reagiert habe.
Ich versuche daher etwas versoehnlicher zu klingen.
Sie uebt unbarmherzige Rache
indem sie jetzt nur noch mit Ira spricht.
"Du bist ein ganz lieber Hund.
Wie heisst dudenn?"
Weil der Hund nun einmal nicht sprechen kann,
spreche ich fuer ihn. Das heisst,
ich antworte auf alle ihre vielen Fragen.
Sie redet konsequent nur mit dem Hund
und kein einziges Wort mit mir. Endlich sagt sie:
"So, nun moechte ich dich und dein Herrchen
nicht mehr aufhalten. Du bist ein sehr braves Maedchen."
Sie kommt wieder hoch und schuettelt mir die Hand.
Dabei sagt sie wieder mit kraeftiger Stimme:
"Ich wuensche Ihnen, Ihren Kollegen und natuerlich auch Ira
noch viel Erfolg
und einen angenehmen Aufenthalt in Deutschland."
Diese Frau hat einen Haendedruck,
dass mir alle Sinne vergehen.
In meinem Kopf legt sich irgend ein Schalter um. Wir gehen.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich ueberhaupt laufen kann.
Hinter mir klappt die Tuer zu.
Mein Hund scheint zu sagen: "Prima GM.
Du hast es wieder einmal verbockt."
Auf halbem Weg kehre ich noch einmal um. Ich glaube,
Alf und die anderen wuerden mich amliebsten erschiessen.
Irgendwer aus deer deutschen Firma
hat mir naemlich gerade erzaehlt,
dass die Lady Musikerin ist.
Die Rezeptionistin ruft wieder irgendwas in den Raum
und wieder geht die tuer hinter mir auf.
"Kann ich noch etwas fuer Sie tun?"
Fragt sie mit einer Begeisterung
als wenn sie zum Zahnarzt muss.
"Gib mir ne Mailadresse." antworte ich forsch.
"Wir duerfen die Mailadressen
unserer Mitarbeiter nicht herausgeben. "
"Oh, ich spreche vondeiner persoenlichen Mailadresse."
"Warum sollte ich das tun? ich kenne Sie jagarnicht."
Jedes Wort, das sie sagt trift scharf und hart wie ein Beil.
Ichaendere die Gangart. "Bitte entschuldige.
Ich hoerte soeben, dass du eine Musikerin bist.
Da habe ich gedacht,
wir koennten doch Erfahrungen austauschen.
Wenn du das nicht moechtest,
werde ich deine Entscheidung ohne weiteres akzeptieren."
Ploetzlich rappelt sie in einem Wahnsinnstempo
eine ziemlichkomplizierte Mailadresse herunter.
Sie fragt schnippisch:
"Na, kannst du dir dasmerken?"
Ich bestaetige nocheinmal ihre Angaben
und reiche ihr die Hand.
Wieder passiert etwas in der Schaltzentrale meines Gehirns.

Ich bin Star. Die Frau, um die es geht.
Das ist natuerlich nicht mein richtiger Name.
GM nennt mich so,
weil er sich meinen deutschen Vornamen nicht merken kann.

Ich kam von der Arbeit nachhause. trank einen Eimer Kaffee
und dann setzte ich mich an meinen PC.
Ich rief meine Mails ab und dachte "mich tritt ein Pferd."
Ich erhielt folgende Nachricht:
Habe mich sehr ueber unser Gespraech gefreut.
Wuerde dieses sehr sehr gerne fortsetzen.
Darf ich dich am spaeten Nachmittag besuchen?
Bitte sag nicht nein.
Es ist mir sehr wichtig. Du musst wissen,
dass ich erst seit fuenf Jahren blind bin.
Ich hatte leider nie die Gelegenheit,
mich mit anderen Artverwandten auszutauschen.
Bitte melde dich unter dieser Mobilfunknummer. .....

Diese Mail musste ich zweimal lesen.
Wo war der coole und arogante mr. Superblind geblieben?
Diese Notiz hier klang ganz anders.
Ich schenkte mir noch einige schoepferische Gedenkminuten
und dann rief ich die Handynummer an.
Nach dem ersten Klingeln meldete sich eine freundliche tiefe Stimme.
"This is GM speaking."
"Gutentag. bist du der Absender
mit der Mailadresse Desperado....?"
"Ja, das ist richtig. Ich freue mich sehr darueber,
dass du dich bei mir meldest.
Ich dachte schon, ich hoere nichts mehr von dir."
Wo war der arogante Grosskotz von heutemorgen geblieben?
Seine Stimme klang einwenig unsicher.
Was in allerWelt war geschehen?
Es enstand eine kleine Pause und dann fragte er aufeinmal
"Darf ich dich heute noch besuchen? meine Kollegen sind stinklangweilig
ich wuerde lieber mit dir ueber musikalische Themen fachsimpeln.
Bitte Bitte. !
"Also gut. Komm vorbei wann immer du magst."
Bis heute weiss ich nicht, warum icheinwilligte.
Wir legten ohne ein weiteres Wort auf.
Er hatte mich ueberhaupt nicht gefragt, wo ich wohnte.
Es war mir aber zu dumm nochmals anzurufen.
Ich wollte auf keinen Fall den Eindruck erwecken,
dass ich ihm hinterherliefe.
Zwanzig Minuten spaeter klingelte es an der Haustuer.
Ich bewegte mich keinen Centimeter.
Dann kam meine Mutter zu mir und sagte:
"Vor der Tuer steht jemand und spricht englisch."
"Oh, nein ich fall ins Essen. Das ist mein Besuch."
"Was fuer ein Besuch?"
"Erklaere ich dir spaeter."
Ich knallte von Neugier gepackt die Treppe hinunter
und rannte prompt mr. GM ueber den Haufen.
Ich machte Anstalten, mich sogleich zu entschuldigen.
Er lachte so frei heraus, dass ich einfach nur mitlachen musste.

Nach ungefaehr 4 Morddrohungen bekomme ich
von einem der deutschen Kollegen die Adresse der Musikerin.
Also buchstabiere ich unserem Fahrer das unaussprechliche Zeug
und wir fahren los.
Er hat ein Navigationssystem mit einer deutschenLandkarte.
Es geht durch viele Kurven bergauf oder bergab.
mir ist zum erstenmalbeim Fahren uebel. Unser Fahrer meint:
"Alter, du bist nervoes wie ein Schuljunge."
"Halt einfach das Maul. Wenn du das nicht tust,
werde ich es dir stopfen."
"Prima. Dann hast du keinen, der dich faehrt
und siehst deine Musikerin wahrscheinlich nie wieder. Hahaha!"
Er hat recht und ich bin schon still.
Zweihundert Jahre spaeter kommen wir an.
Mein hund bekommt das Kommando, die Haustuer zu finden.
Herrchen findet auch gleich die Klingel.
Ich haue volle Kanne auf den Schalter.
Drinnen ist ein Dreiklang zu hoeren.
Eine Dame oeffnet die Tuer und quatscht mich auf deutsch voll.
Vor Schreck sage ich meinen Vollen Namen und auch Gutentag.
Sie schlaegt die Haustuer wieder zu.
Meine Musikerin war das definitiv nicht.
Unser Fahrer ist schon wieder fort.
Jetzt sitze ich bei den deutschen Urwaldbewohnern fest.
Wie durch ein Wunder oeffnet sich die Haustuer wieder.
Ira und ich treten ein.
Aufeinmal ist ein Geraeusch zu hoeren.
Das ist ein Erdbeben denke ich noch.
Dann versucht die starke Musikerin mich niederzumaehen,
aber ich binziemlich standfest.
Sie vergisst vor Schreck das Atmen und ich muss lachen.
Dannlachen wir beide. Sie stellt mir ihre Mutter vor
und sagt auch ihren Namen.
"Sehr erfreut. ich heisse GM..
"magst du Kaffee?"
"Ja, immer sehr gerne."
Wir gehen eine Treppe hinauf. Nur zu dritt,
wenn man den Hund mitzaehlt.
Ihre Mamahat wohl Angst vor mir.
Sie hat sich aus dem Staub gemacht.
Wir gehen in einemittelgrosse Kueche
und die junge Dame klopft auf einen Stuhl.
Ach, ich wuenschte, sie wuerde mir nocheinmal die Hand schuetteln,
Aber den Gefallen tut sie mir nicht.

Schliesslich waren wir in meiner Kueche angekommen.
Ich brachte die Kaffemaschine zum laufen.
Dem Hund stellte ich eine Schuessel Wasser hin.
Etwas abseits, damit keiner von uns darueber stolpern konnte.
Als wir beide unsere Tassen vor uns hatten, fragte ich ihn nocheinmal
"Wie ist dein richtiger Name?" "Sag einfach GM.
alle mit denen ich englisch rede tun das.
Ich habe deinen Namen auch nicht richtig verstanden."
Wir sagten beide nacheinander unsere Namen.
Ich werde seinen nie mehr vergessen.
Er kann meinen Namen bis heute nicht aussprechen.
Als wir die zweite Tasse Kaffee ausgetrunken hatten,
fragte er mich:
"Spielst du mir etwas von deiner Musik vor?
Nicht aus der Konserve, sondern unverfaelscht?"
"Ja, willst du das wirklich?"
bekam ich gerade noch soeben heraus.
"Naturalmente. I prommess I wont say a word
or make any sound. Ill be as quiet as possibile."
Die Kombination zwischen englisch und italienisch
war einfach wunderbar.
Ich nahm ihn bei der Hand und wir gingen in mein Studio.
Ira folgte uns dicht auf den Fersen.

Wir stehen auf und sie fast nach meiner Hand.
Ich koennte vor lauter Glueck laut schreien.
Das tue ich selbstverstaendlich nicht.
Sie soll ja keinen Schreck bekommen.
Nachher laesst sie mich vielleicht noch los.
Wir drei marschieren ueber einen kleinen Flur.
Sie oeffnet eine Tuer. "Hier stehen meine beiden Computer.
Ein Dos- und ein Windows-rechner.
Ausserdem besitze ich noch einen Scanner und einen Brailledrucker."
Technik interessiert mich immer
und sie erklaert mir die Funktionen aller Geraete.
Dann ich kann es kaum fassen nimmt sie mich erneut bei der Hand
und wir gehen drei Schritte durch eine andere Tuer.
Unser Kurs geht geradeaus. Dann klopft sie auf einen Verstaerker.
Wieder gibt sie mir eine Lektion zum Thema Technik.
"Jetzt spiel doch bitte was fuer mich."
Die Dame setzt sich auf den Stuhl, der vor der Anlage steht.
Sie startet das Keyboard und den Verstaerker.
Ich setze mich hinter ihr auf das Sofa.
Zu meinen Fuessen sitzt mein lieber Hund.
Sie singt so schoen, dass man meint,
ein Engel sei vom Himmel herabgestiegen.
Mir wird heiss und kalt und ich finde einfach keine Worte.
Nach dem vierten Song sagt sie ganz leise:
"Ich bin halt nur eine kleine Vorstadtmusikerin.
Mit dir kann ich mich bestimmt nicht vergleichen."
"Wo hast du deine Gesangsausbildung gemacht?"
Kleinlaut sagt sie: "Es tut mir leid,
ich habe keine Gesangsausbildung.
Eine Sprechausbildung habe ich absolviert.
Da war ich noch ein junges Maedchen."
"Darf ich fragen wie alt du bist?"
"Ich bin vierzig Jahre. Warum moechtest du das wissen?"
Ganz ploetzlich ist sie auf Abwehr eingestellt.
So, als sei ich Don Juan oder gar ein Menschenfresser.
"Du hast eine aussergewoehnliche Stimme, der man nicht anhoert,
ob sie einem Maedchen oder einer Frau gehoert.
Nur deshalb habe ich nach deinem Alter gefragt."
Sie murmelt irgendetwas unverstaendliches auf deutsch.
Es hoert sich an wie Schleimscheisser.
Hart wie Stahl ist sie
und mit Sicherheit nicht der Typ Frau fuer eine Nacht.
Dann singt sie wieder.
Diesmal ist es to much lover will kill you von Queen.
So viel Ausdruck und Intensitaet,
das es mir durch Mark und Bein geht. Warum dieses Lied?
Ich glaube sie will mir sagen:
"Du bist bestimmt ein Frauenheld, aber mich kriegst du nicht."
Ich stehe auf und stelle mich hinter ihren Stuhl.
Sie dreht sich zu mir um und will offensichtlich etwas sagen.
Ich komme ihr zuvor und lege ihr eine Hand auf die Schulter
waehrend ich frage: "Ist das wirklich wahr?
Hast du nie eine musikalische Ausbildung gemacht?"
Sie zuckt zusammen, als wenn ich sie geschlagen haette
und schuettelt sich dann wie mein Hund.
Indem ich instinktiv meine Haende von Ihren Schultern nehme
sagt sie giftig: "Warum sollte ich luegen?
Ich muss mich nicht profilieren so wie du."
Treffer und versenkt. Wieder mitten ins Innere.
Also aenndere ich wieder einmal die Strategie.
Waehrend ich den Rueckzug zum Sofa antrete, frage ich leise:
"Darf ich dich Star nennen?" "Warum?"
kommt es im Kasernenhofton zurueck.
Dann fuegt sie noch barscher hinzu: "Suche dir jemand anderen,
ueber den du dich lustig machen kannst.
Mir ist fuer so was meine Zeit zu kostbar."
Mir fehlen wieder einmal die Worte. Warum bloss?
Was geschieht mit mir oder vielleicht auch mit uns?
Ich stelle mich wieder hinter ihren Stuhl, aber ohne sie zu beruehren.
"Ich mache mich keineswegs ueber dich lustig.
Es ist nur ein Vorschlag, weil ich zu daehmlich bin,
mir deinen Vornamen zu merken."
"Es tut mir sehr leid,
aber daran hatte ich jetzt nicht gedacht."
Der Kasernenhofton ist fort und ich glaube,
sie ist ein Bisschen beschaehmt.
Nun klopfe ich ihr aufmunternd auf die Schulter und sage:
"Dont worry evrythings gona be allright."
Da ploetzlich lacht sie und steht vom Stuhl auf.
"Nun musst du mir was vorspielen.
Kennst du dich mit Tasteninstrumenten aus?"
.Dieses Monster hier kenne ich nicht.
Dennoch will ich mein Moeglichstes tun.
Du wirst mir sicher helfen,
wenn ich die Technik dieser Maschine nicht verstehe."
"Ja, das werde ich" sagt sie feierlich
und drueckt mal wieder meine Hand. Nein, falsch!
Diesmal fast sie nach beiden Haenden.
Eine Zeit lang stehen wir so voreinander.
Aufeinmal laesst sie mich wieder los und sagt leise
"Verzeihung. Ich weiss auch nicht, was mit mir heute los ist."
Mein erster Impuls ist zu sagen:
"Du kannst meine Haende halten, solange du willst."
Ich widerstehe diesem Verlangen. Wir sind ja in Deutschland
und nicht bei mir zuhause in Italien.
"Darf ich dein Mikrofon nehmen? Es gibt Menschen die sagen,
dass ich auch ein wenig singen kann."
"Aber naturalmente!"
Nun wechseln wir die Plaetze.
Sie setzt sich auf das Sofa
und ich parke mein Fahrgestell auf dem Stuhl.
Ich stelle mit Entsetzen fest,
dass die Musikkonserve nur 61 Tasten hat.
Naja, es muss auch so gehen.
Ich praesentiere eine Pianoversion von nothing else matters.
Jetzt hat es ihr ausnahmsweise
auch einmal die Sprache verschlagen.

Ich sass auf dem Sofa und war hin und weg.
Ich habe in meinem Leben noch nie so eine schoene
ausdrucksvolle Maennerstimme gehoert.
Er legte nach mit dem Titel Mama said.
Von da an war mein Schicksal besiegelt.
Dann rief er seinen Kollegen an,
und der brachte ihm seine Akustikgitarre.
Wir sangen und spielten drei Stunden.
Dann sagte er: "Jetzt muss ich leider gehen.
Unser Fahrer wird gleich hier sein."
Ehe ich noch wirklich wusste, was ich tat rief ich
"Oh, das ist sehr sehr schade!"
Er packte die Ovation sicher in ihren Koffer.
Wir standen nah bei einander
und diesmal fasste er nach meinen Haenden.
Ich fuehlte mich so geborgen und sicher,
als wenn mir in diesem Leben nichts mehr zustossen koennte.
"Gibst du mirbitte deine Telefonnummer?"
Fragte er mich ganz sanft und ruhig.
Ich nannte die Zahlen. Der Wauwau kam wieder ins Geschirr
und ich begleitete die beiden hinaus.
Meine Eltern sagten ihm noch aufwiedersehen
und dann war er fort. Unser Haus war ploetzlich sehr still.
Ich fuehlte immer noch seine Haende in meinen.
Als ich wieder in meine Wohnung hinaufging, fragte ich:
"Sehen wir uns wieder?"
Dann fiel mir ein, dass er mich ja garnicht hoeren konnte.
Es war schon spaet.
Ich duschte, ging ins Bett und schlief sofort ein.


Z



©2008 by star65. Jegliche Wiedergabe, Vervielfaeltigung oder sonstige Nutzung, ganz oder teilweise, ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Autors unzulaessig und rechtswidrig.

Kommentare


Von Aabatyron
Am 26.11.2008 um 16:00 Uhr

Dein Anfangskapitel habe ich schon ein paar mal angefangen zu lesen - aber als SciFi- Liebhaber leider nie zu Ende gelesen - bis heute.

Also ganz ehrlich: Du hast dieses Kapitel mit so viel Witz und Humor geschrieben - ich bin richtig begeistert. Da werde ich in meiner abendlichen Freizeit und an den kommenden Feiertagen auch Deine weiteren Fortsetzungskapitel lesen.

Die Dialoge deiner Romanfiguren gefallen mir besonders gut - da habe ich selbst immer ein wenig Schwierigkeiten mit der passenden Formulierung. Dir ist dies wirklich gut gelungen - finde ich.

Eine sehr schöne, (ent)spannende Geschichte die es lohnt, auf jeden Fall gelesen zu werden. Das ist genau der Lesestoff für die Weihnachtlichen Feiertage - gemütlich in einer Ecke sitzend, im warmen Zuhause.







~*~ Werner May ~*~


zuletzt geändert am 26.11.2008 um 16:02 Uhr.

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