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Der Sternengucker (Kurzgeschichte) - von chris, 23.11.2020
Hallo Zusammen :-)
Hier eine kleine Kurzgeschichte. Hoffe ihr habt Freude an meinen Worten. Bitte lasst einen Kommentar zurück (EGAL welchen). Bin für Anregungen sehr dankbar (man will sich ja verbessern)
Danke Euch :-)

Der Sternengucker
Abwechselnd nahm Vincent seine Hände vom Lenkrad, um die von der Nachtluft umwehten Finger ein wenig mit wohltuendem warmen, noch nach Pasta und Knoblauch richtendem Atem von gestern aufzuwärmen. Die klare und feuchte Luft, die seit gefüllten 2 Stunden in das Fahrzeug einströmt ist ein erfrischender und wohltuender Kontrast, zu dem was da sonst in der Rushhour durch die Lüftungsschlitze eingeatmet wird.
„Endlich“ Vincent setze den Blinker. Zwar ein Kilometer zu früh aber in der Dunkelheit bei 80 km/h zu wissen, wo sich in einem unbeleuchteten Tunnel der einzige unbeleuchtete Notausgang befindet, auf den Punkt zu treffen, verdient schon Anerkennung. Diese wurde natürlich auch gleich mit der linken Hand auf seiner rechten Schulter praktizierte.
Kurz vor dem Abbiegen huschten seine Augen über den Rückspiegel „Nichts. . .wie immer “.
Die Scheinwerfer folgten auf und ab dem Takt der Fahrbahn auf der weiter unbeleuchteten Seitenstraße.
Aus dem Kofferraum erklang ein dumpfes Geräusch als das Licht den weiteren Versuch unternahm den Himmel durch ein erneutes Lichtsignale zu kontaktieren.
„Ach du Scheiße…“ Vincent schoss auf die Bremse. Die blockierten Reifen rutschten auf dem matschigen Seitenweg und folgten den breiten Traktorspuren unbehindert in eine ungeplante Richtung. Der Motor verstummt.
Vincent schaltet die Beleuchtung aus und ging mit seiner Taschenlampe in Richtung Kofferraum. Nach einem kurzen Kontrolle setzte er die Fahrt in Schritttempo fort. Trotzdem hatten nicht nur die Scheinwerfer damit zu kämpfen in Ihrer vorgesehenen Befestigung zu bleiben, auch die Reifen verloren ab und an den Kampf mit dem feucht braunen Untergrund. Immer wieder legte Vincent seine Brust auf das Lenkrad um seinen Kopf zwischen Windschutzscheibe und Lenkrad zu quetschen, wie ein kleiner Junge, der seine Nase an die große Scheibe eines Spielzeugladens presste, um voller Sehnsucht das zu wollen, was unerreichbar für Ihn war.
Der Nebel auf der Innenseite der Scheibe, aus warmen Atem und kalter Umgebung, ließ ihn nur kurz erahnen, wie viele Sterne dort oben auf ihn warten würden.
„Die haben doch heute eigentlich einen klaren Himmel angesagt . . .hmm“. Die Scheinwerfer beendeten die Kommunikation mit dem Himmel. Vincent‘s grinste während seine Innenhandfläche das glatte Leder des Lenkrads zart streichelte und seine Lippen in Richtung des begehrten Objekts zuneigende Worte wiedergaben „Jetzt hast du die Strapazen hinter dir. Hast tapfer durchgehalten“.
Der Laptop auf Vincent‘s Schoß hatte nun seine Verbindung mit dem Teleskop hergestellt „So, jetzt nur noch ausrichten“. Mit einem Klick gab er dem Button „GeoSearching“ die Anweisung die Suche zu Starten.
Vincent grinste als das zarte Summen der kleinen Motoren in der Dunkelheit alles andere übertönte. Langsam rotierte es um seine drei Achsen, bis nach etwa einer Minute die Position durch einen Piepton bestätigte wurde.
„So“ Vincent schaute auf sein Handy, um zu prüfen, ob es über Bluetooth eine Verbindung mit seinem Laptop eingegangen war. „Gleich müsste Sie zu sehen sein“.
Der Jäger lauert auf seine Beute. Ohne zu blinzeln verharrten seine Augen in Standby-Modus auf die Erscheinung seines Lieblingsobjekts, die ISS.
Keine ISS.
Vincent‘s Stirn bildeten kleine Furchen über den Augenbrauen. Sein Programm zeigte alle Daten zur Positionierung der ISS korrekt an.
„Scheiß Wolken“ er neigte seinen Kopf in den Nacken, stand auf, legte seinen Laptop auf den Hocker und dreht sich mehrmals im Kreis. „Keine Wolken…Kein Mond…“.
Vincent schluckte „Keine Sterne… Wo sind die Sterne?“
Seine Knie versanken im Schlamm. Alle seine Finger arbeiteten mit Hingabe und Eile auf der Tastatur. Die neuen Koordinaten standen.
„Wo ist der Mars?“ Selbst das zarte Summen der Rädchen hätten seine Stimme in diesem Moment übertönt. Das Teleskop setzte sich erneut in Bewegung. Vincent klopfte mit den Fingern auf seinem Oberschenkel „Warum dauert das so…“ der erneute Piepton unterbrach seine Gedanken.
„Wo zum Teufel ist der Mars?“
Seine Stimme sprang eine Oktavenstufe höher „Wie kann alles weg sein?“
Vincent setzte sich auf seinen Fahrersitz und schaltete das Radio ein.
Rauschen.



©2020 by chris. Jegliche Wiedergabe, Vervielfaeltigung oder sonstige Nutzung, ganz oder teilweise, ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Autors unzulaessig und rechtswidrig.

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