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Poesie => Nachdenkliches


Zimmer vier ... - von AlterMann, 23.03.2020
Erläuterung Ich war vor kurzem für eine lange Zeit im Krankenhaus. Da habe ich als mitfühlender Mensch, der auch gerne schreibt, Dinge erlebt die mich heute noch über mich selbst staunen lassen. So mit diesem alten Mann. Ich weis noch nicht einmal mehr wie er hieß! Er hat mir in seiner körperlichen und geistigen Einsamkeit so sehr leid getan...


Zimmer vier...

Er hat gelebt, rücksichtslos und in vollen Zügen.
Sein Ziel war immer haben, niemals geben.
Doch jetzt wo's zu Ende geht
ist er allein!
Nicht Gott, nicht Mensch,
niemand will bei ihm sein.

Sein Schrei nach Hilfe verklingt ungehört.
Die anderen Menschen fühlen sich nur gestört.

Aber, ...Hilfe; so schreit er weiter mit aller Kraft
einmal, zweimal, ... jede Minute.

Er ist sehr alt an Körper und Geist,
doch jede Minute er lauthals schreit
Hilfe!

Ich hatte Erbarmen,
er tat mir leid,
ich dachte vielleicht ist er bereit
wenn ich ihm einen Weg aufzeige?

Leise in sein Ohr flüsternd hab ich ihn gefragt
„Wer soll dir denn helfen“,
so hab ich es gewagt und ihn gefragt
„Ich weis es nicht“ hat er gesagt.
Er sagt nur „irgendwer.“

Ich hab ihm zart ins Ohr geraunt und leis gesagt,
„kannst du beten, ... dann tue es jetzt?“
Sein Blick fragt mich gehetzt,
„was willst du?“

Trotz seines hohen Alters und der Todesnähe
ist ihm immer noch nicht klar,
dass seine Zeit zu leben
ihm als Geschenk gegeben war.

Doch um zu friedlich zu sterben und dann weiter zu leben,
müsste er erst mal Demut lernen.
Dann könnte er sein Leben
in Würde dem zurück geben
der es ihm gegeben hat.
Wer immer das auch sei!

Doch er hat in 86 Jahren nie Herz und Geist erhoben
um zu bitten ihm eines Tages die Gnade zu gewähren,
einen friedlichen Tod zu sterben.
Also ist er jetzt allein.

Das Herz des alten Mannes ist allen verborgen.
Alle seine Erinnerungen, seine Ängste und Sorgen
die er im Herzen trägt,
trägt er ganz allein!
Und sie wiegen in diesem Moment furchtbar schwer!
Das weiß ich!

Alles was er einst getan, gehabt und gesollt,
niemand weis was er erreicht,
was er gewollt.
Und niemand will es mehr wissen.
Er liegt allein in Zimmer vier!
Noch nicht einmal seine Kinder sind jetzt hier
Das tut unsagbar weh!

Vielleicht kann er mit seinem Geschrei nach Hilfe,
irgendwann einen Gott erweichen,
ihm die Hände zu reichen,
und sich seiner zu erbarmen.
Ich glaube aber eher nicht!

Der Weg zum inneren Frieden und zu einem Gott ist nicht so leicht,
die Angebote das zu erreichen sind oft sehr seicht.
Dabei ist es doch wirklich ganz einfach!

Liebe die Menschen, sei einfach gut,
lerne verzichten
und hab den Mut
auch mal nein zu sagen!

Doch davon weiß er nichts,
hat nie davon gehört.
Er selbst jetzt noch darauf schwört
Geld zu haben,
das ist Glück!

Sein lauter Schrei nach Hilfe verklingt weiterhin ungehört,
Die Schwestern und andere Patienten fühlen sich nur gestört
durch seinen ständigen Schrei nach Hilfe!

So schreit er traurig, einsam und verloren weiter,
ungehört,
...Hilfe!
Jede Minute, mit aller Kraft

Ich bitte in meinem Herzen leis für ihn
„bitte meine Göttin lass ihn zu dir gehen,
ohne große Qual.“


Die wichtigsten Stunden in unserem Leben sind die in denen wir lieben...



©2020 by AlterMann. Jegliche Wiedergabe, Vervielfaeltigung oder sonstige Nutzung, ganz oder teilweise, ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Autors unzulaessig und rechtswidrig.

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