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Prosa => Krimi


Hoby V.D. 11 April 1882 - von Andrea, 14.03.2019
April 11 1882 Hoby V.D.

Don kam gestern Abend sehr spät zu unserem Lagerfeuer. In der Stadt wollen wir Beide nicht mehr übernachten. Hier draußen ist es so friedlich.
Wir unterhielten uns über die Briefe und was Don herausgefunden hatte. Alle Rancher, die vom Sheriff bestochen wurden, haben tatsächlich eine Gemeinsamkeit.
Ihre Frauen lebten zeitweise in Wood City. So nennt sich ein Baumfäller Lager im westlichen Teil von Texas. Zwei Rancher haben sogar dort gearbeitet und ihre heutigen Frauen wohl auch dort gefunden. Als ich Don schmunzelnd ansah, grinste er zurück. Wir Beide hatten wohl denselben Gedanken. Frauen in einem Baumfäller Lager haben nur eine Aufgabe…
Hart arbeitende Männer brauchen Abwechslung und eine Frau kann ihre Bedürfnisse befriedigen. Ob unser toter Sheriff davon wusste? Hat er sie erpresst? Die Rancher verkaufen Fleisch und Felderträge an die Bürger dieser Stadt. Sie sind alle „brave“ Bürger mit Anstand und Sitte. So zumindest wollen sie den Anschein wahren. Der Reverend setzt dem ganzen noch einen drauf und redet von Sünden bei Ehebrüchen, Teuflischen Strafen bei unsittlichem Verhalten und so weiter. Sie würden auf Prostituierte mit dem Finger zeigen und sich anderen Händlern zuwenden. Wenn der Reverend ebenfalls davon wusste, wird er sie wohl verachtet haben. Wir ritten kurz nach Mitternacht zur Kirche. Weder Don noch ich wußte wonach wir suchen sollen, aber wir hatten so ein Gefühl, dass hier ein weiteres Detail zur Aufklärung des Mordes zu finden sei. Die Tür war leicht zu öffnen. Ein großes altes Schloss, welches Don in ein paar Sekunden geknackt hatte. Es war gruselig. Ich hatte Gefühl beobachtet zu werden und konnte kaum den Blick vom Jesus Kreuz lassen, das hinter dem Altar stand und mir einreden wollte, das ich eine große Sünde begehe. Zum Glück hatten wir Vollmond, sodass genug Licht durch die bunten Fenster einfiel um etwas sehen zu können.
Don verschwand im Nebenraum. Ich hörte Schranktüren klappern. Ich schaute mir den Altar genauer an. Im Nebenraum hörte ich plötzlich lautes scheppern. Erst fluchte ich über Don, weil er so viel krach machte, aber es hörte nicht auf.
Neugierig betrat ich den Raum und wurde mit Wucht zur Seite gestoßen. Instinktiv krallte ich mich am Gegner fest um nicht zu hart aufzuschlagen. Dabei riss ich ihm einen Teil seines Hemdärmels ab. Ich habe mir wohl eine Rippe geprellt, denn es schmerzt beim Atmen.
Don liegt jetzt neben mir auf seiner Decke. Er war so in Rage, dass er das Messer in seinem Rücken nicht bemerkte. Wahrscheinlich hat das Adrenalin dafür gesorgt, dass er sich noch in den Sattel schwingen konnte und wir es bis zum Lagerfeuer zurück schafften.
Ich habe die Wunde versorgt und ihm etwas zum Schlafen gegeben. Natürlich wusste er nichts davon, sonst hätte er den Becher Wasser mit dem Schlafmittel nicht getrunken. Sicher wird er mich Morgen dafür zur Rede stellen, aber das war Nötig. Im schlimmsten Fall schmollt er den Rest des Tages. Das kann er gut, wenn er beleidigt ist. Aber ich weiß, er wird mir verzeihen und einsehen, dass es ihm gut getan hat. Es ist keine Lebensbedrohliche Verletzung, aber sehr schmerzhaft, denn den Teil des Rückenmuskels braucht er zum gerade stehen und er wird beim reiten sehr beansprucht. Mal sehen ob wir Morgen zu den Ranches raus reiten, denn heute hatte es nicht geklappt. Er wird sicher wieder den harten Mann markieren und keine Mine verziehen, wenn wir im Sattel sitzen. Manchmal beneide ich ihn um seine Kraft. Er ist für dieses Land geboren. Dennoch finde ich mich auch ganz gut zu Recht hier. Die Gesetze werden kommen und das Land wird allmählich Zivilisierter. Leute wie ich, tragen sicher dazu bei. Es lässt sich so vieles ohne Revolver klären. Wenn es mir hier nicht mehr gefällt, kann ich immer noch zur Westküste reisen und dort eine Tierarztpraxis eröffnen. Zurzeit fühle ich mich dem Land Texas verbunden. Auch meine Freundschaft zu Don Lasko wollte ich nicht missen. Wir können Beide noch viel von einander lernen.

Also bis Morgen, so long Leo Hoby



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