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Prosa => Krimi


Lasst die Vergangenheit ruhn Kapitel 38, 39 und 40 - von Andrea, 10.03.2019
Kapitel 38


Schubert lief in seinem Büro auf und ab. Voller Hoffnung starre er die Tür an. Aber diese öffnete sich nicht. Keine Nachricht, dass sie Erfolg hatten. Keiner kam herein und gab einen Bericht über die Aktuelle Lage. Er wusste genau, dass sie alle Angst vor ihm hatten. Niemand wollte schlechte Nachrichten überbringen. Genau das liebte er. Sie sollten alle vor ihm kriechen. Wie Arbeiterbienen, die ihre Königin mit allem versorgen und stets auf ihr Wohl bedacht sind. Solange sie angst haben Fehlschläge zu Melden, werden sie alles daran Geben, Erfolg zu haben. Nur so konnte er sich auf sie verlassen. Der Mensch war schon etwas Besonderes. Wenn man seine Schwächen wusste, konnte man sie hervorragend zu eigenen Gunsten ausnutzen.
Irgendwann wurde ihm die Warterei zu langweilig.
Er öffnete selber die Tür und trat in den riesigen Flur. Die ganze Kunst, die sich hier befand hatte er noch nie bewundert. Große Gemälde berühmter Maler zierten die Wände. Ein wunderbar gezimmerter Sekretär stand gleich neben der Tür. Mit seinen verzierten Beinen und dem eingravierten Muster auf der Schublade ein wahrer hin Gucker.
Ihm gefiel nur ein Bild. Es hing der Bürotür direkt gegenüber. Immer wenn er es verließ, fiel es ihm ins Auge. Er hatte selbst dafür gesorgt, dass es dort hing.
Es war von einem Maler Namens Carl Spitzweg und hatte den schönen Titel; Der strickende Wachposten.
Ein Soldat, der sein Gewehr an einem Felsen abgestellt hatte. Er stand neben einer Kanone und strickte. Schubert gefiel vor allem der Gesichtsausdruck des Soldaten. Er zog ihn magisch an. Immer wenn er davor stand, dachte er über seine Männer nach. Wie würde er sie bestrafen, wenn sie so unachtsam wären. Der tiefere Sinn des Bildes sprach ihn nicht an. Gedanken darüber, warum aus der Kanone ein Vogelnest heraus ragt, hatte er sich nie gemacht. Er war kein Kunst Liebhaber. Für ihn zählte nur das reale Leben. Die kariere, das Ansehen.
Noch bevor er das Schloss verließ zündete er sich eine Zigarette an. Er rauchte selten. Eigentlich nur, wenn er nervös war.
Jetzt war der Zeitpunkt an dem die Zigarette ihm etwas beruhigen sollte.
Im Saal machten sie alle einen großen Bogen um ihn. Wenn Major Schubert schon raucht, dann ist es besonders schlimm mit seinem Gemüt.
Vor dem Eingangstor standen die Wachen. Sie konnten seinem Blick nicht ausweichen. Ihr klarer Befehl war die Bewachung des Haupteingangs. Er wollte nicht noch einmal in seinem eigenen Büro vom Feind überrascht werden.
„ Gibt es was zu Berichten?“ fragte er mit so ernster Mine, dass die beiden Wächter zusammen zuckten.
„ Nein, Herr Major!“ die Antwort kam nur zögerlich.
„ Ich habe über dreißig Mann da draußen und keiner ist in der Lage zwei trottelige Idioten fest zu nehmen?“
Die Beiden an der Tür blieben stumm. Es war das Beste nichts zu sagen und sich ruhig zu verhalten.
Schubert schnipste den Zigarettenstummel weg.
Sie mussten doch irgendwann auftauchen.
Wut baute sich auf. Schubert wusste nicht wohin mit seinem ganzen Zorn. Er konnte sich kaum noch beherrschen, packte einen der Wächter am Kragen und zog ihn nahe an sich heran.
„ Ich will Ergebnisse hören.“ Er schrie ihn so laut an, dass es in den Ohren schmerzte.
„ Ihr steht hier faul herum, während unser größter Feind uns gerade versucht zu vernichten!“
„ Aber…aber wir sollen doch den Eingang….“
Mitten im Satz bekam der junge Soldat eine Ohrfeige. Die Finger des Majors hinterließen rote Streifen auf dessen Wange. Durch die Wucht stolperte dieser zurück. Sein Gewehr fiel ihm aus der Hand während er unsanft auf dem Gesäß landete.
Sein Kamerad traute sich nicht zu Helfen. Mit großen Augen und vor Angst zitternden Knien blieb er steif auf seinem Posten stehen.
„ Steh auf!“ schrie Schubert den gestürzten weiter an.
„ Seit wann wird sich im Dienst ausgeruht! Eine Schande seid ihr. Aus euch wird nie ein guter Soldat. Ihr werdet immer ganz unten in der Reihe bleiben.“
Angeekelt stieß er den zweiten Posten beiseite.
„ Was stehst du mir im Weg rum!“





Kapitel 39


Francis hatte alles durchdacht. Er würde einfach auf den Bahnhofsplatz gehen und dafür Sorgen, dass sie ihn erkannten. Peter hatte die Aufgabe zur Hütte zu gelangen.
„ Also gut! Gehen wir es an.“
Langsam schlenderte Francis auf den Bahnhof zu.
Er war erstaunt, wie weit er kam. Erst kurz vor dem Betreten der Halle starrte ihn der erste Soldat ungläubig an.
Erleichtert atmete er aus. Es war nicht sein Ziel die Halle zu betreten. Dort hätte er kaum noch Fluchtmöglichkeiten gehabt.
Francis spielte den zu Tode erschrockenen. Sie sollte denken, dass er nicht damit gerechnet hatte, erwischt zu werden.
Es dauerte Sekunden, bis der Soldat seine Überraschungsstarre überwunden hatte und nach seinen Kameraden rief.
Jeder Uniformierte drehte sich zu ihm hin. Auch sie glaubten erst nicht was sie sahen, starteten dann aber zum Spurt.
Im Wettrennen war Francis gut. In der Schule war er einer der Schnellsten. Er hoffte, davon nicht allzu viel verlernt zu Haben. Ein guter Rodeoreiter und Kämpfer musste nocht lange kein guter Sprinter sein. Er konnte sich kaum noch daran erinnern, wann er das letzte Mal einen Wettlauf bestritten hatte.
Sein Vorteil war der große Abstand. Er hatte einen guten Vorsprung und hechtete die Straße hinunter.
Wie erwartet, wollten die Soldaten kein Risiko eingehen und ihrem Major erzählen müssen, dass sie ihn nicht fassen konnten. Sie rannten alle hinter ihm her, in der Hoffnung, einer holt ihn schon ein.
Francis lief den Weg zur Jakobskirche zurück. Durch die Gittertür und am anderen Ende die Mauer wieder hoch. Vier Verfolger hatten schon aufgegeben. Entweder war ihnen die Puste ausgegangen oder sie ließen den Schnelleren die Verfolgung weiter halten.
Auch Francis schnappte nach Luft. Lange konnte er das Tempo nicht beihalten. Immer noch fünf hinter ihm und sie schienen gut durchtrainiert zu sein.
Er musste sie jetzt irgendwie los werden. Peter war sicher schon längst über dem Platz gelaufen und außer Gefahr.
Ohne Orientierung rannte Francis durch Gassen und Gärten.
Irgendwann fand er sich nördlich vom Schloss wieder auf einem Platz. Rechts konnte er das Schloss sehen, links eine lange Fassade mit großem Bogen. Davor standen etliche Kutschen. Er hörte Pferde wiehern und lief auf den Bogen zu. Es war ein wahnsinniges Glücksgefühl, das in ihm aufstieg, als er die Pferde auf dem Hof sah.
Zehn wunderbare Tiere, angeleint in Reih und Glied. Sein geübter Blick fiel gleich auf einen schwarzen Hengst, der mit viel Temperament mit dem rechten Vorderhuf auf den Pflastersteinen scharrte.
Er sah sich im Hof um.
Niemand war zu sehen.
An einem Hacken hingen mehrere Trensen. Francis nahm eine und zog sie dem Hengst über. Ohne Widerstand nahm das muskulöse Tier das Gebiss an. Er sehnte sich nach einem Ausritt. Dieses Pferd brauchte viel Bewegung. Wahrscheinlich war im Klar, dass es gleich los ging.
Auf den Sattel verzichtete Francis. Soviel Zeit blieb ihm nicht. Seine Verfolger werden schnell merken, dass er hier rein gelaufen sein muss.
Nicht nur der Hengst, sondern auch Francis freute sich auf einen Ritt. Viel zu lange schon saß er nicht mehr im Sattel. In Texas gab es keinen Tag ohne Ritt.
Vor Freude zog der Rappe die Vorderhufe hoch, als Francis ihn Richtung Torbogen lenkte.
Ohne Sattel war es eine Herausforderung nicht ab zu Stürzen. Nur ein geübter Reiter blieb dabei auf dem Rücken des Pferdes.
Francis war ein Profi.
Das Tier ließ sich sehr schön führen. Es war gut Trainiert und auf den Menschen abgestimmt.
Sobald er das Tor passierte, trabte der Hengst los. Francis ließ ihn kurz in diesem Rhythmus und peilte den Park an. Hier konnte er ihm freien Lauf lassen.
Im Galopp preschte der Rappe über die Wiesen.
Es war ein wahres Glücksgefühl, auch wenn der Anlass zu diesem Ritt alles andere als ein Vergnügen war.
Im Park befand sich Goethes Gartenhaus.
Liebevoll pflegten ein paar Frauen das Andenken an den großen Dichter aus Weimar.
Sie bearbeiteten gerade den Vorgarten, als Francis an ihnen vorbei galoppierte. Der Boden war weich. Mit jedem anheben einer Hufe flog Dreck durch die Luft. Ideal für Pferde. Dreckklumpen landeten auch im Blumenbeet. Die Frauen waren Sprachlos.
Mit offenen Mündern schauten sie ihm nach. Erst als er schon weit entfernt war, erbosten sie sich über dieses rüpelhafte Benehmen.
Francis wusste nicht wo hin er reiten sollte. Er brauchte nur viel Abstand zu seinen Verfolgern.
Der Hengst schien sich auszukennen und genoss die lockere Führung seines Reiters.
Sie erreichten einen großen Platz mit Springbrunnen. Gezielt bremste das Tier davor ab, neigte seinen Kopf ins Wasser und saugte das kühle Nass auf.
„ Noch ein Schloss!“ murmelte Francis.
Auf einem goldenen Schild neben der Eingangstür stand, Schloss Belvedere.
Kein Mensch war zu sehen. Vor einem Schloss erwartete man doch Bedienstete, Gärtner oder sonstige Angestellte, aber der Platz war Menschenleer.
Für Francis ein großer Vorteil. Niemand stellte ihm lästige Fragen.
„ Sie sind ein verdammt guter Reiter!“
Erschrocken drehte Francis sich um. Auf der Wiese hinter ihm stand einer der Soldaten. Mit breitem Grinsen kam er auf ihn zu.
„ Sie haben doch nicht geglaubt, dass sie uns entkommen könnten.“
„ Doch, das habe ich“, gab Francis trocken zurück.
„ Sie müssen ein Pferdekenner sein. Haben sich ohne zu zögern das beste Tier aus dem Marstall geholt. Das ist Nepomuk von Markenstein. Ein Jagdpferd des Herzogs von Markenstein. Regelmäßig finden sich hier auf Schloss Belvedere die hohen Herren zusammen um auf die Jagd zu gehen. Nepomuk kennt diesen Park ganz genau. Jeden Graben und jeden Hügel. Es ist sein Revier.
Ich habe sie aus dem Tor des Marstalls reiten sehen und mir gedacht, dass Nepomuk sie hier her führen wird.“
„ Also gut, sie haben mich gefunden und was jetzt?“ Breitbeinig stand Francis neben dem Brunnen und beobachtete seinen Gegner genau.
Er war ein durchtrainierter Mann. Groß, muskulös und zeigte Haltung. Mit angehobenen Fäusten trat er auf Francis zu.
„ Jetzt poliere ich dir erst mal dein großes Maul. Du hast meinem Freund das Gesicht entstellt. Er wird für ewig Narben auf der Wange haben. Ich habe gehofft, dich allein anzutreffen um meinen Freund zu rächen.“
„ Die Sache mit dem Nagelbrett in der Hütte tut mir leid, aber ich hatte keine andere Wahl. Immerhin habe ich ihn am Leben gelassen. Seinen Kameraden auch.“
„ Du wirst noch um dein Leben betteln, wenn ich mit dir fertig bin!“
Er tänzelte mit leichten Schritten auf Francis zu. Seine geballten Fäuste hielt er auf Höhe, und deckte Gesicht sowie Halspartie. Die Ellbogen verhinderten einen Schlag in die Magengrube.
Ein Boxer.
Auch Francis nahm Stellung ein. Er drehte sich seitlich zum Feind.
Sie bewegten sich langsam im Kreis. Jeder beobachtete erst mal den Anderen.
Den ersten Schlag setzte der Soldat an. Er war schnell. Francis hatte die Faust zu spät kommen sehen und wollte seitlich ausweichen. Sie streifte ihn am Jochbein und riss seinen Kopf herum. Sein Gegner war ein Linkshänder. Jetzt wo er es schmerzlich erfahren hatte, konnte er sich besser auf ihn einstellen.
Er bot ihm seine rechte Seite, denn dies war seine Stärke.
Beide schlugen ein paar Mal zu, aber niemand traf.
Francis täuschte mit Rechts einen weitern Schlag und kam durch die hochgezogene offene Deckung mit der linken Faust. Seine Knochen trafen den Solar Plexus und nahmen dem Soldaten kurz die Luft.
Er setzte sofort nach. Zog seinen upper cut mit Hüfteinsatz unter dessen Kinn und brachte ihn damit zu Fall.
Aber sein Gegner war ein harter Kämpfer. Blitzschnell kam er wieder auf die Füße und rannte Francis entgegen. Beide hatten vor den Anderen zu überrumpeln und so stießen sie mit voller Wucht zusammen.
Der Kopf des Soldaten war leicht abgebeugt und prallte gegen Francis Nase. Er spürte, wie der Knochen im Nasenbein brach. Sofort lief ihm Blut über die Lippen und tropfte zu Boden. Aber auch sein Gegner kam nicht ohne Knochenbruch davon. Sein Schlüsselbein konnte den Aufprall nicht stoppen und gab nach.
Er stieß einen kurzen, spitzen Schrei aus, als sie Beide zu Boden stürzten.
Francis lag unter ihm und versuchte die Kontrolle zu bekommen. Der Soldat drückte ihm seinen Ellbogen in die Kehle, und schlug mit der rechten Faust auf ihn ein.
Da es der verletzte Arm war, der Francis die Luft weg drückte, klammerte er seine Finger an dessen Schulter und drückte so fest er konnte zu. Der Schmerz im Schlüsselbein wurde unerträglich und der Soldat musste seinen Druck nachgeben. Er versuchte den Griff zu lösen, hatte dabei keine Möglichkeit der Verteidigung mehr. Francis hatte noch eine Hand frei. Gezielt trafen seine Knöchel die Schläfe des Anderen. Der Soldat sackte zusammen, atmete schwer, blinzelte Francis an bevor sein Oberkörper nach vorne überfiel.
Fast eine Minute lang blieben beide Kämpfer so liegen.
Francis holte tief Luft durch seinen Mund. Die Nase war angeschwollen und ließ keinen Sauerstoff mehr durch.
Er wälzte den Köper des Bewusstlosen von sich und kam wackelig auf die Beine.
Kopfschüttelnd sah er zu ihm herab.
Dann kam ihm eine Idee.

















Kapitel: 40



Peter tastete die Unterseite des Tisches ab und fand den dort versteckten Brief. Auch den Liebesbrief an Schubert zog er hervor. Wenn er jetzt erwischt wurde, waren die Beweise weg. Ihm war Bewusst, wie viel auf dem Spiel stand. Er musste vorsichtig sein. Sein Leben, das von Johanna und seinen Eltern, lag nun in seinen Händen. Auch Francis war in Gefahr solange er sich noch hier in Deutschland aufhielt. Das ihm Schubert bis nach Texas verfolgen würde, war unwahrscheinlich.
Er blickte sich immer wieder zu allen Seiten um.
Kein Soldat, keine Verfolger.
Sie waren alle hinter Francis her.
Hoffentlich konnte er ihnen entwischen.
Über viele Nebenstraßen und Gassen schlich sich Peter zum Haus zurück. Er wollte schon auf die Tür zutreten, als er auf der gegenüber liegenden Seite einen Mann entdeckte.
Keine Uniform, keine auffällige Statur, aber dennoch hatte Peter ein ungutes Gefühl.
Er konnte es nicht beschreiben. Irgendetwas störte ihn an diesem Mann.
Warum stand er dort? Es gab nichts zu sehen. Auch keine Bank auf der man sich ausruhen konnte. Er stand nur da, rauchte eine Zigarette und hatte eine Zeitung unterm Arm geklemmt. Peter blieb das Herz fast stehen. Er musste irgendwie an Johanna ran kommen. Auf seiner Taschenuhr rückten die Zeiger auf dreizehn Uhr vierzehn. Nicht mehr viel Zeit, um pünktlich beim Autorennen zu sein, bevor dort alles abgesperrt wurde.
Er biss sich auf die Unterlippen und dachte angestrengt nach.
„ Ich könnte mich von hinten anschleichen und ihm einen Ast über Kopf ziehen.“ Er erschrak bei dem Gedanken. Noch nie hatte er an Gewalt gedacht, geschweige denn sie anzuwenden. Wenn der Mann dabei stirbt, war er ein Mörder. Damit konnte er nicht leben. Es musste einen anderen Weg geben.
In diesem Moment der Überlegung öffnete sich die Haustür.
Johanna trat auf die Straße. Sie hatte sich umgezogen und ihr Haar frisiert. Ein hübsches Kleid, Seidenstrümpfe und langes lockiges Haar. Kaum wieder zu erkennen.
Sie überquerte die Straße und hielt gezielt auf den fremden zu. Jeder ihrer Schritte hallte auf den Pflastersteinen.
Peter hielt den Atem an. Was hatte sie vor?
Er duckte sich tiefer hinter einen Busch und konnte durch die Zweige Luken. Vorsichtshalber hob er einen Ast auf, der nicht besonders dick war. Aber er war dennoch besser als keine Waffe und viel Auswahl hatte er nicht unter dem einzigen Baum in seiner Nähe.
„ Du hast dir aber Zeit gelassen“, sagte der Mann. Seine dunkle Stimme war deutlich zu hören.
„ Eine Reporterin muss sich eben hübsch machen um die männliche Konkurrenz zu überbieten.“ Sie lächelte und gab dem Mann einen leichten begrüßungs- Kuss auf die Wange.
„ Ich bin froh, dass du gekommen bist. Hast du meinen Ausweis und mein Notizblock mit gebracht?“
„ Sicher. Alles hier.“ Er überreichte ihr die gewünschten Teile.
„ Warum bist du nicht einfach in die Geschäftsstelle gekommen um dir deine Sachen zu holen?“
„ Das kann ich dir noch nicht sagen. Aber vielen Dank für deine Hilfe.“
„ Johanna! Du hast doch nichts Dummes im Sinn…oder?“
„ Ich mache nie dumme Sachen. Das weißt du doch!“
„ Ich mache mir trotzdem sorgen. Erst erscheinst du Tagelang nicht im Büro und jetzt diese Heimlichkeiten!“
„ Stell bitte keine Fragen. Ich will nur einen sensationellen Bericht verfassen.“
„ Es wimmelt nur so von Soldaten in der Stadt. Ich hoffe, dass hat nichts mit dir zu tun!“
„ Nein!“ lächelte Johanna ihn beruhigend zu. „ Die sind sicher wegen dem Autorennen im Einsatz.“
Der Fremde schüttelte zwar den Kopf, hatte aber dennoch Zweifel. Peter hielt sich weiterhin versteckt und wartete ab.
„ Geh jetzt!“ befahl Johanna ihrem Bekannten in einem direkten, aber auch liebevollem Ton.
Sie betrachtete ihren Presseausweis und schlug den Notizblock auf. Im Umschlag steckte ein Stift.
Alles vorhanden. Jetzt fehlt nur noch…
Peter kam aus seinem Versteck, nachdem der Mann nicht mehr zu sehen war.
„ Alles in Ordnung?“ fragte er beim näher kommen.
„ Ja. Hast du die Briefe?“
Grinsend zog er sie aus seiner Tasche.
„ Hier. Du hast nicht mehr viel Zeit.“
„ Ich weiß.“ Sie sah sich nach allen Seiten um. Ihr Blick würde düster als sie wieder Peter ansprach.“ Wo ist Francis, ist ihm was passiert?“
„ Er musste die Soldaten ablenken, damit ich ungesehen die Briefe holen konnte. Ich bin sicher, er hat sie abgehängt. Mach dir jetzt um ihn keine Sorgen. Deine Aufgabe ist zu Wichtig.“
„ Ich weiß. Aber es fällt mir schwer. Was ist, wenn er…?“ sie konnte den Satz nicht zu ende sprechen. Angst und Sorge schnürten ihr die Kehle zu.
„ Ich habe jetzt Zeit ihn zu suchen. Du konzentrierst dich auf deine Aufgabe.“
Er zog sie zu sich und küsste ihre roten Lippen.
Johanna war für einen Moment überrascht. Zuckte mit dem Kopf zurück, aber sein Griff war stark.
Sie ließ es zu.
Erwiderte seinen Kuss.
„ Es tut mir leid!“ stammelte Peter, nachdem er sie los ließ. Er kniff die Augen zusammen und rechnete fest mit einer Ohrfeige.
Nichts dergleichen passierte.
Stattdessen zog sie ein Taschentuch hervor um über seine Lippen zu tupfen.
„ Du hast dort Lippenstift.“ Sie lächelte, weil es komisch aussah.




©2019 by Andrea. Jegliche Wiedergabe, Vervielfaeltigung oder sonstige Nutzung, ganz oder teilweise, ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Autors unzulaessig und rechtswidrig.

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