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Hoby V.D. 7.April 1882 - von Andrea, 01.02.2019
April 7.1882 Hoby V.D.

Die paar Stunden schlaf haben gut getan. Ich war heute noch mal im Stall. Mir ließ das keine Ruhe. Ich wollte den Grund für das Verhalten, des Pferdes herausfinden.
Ich konnte es gestern Nacht im Stall beobachten. Es hatte einen sehr unruhigen Schlaf. Im Traum schlug es immer wieder mit der linken Hinterhand aus und traf dabei sein rechtes Bein. Immer an derselben Stelle. Solange der Verband drum war, konnte die Wunde heilen. Wurde der Verband gelöst ging es wieder von vorne los. Ich fragte Mister Gardner, den Mietstallbesitzer, ob er etwas über die Vergangenheit des Pferdes wusste, und er erzählte mir erstaunliches. „ Das Pferd gehörte einem alten Farmer. Dieser züchtete Gänse und Enten. Er musste das Tier loswerden, weil es immer mit der Hinterhand ausschlug. Er hatte Angst sich dem Pferd auch nur zu nähern. Als er mir sagte, dass das Pferd bei den Gänsen und Enten stand wurde mir alles klar. Das Federvieh hat das Pferd wohl immer von hinten angegriffen. Ich habe schon einmal einen Hahn gesehen, der den Farmerjungen stets angriff, wenn dieser auf den Hof kam. Der Hahn kam von hinten heran und hakte den Jungen in die Waden. Das ging so weit, dass der Besitzer ihn schlachten musste.
Hier im Stall fühlte sich das Pferd wohl, aber im Traum lebte die Vergangenheit weiter. Dem Tier kann nur geholfen werden, indem wir beim Sattler einen Lederbeinschutz anfertigen lassen, den das Tier nachts immer tragen muss.
Am Nachmittag traf ich Doktor Carter. Er saß bei Kaffee und Kuchen und lud mich an seinen Tisch ein. Wir unterhielten uns hauptsächlich über Medizin. Es war ein interessantes Gespräch. Er erzählte mir über ein kleines Mädchen, das nun schon zum dritten Mal bei ihm war, und immer wieder stellte er die gleiche Diagnose, Bandwurm. „ Ich habe sie immer mit einer Bandwurmkur behandelt und sie schlug auch jedes Mal an, aber nach gewisser Zeit kam die kleine erneut damit an. Die Mutter kommt nun nicht mehr zu mir, weil sie mir unterstellt, dass ich dem Kind nicht helfen kann. Wie siehst du die Sache?“ Ich kam schnell zu dem Ergebnis, dass es einen Überträger geben muss. Das Kind hat Kontakt zu einem Infizierten Tier oder irgendwas in der Natur. Vielleicht ist es ein Beerenstrauch. Doktor Carter war dergleichen Meinung. Er bat mich zur Ranch zu reiten um dort nach der Ursache zu suchen. Er selber war dort unerwünscht. „Der Vater wirft ihm Unkenntnis vor, obwohl ich seiner Familie schon so oft geholfen habe. Damals als er vom Dach fiel und sich einen komplizierten Beinbruch zuzog habe ich ihn behandelt. Er kann nun wieder ohne schmerzen laufen. Seiner Frau habe ich bei der Geburt beigestanden, die auch nicht leicht verlief, aber Kind und Mutter haben überlebt. Und nun erzählt er in der ganzen Stadt, was ich für ein Quacksalber bin. Ich verstehe das nicht.“ Er war sehr verzweifelt. Ich konnte ihm seine Bitte nicht abschlagen.
Die Ranch lag etwa zwei Meilen südlich der Stadt. Ich wurde freundlich empfangen und konnte mich bei einem guten Tee einen Überblick verschaffen. Das Haus war hübsch eingerichtet und sauber. Das kleine fünfjährige Mädchen hatte gleich vertrauen zu mir und zeigte mir ihr Schaukelpferd. Ich fragte sie, ob sie ein Tier im Hause haben, und bekam ein klares Nein. Der Doc hatte wohl auch schon danach gefragt und damit unbewusst die Mutter beleidigt, die sehr eitel war. Die Eltern konnten mir nichts sagen, also befragte ich die Kleine.“ Was machst du so den ganzen Tag?“ sie zeigte mir wieder ihr Schaukelpferd und ihren Stift mit dem sie auf ein Stück Papier malen durfte. Erst nach einer Stunde nahm sie meine Hand und führte mich zur Scheune. In der hintersten Ecke stand ein alter Hühnerkäfig indem ein Waschbär saß. Sie holte ihn raus und zeigte mir, wie zahm er war. Er ließ sich tatsächlich streicheln und spielte mit einem Stöckchen. Als ich den Kot des Tiers sah, war mir alles klar. Die Eltern standen erstaunt hinter mir und konnten nicht fassen, dass ihr Kind hier so ein Geheimnis aufbewahrte. „ Sehen sie nur hin. Die Kleine hat ständig den Finger im Mund. Kein Wunder, dass sie sich immer wieder ansteckt. Ich kann dem Waschbär helfen, aber ihr Kind sollten sie von Doktor Carter behandeln lassen. Und denken sie auch daran, sich bei ihm zu Endschuldigen.“ Am Abend wurden ich und Don zu einem Essen bei Doktor Carter eingeladen. Es war ein sehr schöner langer Abend. Don sagte mir, „ Wenn du so weiter machst, nehme ich noch kiloweise zu. Ständig werden wir eingeladen.“ Ich musste lachen und vertröstete ihn.“ Du musst ja nicht mitkommen. Ich kann das auch alles allein essen.“ Aber das gönnte er mir auch nicht. Leo Hoby




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Kommentare


Von Andrea
Am 06.02.2019 um 14:49 Uhr

Hallo Krasi

Vielen Dank für dein Kommentar. Es ermutigt mich damit weiter zu machen!!! Gruß Andrea


Von Krasi
Am 03.02.2019 um 13:04 Uhr

Da hast du dir aber wieder was tolles ausgedacht. Hat mir gut gefallen.

LG Krasi

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Es gibt 2 Kommentare


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