Homepage | Kalender | Mein Profil | Meine Post | Autorenliste | Buchshop
Poesie
Prosa
Verschiedenes
Werkstatt
Forum
Sonstiges

Prosa => Alltag


Noch ohne Titel - von Papa, 18.12.2018

Erlebnisse eines 6-fach Vaters

Teil 1: Die Monate Minus Neun bis Null

Vorwort
Wir sind noch nicht am Ende angelangt (das ist man wahrscheinlich nie, oder erst mit dem eigenen Tod), aber ich denke, es lohnt sich allmählich eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Ich bin Vater von 6 Kindern. 2 Davon sind mittlerweile erwachsen. Das bedeutet, laut Statistischem Bundesamt, dass wir, wenn die anderen 4 erst einmal 18 Jahre jung sind (und auf "eigenen Beinen stehen") 780.000 Euro für den Weg bis zur Volljährigkeit bezahlt haben.
Das hört sich erst einmal "Wow" an. Das muss man sich Mal überlegen. Da zahlt man in 18 Jahren 130000 Euro. Was "bekommt" man dafür?

Einen jungen Erwachsenen!

Jetzt werden alle, zu Recht, sagen: "Den bekommst du ja nicht! Im Gegenteil, der/die wird dir sagen:"So, jetzt bin ich volljährig und du hast mir gar nichts mehr zu sagen. Und tschüss!"

Ja, so kann es kommen, muss es aber nicht.

Also warum Kinder in diese, unsere Welt setzen?

Meinen Familiennamen weiterbestehen lassen?
Ich spreche mal für mich, wenn ich sage: "Blödsinn". Wen interessiert es in 100 Jahren, ob es noch Meiers (Liebe Meiers entschuldigt, ich habe den Namen nur als Beispiel genommen), oder Schneeschuhlers (auch nur ein Beispiel) gibt. Ist das wirklich so wichtig, gerade seinen Familiennamen mit einem Kind weiterzugeben, damit er nicht "ausstirbt"? Mir nicht!

Also, warum dann?

Um der Menschheit einen Dienst zu tun?
Ja, warum nicht? Das ist für mich schon Mal ein viel besserer Grund.
Jetzt lächelt ihr oder denkt "ganz schön hoch gegriffen“. Aber warum nicht.
Glaubt ihr die Eltern von Alexander Flemming, Neil Armstrong, Marie Curie oder Astrid Lindgren hätten schon gewusst, dass da im Bauch ein Penicillin-Entdecker, der erste Mensch auf dem Mond, eine Nobelpreis-Trägerin oder die bekannteste Kinderbuchautorin der Welt heranwächst?
Also warum sollte nicht gerade euer Kind irgendwann in den Geschichtsbüchern erscheinen?

Alles in Allem schon mal ein ganz guter Grund 130000 Euro zu "investieren".

Sonst noch Gründe?

Klar, bestimmt Hunderte. Hier nur eine kleine Auswahl (bitte nicht ganz so ernst nehmen):

• Irgendjemand muss ja den Hof/Familienbetrieb übernehmen.
• Alle aus der ehemaligen Schulklasse/dem Freundeskreis haben auch schon Kinder.
• Oma und Opa würden sich so sehr freuen.
• Es gibt grad so viel Unterstützung von Vater Staat.
• Kleine Babys sind so süüüüß. Ich will auch eins haben!
Und noch so viel mehr.....

Ich sage euch meinen Grund oder meine Zwischenrechnung, wenn man es so nennen will oder mein Resümee...

Ich habe unzählige und unbezahlbare Momente erlebt und, auch wenn weniger gute dabei waren, so möchte ich keinen einzigen missen. Von einigen werde ich in diesem Buch berichten und andere werden für immer in meinem Kopf, Gedächtnis oder wie man so schön sagt:"In meinem Herz" verschlossen bleiben.

Ich denke viele Eltern werden sich in der einen oder anderen Geschichte wiedererkennen. Andere Eltern werden denken: "Oh mein Gott, was haben wir für ein Glück" und wieder andere werden sagen: "Ach, so kann das auch gehen!"

Alle Begebenheiten, Tipps und Ratschläge, von denen ich euch zukünftigen Eltern (oder auch schon) Eltern berichte, sind tatsächlich so passiert, erlebt oder von uns mit mehr oder weniger Erfolg getestet worden.
Ihr solltet euch aber auch bewusst sein, dass jedes Baby/Kind ebenso anders ist, wie auch jede Familienstruktur und jede Finanz- und Wohnstruktur.
Das hier sind also keine, in Stein gemeißelte, Gebote.
Das ist lediglich der Bericht, wie es bei uns funktioniert hat, oder anders gesagt, wie wir eine Menge Geld ausgegeben und ganz tolle Kinder dafür bekommen haben.

1. Euer Leben ändert sich!

Der Schwangerschaftstest zeigt immer noch "SCHWANGER" an. Nebenbei auch der, rasch aus der Apotheke geholte, Zweite. („Warum hat der Apotheker so gegrinst, als wir innerhalb einer Stunde den 2. Test geholt haben?“).

Also gut? Wir werden Eltern! Erst mal verdauen ist angesagt.

Nach dem ersten Verdauen (ich nenne es mal so, möglichst neutral, obwohl es bei einigen eher "Freudentaumel" und bei einigen anderen eher "Schreck/Schock" heißt), stellt sich bei allen die gleiche Frage: "Wie geht es jetzt weiter?"

Sucht euch, wenn noch nicht vorhanden einen Frauenarzt/eine Frauenärztin eures Vertrauens und macht baldmöglichst einen Termin aus. Euer Arzt/Ärztin wird euch dann die Schwangerschaft bestätigen (oder auch nicht) und euch eine Menge an Informationen mit nach Hause geben. Je nachdem, wie weit die Schwangerschaft schon fortgeschritten ist, könnt ihr vielleicht schon einige Freunde oder Familienangehörige mit einbeziehen. Wartet, wenn ihr noch sehr früh in der Schwangerschaft seid, es aller Welt mitzuteilen. Leider beenden sich im Frühstadium einige Schwangerschaften von alleine.
Wenn ihr und euer Frauenarzt euch sicher seid, könnt ihr es aller Welt erzählen.
Dann wird es auch Zeit, dass ihr euch schon mal eine Hebamme in der Nähe sucht. Sie wird euch sowohl vor, als auch nach der Geburt begleiten und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Als Mutter sollte man dann auch bei seinem Arbeitgeber Bescheid geben. Bei einigen Berufen darf, um das ungeborene Kind nicht zu gefährden, nicht mehr weitergearbeitet werden.
Euer Frauenarzt weiß hier am besten, um welche Berufe es dabei geht.

Wenn ihr dann den Rest der Welt von dem bevorstehenden Ereignis erzählt habt, wird eine Menge an Ratschlägen auf euch einprasseln. Hört sie euch an, sucht euch die für euch praktikabelsten raus und vertraut darauf, dass ihr vieles, was euch passieren wird aus dem Bauch heraus richtig machen werdet. Ich denke, so war es auch bei uns.

Hier noch ein paar Zahlen von Dingen und Tätigkeiten, die jetzt unaufhaltsam auf euch zukommen werden. Aber lasst euch nicht entmutigen, diese Statistiken sind zum einen nicht wirklich ernst gemeint und zum anderen ist es bei jedem Kind und in jeder Familie natürlich anderes.
Es ist von unendlich vielen Faktoren abhängig, wie eure nächsten circa 18 Jahre aussehen werden, sodass man unmöglich jetzt schon voraussagen kann, was wirklich sein wird.

Ich fange mal mit ein paar "Schreckensmeldungen" an:

Wickeln:
Ihr werdet ca. 8000mal den neuen Familienzuwachs wickeln, bis ihr das erste "Geschäft" im Töpfchen feiern werdet. Dann wird es rasant immer weniger werden.
Das sind dann unzählige Windelpäckchen (eine Garage voll) oder, wenn ihr euch dazu entscheidet, unzählige Waschmaschinen voll mit Stoffwindeln. Ein Berg von Feuchtetüchern, Handtüchern und viele Minuten Arbeit, gerade wenn man eigentlich aus dem Haus will oder etwas anderes vorhat.
Aber, nachdem ich ungefähr 12000 Mal gewickelt habe (ich schätze, die übrigen 36000 Mal haben meine Frauen gewickelt), kann ich euch sagen, dass es immer einfacher wird.
Zum Ende werdet ihr vielleicht in der Lage sein euer Kind im Stehen, auf dem Autositz oder auf eurem Schoß zu wickeln.

Schlafentzug:
Je nachdem wie gut und ab wann euer Baby "durchschläft" werden euch zusammengerechnet ganze Wochen und Monate an Schlaf fehlen.
Aber so unglaublich das auch klingen mag. Erstens, es wird vergehen und zweitens, diese Nächte werden anstrengend sein, aber ihr werdet sie schneller wegstecken, als so manch andere durchgemachte Nacht in eurem Leben.
Als Tip kann ich nur sagen: Wechselt euch ab, wenn euer Baby nicht gestillt wird. Wenn doch, seht zu, dass Mama die übrige Zeit ausruhen kann. Wickeln oder spazieren gehen kann auch Papa.
Nutzt die Zeiten, wenn euer Baby schläft. Ruht euch dann auch aus und fängt nicht an die Wohnung zu putzen.

Hin und hertragen:
Angenommen ihr könntet die Masse, die ihr euer Kind bis zum 3. Lebensjahr durch die Gegend tragt, auf einmal nur für eine Minute tragen....
Bei nur 10min Tragen am Tag würde das bedeuten 134.000 kg für 1 min tragen.
Bei einer Stunde 802.000kg und
bei 4 Stunden 3.209.445kg.
Superwoman und Superman lassen grüßen!

Spazierengehen:
Wenn ihr mit eurem Baby pro Tag ca. 1 Stunde spazieren geht bedeutet das zusammen mit dem in der Wohnung auf dem Arm hin und her laufen, lockere 6000km. Einmal von Deutschland über den Atlantik nach Amerika gelaufen!

Also einiges, was jetzt auf euch zukommt, aber keine Angst, es kommen natürlich auch unzählige Momente auf euch zu, in denen ihr euch vor Lachen biegen oder so stolz sein werdet, dass ihr die Welt umarmen könntet.

Bei mir ging das "Elternsein" vor ungefähr 22 Jahren los. Leider ist die Zeit weniger gut dokumentiert (dazu später mehr), als die letzten 15 Jahre.
Ich kann mich aber noch gut daran erinnern, wie der Frauenarzt meine damalige Frau und mich angrinste und sagte: "Es sind 2!"
Dank (oder wegen) einer Hormontherapie wussten wir zwar von der Möglichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft, haben aber nicht wirklich daran geglaubt.
Nun war es doch so.
Wir waren noch relativ jung, frisch verheiratet und vollkommen unerfahren, was das Leben abgeht. Erst vor kurzem hatten wir uns eine eigene Wohnung mit Küche und Bad im Haus meiner Eltern eingerichtet. Platz für (ein) Kind(er) war auch mit eingeplant. Also war das nicht das große Ding. Aber gleich mit Zwillingen zu starten war schon für alle ein Schock.

Die Schwangerschaft verlief zum Glück unproblematisch und so kamen unsere beiden Söhne zu einem fest geplanten Termin durch einen Kaiserschnitt zur Welt.
Beide waren wohlauf und so konnten ich meine damalige Frau und meine Söhne nach circa einer Woche aus dem Krankenhaus abholen.
Es folgte die übliche Vorstellung im Familien- und Freundeskreis. Meine Eltern, besonders meine Mutter, halfen in der nächsten Zeit sehr viel.
Die Nächte waren nicht ganz so schlimm, wie befürchtet. Wir dachten im Vorfeld, wenn einer der Jungs schläft, ist bestimmt der Andere wach. Dem war aber nicht so. Sie kamen meistens zeitgleich und wurden relativ früh von Brust auf Flasche gewöhnt. So konnte auch ich, als Vater einige "Nachtschichten" übernehmen.
Alles lief soweit ganz gut.

Den ersten Urlaub mit den Jungs verbrachten wir an der Nordsee.
War schon anders, wie die Urlaube davor, ohne Kinder. Wir mussten uns daran gewöhnen, dass wir nicht mehr diejenigen waren, die den Tagesrhythmus vorgaben.
Als dann meine damalige Frau auch noch das raue Wetter nicht vertrug und krank wurde, drohte der Urlaub zu platzen. Aber wir zogen es durch. Ich ging viel mit den Zwillingen an der Strandpromenade spazieren und bekam eine Menge bewundernde Blicke. Nach ein paar Tagen erholte sich meine Frau und der Urlaub wurde doch noch gut, wenn auch ein bisschen stressig, da unser „Sightseeing-Programm“ nun etwas gestrafft werden musste.
Wie man es besser macht, weiß ich jetzt, etwa 20 Urlaube später.

Tip:
Wir führten irgendwann den "Omatag" ein. Der war jeden Freitag. Da haben wir unsere Kinder an Oma und Opa abgegeben. Wir hatten somit einen Tag für uns und die beiden Jungs hatten das Großelternparadies, wo ihnen fast jeder Wunsch von den Lippen abgelesen wurde.
Ob sie da zuviel verwöhnt worden sind? Kann ich nicht sagen. Sie waren damals zwischen 1 und 2 1/2. Es tat, zumindest damals, allen gut. Heute sind sie Erwachsen, nicht im Gefängnis und auch keine Harvard-Studenten.
Also warum solltet ihr das nicht auch ausprobieren, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt. Alle Beteiligten können sich auf einen solchen festgelegten Tag freuen. Ihr könnt evtl. etwas im Voraus für euch planen. Es gibt kein "Ach, ihr könntet euch mit unserem Enkelchen auch Mal wieder blicken lassen". Im Grunde, profitiert, wie gesagt jeder davon, wenn es gut läuft. Ihr müsst nur die Kontrolle auch wirklich für einen Tag/Nachmittag loslassen. Eure Eltern haben euch ja auch groß bekommen und die Erziehung werden sie an diesem einen Tag schon nicht umkrempeln. Kinder können schon sehr früh solche Sachen unterscheiden und werden bei euch nicht nach einem stündlichen Eis fragen


Die beiden Jungs entwickelten sich normal gut und aus meiner Sicht, gab es an unserem Leben nichts Großartiges zu beanstanden.

Ein Erlebnis bleibt mir aber mein Leben lang im Gedächtnis.
Die Jungs waren etwa zweieinhalb. Da sie bald in den Kindergarten gehen sollten hatten wir damit "Töpfchen-Training" begonnen.
Nicht gerade pädagogisch wertvoll, setzten wir sie abends auf ihre Töpfchen und ließen sie Kinderfernsehen schauen. Das funktionierte ganz gut.
Eines Abends, beide saßen, wie gesagt vor dem Fernseher, meine damalige Frau lag auf dem Sofa und ich saß mit dem Rücken zu ihnen an unserem Schreibtisch.
Plötzlich hörte ich hinter mir einen Knall. Ich drehte mich um und sah einen der beiden Jungs neben seinem Töpfchen auf dem Boden liegen. Er zuckte wild umher und von seinen Augen sah man nur das Weiße.
Ich kann sagen, dass ich bis jetzt nie wieder so viel Angst um eines meiner Kinder hatte.
Sofort stürzten wir zu ihm. Panik stieg sehr schnell auf. Ich nahm an, dass er vom Töpfchen auf Kopf gefallend und in seinem Kopf ein Blutgefäß geplatzt sei.
Ich weiß gar nicht mehr, wer von uns den Notruf anrief, aber es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis der Notarzt in unserem Wohnzimmer stand.
In der Zwischenzeit versuchten wir immer wieder unseren Sohn daran zu Hintern ganz weg zu knicken. In mir liegen tausende hilflose Gedanken ab. Ich dachte er wurde uns in den Armen wegsterben.
Der Arzt und die Sanitäter kümmerten sich sehr professionell um unsere ganze Familie. Nach einigen schnellen Untersuchungen, schaute der Notarzt auf und versuchte uns zu berücksichtigen. Er sagte, dass er sich noch nicht komplett sicher sei, aber für ihn würde das ganze nach einem Fieberkrampf aussehen. Das wäre dann vergleichsweise harmlos.
Genaueres können man erst nach einer Untersuchung im Krankenhaus sagen.
Unser Sohn wurde dann in den Krankenwagen gebracht und meine Frau fuhr mit ins Krankenhaus. Ich fuhr mit unserem 2. Sohn hinterher.
Natürlich bräuchte ich etwas länger, um dort anzukommen. Ich fragte mich in der Notaufnahme durch.
Als ich dann die Zimmertür zum Behandlungsraum öffnete sah ich unseren quicklebendigen Sohn auf dem Schoss, meiner damaligen Frau sitzen.
Meine panische Angst verwandelte sich im Bruchteil einer Sekunde in grenzenlose Freude.
Es war tatsächlich "nur" ein Fieberkrampf!
Der behandelnde Arzt erklärte uns, dass ein Fieberkrampf eigentlich recht harmlos ist und gar nicht so selten bei Kleinkindern vorkommt.
Bis zum Schuleintritt “verwächst” sich die Neigung zum Fieberkrampf bei den meisten Kindern.
Der Krampfanfall tritt meistens bei stark steigender Körpertemperatur auf, also bei schnell ansteigendem Fieber. Er tritt ohne Vorwarnung und sehr plötzlich auf und genau das wäre das gefährliche daran.
Stellt euch vor, der Krampfanfall unseres Sohns wäre nicht auf dem Töpfchen sitzend, sondern ganz oben auf einem Klettergerüst aufgetreten.........
Manchmal bleibt so ein Fieberkrampf auch unbemerkt. Es kann zum Beispiel mitten in der Nacht im Bett passieren das ist dann nicht weiter schlimm, da das Kind ja im sicheren Bett liegt und nirgendwo runterfallen kann.
Wir mussten mit unserem Sohn eine Nacht zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Am Nächsten Tag wurden wir dann mit guten Ratschlägen und Notfall-Krampflösern entlassen.
Bei unserem Sohn trat dann nur noch einmal ein Fieberkrampf auf, den wir bemerkten.
Wir waren in der Türkei im Urlaub. Am ersten Tag, am Hotelpool, klappte er wieder die Augen um und zitterte am ganzen Körper. Diesmal lag er schon auf einer der Poolliegen. Ich war gerade im Hotel, als ein völlig aufgeregter Hotelgast zu mir gelaufen kam, um mich darüber zu informieren.
Ich holte den Notfall-Krampflöser aus dem Zimmer und wir verabreichten ihn unserem Sohn, der sich daraufhin sehr schnell wieder zu sich kam.
Natürlich gab es rund um den Pool viel Aufregung bei den anderen Gästen. Schließlich kam auch die “Hoteldame”.
Sie bot uns an, sich um einen Krankenwagen zu kümmern.
Der kam dann auch recht schnell. Wieder fuhr meine damalige Frau zusammen mit unserem Sohn voraus und ich folgte mit unserem anderen Sohn in einem Taxi. Diesmal war es zum Glück nicht ganz so dramatisch, da wir das ganze schon kannten. Etwas mulmig war mir allerdings schon, da wir das Krankenhaus natürlich noch nicht kannten.
Nach der Aufnahme im Krankenhaus wurden wir gefragt, ob die ganze Familie zusammen mit unserem Sohn über Nacht in seinem Zimmer bleiben wollen und der behandelnde Arzt erklärte uns in perfektem Deutsch noch einmal ganz genau, was es mit dem Fieberkrampf auf sich habe.
Meine damalige Frau blieb dann bei ihm, während ich mit unserem anderen Sohn zurück ins Hotel fuhr.
Seitdem hatte er nie wieder einen Fieberkrampf.

Mit 3 kamen unsere Zwillinge in den Kindergarten. Da wir noch rüstige Großeltern im Haus hatten und ich zu der Zeit im 2-Schichtbetrieb arbeitete, suchte sich meine damalige Frau auch einen Job.
Sie arbeitete in einem Seniorenheim.

Die Zwillinge wurden 4 Jahre alt und hatten sich gut in unseren Dorfkindergarten und auch ins ganze Dorf eingelebt.

Bis eines Tages...

Ich kam nichts ahnend von der Frühschicht nach Hause. Die Kinder waren noch im Kindergarten.
Meine Frau sagte, sie müsse mit mir reden.
Dann erzählte sie mir, dass sie nicht mehr mit mir zusammen sein wolle und erstmal zu ihrer Mutter fahren würde. Ich stand da, wie vom Blitz getroffen...
Unsere Ehe, in der es selten und wenn, dann auch nur kleine, Unstimmigkeiten gab, war am Ende.

Sie erzählte mir noch, dass sie an ihrer neuen Arbeitsstelle einen anderen Mann kennengelernt hatte und dass sie im Moment auch nicht wüsste, wie es jetzt weiter gehen sollte. Aber mit mir als Ehepartner zumindest nicht mehr. Dann ließ sie mich alleine im Garten zurück und fuhr zu ihrer Mutter.

Was darauf folgte, war sicherlich für alle Beteiligten eine schlimme Zeit. Aber das ist eine eigene Geschichte wert.

Ich brauchte einige Zeit um das Geschehene zu verarbeiten. Wir entschlossen uns dazu, die beiden Jungs bei mir wohnen zu lassen, weil hier Oma und Opa nach ihnen sehen konnten und ihr bekanntes und geliebtes Leben stattfand.
Meine Ex-Frau suchte sich eine Wohnung in der Nähe und die Jungs wechselten sehr oft zwischen uns hin und her. Jetzt muss man sagen, dass das ihrer Entwicklung nicht guttat.

Nach einiger Zeit fand ich mich damit ab, dass ich, wenn ich nicht für den Rest meiner Tage alleine bleiben möchte, mich auch mal nach einer neuen Partnerin umsehen müsste.
Das klappte natürlich nicht so, wie ich mir das vorstellte. Meine Ex-Frau hatte sich in der Zwischenzeit von ihrem neuen Freund auch wieder getrennt und hatte wiederum einen Neuen.

Als ich die krampfhafte Suche aufgab, fand ich durch reinen Zufall: Sie!

Meine jetzige Frau!

Meine beiden Jungs fanden "die Neue" auch dufte.
Schnell war das Schicksal dann wohl auch der Meinung, dass wir ganz passable Eltern abgeben würden.
Nachdem meiner Freundin auf einem Ausflug, der über eine kurvenreiche Straße führte, immer wieder schlecht wurde, machte auch sie 2 Schwangerschaftstests hintereinander.

Ich bekam dann das Ergebnis in ihrer Wohnung präsentiert.
Wir machten einen Termin beim Frauenarzt aus. Der erzählte uns, dass das Baby im Bauch meiner Freundin schon ungefähr 11 Wochen alt sei.
Wir beschlossen, dass unser neuer Familienstützpunkt im Haus meiner Eltern sein sollte, weil sie zur Miete wohnte und ich im Haus eine komplette Wohnung mit den beiden Jungs alleine bewohnte und durchaus noch Platz für ein weiteres Kind vorhanden war.
Im Hochsommer brachten wir den Umzug über die Bühne und richteten uns neu ein.
Der errechnete Geburtstermin lag um Neujahr, also alles gut im „Zeitplan“.

Der ursprüngliche Plan war, unser Kind in einem Geburtshaus in der Nähe zur Welt zu bringen.
Wir hatten uns über die Möglichkeiten ein Kind zur Welt zu bringen, in unserer Nähe ausgiebig informiert.
Das solltet ihr auch tun, den die Geburt sollte, wenn möglich, in einem, Hauptsächlich für die Frau, angenehmen Umfeld stattfinden.
Viele Geburtskliniken oder Geburtshäuser bieten die Möglichkeit sich vorab zu informieren und sich die Örtlichkeiten anzusehen. Nehmt das war und entscheidet dann.
Manche Hebammen bieten sogar an, dass ihr euer Kind zu Hause, in gewohnter Umgebung, zur Welt zu bringen könnt. Auch eine Alternative, solange die Schwangerschaft gut verläuft.

Wir fingen derweil mit dem Nestbau an.

Nestbau
Dieses Thema wird gerade im Vorfeld für den größten Diskussionsstoff sorgen.
Mein Rat: Lasst euch nicht in irgendwas reinquatschen. Nur, weil dieser oder jener Kinderwagen gerade ganz angesagt ist, solltet ihr ihn nicht für viel Geld kaufen. Nur, weil das Baby im Bekanntenkreis in so einem Bettchen ganz toll schläft, muss das bei euch nicht auch der Fall sein.
Keins unserer Kinder schlief so, wie das andere!
Jedes Kind hatte seinen eigenen speziellen Platz und sein eigenes spezielles Einschlafritual.
Ihr werdet es letztendlich mit mehr oder weniger Fehlversuchen auch herausfinden.
Um nur ein paar Ideen und Möglichkeiten zu nennen:

Familienbett - Das Baby schläft einfach bei euch mit im Bett. Wenn es gestillt wird, hat Mama keine langen Wege. Wenn Papa einen guten Schlaf hat, klappt das Bestens.

Babybett im Schlafzimmer - Das Baby bekommt genau die Geräusche mit, die es die letzten Monate schon im Bauch gehört hat.

Babybett im Babyzimmer - Diejenige Person, die nachts keinen "Babydienst" hat kann relativ entspannt weiterschlafen, während die andere Person sich um das Baby kümmert.

Der Schlafplatz selber ist eurem Baby relativ egal. Wenn Babys schlafen wollen, schlafen sie überall.
Aber auch hier gibt es unzählige Möglichkeiten.
Von der einfachen Matratze auf dem Boden, über das normale Babybett bis hin zum elektrisch angetriebenen Schaukelbett (für Leute mit Angst vor Elektrosmog auch mit Aufziehmechanik).
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, solange der Schlafplatz ein paar Grundsätzlichkeiten erfüllt.
Keine Zugluft!
Keine Gefahr durch Herausfallen!
Angemessene Temperaturen (Sommer / Winter)!
Licht (nicht zu viel und nicht zu wenig)!

Wenn ihr meint einen geeigneten Schlafplatz zu haben, startet ruhig erstmal so ins Rennen. Die Zeit wird zeigen, was ihr wann verändern müsst.
Macht das aber nicht zu schnell. Wenn ihr eine "schlechte" Nacht hinter euch habt, gebt nicht sofort dem neuen Nachtlicht oder dem umgestellt werden Bett die Schuld. Euer Baby ist keine Maschine, die sofort auf jede Veränderung reagiert. Gebt euch und eurem Baby ein paar Tage Zeit, bevor ihr wieder etwas Neues ausprobiert.

Was "braucht" man noch für ein gutes "Nest"?

Die sogenannte "Grundausstattung"

Strampler, Klamotten u.s.w.:
Hier findet ihr unzählige Listen in verschiedenen Broschüren, Büchern oder im Internet. Wie viel Strampler, Strumpfhosen, Pullover oder Lätzchen ihr letztendlich braucht, hängt von euch selber ab. Wie oft wollt und könnt ihr die Waschmaschine anwerfen? Wie viel Platz habt ihr zum Lagern all dieser Sachen? Klar kommt man nicht mit 2 Strampler aus, aber müssen es wirklich 20 sein? In keinem anderen Lebensabschnitt wächst ein Mensch so schnell, wie in dem jetzt bevorstehenden.
Wir hatten Lieblingsklamotten, die unser jeweiliges Baby oft getragen hatte, aber auch Klamotten, die ungetragen wieder ausgemustert werden mussten, weil das Baby so schnell gewachsen war.

Windeln:
Die entscheidende Frage ist: Stoff- oder Wegwerfwindeln?
Stoffwindeln bedeutet mehr Waschen, höhere Anschaffungskosten und es ist nichts für Leute, die sich schnell ekeln. (Obwohl ich immer noch finde, dass das “Geschäft” des eigenen Kindes nicht so schlimm ist, wie das der Anderen).
Aber Stoffwindeln bedeuten auch, dass ihr die Welt, in der euer Baby noch eine Weile umherwandeln soll, ein kleines bisschen mehr vor Plastikmüll und Chemie bewahrt. Außerdem gehen Wegwerfwindeln auf Dauer natürlich auch ins Geld.
Wegwerfwindeln bedeuten viel Müll (es gibt Gemeinden, die, gegen Vorlage der Geburtsbescheinigung, Windelsäcke oder Windelmülltonnen kostenlos zur Verfügung stellen). Wegwerfwindeln gehen schnell zu wechseln. Wegwerfwindeln absorbieren mehr.
Hier muss jeder wieder selber ausprobieren und entscheiden.
Manchmal entscheidet auch der Po eures Babys für euch.
Nicht alle Baby-Pos vertragen alle Windeln. Selbst bei den Wegwerfwindeln gibt es große Unterschiede und nicht immer sind die Teuersten die Besten.
Gerade am Anfang rate ich zu kleineren Vorräten, da ihr im Zweifelsfall das System oder die Marke wechseln müsst und dann auf einem Berg Windeln sitzt, die eurem Baby einen roten Po bringen würden.
Egal, mit was ihr wickelt braucht ihr noch das “Drumherum”.

Einen Wickelplatz:
Ich sage bewusst “Platz” und nicht “Tisch”. Hier gibt es auch die tollsten Möbel zu kaufen. Ob man die wirklich braucht, stelle ich in Frage.
Wir hatten auch eine Wickelkommode. Sehr toll mit genügend Stauraum und einer schönen weichen Auflage. Nach einiger Zeit mutierte die Wickelkommode zur Ablage für alle möglichen Sachen.
Als wir beim Wickeln sicherer wurden, wickelten wir, wo es gerade nötig war.
Im Wohnzimmer hatten wir eine große “Kuschelmatratze” auf dem Boden liegen. Hier wurde dann sehr oft tagsüber gewickelt. Nachts wurde auch oft direkt im Bett gewickelt (einfach um unser Baby nicht zu sehr aus dem Schlafumfeld zu holen). Unterwegs musste auch die Autorücksitzbank oder sogar der Kofferraum (Kombi!) herhalten.
Fazit: Wickeltisch für den Anfang bestimmt ganz toll, aber eben nur in der ersten Zeit. Daher mein Rat: Kauft für diese kurze Zeit nicht so ein teures Luxusteil. Eine einfache Kommode mit einem großen Brett oben drauf tut es auch. Wickelauflagen kann man auch einzeln kaufen.

Wickeltaschen:
Genauso verhält sich das mit den Wickeltaschen. Kann man kaufen, muss man aber nicht. Ein einfacher Rucksack und ein großes Badehandtuch tut es auch hier und man kann beides später weiterverwenden.

Heizstrahler:
Über dem “Wickelplatz”? Ja, wenn die Geburt in der kalten Jahreszeit sein wird.
Am Anfang seid ihr noch unsicher und es wird einfach länger dauern, bis euer Baby wieder “Verpackt” ist. Babys kühlen relativ schnell aus. Also Heizstrahler an. Aber mit der Zeit werdet ihr so viel Routine bekommen. Dann geht das ganze so schnell, dass man nicht unbedingt einen Heizstrahler braucht.

Feuchtetücher, Puder und Cremes u.s.w.:
Auch hier sind der Fantasie und dem Geldbeutel keine Grenzen gesetzt. Gerade beim Wickeln unterwegs sind Feuchtetücher natürlich sehr hilfreich (zu Hause mag es ja auch die Schüssel mit Wasser tun).
Hier kann man auch aus vielen verschiedenen Marken auswählen. Wir haben die günstigen normalen vom Discounter in diesen Plastikdosen bevorzug. Zum einen haben die alle unsere Kinder gut vertragen und zum anderen waren die im Handling wesentlich einfacher, als die (teureren) Feuchtetücher, die extra für Babypos gemacht sind. Die waren meistens in “so praktischen” Plastikbags mit klebendem “Deckel” zum Wiederverschließen.
Erstens klebte der Deckel nach mehrmaligem öffnen nicht mehr so gut, sodass die Tücher anfingen auszutrocknen und zweitens wurden die Dinger mit der Zeit immer leichter. Je mehr Tücher wir entnahmen, umso leichter wurde logischerweise das Bag. Irgendwann war er dann so leicht, dass man Schwierigkeiten hatte ein Tuch mit einer Hand da raus zu bekommen (die andere Hand hält das Baby). Mit den Plastikdosen hat man das Problem nicht. Man kann sie sich einfach zwischen die Beine klemmen und man kann, wenn die Tücher doch einmal austrocknen, einfach Wasser in die Dose nachkippen.

Nahrung:
Wieder eine entscheidende Frage: Stillen oder Fläschchen?
Hier sind die Vor- und Nachteile klar.
Beim Stillen habt ihr immer Nahrung in richtiger Temperatur für euer Baby dabei (Solange Mama da ist).
Mama muss zwar etwas aufpassen, was sie selber zu sich nimmt. Rauchen, Alkohol und Drogen sind absolut tabu! Aber auch Essen, das Blähungen erzeugt ist nicht die allerbeste Wahl.
Der (für mich) einzige Vorteil an Flaschennahrung ist, dass auch Papa das Füttern übernehmen kann. Das heißt, ihr könnt euch z.B. jede 2. Nacht abwechseln. Klarer Vorteil gegen Schlaflose Nächte und dem daraus entstehenden Stress.
Flaschennahrung bedeutet aber auch ein mehr an Aufwand und “Material”.
Benötigt wird neben dem Milch-Pulver: Genügend Fläschchen, ein Sterilisator, ein Wasserkocher und ein Fläschchen-Wärmer. Für Unterwegs Thermoskanne(n), um warmes Wasser dabei zu haben.
Im Normalfall muss dann, wenn das Baby sich lautstark wegen Hunger bemerkbar macht, folgendes Ablaufen: Schnell die richtige Menge an Pulver ins vorher sterilisierte Fläschchen, Wasser abkochen, in der richtigen Menge in selbiges Fläschchen und dann wieder auf Trinktemperatur gebracht werden. Stress pur!
Wir hatten immer genügend Fläschchen mit der richtigen Pulvermenge vorbereitet und abgekochtes Wasser über einen gewissen Zeitraum im Fläschchen-Wärmer. Spart etwas Zeit und erspart etwas Stress.

Transport (ein großes Thema):
Kinderwagen und/oder Tragen? Schon wieder so eine grundsätzliche Frage!
Keine Angst diesmal nicht. Natürlich geht auch eine Kombination aus Beidem.
Kinderwagen gibt es, wie Sand am Meer. Vom günstigen Gebrauchten bis zum “Rollsroyce ” unter den Kinderwagen.
Natürlich kann man einen neuen Kinderwagen für 1500€ kaufen, diesen dann ein bis zwei Jahre fahren und dann versuchen ihn für möglichst viel Geld wieder zu verkaufen….
Aber da der Markt an Kinderwagen recht groß ist, wird das nicht so leicht den teuren Kinderwagen für viel Geld wieder los zu werden....
Also mit viel Verlust wiederverkaufen.
Gebraucht kaufen ist hier, würde ich sagen, die beste Lösung.
Es gibt überall Kinderflohmärkte oder Kleinanzeigen, da findet jeder das passende Model für wenig Geld. Eurem Baby ist es relativ egal, ob neu oder gebraucht.
Auf ein paar Dinge solltet ihr dabei allerdings achten:

Der Kinderwagen sollte möglichst große Räder haben.
Wenn ihr nicht nur in einer "betonierten" Stadt mit eurem Baby unterwegs sein werdet, sind große Räder absolut hilfreich. Mit kleinen Rädern wird das schieben über Schotter, unbefestigte Waldwege, Wiesen und Sand zur Qual!

Der Kinderwagen sollte sich leicht zusammenklappen lassen.
Wenn ihr einen Ausflug schnell beenden müsst und den Kinderwagen im Auto verstauen wollt, darf das nicht allzu lange dauern.

Der Kinderwagen sollte möglichst viel Stauraum haben.
Ihr seht ja an Hand der Grundausstattung wie viel man so mitnehmen muss. Bei einem Ausflug kommt dann noch eure eigene Verpflegung hinzu. Beim Einkaufsbummel kommen die Einkäufe hinzu. Selbst, wenn ihr mit zwei Erwachsenen und dem Baby unterwegs seid, ist es von Vorteil, wenn der "Nichtschiebende" so wenig, wie möglich zu tragen hat. Man kommt immer wieder in Situationen, wo es nötig ist schnell und Stressfrei dem "Schiebenden" zu helfen.

Eine weiter Möglichkeit sein Baby “zu transportieren” ist das Tragen.
Wenn ihr euch dafür entscheidet, rate ich, euch gut beraten zu lassen. Nicht etwa von Bekannten, sondern von Leuten, die wirklich etwas davon verstehen.
Fragt eure Hebamme, wenn die Ahnung davon hat, oder schaut z.B. im Internet nach, wo in der Nähe eine Trageberaterin zu finden ist.
Grundsätzlich sind die Vorteile des Tragens sind ganz klar.
Euer Baby ist in dieser ungewohnten Welt ganz nah bei Mama/Papa. Euch kennt es schon seit einiger Zeit.
Ein Tragetuch oder eine Babytrage nehmen nur den Bruchteil des Platzes ein, den ein Kinderwagen benötigt.
Wenn ihr mit eurem Baby Veranstaltungen besuchen wollt, wo mit größeren Menschenansammlungen zu rechnen ist, ist ein Kinderwagen absolut untauglich. Jeder von uns hat bestimmt schon mal gesehen, wie sich gestresste Eltern mit einem Kinderwagen durch die Menschenmassen geschoben haben.
Bei solchen Gelegenheiten wurden unsere Kinder so gut wie immer getragen. Ich kann bestätigen, dass das mit sehr viel weniger Stress verbunden war, als mich mit dem Kinderwagen durch die Leute zu kämpfen.
Ich, als Mann, habe gerne einen Tragerucksack benutzt. (Nicht diese mit einem festen Alugestell. Da hatten wir auch mal ein. Die gefiel uns aber nicht)
Der Tragerucksack war, einmal auf mich eingestellt, schnell mitsamt Baby (später Kleinkind) aufgezogen und sehr bequem auch über größere Strecken.
Meine Frau bevorzugte das Tragetuch, weil es die Beiden mehr miteinander verband.

Auto:
Ein weiteres Transportmittel ist natürlich das Auto.
Dass es hier eine riesige Menge an Modellen gibt, brauche ich nicht zu erwähnen.
Aber auch hier ein paar Worte aus meiner Erfahrung zu diesem Thema:
Verabschiedet euch von eurem Sportflitzer, falls ihr bisher einen hattet. Oder schafft euch zumindest noch ein zusätzliches "Familienauto" an.
Welche Marke das sein sollte, hängt natürlich ganz von euren Vorlieben und auch von eurem Geldbeutel ab.
Aber es sollte mindestens 4 Türen haben!
Die Babyschale bei einem 2-Türer mitsamt dem Baby drin, auf die Rücksitzbank zu heben und dann den Gurt durchzuführen, ist schon nicht so einfach.
Geht bei einem 4-Türer um einiges einfacher. Der Beifahrersitz sollte, ohne abschaltbaren Airbag sowieso absolut tabu für die Babyschale sein!
Als nächstes solltet ihr an den erhöhten Platzbedarf denken. Also viel Kofferraum. Da bietet sich ein Kombi an.
Der hat dann auch den Vorteil, dass die Ladekante des Kofferraums niedrig ist.
Den Kinderwagen nach einem vielleicht anstrengenden Ausflug während des gerade einsetzenden Regens, über eine zu hohe Ladekante zu heben ist nicht gerade ein Spaß. Außerdem hat eine niedrige Ladekante noch einen weiteren Vorteil.
Ihr könnt den Kofferraum unterwegs als Wickelplatz benutzen (Vorausgesetzt er ist relativ leer).
Wenn dann im Innenraum auch noch genug Platz ist, um eine kleine "Unterwegs-Grundausstattung" zu lagern, habt ihr schon ein gutes Familienauto.
Zuverlässig sollte es natürlich auch noch sein.
Stellt euch die Katastrophe vor, mit einer Panne, nachts irgendwo im Nirgendwo liegen zu bleiben und ein müdes hungriges Baby dabei zu haben.
Sorgt also immer für ein gut laufendes Auto!

Das sollte fürs erste als Grundausstattung genügen.
Da kommt im Laufe der Zeit noch eine Menge an nützlichem und unnützlichem dazu, glaubt mir.

Jetzt ist es an der Zeit, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt, euren letzten gemeinsamen Urlaub anzutreten.
Muss ja nicht die Amerikarundreise sein, aber gönnt euch ein letztes Mal. So wird es die nächsten 16 Jahre wahrscheinlich nicht mehr sein!
Plant einen Wochenendtrip ans Meer, oder in die Berge. Hauptsache ihr gewinnt etwas Abstand von den aufregenden Vorbereitungen.
Sollte es euch nicht möglich sein, geht noch einmal alleine und gut Essen oder ins Kino.
Macht etwas, von dem, was ihr lange nicht oder nicht so einfach machen werdet. Das tut der Seele gut (und damit auch dem Baby!)


Das Baby kann kommen!

Da in unserem Fall die Schwangerschaft relativ spät entdeckt wurde, riet uns unser Frauenarzt im Verlauf der Schwangerschaft zu einer etwas genaueren Ultraschall-Untersuchung in der Klinik.
Bei dieser Untersuchung dann der Schock...

Man sagte uns, dass unser Kind im Herzen einen weißen Fleck hätte.
Das wäre ein Zeichen für eine mögliche Trisomie 21. Auch Down-Syndrom genannt.
Der zuständige Arzt erklärte uns, dass wir mit einer Fruchtwasseruntersuchung Gewissheit bekommen würden. So wäre es erstmal "nur" eins von mehreren Anzeichen dafür.

Na toll, da saßen wir nun mit diesem "Eventuell" und "Vielleicht" auf einer Bank neben der Klinik und überlegten, wie es nun weiter gehen sollte.
Meine Freundin hatte bis zur Schwangerschaft in einer Einrichtung für behinderte Jugendliche gearbeitet. Sie war der Meinung, dass wir das auch schaffen würden, wenn unser Kind behindert zur Welt kommen würde. Ich stimmte ihr zu und wir entschlossen uns gegen eine Fruchtwasseruntersuchung, die ja auch neue Risiken mit sich bringen würde.
Heute muss ich immer wieder schmunzeln, da ich jetzt weiß, wie die Geschichte ausgegangen ist.
Das werdet ihr auch tun...... etwas später.

Meine damals "noch Frau" hatte in der Zwischenzeit auch einen Mann kennengelernt, mit dem sie eine neue Familie gründete. Auch sie würde etwas später Schwanger.
So kam es, dass wir die Kuriosität des deutschen Rechtssystems kennen lernten.

Da ich mit meiner ersten Frau, zwar dauerhaft getrennt lebte, aber eben noch nicht rechtskräftig geschieden war, war ich vor dem Gesetz der Vater ihres Kindes. Obwohl klar und unbestritten, dass ihr neuer Freund der biologische Vater war.

Das Kind, mit dem meine neue Freundin (und spätere Frau) schwanger war, hatte erstmal vor dem Gesetz keinen Vater.
Das wiederum hieß, wenn den Beiden schwangeren Frauen etwas bei der jeweiligen Geburt zustoßen würde, wäre ich für das Kind meiner Ex-Frau zuständig und mein Kind würde vom Jugendamt betreut werden (evtl. ins Heim kommen).
Ich weiß nicht, ob es heute immer noch so ist, aber damals war das so kurios.

Also mussten wir handeln.

Meine Freundin und ich gingen zum Jugendamt. Sie und ich erklärten offiziell, mich als den Vater des ungeborenen Kindes.
So war diese Sache schon mal vom Tisch. Heiraten konnte ich meine Freundin ja nicht, da ich noch nicht geschieden war.
Verrücktes Recht…


Irgendwann rechtzeitig vor der Geburt, solltet ihr euch dann Gedanken darüber machen, wie genau diese ablaufen sollte.
Selbst für eine Geburt gibt es mehrere Möglichkeiten.

Weihnachten rückte immer näher, die Anspannung in unserer Familie stieg und nichts passierte. Dann kam Sylvester, Neujahr und nichts passierte.
Wir hatten ja geplant unser Kind in einem Geburtshaus zur Welt zu bringen. Das wurde nun langsam knapp. Die Zeit verging und meine Freundin hatte keine Anzeichen einer bevorstehenden Geburt.

Wird fortgesetzt....



©2018 by Papa. Jegliche Wiedergabe, Vervielfaeltigung oder sonstige Nutzung, ganz oder teilweise, ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Autors unzulaessig und rechtswidrig.

Kommentare





Keine Kommentare vorhanden.

Bewertungen

Bewertung: 1.0/6
(1 Stimme)

Es gibt 0 Kommentare


Aktionen


QR-Code als Direktlink


Werbung


Suchwolke