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Prosa => Krimi


Hoby V.D. - von Andrea, 28.11.2018
Veterinary Hoby

Dies ist die Geschichte des jungen Tierarztes Leo Hoby aus Aachen, im westlichen Teil Deutschlands, der 1882 nach Amerika auszog und seine Abenteuer in ein Tagebuch einschrieb.


March 21.1882

Endlich halte ich es in meinen Händen. Die Urkunde, auf der mein Name steht: Doktor Leo Hoby, Veterinary.> Tierarzt.
Ich bin nun ein Veterinary Doktor; ein V.D. Man hat meinen Deutschen Doktortitel hier in New York anerkannt und mir eine offizielle amerikanische Urkunde ausgestellt. Meinen Geburtsnamen Leo Hobelmann habe ich geändert in Leo Hoby. Das klingt besser, viel amerikanischer. Ohne Probleme wurde mein Antrag angenommen. Hier ist so wie so alles viel einfacher, als zu Hause. Amerika ist nun meine neue Heimat und ich bin glücklich diesen Schritt getan zu haben. Als meine Eltern bei einem Unfall starben, hinterließ mein Vater mir eine Menge Geld, die ich mit achtzehn ausbezahlt bekam. Mein Vater war Professor Doktor George Hobelmann. Er arbeitete im Städtischen Krankenhaus. Damit konnte ich mein Studium finanzieren. Nach fünf Semestern Medizin änderte ich meine Richtung und zog Veterinär vor. Nach dem Studium wollte ich weg von dort. Weit weg um alles hinter mir zu lassen und einfach mal was Neues, was Verrücktes anfangen. Ich glaube Verrückter kann man gar nicht sein, als gleich Übersee zu wählen, aber es war mein fester Endschluss und tja, hier bin ich nun.
Mein Koffer ist wieder mal gepackt und die Fahrkarte habe ich auch schon. In einer Stunde fährt mein Zug Richtung Texas. Die zwei Jahre in New York waren zwar eine schöne Zeit, aber ich glaube in Texas werde ich glücklicher. Dort gibt es riesige Rinderherden, Zuchtbullen und ne Menge Pferde. Ich werde mich bemühen regelmäßig hier in mein Tagebuch zu schreiben um meine Abenteuer fest zu halten, denn es wird ganz bestimmt einige geben. Texas ist ein raues Land, weit ab von der Zivilisation wie sie hier in New York herrscht. Aber es ist genau das, was mich daran so reizt. Sicherlich ließe sich hier in der großen Stadt viel mehr Geld verdienen. In der Zeit, die ich bei Doktor Sheffert gearbeitet habe, bekam ich eine gute Einsicht in das Leben eines Tierarztes. Es ist langweilig. Psychische Betreuung für einen Schoßhund, die eigentlich die Besitzerin bekommen müsste. Mehr brauche ich wohl darüber nicht zu schreiben. Ich fahre voller großer Erwartungen in ein Land, wo ein Veterinär sicher mehr gebraucht wird, und ich bin neugierig was mich dort alles erwartet.
Mein Zug rollt gerade ein, also schließe ich nun mein Tagebuch für heute.

Leo Hoby

P.S. Musste gerade noch einem Pferd helfen, dass sich scheute in den Waggon zu steigen. Drei Männer schlugen es mit Peitschen und zerrten an seinem Halfter. Ich hatte schon etwas angst mich ein zu mischen, aber das Pferd tat mir leid. Also bin ich hin und habe mit ihnen geredet. Zuerst wurde ich ausgelacht, aber als der Schaffner sagte, in zehn Minuten fährt der Zug, mit oder ohne das Pferd, bekam ich meine Chance. Mit Stirnkraulen und ruhigen Zureden musste ich den ängstlichen Hengst erstmal beruhigen. Als er sich immer noch nicht überzeugen ließ einzusteigen, habe ich die gegenüberliegende Tür des Waggons geöffnet. Der Hengst war zwar immer noch nervös, aber er ließ sich hineinführen. Ich hoffe die Männer haben etwas daraus gelernt. Auch Pferde haben Angst, man muss nur herausfinden warum. Ihm war nicht wohl in einen Kasten zu steigen, der rundherum geschlossen war, also hab ich eine zweite Öffnung geschaffen.





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