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Poesie => Trauriges


Verloren - von Nagelfar, 06.07.2006
Wenn die Nacht herein bricht,
wird sie an derselben Stelle stehen.
Egal zu welcher Jahreszeit -
sie wartet.

Der Bach wird leise rauschen,
der Wind wird die Bäume streicheln
und auch sanft ihr Gesicht berühren.

Die Tränen sind längst versiegt,
kein Tropfen Blut rinnt mehr durch ihre Haut.
Bleich wie der Schnee kommt sie einem Phantom gleich.
Ein Phantom, das jede Nacht an derselben Stelle steht und – wartet.
Worauf? Niemand kennt die Antwort.

Äußerlich herrscht tiefe Nacht und einsame Stille.
Nur für sie wird diese Stille nie Wirklichkeit.
Schatten umringen sie,
Für andere sind sie unsichtbar.
Sie hört ihre Schreie, ihr Wimmern...

Der Tag bricht herein,
die ersten Sonnenstrahlen lassen die Stimmen verstummen,
als wären sie nie gewesen.

In der kommenden Nacht wird sie wieder dort stehen und warten...
Die Stimmen werden wiederkehren, sie umkreisen und berühren.
Körperlose Schatten werden erscheinen.
Sie wartet und sucht nach der Antwort, die sie nie finden wird.

Sie wird immer an diesem Ort verweilen – dort, wo für sie die Zeit aufhörte,
wo es keinen Raum, kein Licht und nur ewiges Verweilen gibt, umringt von Schreien...
ihren eigenen Schreien.
Der Wind, der Bach, alles wird immer dieselben Geräusche verursachen –
Jene, die für sie aber nicht Wirklichkeit sind und nie mehr sein werden.

Der Atem des Windes – ein Hauch von Erinnerung,
das Rauschen des Baches wird die Stimmen an ihr Ohr tragen
und die Bäume flüstern untereinander.
Die Schatten erscheinen – schwerelos, körperlos...
Doch sind sie da.
Immer und ewig sind sie verflucht.
Genau wie die ewig Wartende.

Die Bäume, der Wind, der Bach, sie alle waren Zeugen.
Die Zeugen für das Leid, das all die anderen verlorenen Seelen
erfahren mussten oder selbst verursachten...



©2006 by Nagelfar. Jegliche Wiedergabe, Vervielfaeltigung oder sonstige Nutzung, ganz oder teilweise, ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Autors unzulaessig und rechtswidrig.

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