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Poesie => Freundschaft


Elia und Moma Kapitel 3 -Moma ĂŒberredet Elia, Fin zu suchen- - von Krasi, 10.08.2018
Elia Kapitel 3
Moma ĂŒberredet Elia, Fin zu suchen.

Der Morgen war nicht mehr weit, Moma lag mit offenen Augen im Korb und dachte an die Geschichte mit Fin, die Elia ihr erzÀhlt hatte.

Er erzÀhlte ihr, dass er sich noch ganz genau daran erinnerte 
....

........ er, sein Vater und Fin waren zum Heu wenden auf der Wiese hinter dem kleinen WĂ€ldchen, nicht weit vom Dorf entfernt. Als sie aus der Ferne KlĂ€nge von Flöten, Hörnern und Lauten hörten, hielten sie mit ihrer Arbeit inne, stĂŒtzten sich auf ihre Heugabeln und schauten neugierig in die Richtung, aus der die Musik kam.

Sie sahen Spitzen von Fahnen und Lanzen, geschmĂŒckt mit bunten BĂ€ndern und FĂ€hnchen, die im Winde flatterten. Der Weg lag hinter einem kleinen HĂŒgel, sodass sie nicht alles sofort erkennen konnten.

Alle drei warfen ihre Gabeln zu Boden und rannten wie auf Kommando in Richtung des kleinen WÀldchens vor der Talsenke. Auf dem Weg dorthin hörten sie auch das Scheppern der Lanzen und Schilde und das Schnauben und stampfen der Schlachtrösser.
Von dem kleinen HĂŒgel aus sahen sie nun den gesamten Tross, der sich langsam in Richtung des Dorfes bewegte. Die Dunstschwaden der mit bunten Decken behangenen Pferde zogen zu ihnen hoch und krochen als sĂŒĂŸer stinkender Geruch in ihre Nasen.

Allen voran, gingen die Musiker, gefolgt von Gauklern in bunten Jacken und Hosen, die nach den KlĂ€ngen der Hörner, Fiedeln und Lauten tanzten. Es folgten zwei Ritter, die aufgeplustert auf ihren Pferden saßen. Die hatten schwarze BĂ€rte und Augenbrauen wie GrasbĂŒschel, die sie zum FĂŒrchten aussehen ließen.

Zwischen den beiden Rittern ritt ein Mönch. Er hatte eine braune Kutte an und um seinen Hals hing eine goldene Kette mit einem Kreuz. Er saß, wie die Ritter auf einem edlen Pferd, sah aber nicht glĂŒcklich dabei aus. Seine gebĂŒckte Haltung ließ vermuten, dass er vom vielen Beten einen krummen RĂŒcken bekommen hatte. Die Kapuze seiner Kutte war weit ĂŒber den Kopf gezogen, als wenn er sein Gesicht verbergen wollte.

Die Knappen versuchten mit den Pferden Schritt zuhalten, obwohl sie die schweren Schilde und Lanzen der Ritter tragen mussten.

Am Ende folgte eine Handvoll einfacher Diener, mit beladenen, von Ochsen gezogenen Karren und zwei einfache Soldaten, die, so wie sie aussahen, einen langen Fußmarsch hinter sich hatten. Ihre Helme baumelten am GĂŒrtel um den Bauch und die Lanzen zogen sie auf dem Boden schleifend hinter sich her.

Die Kinder des nahe gelegenen Dörfchens hatte die heranziehende Gesellschaft lange vorher ausgemacht und liefen ihnen entgegen. HĂŒpfend und tanzend begleiteten sie den Tross auf dem Weg ins Dorf.

Elias Vater wurde nachdenklich........, Ritter hier in dieser Gegend........, das hatte er in all den Jahren, in denen er hier lebte, noch nicht erlebt. Sie waren immer weit ab an seinem Heimatdorf vorbeigezogen. Holzhausen war ein unbedeutendes Dorf, fern ab, der großen StĂ€dte und Dörfer des Königreiches, aber nahe der Grenze zum Reich der kriegerischen Raubritter des FĂŒrsten Saban.
Das Dorf stand unter der Obhut des alten Grafen Sigfrid von Fraunberg. Seine kleine halb verfallene Burg befand sich direkt am Rande des Dörfchens. Der Graf, ein entfernter Verwandter des Königs, hatte die Aufgabe, sich um die Einwohner von Holzhausen zu kĂŒmmern und darauf zu achten, dass sie regelmĂ€ĂŸig ihre Steuern und Abgaben an ihn entrichten.

Die Ritter mit ihren Gefolgsleuten erreichten mittlerweile das Dorf und ließen sich auf dem Dorfplatz nieder. Einer der Ritter, er schien in gehobener Position zu sein,
gab kurze knappe Befehle an das Gesinde, die daraufhin die Zelte mitten auf dem Dorfplatz errichteten.

StĂŒhle wurden von den Ochsenkarren entladen und vor die ZelteingĂ€nge gestellt, auf denen sich die Ritter niederließen und nach Wein und zu essen verlangten.

Aus allen Richtungen strömten die Bewohner des Dorfes heran und bildetet einen großen Halbkreis um die aufgebauten Zelte. Sie waren neugierig, sie drĂ€ngten und schubsten einander, jeder wollte in der ersten Reihe stehen. Der Dorfschulze, so nennt man den DorfĂ€ltesten, der gleichzeitig eine Art von BĂŒrgermeister war, drĂ€ngte sich nach vorne, um mit den Rittern Kontakt aufzunehmen,

Normalerweise waren Ritter nicht bereit mit dem einfachen Volk zu diskutieren, heute war es anders. Sie hörten sich die Fragen des DorfÀltesten an, tranken ihren Wein, lachten und klopften dem alten Mann so krÀftig auf die Schulter, dass er zu Boden fiel. Das GelÀchter wurde noch lauter und die Hunde, die zu den Begleitern der Ritter gehörten und bislang im Schatten des Zelts lagen, sprangen auf und liefen klÀffend um den alten Mann herum.

„Spaß beiseite, wir sind nicht zum VergnĂŒgen hier“ rief der AnfĂŒhrer. Der andere Ritter hörte sofort auf zu lachen, erhob sich von seinem Stuhl und ging mit gezogenem Schwert drei Schritte in Richtung der erwartungsvoll blickenden Menschenmenge, als wollte er seinen AnfĂŒhrer vor möglichen Angriffen schĂŒtzen.

„Auf Befehl des Königs, Illian dem II, werdet ihr dazu verpflichtet, zwei eurer besten Jungen im Alter von 13 bis 15 Jahren an uns zu ĂŒberstellen. Wir sollen sie dem König ĂŒbergeben, der diese dann zu seinen Knappen ausbilden wird.“ sagte der AnfĂŒhrer mit einem Tonfall in der Stimme, der die Menschen zusammenzucken ließ. Er war auch von seinem Stuhl aufgestanden und postierte sich breitbeinig mit verschrĂ€nkten Armen vor die Dorfbewohner.

Ein Raunen ging durch die Menschenmenge. „Zwei Jungen und das aus diesem Dorf, das ist ja erschreckend und fĂŒrchterlich“, konnte man vereinzelt aus dem Stimmengewirr entnehmen.
Elias Vater war einer der Ersten, der seinen Sohn nach hinten zog, um ihn aus dem Sichtfeld der Schergen des Königs zu verbergen. Es war Fin, er war 14 Jahre alt und hatte eine gut gebaute Figur. Er war sportlich und auch etwas gebildet. Elias Vater war davon ĂŒberzeugt, dass Fin in den Augen der Ritter genau der richtige war. Er wusste nicht, was genau mit den Jungen geschehen wĂŒrde, aber instinktiv hatte er kein gutes GefĂŒhl, er hatte auch Angst und versuchte Fin zu verstecken.

Die Ritter, gewohnt und erfahren im Umgang mit dem einfachen Volk, hatte das sofort bemerkt und zogen Fin aus der Menschenmenge zurĂŒck auf den offenen Dorfplatz. Die BemĂŒhungen, von Elias Vater, das zu verhindern scheiterten klĂ€glich.


Es wurden noch fĂŒnf weitere Jungen ausgewĂ€hlt, die zu einem Wettkampf untereinander antreten mussten. Fin und Lukas gingen als die Besten hervor und wurden anschließend von dem mitgereisten Mönch im Namen Gottes gesegnet und verpflichtet dem König treu zu dienen.

Fin und Lukas waren zwar nicht die besten Freunde, aber besser Lukas, als Jacob, dachte Fin. Diesen konnte er nicht leiden, nein sie hassten sich. Jacob hatte mal eine wĂŒste SchlĂ€gerei mit Fin, bei der er ihm mit dem Messer den Arm aufgeschlitzt hatte.

Jacob, der nicht zu den AusgewÀhlten gehörte, war trotz allem enttÀuscht und schwor, sich an Fin zu rÀchen, weil er ihm beim Lauf-Wettkampf angeblich den Weg abgeschnitten hatte und Fin dadurch schneller am Ziel war.

Er wĂ€re so gerne dabei gewesen, denn im Gegensatz zu den Eltern, waren die Jungen erfreut, neugierig und auch ein wenig stolz zu den AuserwĂ€hlten zu gehören. Sie hofften natĂŒrlich auch, den König gegenĂŒbertreten zu dĂŒrfen und nicht nur fĂŒr ihn zu dienen.

Morgen vor Sonnenaufgang sollte aufgebrochen werden, bis dahin hatten Fin und Lukas noch Zeit, nach Haus zu gehen, die nötigsten Sachen einzupacken und sich von ihren Freunden und Verwandten zu verabschieden.

Elia und sein Vater brachten Fin am nĂ€chsten Morgen zum verabredeten Treffpunkt. Sie umarmten sich und allen Dreien liefen TrĂ€nen ĂŒber die Wangen. „Vater, Elia, habt keine Sorge, mir wird es gut gehen“ sagt Fin. „Ich werde euch jeden Monat eine Nachricht zukommen lassen. Wenn ich dann beim König schreiben gelernt habe, schicke ich euch einen ausfĂŒhrlichen Brief und erzĂ€hle euch von meinen Erlebnissen“, beruhigte Fin seinen Vater und Elia.
Die Ritter ließen die Zelte abbauen in denen sie die Nacht verbracht hatten und drĂ€ngten zum Aufbruch. Sie schwangen sich auf ihre Pferde und ritten in einem leichten Trapp zum Dorf hinaus, gefolgt vom Rest ihrer Mannschaft. Fin und Lukas hatten MĂŒhe ihnen zu folgen, da sie immer noch damit beschĂ€ftigt waren sich zu verabschieden. Sie drehten sich immer wieder um und winkten ihren Eltern und Geschwister auf dem Marktplatz zu, bis sie hinter dem kleinen HĂŒgel verschwanden.

Elia war sehr traurig. Er hatte eben seinen besten Freund und Spielkameraden verloren. Sein Vater hatte das mitbekommen und nahm ihn in den Arm und tröstet ihn. Er musste sich auch die TrĂ€nen aus den Augen wischen, fand jedoch dennoch tröstende Worte fĂŒr Elia.
„Mach die keine Sorgen, Fin wird es gut haben, wir wissen doch, dass der König fĂŒr die Jungen verantwortlich ist, er wird sie schon beschĂŒtzen“ sagt er zu Elia. „Du wirst bestimmt bald einen neuen Freund und Spielkameraden finden“. Er sagt diese, auch um sich selbst abzulenken und seine Zweifel zu zerstreuen.
Der Dorfplatz hatte sich mittlerweile geleert und auch Elia und sein Vater traten den Heimweg an. Normalerweise war es eine kurze Strecke vom Marktplatz bis zur HĂŒtte, aber dieses Mal wollte der Weg kein Ende nehmen. Sie mussten immer an Fin denken und daran, dass er eines Tages hoffentlich gesund und munter nach Hause kommen wĂŒrde.
Elia erzÀhlte Moma auch noch, dass er die ersten Monate jede Nacht an Fin dachte, dass er manchmal leise vor sich hin weinte. Das ihm Fin fehlte, nicht nur weil es sein Bruder, nein, auch weil es sein bester Freund war.
Er, so sagt Elia, konnte kaum die Zeit abwarten, bis die erste Nachricht von Fin eintreffen sollte. Er wartete jeden Tag, aber es kam keine. Die Zeit verging, es wurde Winter und es wurde wieder Sommer und wieder Winter, und als der nĂ€chste Sommer vor der TĂŒr stand, waren zwei Jahre vergangen.
Elia und auch sein Vater hatten wĂ€hrend der ganzen Zeit auf ein Lebenszeichen von Fin gewartet. Sie hatten auch mit den Eltern von Lukas gesprochen und nachgefragt, aber auch hier war kein Lebenszeichen eingegangen. Sie machten sich große Sorgen um die beiden Jungen. Wo waren sie nur hingekommen, was war passiert?

......das, war aber alles schon lange her.

Moma grĂŒbelte und versucht zu sich zu erinnern, was Elia ihr noch erzĂ€hlt hatte.
Er erzÀhlte ihr auch, dass er Fin gerne suchen möchte. Er wisse aber nicht wo und wie er es anfangen sollte. Er wusste zwar, in welcher Richtung die Burg des Königs lag, er wusste aber nicht wie weit es war. Er kannte nur sein Dorf und die umliegenden Felder, weiter war er bislang noch nicht von zu Hause fort gewesen.
Moma hatte die ganze Geschichte, die Elia ihr erzĂ€hlt hatte, noch einmal durchlebt. Sie war mit ihren Gedanken ganz bei Fin und bei Elia. Sie ĂŒberlegt, wie man den beiden helfen könnte. Es war nicht einfach, wie soll eine kleine Maus den Menschen helfen.
Ihr kam eine Idee, die sie nicht mehr losließ, sie versuchte, sich diesen Gedanken auszumalen. Doch sie war zu MĂŒde geworden und schlief dabei ein.
Am NĂ€chsten morgen lief es fĂŒr Elia erst einmal alles wie jeden Tag ab, in der frĂŒh aufstehen, waschen, FrĂŒhstĂŒck machen und dann seinen Vater wecken, der oft nach einer durchzechten Nacht nicht aufstehen wollte.
Hier musste Elia immer ganz vorsichtig sein, denn meistens war sein Vater schlecht gelaunt, hatte einen schweren Kopf vom vielen Bier und schlug dann auch schon mal auf Elia ein.
Moma saß im Korb wie immer, doch heute war sie irgendwie anders. Sie tollte nicht herum und wollte auch gar nicht so richtig essen.
Elia bemerkte, dass da etwas nicht stimmt. Er befĂŒrchtete, dass Moma krank ist, und machte sich Sorgen.
Elias Vater war mittlerweile aufgestanden und sah auch, wie Moma auf einmal aus dem Korb sprang und zur TĂŒr lief. Sie blieb einen Augenblick dort stehen, versuchte den Beiden, etwas zusagen, indem sie mit dem Kopf nach draußen zeigt. Dann rannte sie so schnell sie konnte den kleinen Weg zum Wald hinunter.
Elia und auch sein Vater konnten gar nicht so schnell begreifen, was da passierte. Moma war weg „nun sucht sie doch ihres Gleichen“ lachte Elias Vater hĂ€misch, „unter Menschen fĂŒhlt sie sich doch alleine“ fĂŒgte er hinzu. Elia war sehr traurig, aber optimistisch, er wollte es nicht wahrhaben, das Moma nicht mehr da ist. „Ich glaube, sie muss erst einmal frische Luft schnappen und sich austoben“ tröstete er sich selbst.
Moma hatte fast die ganze Nacht nicht richtig schlafen können, sie suchte nach einer Lösung fĂŒr Elia und Fin. Sie erinnerte sich an ihren Großvater Iggis, der hatte immer gute EinfĂ€lle und Ideen, den wollte sie aufsuchen und um Hilfe bitten. Ja, Großvater hatte fĂŒr alles immer eine Lösung parat.
Sie wusste genau, wo er lebte. Es war aber nicht einfach dorthin zu kommen. Sie musste zwar nur den Weg runter bis zur alten MĂŒhle, die am Rande der Wiese an einem kleinen Bach stand, laufen und es war auch nicht weit von dem Haus von Elia bis zur alten MĂŒhle, aber fĂŒr die FĂŒĂŸe der kleinen Maus war es eine Ewigkeit.
Sie rannte schnell und sie musste vorsichtig sein, denn der Fuchs und der Adler warteten nur auf ein Leckerbissen. Ja, da gab es auch noch den Kater aus der Nachbarschaft, der immer auf MĂ€usejagd unterwegs war. Sie rannte von Stein zu Stein und von Busch zu Busch, ihre Haare standen nach oben genau wie die Ohren, die nach allen Seiten nach Gefahren lauschten. Mit zitternden Knien und völlig außer Atem kam sie an der alten MĂŒhle an und kroch sofort in das Loch in der Bretterwand gleich hinter dem großen MĂŒhlrad, am dicken vermodertem Baumstamm vorbei, ins Nest der MĂ€usefamilie
„Opa, Opa“ rief sie schon von Weitem, ich bin es, dein Enkel, ich brauche deinen Rat und deine Hilfe.“
Der Opa Iggis war gerade wieder bei einer seiner LieblingsbeschĂ€ftigung, er lag, wie immer in einer kleinen Höhle aus Heu und schnarchte. Moma sprang auf seinen Bauch und rĂŒttelte und schĂŒttelte ihn mit ihren kleinen MĂ€usepfötchen.
Der Mittagsschlaf fĂŒr Opa war nun EndgĂŒltig vorbei. Nach einem kurzen SchĂŒtteln und Strecken seiner MĂ€useglieder war er wach. „Was ist los, was willst du von mir, du Landstreicher“ sagt Opa. „wo warst du die ganze Zeit, ich habe mir Sorgen um dich gemacht.“ fĂŒgt Opa hinzu.
Moma fing an alles zu erzĂ€hlten, wo er war, wer Elia war und das Fin kein Lebenszeichen von sich gab, ja sogar, dass er vielleicht in Gefahr ist. Opa hörte sich alles genau an und sagte „Ihr mĂŒsst Fin suchen und ihm helfen“ „aber wie“ fragt Moma. Ohne zu antworten, kroch Opa in einen kleinen Nebengang der Höhle und kam mit einem kleinen SĂ€ckchen im Maul wieder hervor,
„Nimm das“ sagte er, „das wird euch helfen“ „Was ist das“ fragt Moma.
„In dem SĂ€ckchen sind Zauberkristalle, Wenn du in Gefahr bist, nimm 1 oder zwei Kristalle und stecke sie in deinen Mund. Du wirst sehen, du wirst stark und schnell. Wenn du aber ein oder zwei Zauberkristalle den Menschen zu essen gibst, können sie deine Sprache verstehen, ihr könnt euch also unterhalten“ erklĂ€rte Opa der aufgeregt vor ihm sitzenden kleinen Maus.

„Was?, das ist ja wahnsinnig“ schrie Moma, nahm das SĂ€ckchen und wollte sofort loslaufen. „Halt“ schrie Opa. Er erklĂ€rte ihr noch, wie genau sie es anwenden sollte und, wenn sie zu viel davon nehmen wĂŒrde, es genau das Gegenteil bewirken könnte.
Moma hatte schon wieder ihre Beine in die Hand genommen war schon wieder auf dem RĂŒckweg zu Elia, sie wollte gar nicht mehr wissen, woher Opa dieses SĂ€ckchen mit den Zauberkristallen hatte und warum er es selbst nie eingesetzt hatte. Kurz vor dem Ausgang aus der MĂŒhle bleib sie kurz stehen und rief zurĂŒck: „Opa, ich habe jetzt auch einen Namen. Ich heiße Moma“ Noch bevor der Opa eine Frage stellen konnte war sie verschwunden. Mit den gleichen AngstgefĂŒhlen und dem Äugen nach Gefahren rannte sie mit dem SĂ€ckchen im Mund, zurĂŒck zum Haus von Elia.

Elia war nicht zu Hause, er war sicher mit seinem Vater bei der Feldarbeit. Das war auch gut so, denn so konnte Moma ungesehen in das Haus und in den Korb springen. Das SĂ€ckchen mit dem Kristallpulver versteckte sie geschickt unter dem Heu. Noch einmal sprang sie heraus, lief in die KĂŒche und holte ein StĂŒckchen KĂ€se. Sie nahm einige Kristalle aus dem SĂ€ckchen und drĂŒckte diese in den KĂ€se und versteckte alles im Heu.

Als Elia am Abend nach Hause kam, lief er sofort zum Korb, was er ĂŒbrigens jeden Abend macht und war ĂŒberglĂŒckliche, als er Moma im Körbchen sitzen sah und so tat, als wenn nichts geschehen war.

Er nahm Moma auf die Hand und kuschelte an ihren Barthaaren. Elias Vater musste eingreifen, denn sonst hĂ€tte Elia die kleine Maus noch erdrĂŒckt.
Moma nahm das vorbereitet StĂŒckchen KĂ€se in seine Vorderpfoten und hielt es Elia direkt unter seine Nase. Elia freute sich „du hast mir etwas mitgebracht" sagt er und nahm das kleine StĂŒckchen KĂ€se und steckte es sofort in den Mund.

Er schluckte und er hustete, denn die kleinen Zauberkristalle kratzten gehörig in seinem Hals. „Willst du mich umbringen“ schrie Elia.

„Nein, natĂŒrlich nicht“ rief Moma. "waaaaas hast du was gesagt?“ frage Elia erstaunt.
„Was hast du da gerade gesagt" fragte er noch einmal, „wieso kann sich dich verstehen, oder wer hat da gerade gesprochen“ fĂŒgte Elia sehr aufgeregt hinzu.

„Ich bin es, Moma, dein Freund, ich habe dir gerade Zauberkristalle zu essen gegeben und nun können wir uns unterhalten" sagte Moma. Elia war sprachlos, er konnte das alles noch gar nicht begreifen.

Er setzte sich auf einen alten Hocker und musste sich erst einmal sammeln. Er hatte Moma immer noch auf der Hand und starrte sie mit großen Augen an. Elias Vater, der alles mit angesehen hatte, aber nicht mitbekam was Moma erzĂ€hlte, schĂŒttelte nur den Kopf und ging raus in den Stall.

Moma erzĂ€hlte Elia die ganze Geschichte. Sie erzĂ€hlte, dass sie Nachts nicht schlafen konnte, dass sie zu ihrem Großvater gelaufen war und der ihr dann die Zauberkristalle gegeben hatte und das er die Zauberkristalle in dem StĂŒckchen KĂ€se versteckte.

Elia unterbrach Moma nicht, denn es war eine spannende Geschichte, die er da aus dem Mund einer Maus vernahm. So etwas hatte Elia noch nicht erlebt. Moma hörte gar nicht auf zu erzĂ€hlen, nun hatte sie jemanden, der ihr zuhörte. Sie erzĂ€hlte von sich und ihrer Familie, von den Ängsten die sie hatte, als Elia sie hinter der Bretterwand aufgestöbert hatten und viel viel mehr aus ihrem Leben.

Als Elias Vater aus dem Stall zurĂŒckkam, hörte sie auf zu erzĂ€hlen, sie flĂŒsterte nur noch Elia zu „nachher im Bett mĂŒssen wir uns weiter unterhalten, ich muss unbedingt mit dir etwas besprechen“. Dann sprang sie von Elias Hand, lief zu ihrer Futterstelle hinter dem Ofen, fraß ein wenig, putzte sich anschließend das Fell und die Barthaare und verkroch sich im Heu in ihrem Korb.

Als Elia nach einiger Zeit auch in sein Bett gekrochen kam, sprang Moma aus ihrem Korb und krabbelte zu Elia unter die alte Filzdecke. Elia hatte sich wieder beruhigt und war gespannt auf das, was die Maus mit ihm zu besprechen hatte.

Moma erinnerte Elia an Fin, „wir mĂŒssen ihn suchen und ihn nach Hause holen“ sagt sie und war dabei so aufgeregt, dass sie sich mit den Worten verhaspelte. Elia wurde sehr nachdenklich und traurig, denn er hatte in letzter Zeit wenig an Fin gedacht.

Die Idee von Moma fand er nicht so toll. Er, der noch nie aus dem Dorf herausgekommen war und eine kleine Maus, sollten nun losziehen und seinen Bruder suchen. Das könnte gar nicht klappen. Er wusste gar nicht, wo er suchen sollte und was ihn draußen in der weiten Welt erwartete, außerdem wĂŒrde Elias Vater dieses nicht zulassen.
Er diskutierte hin und her mit Moma, bis sie ihn soweit brachte, doch einmal darĂŒber zu schlafen und sich das alles in Ruhe zu ĂŒberlegen.

Nun lag Elia wieder einmal unruhig in seinem Bett und wĂ€lzte sich von einer Seite auf die Andere. Der Morgen kam schneller als es Elia lieb war, er war noch hundemĂŒde. Die halbe Nacht hatte er ĂŒber den Vorschlag von Moma nachgedacht. Es ist verrĂŒckt, er und die kleine Maus, nein, das konnte nicht gut gehen. Mit diesen Gedanken begann er seine Arbeit im Haus und auf dem Felde. Elias Vater bemerkte, dass er nicht so richtig bei der Sache war. „Was ist los“ wollte er wissen. „Ach nichts“ sagt Elia und bekam dabei fast den Mund nicht auf. Elias Vater war zwar mit der Antwort nicht zufrieden, fragte aber nicht weiter nach.

Am gleichen Abend im Bett fing Moma wieder an, auf Elia einzureden. Sie sprach von Fin, als ob sie ihn selbst gekannt hatte. Sie machte ihm Mut, aber auch zugleich ein schlechtes Gewissen, Fin gegenĂŒber, dass er es bislang noch nicht versucht hatte, nach ihm zu suchen. Das zeigte Wirkung. Die Nacht war noch nicht halb vorbei, da hatte Moma Elia soweit gebracht, dass es keine andere Möglichkeit gab und das er vom Erfolg der Suche ĂŒberzeugt war. Gleich am Morgen wollte er mit seinem Vater darĂŒber reden.

Elia war sehr nervös, als er mit seinem Vater am FrĂŒhstĂŒckstisch saß. Elias Vater tat so, als wenn er nichts bemerken wĂŒrde. Er dachte nur, wenn Elia ihm etwas sagen wollte, dann wird er schon von selbst anfangen.
Elia druckste rum, fing aber sehr geschickt an seinen Vater in ein GesprĂ€ch ĂŒber Fin zu verwickeln. Er erzĂ€hlte ihm, dass er oft an Fin denkt und das er Sehnsucht nach ihm hat und das er gerne wissen möchte, wo er ist und wie es ihm geht.

Elias Vater wurde sehr nachdenklich wĂ€hrend des GesprĂ€ches und gab Elia zu verstehen, dass sie es wohl nie erfahren wĂŒrden, wo Fin ist und wie es ihm geht. Hier hakte Elia nach und machte seinem Vater klar, dass er nun alt genug sei und dass er und Moma Fin suchen und finden wollten. Elias Vater traute seinen Ohren nicht. Elia, ein kleiner Junge und eine noch kleinere Maus wollten hinaus in die Welt, in der sie noch nie waren, und Fin suchen.

Er wollte Elia nicht beleidigen und unterdrĂŒckte sein Lachen. Statt dessen runzelte er seine Stirn und sagte: „Das ist keine gute Idee“.
Elia war aber von Moma so gut eingestimmt, sodass er nicht locker lies. Er erzĂ€hlte nun seinem Vater von den Kristallen und das er sich mit Moma unterhalten und verstĂ€ndigen könnte. Er machte alles so geschickt, dass er nun seinem Vater ein schlechtes Gewissen bereitete, wenn er Elia nicht fortlassen wĂŒrde.

Elias Vater war strikt dagegen. Nein, noch einen Sohn verlieren, nein, das wollte er nicht. Er nahm Elia in den Arm und versucht ihm zu erklĂ€ren, das er nur noch ihn hatte und wenn er wegginge, wĂ€re er ganz allein und er hĂ€tte auch keinen mehr, der ihm bei der Feldarbeit helfen wĂŒrde. „Nun“ sagt Elia, „wenn ich nicht mehr da bin, brauchst du auch nur noch die HĂ€lfte zu arbeiten“.

Sie diskutierten so lange, bis die Sonne schon fast wieder zu sehen war, solange, bis Elia seinen Vater ĂŒberzeugt hatte.

Nun war alles geklÀrt. Elia wollte, sein Vater war nun einverstanden und Moma wollte sowieso.

Noch an diesem Tag begannen die Vorbereitungen, alles musste genau geplant werden.
Was brauchte man unterwegs und was nicht. Wichtig waren Essen und Trinken und etwas WĂ€sche zum Wechseln. Elias Vater packte alles in einen kleinen Beutel, der leicht ĂŒber die Schulter zu tragen war. FĂŒr Moma gab es einen besonderen Korb, er war kleiner als der Alte und er konnte auch leicht an dem GĂŒrtel von Elias Hose gebunden werden, ohne dass er Elia beim Gehen behindern wĂŒrde.

Elia ließ sich die Himmelsrichtungen von seinem Vater erklĂ€ren und zeigen, wie man sie am Besten bestimmt. Auch einige Grundregeln fĂŒr das Schlafen im Wald und das Verhalten von Fremden gegenĂŒber. Feuer machen, Fallen bauen und das Suchen von essbaren KrĂ€utern und Beeren wurde noch einmal durchgesprochen.

Der Tag des Abschieds nahte. Alle waren aufgeregt, bis auf Moma, sie war voller Vorfreude auf die Abenteuer, die sie zu erleben hoffte. Elia und sein Vater verabschiedend
Sich sehr lange. Sie drĂŒcken und kĂŒssten sich, beide wussten, nicht wann sie sich jemals wieder sehen wĂŒrden. Elias Vater rannte jedoch noch einmal schnell in das Haus und kam mit einem kleinen Messer, dessen Scheide in eine Halterung aus Fell gesteckt und mit einem kleinen Lederband versehen war.
Er drĂŒcke es Elia in die Hand und sagte: „Denk immer an mich und komm bald zurĂŒck, auch wenn ich nicht immer gut zu dir war, ich habe dich lieb und werde dich vermissen“. Elia machte vor Freude einen Sprung in die Höhe. Er wusste, das war ein ganz besonderes Messer, dieses hatte sein Vater schon von seinem Vater bekommen und nun durfte er es haben. Es war eine große Ehre fĂŒr Elia, denn er wusste auch, wie sehr sein Vater an diesem Messer hing.

Er nahm das Messer und band es mit dem kleinen LederbĂ€ndchen fest an seinen HosengĂŒrtel, direkt neben dem Korb, in dem Moma saß, die alles mit bekommen hatte. Voller Stolz nahm er den Beutel mit seinen Habseligkeiten stecke ihn an seinen Wanderstab, warf ihn ĂŒber die Schulter und ging mit festem Schritt den Weg hinunter, zum Dorf hinaus. Er drehte sich mehrmals um und winkte seinem Vater zu, bis sie hinter der nĂ€chsten Wegbiegung verschwanden.

Er hatte sich auch mehrmals die TrÀnen aus dem Gesicht gewischt und hoffte, dass sein Vater dieses nicht mitbekommen hat.

Elia hatte aber selber nicht mitbekommen, das Moma, das SĂ€ckchen mit den Kristallen heimlich im Korb versteckt hatte. Auch hatte Moma fĂŒr sich einen kleinen Vorrat an Futter in den Korb gesteckt, denn wer weiß, was die nĂ€chsten Tage und NĂ€chte bringen wĂŒrden.

Elia hatte auch nicht mitbekommen, wie er von zwei Personen beobachtet wurde, die eine mit traurigen und die andere mit hasserfĂŒllten Blicken.





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Kommentare


Von Albyc
Am 04.12.2018 um 18:35 Uhr

... so nun habe ich endlich auch diese Kapitel gelesen.
Wie auch schon bei den anderen bemerkt, ist das eine sehr schöne Geschichte.
Von einigen Rechtschreibfehlern abgesehen finde ich das es ein gelungenes Werk ist bzw. wird,

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