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Prosa => Krimi


Westernroman Cutter 4 Der geheimnisvolle Rupert Victor, Teil 1 - von Andrea, 12.03.2018
Zwei Sterne für Cutter

>Der geheimnisvolle Rupert VictorNest< bezeichnen.“
Noch bevor Jett etwas sagen konnte, fiel ein Schuss. Glas zersplitterte und schreie drangen aus dem Saloon. Mit einem Satz sprang Nick die Stufen rauf und öffnete die Schwingarme der Saloontür. Den Colt den er schon in der Hand hielt ließ er dezent wieder im Holster verschwinden als er die Situation erkannte.
Der junge Billy Boone stand mit gezogenem Revolver mitten im Schankraum und bedrohte George den Keeper, der seine Hände lässig auf der Theke liegen hatte.
„ Beruhige dich Billy. Steck den Revolver weg und geh nach Hause mein Junge.“ Versuchte George den aufbrausenden Boy zu beruhigen.
„ Ich bin nicht ihr Junge. Sie geben mir jetzt sofort einen Whiskey sonst schieße ich hier alles kurz und klein. Ich bin alt genug und habe ein Recht auf einen Drink!“ Ein harter Ton lag schon in der jungen Stimme und George spürte, dass er es ernst meinte. Umso erleichterter war er, den Marshall zu sehen, der nun von hinten heran kam.
„ Leg den Colt sofort auf den Tisch und dreh dich langsam um Billy.“ Ein eisiger Schreck durchfuhr den Jungen. Er erkannte sofort die Stimme des Marshalls. Nie hätte er gedacht, dass Marshall Ryder so schnell hier her kam. Fieberhaft überlegte was zu tun sei, da sprach der Marshall weiter.
„ Zwing mich nicht auf dich zu schießen. Na los, leg das Ding weg.“ Billy ließ den Revolver fallen. Langsam drehte er sich um. Verletzter Stolz war deutlich in seinem Gesicht zu lesen. Eine blonde Locke fiel von der Stirn hinunter und bedeckte sein linkes Auge. Obwohl Nick nicht mal einen Colt in der Hand hielt, traute sich der Junge nicht die Hand zu heben um die Haarlocke beiseite zu schieben. Mit verbissener Mine starrte er den Marshall an. Dann schrie er,
„ Ich wollte nur einen Whiskey haben aber dieser Fettsack will mir keinen geben. Er hat….“
„ Er hat die Anweisung von mir.“ Unterbrach Nick ihn.
„ Kein Alkohol an Kindern. Mindestalter sechzehn.“
„ Was ist denn das für ein Mist. Ich bin alt genug. Zu Hause trinke ich auch und das können sie mir nicht verbieten!“
Billys Gesicht lief rot an. Die Adern an seinen Schläfen wurden dicker.
„ Was du zu Hause machst ist mir egal. Hier gilt das Gesetz: Kein Alkohol unter sechzehn. Du bist gerade mal vierzehn. Setz dich auf dein Pferd und verlass die Stadt.“
Wütend stampfte Billy zur Tür und stieß noch einen Cowboy an, der ihm im Weg stand. Nick sah zum Keeper, der seufzend den leeren Rahmen betrachtete wo eben noch sein Wandspiegel drin war. Jetzt hingen nur noch ein paar Scherben darin fest.
„ Er wird für den Schaden aufkommen.“ Sagte Ryder und George nickte nur. Es war nun schon der siebte Spiegel, der dran glauben musste.
Billy verhielt seinen Schritt vor der Tür. Blitzschnell drehte er sich um. In den nächsten Sekunden ging alles rasend schnell. Der Cowboy der vorhin angerempelt wurde stellte fest, dass sein Colt weg war. Billy hielt ihn in seiner Faust und stieß ihn nach vorne. Jett rief einen Warnruf worauf sich Marshall Ryder sofort flach auf den Boden warf und seinen Colt im Fallen zog. Fast gleichzeitig schallten drei Schüsse auf. Der erste kam aus Nicks Waffe und traf Billy am rechten Unterarm. Die zweite Kugel kam aus Jetts Revolver und zischte an Billy vorbei, weil er durch den Treffer zur Seite geschleudert wurde. Billys Kugel fraß sich in der linken Saloonecke in die Holzvertäfelung und hinterließ ein weiteres hässliches Loch darin.
Trotz der Verletzung an seinem Arm hielt Billy immer noch die Waffe in der Hand. Da wurde es Jett zu Bunt. Er sprang den jungen von hinten an und zog ihm den Knauf seines Colts über den Schädel. Wie eine Fadenlose Marionette sank Billy in die Knie. Nick war längst wieder aufgestanden, schlug den Staun aus seinen Sachen und packte den Bewusstlosen am Kragen. Mit Jetts Hilfe trug er ihn über die Mainstreet in sein Office, legte ihn auf das Bett, dass an der Wand unter dem Fenster stand und gab seinem Deputy Cooper die Anweisung den Doktor zu holen.
„ Danke Jett. Das war in letzter in letzter Sekunde. Ich hab ihn nur einen Moment aus den Augen gelassen, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass er auf eine solche Idee kommt. So ein Fehler wird mir auch nie mehr passieren.“
Verärgert über sich selbst ballte Nick die Fäuste.
„ Aus Fehlern lernt man.“ Sagte Jett nur.
„ Aber auch nur wenn der Fehler nicht dein Leben kostet. Dem Teufel ist es egal warum du vor ihm stehst. Er gibt dir keine zweite Chance.“
Nachdem Doktor Leonard die Kugel aus der Schulter Billys entfernt hatte trugen sie den Jungen ins Jail.
Im Saloon war der Zwischenfall längst wieder vergessen. Schießereien und Schlägereien waren nichts außer gewöhnliches. Das Piano klimperte wieder, und Abby Lindsay sorgte mit ihrem Auftritt weiter für Stimmung. Für Nick war der Tag zu Ende. Müde ging er die Straße entlang bis er zu Hause ankam, sich ins Bett fallen ließ und schon bald darauf in einen tiefen Schlaf fiel.

Die Sonne stand hoch am Himmel, als ein kleiner, bunt gekleideter Mann vom Süden her in die Stadt einritt. Es saß auf einem pechschwarzen Rappen mit glänzender schwarzer Mähne, dessen Gang leicht tänzelnd war. Das Bild, das sich den Bewohnern von Cutter da bot war belustigend. Jeder der ihn sah kicherte und ließ irgendeine lustige Bemerkung fallen. Den Reiter kümmerte das nicht. Sein viel zu kleiner roter Hut wackelte im takt zum leichten Trab. Er trug eine gelb-grün gestreifte Weste und eine rote, viel zu kurze Hose, die mit Hosenträgern gehalten wurde.
Vor Murphys Mietstall ließ er sich aus dem Sattel gleiten und führte den Hengst durch das große Tor.
Murphy mistete gerade eine der Boxen aus.
„ Guten Morgen Mister. Mein Name ist Paul Sneider ich möchte ihnen mein Pferd zum Kauf anbieten.
Murphy schaute von seiner Arbeit auf und staunte nicht schlecht beim Anblick des Rappen. Bedenklich kratzte er sich am Nacken und sagte schließlich.
„ Tut mir leid Mister. Das ist wirklich ein schönes Tier, aber so was kann ich mir nicht leisten. Ich brauche einfache Gäule, die ich vermieten kann. Wenn ich so ein Tier abgebe bekomme ich es nie wieder zurück, oder ich müsste eine so hohe Miete verlangen, dass niemand es haben will.“
„ Nein, nein sie verstehen mich falsch. Ich mache ihnen ein Top Angebot. Was sagen sie zu fünfzig Dollar?“ Der kleine Mann verzog die Mundwinkel zu einem Grinsen.
„ Da ist doch was Faul! Entweder haben sie den Gaul gestohlen oder er ist krank. Für dieses Tier können sie das Zehnfache verlangen. Wenn sie ein Betrüger sind muss ich sie warnen. Marshall Ryder hütet das Gesetz hier in Cutter und ihn wollte ich nicht zum Feind haben.“
„ Ich mache keine krummen Geschäfte. Ich möchte dass er in gute Hände kommt und man hat mir ihren Stall empfohlen. Ich muss weiter mit der Bahn reisen bis nach San Francisco, da kann ich ihn nicht mitnehmen.“
Murphy wurde ersichtlich größer. Mit vorgestreckter Brust fragte Stolz,
„ wer hat mich denn da empfohlen?“
„ Seinen Namen weiß ich nicht mehr. Aber er war groß, ähm…hatte braunes Haar und, und blaue Augen.“
„ Oh das könnte Joe Harper gewesen sein. Sind sie an Harpers Ranch vorbei geritten?“
„ Ja richtig.“ Log der bunt gekleidete Mann und war ersichtlich erleichtert, dass alles so gut klappte.
Immer noch etwas skeptisch betrachtete Murphy den Hengst nun etwas genauer. Er kannte sich sehr gut mit Pferden aus und konnte an diesem Tier keine Makel feststellen. Es war ein sehr verlockendes Angebot aber eine Frage hatte er noch.
„ Warum hat Mister Harper bei ihrem Angebot nicht zugeschlagen?“
„ Tja weil ich ihn gar kein Angebot gemacht habe. Ich fragte nach dem Weg Richtung Cutter, da sprach er gleich in höchsten Tönen von Murphys Mietstall. Da dachte ich mir, hier hat er es gut. Hier wohnt ein echter Pferdekenner.“
„ Ich danke für die große Ehre, aber sie müssen verstehen, dass ich ihnen irgendwie nicht trauen kann. Das Tier haben sie doch sicher gestohlen, sonst könnten sie doch nicht so einen Preis dafür anbieten. Mir scheint, sie wollen sich schnell von ihm trennen. Das kann ich verstehen, denn es ist ein sehr auffälliges Pferd. Hm, fünfzig Dollar?“ Murphy kratzte sich wieder am Nacken. „
Der Fremde reichte ihm ein Papier hin und sagte,
„ Hier sind seine Papiere. Wie könnte ich diese besitzen, wenn er geklaut wäre? Den Kaufvertrag habe ich meinerseits schon unterschrieben“
Er tanzte unruhig von einem Bein auf das Andere und erwartete eine Antwort.
„ Also gut, der Deal steht.“ Sagte Murphy nach ein paar Sekunden, die dem Fremden endlos erschienen.
„ Das ist ja großartig. Dann kann ich gleich den nächsten Zug nehmen. Er kommt nämlich schon in zehn Minuten. Ich bin sicher, sie werden ihre heile Freude an dem Tier haben.“ Murphy holte das Geld aus der Schatulle in seinem Schrank und reichte es dem Fremden. Dann fiel ihm noch eine Frage ein.
„ Hat das Tier auch einen Namen?“
Sneider fasste ihn am Arm und führte ihn aus dem Stall. Im Flüsterton sagte er schließlich,
„ Er heißt Marshall.“ Dann lief Paul Sneider Richtung Bahnhof. Murphy schüttelte den Kopf.
„ Der ist nicht mehr ganz richtig im Kopf.“ Sagte er zu sich selbst, steckte die Papiere in seine Weste und ging wieder in den Stall zurück um das schöne Tier weiter zu bewundern.
Etwas mulmig war ihm schon, denn wenn das Pferd doch gestohlen war, bekommt er sicherlich Ärger. Aber vielleicht hatte der Fremde ja auch die Wahrheit gesagt, dann wäre es doch dumm gewesen dieses Angebot nicht anzunehmen.
Murphy stand noch einige Minuten nachdenklich da und rieb sein stoppeliges Kinn. Dann kam eine Idee.
Er führte den Hengst in die hinterste Box, schloss die Tür und wollte erst mal bei Marshall Ryder horchen, ob irgendein Pferdediebstahl gemeldet wurde. Wenn dem so war, konnte er behaupten, er hätte den Deal mit dem Dieb nur gemacht, um ihn zu identifizieren. Und wenn es keine Anzeige gab, konnte man ihm doch nichts vorwerfen. Murphys Stall befand sich genau gegenüber der Praxis von Doktor Leonard. Nick und der Doc standen auf dem Vorbau und unterhielten sich, als Murphy aus seinem großen Tor trat. Er sah ihn und grüßte über die Straße hinweg.
„ Hallo Marshall!“ Mit staksigen O-Beinen überquerte er die Mainstreet, gefolgt von seinem schönen neuen Hengst, der hinter seinem Rücken trottete.
„ Tag Murphy“, grüßte Nick tippte an seinen Hutrand und zwinkerte. Leonard staunte, “ Was für ein prachtvolles Tier.“
Verdutzt blieb Murphy stehen.
„ Aber woher wisst ihr schon davon? Ich habe ihn doch gerade erst bekommen?“
„ Dann solltest du besser auf ihn aufpassen. Ich habe es nicht gerne, wenn hier Pferde frei durch die Stadt laufen.“ Sagte Nick etwas ernster.
„ Frei?“ Murphy war fast sprachlos. Er hatte den Hengst hinter sich immer noch bemerkt.
„Aber Marshall, sie kennen….“ In dem Moment stieß ihn der Rappe mit seinem Kopf in den Rücken. Murphy stolperte nach vorne und fiel Nick genau in die Arme.
„ Wie kann das denn? Ich habe doch die Boxentür verschlossen!“ schimpfte der alte Stallinhaber.
„ Oh Murphy, ich glaube du wirst allmählich alt. Vergesslichkeit ist da ganz normal.“ Spottete Leonard.
Wütend zupfte Murphy seine Weste wieder gerade.
„ Ich brauche deinen medizinischen Rat nicht. Ich weiß genau, dass ich die Tür verschlossen habe. Mit dem Riegel wie bei allen anderen auch. Das mache ich schon seit vierzig Jahren so und noch nie habe ich das vergessen!“
„ Wie auch immer. Bring ihn in den Stall zurück. Aber vorher verrätst du mir noch, woher du ihn hast.“ Auch Nick war ein Pferdekenner. Er sah gleich wie wertvoll das Tier war und kannte keine Ranch in Arizona, die so einen Rappen besaß. So was Edles wäre doch lange aufgefallen.
„ Darüber wollte ich ja mit dir reden. Ich habe ihn sehr günstig einem Reisenden abgekauft. Das ist nicht illegal.“
„ Gibt es Papiere?“ harkte Nick gleich nach.
„ Natürlich. Hier sind sie. Alles da.“ Er griff in seine Westentasche, zog ein Stück Papier hervor und reichte es dem Marshall. Auf dessen Stirn bildete sich eine tiefe Falte zwischen den Augen als er das Schriftstück las. Leonard beobachtete ihn und fragte neugierig.
„ Ist was nicht in Ordnung?“ Nick begann laut vor zu lesen.
„ Farbe schwarz, Geschlecht Hengst, Name Marshall…. „
Weiter kam er nicht. Der Hengst machte einen Satz nach vorne und stieß Nick diesmal mit seinem Kopf an, so dass dieser rückwärts über die Stepwalk stufen flog und unsanft auf dem Gesäß landete. Murphy unterdrückte ein grinsen, Leonard reichte ihm die Hand und half ihm beim Aufstehen.
„ Alles Okay?“ fragte der besorgte Arzt. Nick ließ sich nicht anmerken, dass ihm der Rücken schmerzte. Er biss die Zähne zusammen und nickte nur.
„ Die Papiere kannst du ins Feuer werfen, die sind nichts wert. Und den Gaul will ich hier nicht mehr ohne Führstrick sehen. Ich hoffe für dich, dass es kein gestohlenes Pferd ist. Ich werde diesbezüglich mal etwas rum horchen.“
„ Tut mir wirklich leid, Marshall. Kommt nicht wieder vor.“
Und wieder wollte der Hengst Murphy anstupsen. Aber diesmal konnte der alte Pferdekenner ausweichen. Er führte ihn zurück in den Stall. In der letzten Box stand die Tür offen, der Riegel hing runter. Murphy überlegte, ob er tatsächlich zum ersten Mal in seinem Leben vergessen hatte den Riegel um zu legen. Also tat er es diesmal mit viel bedacht und drehte sich beim rausgehen noch einmal um. Die Tür war geschlossen, und verriegelt.

In Peggy-Sues Restaurant saß Mister Rupert Victor zu Tisch und las in einer Zeitung. Die Bedienung brachte ihm eine Tasse frisch aufgebrühten Kaffee und stellte diese auf die rot-weiß karierte Tischdecke ab. Ohne ein Wort des Dankes tastete Victors Hand den Tisch ab, während sein Blick an einem Zeitungsartikel hängen blieb. Er fand die Tasse, umklammerte sie und wollte sie zum Mund führen, als er laut aufschreiend hochsprang. Die Tasse zerschellte am Boden, der Kaffee verlief über die sauber geputzten Dielen.
„ Was sollte das denn?“ schrie er mit hochrotem Gesicht.
„Wollt ihr mich verbrühen? Das Zeug ist ja feuerheiß!“
Verlegen blieb die junge Frau, die ihn den Kaffee brachte in der Tür zur Küche stehen. Nachdem sie den Schrecken überwunden hatte, griff sie ein Tuch und eilte damit auf den aufbrausenden Gast zu.
„ Verzeihung Mister. Aber Kaffee wird nun mal heiß serviert. Die meisten Gäste mögen unseren Kaffee, weil er immer frisch aufgebrüht wird.“ Sie versuchte vergeblich die Flecken weg zu tupfen, die der Gast nun auf seinem feinen, grauen Anzug hatte. Immer wieder stieß er die Frau zurück, und fuchtelte mit seinen Armen in der Luft.
„ Sie wissen nicht mal meinen Namen? Eine Schande ist dieses Hotel. Ich zahle hier die überhöhten Preise und was ich dafür bekomme ist eine unfähige dumme Kuh, die mir viel zu heißen Kaffee anbietet!“
Noch einmal versuchte die Bedienung den Gast zu beruhigen indem sie ihm erklärte,
„ es tut mir wirklich leid. Aber unsere Tassen haben auch Henkel, damit man sich nicht die Finger verbrüht.“
„ Ah ha, sie geben also zu, dass man sich verbrühen kann.“
„ Das habe ich ihnen doch schon erklärt!“ gab die junge Frau nun auch mit etwas schärferem Ton zurück.
Klatsch! Rot brannte die Ohrfeige an ihrer linken Wange. Der Schlag war so heftig, dass sie sich einmal um die eigene Achse drehte und gegen den Nachbartisch fiel. Entgeistert starrte sie den kräftigen Mann an. Tränen rannen aus ihren Augen. Die linke Wange brannte nun noch mehr unter den salzigen Tränen.
Zu dieser Zeit befand sich nur ein weiterer Gast im Restaurant, der sich langsam Richtung Ausgang schlich. Victor bemerkte es aus den Augenwinkeln, aber er ließ ihn gehen. Mit Sicherheit holte dieser Mann jetzt den Sheriff, doch das war ihm egal. „Soll er doch kommen“, dachte er. „Ich bin Rupert Victor. Mir kann keiner was.“
Es dauerte gerade mal drei Minuten, da betrat Marshall Ryder den Speisesaal. Der unbeliebte Gast saß wieder auf seinem Stuhl und las in der Zeitung, als wäre nichts geschehen. Nick sah sofort die Scherben und den Kaffee auf dem Boden. Ein leises Weinen drang aus der Küche. Mit verschränkten Armen postierte er sich vor dem Gast.
„ Was ist hier vorgefallen?“ fragte er mit tiefer Stimme, doch
Rupert Victor reagierte nicht darauf. Er las weiter in der Zeitung.
„ Legen sie die Zeitung weg, Mister. Ich rede mit ihnen.“
Auch diesmal kam keine Reaktion von dem Mann.
Da trat Nick auf ihn zu und entriss ihm das Tagesblatt. Er stützte sich mit beiden Händen auf dem Tisch ab, so dass ihre Augen auf gleicher Höhe waren. Victor hielt diesem Blick diesmal stand. Lässig lehnte er sich in seinem Stuhl zurück.
„ Ah, Marshall. Wollten sie was von mir?“ tat er überrascht.
„ Sie haben eine Frau geschlagen. Sie kommen jetzt mit ins Office, dort werden wir die Anzeige schriftlich erledigen.“
„ Das ist nicht nötig Marshall. Es gibt keine Anzeige.“ Victor hob sein Kinn und posierte sich wie ein Löwe, der gerade sein Revier erfolgreich verteidigt hatte. Nick wandte sich ab und ging in die Küche. Die gedemütigte junge Frau stand wieder am Herd. Den Kopf verlegen nach unten geneigt rührte sie in einer Pfanne herum. Der Duft von Rührei lag in der Luft.
„ Miss Miller, würden sie mich zum Office begleiten? Ich muss ihre Anzeige schriftlich festhalten und brauche ihre Unterschrift.“ Zaghaft schüttelte sie verneinend den Kopf.
Ihre Stimme klang fein und etwas unterdrückt vom Weinen.
„ Ich verzichte auf eine Anzeige.“
Marshall Ryder stand mit offenem Mund da. Es dauerte eine Weile bis er seine Verwunderung überwunden hatte, dann fragte er.
„ Das verstehe ich nicht. Er hat sie geschlagen. Haben sie Angst vor ihm? Hat er ihnen gedroht?“ Langsam drehte er die Frau zu sich herum. Seine starke Hand lag auf ihrer zarten Schulter.
„ Sehen sie mich an Miss Miller. Er wird ihnen nie mehr was antun. Dafür kann ich aber nur sorgen, wenn sie ihn Anzeigen.“
„ Ich möchte nicht. Bitte, ich habe noch zu tun.“ Ihre Wange flimmerte immer noch rot. Bei genauem hinsehen waren sogar die einzelnen Finger zu erkennen. Nick brodelte innerlich vor Wut, aber er konnte nichts tun. Ohne ihre Aussage waren ihm die Hände gebunden.
Wieder zurück im Speisesaal grinste ihm Rupert Victor hämisch entgegen. Sein Spott war unüberhörbar, als er sagte,
„ Tja Marshall. Sieht wohl so aus, als brauche ich sie nicht zu begleiten. Ich bin eben der große Rupert Victor. Und noch einen Tipp für einen armseligen Sternträger wie sie. Mit Geld kann man sich alles kaufen. Zur Not auch eigene Gesetzte!“ Nick atmete tief ein. Jetzt wurde ihm einiges klar.
Er hat Miss Miller Geld gegeben damit sie schweigt. Eine Frau, die sich im Restaurant mühselig ein paar Dollar verdiente um sich, ihre drei Kinder und ihren behinderten Mann zu ernähren, bekommt auf einmal ein paar Dollar mehr in die Hand. Bei ihr brauchte es nicht mal viel gewesen zu sein. Sie hatte es so schon schwer und kämpfte um jeden Cent. Das Geld gönnte er der armen Frau, aber der Preis war zu hoch dafür. Ohne ein Wort zu sagen verließ Nick das Restaurant. Er schlenderte den Stepwalk entlang und besah sich die Schaufenster. Er brauchte Ablenkung um nicht ständig das Grinsen des eingebildeten Victor vor sich zu sehen. Am liebsten hätte er diesem aufgeblasenen Kerl eine rein gehauen, aber dass durfte er nicht. Er trug einen Stern und musste sich an die Gesetzte halten. Diese besagten keine Gewalt an Wehrlose. Victor trug weder eine Waffe, noch machte er eine drohende Geste.
Aus einer Seitengasse kam Misses Green heraus gelaufen. Sie hielt ihren Rock angehoben um nicht über den Saum zu stolpern. Schon von weitem erkannte sie den Marshall und rief ganz aufgeregt.
„ Oh was für ein Glück dass ich sie hier treffe. Kommen sie schnell. In meinen Garten, bitte beeilen sie sich.“
Sheriff Armstrong hatte alles mit angehört und kam ebenfalls angerannt.
„ Was ist denn los?“ fragte er außer Atem.
„ Keine Ahnung. Aber lass uns nach sehen.“ Sie rannten bis zum Ende der kleinen Gasse. Auf der rechten Seite befand sich das Haus der Familie Green. Es war ein sehr gepflegtes kleines Häuschen mit einem blühenden Vorgarten. Die vierzehn jährige Tochter stand inmitten der Wiese und schrie um Hilfe. Nick zog schon im Laufen seinen Colt, und war auf alles gefasst. Das Mädchen wies auf den dichten Heidelbeerstrauch, dessen Zweige hin und her wackelten. „Er ist dahinter!“ rief sie. Nick gab Jett Handzeichen. Er schlich sich rechts herum, während Jett sich von hinten heran pirschte.
„ Hier ist der Sheriff, kommen sie mit erhobenen Händen raus!“ befahl Jett, aber nichts tat sich. Die Zweige raschelten weiter wie zuvor. Nick schlich weiter in geduckter Haltung, immer auf einen Angriff vorbereitet. Nur noch einen Schritt, dann war Jett um den Strauch herum. Er hielt kurz inne und rief noch einmal,
„ Kommen sie raus. Der Marshall ist auch hier. Sie haben keine Chance.“
So schnell wie Jett dann angerempelt wurde, konnte er gar nicht reagieren. Aus dem Busch heraus stieß ihn die Nase eines schwarzen Pferdes an und ließ ihn nach hinten torkeln. Ein lautes Wiehern hallte hinterher. Nick steckte den Colt zurück ins Holster und seufzte.
„ Du schon wieder. Na warte, jetzt kann Murphy aber was erleben.“ Er wandte sich an Misses Miller und fragte,
„ Ist ihnen etwas geschehen?“
„ Nein. Aber das Vieh hat meine Heidelbeeren gefressen. Es ließ sich nicht vertreiben. Wem gehört es eigentlich? Ich verlange Schadenersatz.“
„ Ich kümmere mich darum. Misses Miller. Ehm.. haben sie vielleicht ein Seil für mich?“
Sie führten den Hengst zurück zum Stall. Den ganzen Weg dorthin schimpfte Jett. Sein helles Hemd war versehen mit blauen Flecken, die der Hengst, mit seinem verschmierten Maul beim anstupsen hinterließ.
Der Hengst Marshall schlug mit seinem Kopf auf und ab und zeigte dabei seine blau gefärbten Zähne.
„ Er lacht mich aus Nick.“ Sagte Jett und sah das Tier böse an. „ Sieh dir nur mein Hemd an. Musstest du deine Schnauze ausgerechnet daran abwischen? was bist du doch für ein blöder Gaul.“
„ Ja das ist er.“ Stimmte Nick zu. „ Dieses Tier sollte man schlachten oder in einen Wanderzirkus stecken. Hier in der Stadt bringt er nur Unruhe. Und außerdem, wer zum Teufel nennt sein Pferd Marshall.“ Schon wieder stupste der Hengst Nick von hinten an. Ryder machte einen unbeholfenen Satz nach vorne und drehte sich wütend um.
„ Jetzt reicht es aber wirklich. Jedes Mal wenn er seinen Namen hört, stößt er zu. Wenn Murphy da keine Lösung findet muss er das Tier verkaufen. --- Hey!“ Marshall hatte den Hut von Nicks Kopf gerissen und kaute genüsslich darauf rum. „ Gib ihn wieder her, dass ist meiner.“ Mit aller Gewalt versuchte Ryder dem Tier den Hut wieder ab zu nehmen. Marshall schlug weiter mit dem Kopf, aber Nick ließ nicht los. Es sah aus, wie ein Kräftemessen zwischen Mensch und Tier. Jett schaute sich das Schauspiel genüsslich an. „ Die Idee mit dem Zirkus finde ich gar nicht schlecht. Fehlt nur noch dein Clownkostüm, dann wäre es eine perfekte Nummer“, grinste er. Ryder umklammerte den Hut fest mit beiden Händen fest. Immer wenn Marshalls Kopf hoch ging, hob Nick fast mit den Füßen vom Boden ab, aber Beide ließen nicht los.
„ Her damit. Bevor er noch…“ Es war zu spät. Nick hielt nur noch einen Teil der Krempe in seiner Hand, der Rest verschwand im Pferdemaul.
„ Das kommt ihn teuer. Der Hut war gerade mal zwei Monate alt. Hier sieh nur Jett.“ Nick hielt seinem Freund das Überbleibsel hin. Er hatte genau den Teil gerettet in dem seine Inizialie eingestanzt war.
„ Jetzt darf ich aus N.R.4 eine N.R 5 machen. Zwei Hüte wurden mir vom Kopf geschossen, einer kam zwischen die Rinderhufe und Nummer vier wurde von einem Pferd gefressen.“
„ Sei froh, dass ihm nicht noch deine Haare schmecken. Sonst wärst du noch skalpiert worden.“
Mürrisch erreichte Nick den Stall, packte sich den Spaten der an der Wand stand und schlug auf eine Metallene Kiste in der Ecke. Der krach war so laut, dass Murphy erschrocken aus seinem Anbau angerannt kam.
„ Verdammt was ist hier los?“
„ Da steht dein Ungeheuer. Sperr ihn gut weg. Ich mache derweil die Rechnungen für dich fertig.“
„ Wovon redest du Marsh…“
„ Sprich es nicht aus!“ fiel Nick ihm barsch ins Wort.
„ Dieser Gaul spielt verrückt, wenn er seinen Namen hört. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum du ihn so günstig bekommen hast. Er wird dir noch teuer kommen.“
Murphy streichelte dem Hengst liebevoll über die Mähne.
„ Ich weiß gar nicht was du willst. Du bist doch nur neidisch.“
„ Neidisch? Vergiss es. Er hat Misses Greens Heidelbeeren verspeist und du weißt ja wie sehr sie ihren Garten liebt und pflegt. Das bedeutet auch, dass es keine Heidelbeermarmelade mehr gibt, bis die Nächsten reif sind. Das ist ein hoher Verlust für die alte Dame, die davon lebt. Außerdem hat dieses Biest meinen Hut gefressen. Die Rechnung dafür bekommst du Heute noch.“ Nick verließ wütend den Stall.
„ Ich finde er übertreibt es jetzt etwas.“ Sagte Murphy zu Jett, der außen am Tor lehnte und alles mit anhörte.
„ Lass dir was Einfallen, dass er nicht ständig abhaut. Und kauf Nick besser Heute noch einen neuen Hut, sonst kann ich für nichts garantieren“, riet er dem Murphy.

Im Office machte sich Deputy Lex Cooper darüber lustig, dass Nick den ganzen Tag ohne Hut rum lief. Er unterhielt sich darüber mit Benno Walker, dem anderen Deputy und Beide fragten sich was wohl der Grund dafür war. Benno vermutete schon Kopfschmerzen, weil Nick sich wieder mal über die Buchführung ärgerte und den ganzen Tag schlecht gelaunt war. Lex lachte und sagte“, nein ich weiß es. Er hat sich die Haare schneiden lassen und will es jedem zeigen. Benno fiel in sein Lachen mit ein. Indem Moment trat Nick herein.
„ Schön, dass wenigstens ihr was zu lachen habt. Benno, warst du schon im Postoffice? Für dich Lex habe ich auch einen Auftrag. Du gehst zu Misses Green und siehst dir den Schaden an ihrem Heidelbeerstrauch an. Ob noch Beeren dran hängen und wie viele Äste abgebrochen sind.“
Benno wollte gerade los laufen, blieb aber in der Tür stehen, als er kopfschüttelnd fragte.
„ Was soll denn das?“ Er strich sich mit der Hand durch sein dichtes braunes Haar.
„ Der neue Gaul von Murphy hat den Strauch abgefressen. Sie verlangt Schadenersatz. Meinen Hut hat das Vieh auch angefressen. Den kann er mir auch gleich Ersetzten.“
Mit großen Augen sahen sich die beiden Deputys an. Das war also der Grund. Lex grinste in sich hinein, und schob Benno zur Tür hinaus, weil er sein Lachen kaum noch unterdrücken konnte.
„ So witzig finde ich das gar nicht“, sagte Nick zu sich selbst und lehnte sich im Sessel zurück. In Gedanken erschien ihm wieder der schwarze Hengst mit seinem Hut im Maul und wie er verzweifelt versuchte ihm diesen ab zu nehmen. Dann fing er selber an zu lachen. Im Schrank lag ja noch der alte Hut. Er hatte zwar ein kleines Loch an der Seite, aber wenigstens hatte er erst mal eine Kopfbedeckung. Er hatte sich schon im kleinen Hutladen umgesehen, aber es war keiner dabei, der ihm gefiel. Der Inhaber hatte einen Katalog raus geholt, aus dem er genau den gleichen Hut bestellen konnte, was allerdings eine gute Woche dauern würde.
„ Die Rechnung geben sie bitte an Mister Murphy vom Mietstall weiter.“ Sagte er dem Verkäufer vor einer Stunde.

Gegen Abend füllte sich langsam der Saloon. Die Bewohner Cutters legten ihre Arbeit nieder und viele gönnten sich einen Abendtrunk. An der Theke konnte man viel erfahren. Fremde kamen von überall her und erzählten von anderen Städten, von ihren Reisen und was sonst noch los war in der Welt. Der Saloon war fast schon eine Konkurrenz zur Zeitung, welche sorgfältig von Richard Conway geführt wurde. Für alle die nicht lesen und schreiben konnten war der Tratsch im Saloon eine wichtige Informationsquelle.
Auch Rupert Victor hatte vor, heute Abend den Saloon zu besuchen. Nicht um sich dort einen anzutrinken. Auch nicht um neuen Klatsch zu hören. Nein, er wollte Geschäfte machen. Auf dem Tisch in seinem Hotelzimmer lagen die Werbeblätter schon bereit. Auf ihnen waren die neusten Farmergeräte abgebildet, die jedem Farmer die Arbeit erleichtern sollen.
Die Produkte der Firma Victor Agrartechnik waren weit bekannt und tatsächlich boten sie auch gute Qualität an. Wer sich ein Victor Pflug zulegte, musste zwar ein paar Dollars mehr ausgeben, aber es war das Geld wert.
Nick musste diesen aufgeblasenen Angeber dulden. Er hatte sich bisher nur aufgespielt. Gegen das unverschämte Verhalten im Restaurant konnte er, ohne Anzeige, nichts machen. Marshall Ryder hoffte daher, dass dieser Victor hier nur einige Geräte verkaufen will und dann zur nächsten Stadt weiter reist. Schließlich hat er nicht ohne Werbung und Engagement eine so große und mittlerweile weit bekannte Firma aufgebaut. Über den Boss dieser Firma hatte Nick bisher nur in der Zeitung gelesen. Allerdings wurde er stets als freundlicher, netter Mensch bezeichnet. Ryder stand am Fenster seines Office und schaute verträumt auf das Treiben vor dem Saloon gegenüber. Entweder haben alle Editoren gelogen oder sie wurden auch mit Dollars bestochen, stets nur gutes über Rupert Victor zu Schreiben.
„ Ich kann dich leider nicht aus der Stadt weisen, aber glaube mir, beim kleinsten Fehler habe ich dich.“ Dachte Nick bei sich.
Zur späteren Abendstunde verließ Rupert Victor das Hotel. Frisch rasiert und sauber gekleidet mit einem Stapel Blätter im Arm marschierte er zum Saloon. Die wenigen Damen, die noch auf den Straßen unterwegs waren grüßten freundlich. Es kam nicht oft vor, dass ein so feiner, nach Lavendel duftender Herr sich nach Cutter verirrte.
Der Hauptanteil der Gäste waren Cowboys die vom Viehtrieb kamen und furchtbar stanken, wenn sie nicht vorher im Badehaus vorbei schauten. Einfache Reisende oder eben auch Outlaws, von denen die meisten Mexiko zum Ziel hatten, machten hier einen Zwischenhalt.
Mit erhobenem Haupt öffnete Rupert die Schwingtür zum Saloon. An diesem Abend spielte keine Musik. Nur ein paar Angetrunkene grölten unverständliche Lieder. An den Tischen und an der Theke gab es laute Unterhaltungen. Man genoss einfach die Geselligkeit bei einem kühlen Bier oder einem Whiskey, der bei Keeper George besonders gut war. Er hatte enge Beziehungen zu einem schottischen Whiskyhändler, der zwei Mal im Jahr zu ihm kam. Natürlich verkaufte er auch einfachen Brandy oder Bourbon.
Die meisten Cowboys brauchten nur was billiges was in der Kehle brannte, für mehr reichte ihr bescheidener Lohn nicht aus.
Rupert fiel gleich auf, als er den Schankraum betrat. In der hinteren Ecke wurde es sofort still. Diese plötzliche Ruhe übertrug sich auf die Männer, die an der Theke lehnten und schon bald schauten auch die Pokerspieler auf. Rupert ging mitten durch die Menge und postierte sich auf der Bühne.
Nach zweimaligem Räuspern begann er sein Anliegen vor zu bringen. Gespannt hörte man ihm zu, aber schon nach drei Minuten kam Unruhe auf. Victor Rupert versuchte mit allen Mitteln wieder Aufmerksamkeit zu bekommen, jedoch stellte er sich nicht gerade geschickt dabei an. Nach weiteren drei Minuten hörte niemand mehr zu. Auch die vorher ausgeteilten Werbeblätter lagen am Boden und wurden achtlos betreten. Rupert Victor stand mit offenem Mund auf der Bühne. Dies war nun schon die vierte Stadt in der er keinen Erfolg mit seiner Werbung hatte. Wenn nicht bald ein paar Verträge geschlossen wurden, stand die ganze Firma vor dem Untergang. Das viele Geld, das er bei sich hatte würde nicht ewig reichen. Er musste neue Kunden gewinnen um nicht irgendwann vor der Pleite zu stehen. Schließlich wollte er dieses angesehene Leben nicht mehr aufgeben. Zu lange hatte er in Armut gelebt und wurde nur Hin und Her gestoßen. Nun war er ein Mann, dem die Frauen zu Füßen lagen, denn er konnte mit Dollars winken. Und wie sich im Restaurant herausstellte, war das viele Geld auch gut, um Hin und wieder Gesetzte zu umgehen.
Seine Ratlosigkeit schlug in Wut über. Er ballte die Fäuste und schrie in den Saal.
„ Ihr verdammten, dreckigen Cowboys. Ihr habt doch gar keine Ahnung von Landwirtschaft. Vergrabt euch hier am Ende der Welt und glaubt was Besseres zu sein! Ich kann auf euere mickerige, kleine Felder verzichten. Es gibt genügend Großfarmer, die mir mit Handkuss meine Geräte abkaufen, denn die wissen was Qualität ist. Ich habe es mir gleich gedacht, als ich hierher kam, in dieses Nest.“
Es war ganz schön mutig, solche Worte in den Raum zu werfen, wo doch der Saloon mit so vielen Einwohnern gefüllt war, die stolz auf ihre Stadt waren. Aber niemand schenkte Rupert Victor mehr Interesse. Sie hielten ihn für einen Verrückten und schüttelten nur die Köpfe.
Victor erkämpfte sich einen Weg nach draußen. Kurz vor der Schwingtür wurde er aufgehalten. Ein Mann hielt ihn am Arm fest und starrte ihn an. Er war um die fünfzig Jahre alt und trug einen angegrauten Schnauzer. Sein Haar dagegen war schon silbergrau und schimmerte unter dem braunen Texashut hervor. Er trug keinen Revolver. Sein Hemd war Kragenlos und mit Stickereien besetzt. Mit einem unerwarteten Griff riss der Alte den Hemdsärmel Victors hoch. Der Manschettenknopf sprang ab und kullerte unter einen der Tische. Der Alte stierte auf Ruperts Unterarm.
„ Hab ich doch gewusst“, sagte der Mann mit rauer Stimme.
„ So plump hat sich Rupert noch nie angestellt. Er war ein einzigartiger Geschäftsmann und konnte verdammt gute Reden halten. Ich weiß nicht was du hier im Schilde führst, aber du musst sein Zwillingsbruder Levi sein.“
„ Rupert zog seinen Arm zurück unter krempelte den Ärmel wieder herunter.
„ Du bist verrückt Alter. Ich habe keinen Zwillingsbruder“, sagte er Kopfschüttelnd.
„ Doch! Ich kenne deine Mutter. Sie hat mir im Sterbebett davon erzählt. Während Rupert bei ihr bleiben durfte musste sie dich als Baby abgeben, weil sie nicht genug zu essen hatte für zwei Babys. Sie hatte es nie richtig verkraftet und sich immer vorwürfe deswegen gemacht. Sie erzählte mir auch, dass sie dich nach langer Suche gefunden habe und du auf dem Weg nach Hause warst. Ich habe gedacht, sie hätte sich das nur im Fieber eingebildet. Sie starb nämlich an Typhus und phantasierte Tagelang wirres Zeug. Aber jetzt glaube ich, sie hatte Recht.
Erstens kennt Rupert mich, er hätte mich längst gegrüßt, zweitens hat er ein Muttermal auf dem linken Unterarm. Und drittens ist Rupert ein feiner Kerl und nicht so ein Stinkstiefel wie du.“
Unsanft schob Rupert den Mann wie ein lästiges Insekt von sich. Aber der Alte ließ nicht locker und rief hinterher.
„ Ich werde es beweisen. Ich sende ein Telegram nach Texas. Du wirst schon sehen was dann passiert.“
Erstarrt blieb Rupert stehen und trat wieder näher an den alten Mann heran.
„ Was soll passieren, Rupert gab mir den Auftrag ihn in seinem Namen zu vertreten. Ich bitte sie das für sich zu behalten. Es wäre sonst Geschäftsschädigend. Und das wollen sie ihrem alten Freund doch nicht antun.“
„Niemals würde Rupert dich in seinem Namen los schicken um seine Firma zu vertreten. Nicht einen solchen Trottel.“
„ Pass auf was du sagst Alter. Sonst schlag ich dir die letzten Zähne aus, die du noch im Maul hast.“
Der alte Texaner ließ Rupert stehen und ging mit großen Schritten aus dem Saloon heraus. Er marschierte die Mainstreet entlang bis zum Telegrafenoffice. Freudestrahlend sah er, dass noch Licht durch das Fenster schimmerte. Es war also noch jemand da. Er öffnete nach einem Klopfen die Tür, wie es im Westen üblich war und trat ein. Rupert beobachtete alles vom Stepwalk aus. Er stand in einer Schattigen Ecke und rieb sich sein Kinn.
„ Verdammt“, murmelte er. „Der Alte macht mir alles zu Nichte. Muss er auch ausgerechnet hier in Cutter im Saloon hocken. Mutter ist tot und ich dachte immer, außer sie weiß niemand von mir. Was mag er wohl für ein Telegramm aufgeben? Rupert ist tot. Niemand weiß davon. Sie halten alle mich für ihn. Er kann gar nichts aus Texas erfahren.“ Mit diesen Gedanken begab er sich zurück in sein Hotelzimmer. Stundenlang lag er wach auf seinem Bett und starrte gegen die Decke. Tausende Gedanken schossen durch seinen Kopf. Der einzige Beweis war dieses Muttermal. Es gab keine Zeugen mehr einer Zwillingsgeburt.
Sogar seine Zieheltern waren verstorben und hatten niemandem erzählt, dass er ein Adoptivkind war. Er musste trotzdem an das Telegramm kommen. Er musste wissen was darin stand. Zu so später Stunde war keine Antwort mehr aus Texas zu erwarten. Also musste er bis zum Morgen warten und den alten Texaner im Auge behalten. „Sobald dieser das Telegramm empfangen hat, werde ich dafür sorgen, dass auch der letzte Zeuge stirbt. Dann steht mir niemand mehr im Wege.
Die Firma gehört mir, mit allem Reichtum was dazu gehört.“
Mit diesem Gedanken fielen endlich seine Augen zu.

Noch bevor die ersten Sonnenstrahlen die Dächer der Häuser von Cutter berührten, stand Victor schon auf seinem Posten.
Unauffällig, stand er angelehnt an einem Pfeiler, vor dem Generalstore und ließ das Telegraphenoffice nicht aus den Augen. Nick Ryder saß im Office an seinem Schreibtisch und schlief. Die Füße lagen bequem auf der Tischplatte zwischen den Briefen.
An diesem Abend war nicht viel los. Nick las bis tief in die Nacht in einem Buch und schlief darüber ein. Das Buch lag noch immer aufgeschlagen auf seinem Schoß. Sein Sohn Jetty hatte es zuvor gelesen. Der Junge war so begeistert von der Geschichte, dass er von nichts anderem mehr erzählte. Das machte Nick neugierig und er fing ebenfalls an darin zu lesen. Vom Autor Jules Verne hatte er schon gehört. Die Einen verehrten ihn als großen Schriftsteller, Andere hielten ihn für einen Spinner. Nick wollte sich seine eigene Meinung bilden. Über die Geschichte eines U- Bootes, dass zwanzigtausend Meilen unter dem Meer schwimmt.
Nick lag in einem tiefen Schlaf und träumte von so einem U-Boot. Er beobachtete zusammen mit Kapitän Nemo die bunten Fische. Ein riesiger Meeresbewohner schwamm am Bullauge vorbei. Er trug einen grauen Hut und als er sein Gesicht zu ihm drehte, grinste ihn Rupert Victor hämisch an. Im Unterbewusstsein zuckte Nick zusammen, dabei fielen seine Füße vom Tisch. Erschrocken wachte er auf, sah sich um, und stellte zu seiner Zufriedenheit fest, dass er noch in seinem Office war. Er rieb sich die verschlafenen Augen, sah auf das Buch, welches zu Boden gefallen war und murmelte, “ Was für ein blöder Traum. Jetzt verfolgt der Kerl mich schon im Schlaf.“ Er blickte zur Standuhr hinüber. Sie zeigte kurz vor sechs Uhr an. Gähnend nahm er seinen Waffengurt vom Haken und band ihn um. Es war höchste Zeit seine morgendliche Runde zu drehen und nach dem Rechten zu sehen. Seinen alten Hut drehte er in seinen Händen und lächelte, als er einen Finger durch das Loch in der Seite stecken konnte. Jetzt konnte er darüber lachen, damals aber war es bitterer Ernst. Ein kleines Inch weiter zur Mitte und er würde jetzt dort hinten am Rande der Stadt auf dem Boothill liegen, zerfressen von unzähligen Maden. Bei dem Gedanken schüttelte es ihm. So oft schon hatte er Glück gehabt in seinem Job. Wie lange wohl noch? Wann kommt der Tag an dem ihm eine Kugel aus den Stiefeln holt. Oder ein Messer. Wie viel Glück kann ein Mensch alleine haben? Nick überlegte, ob es da wohl eine Grenze gab. Ob man irgendwann da oben anklopft und jemand sagt, tja das war es. Dein Glück ist verbraucht.
Er stand so noch eine Weile neben der Tür, als diese plötzlich aufsprang. Mit roten Wangen und leicht verschwitzt trat Deputy Lex Cooper ein.
„ Guten Morgen Nick. Ich habe mit deinem Jungen ein Wettrennen gemacht und gewonnen.“ Sagte er außer Atem. Nick sah zum Fenster raus. Draußen lief eine kleine Gruppe Kinder Richtung Schulgebäude. Auch sein Sohn Jetty war dabei. Mit seinen zwölf Jahren übernahm er gerne die Aufsicht über die kleineren und gab großspurig Anweisungen. Er sah Nick am Fenster stehen und kam auf das Office zu gerannt.
„ Morgen Pa. Wir machen heute einen Ausflug zum See. Darf ich deine Angel mitnehmen?“
„ Da muss ich erst mal schauen, wo sie ist. Habe schon lange keine Zeit mehr zum Angeln gehabt.“
„ Ich brauche sie aber jetzt!“ drängelte Jetty. Lex zog sich den Hut tiefer ins Gesicht und meinte,
„ geh nur suchen Nick. Ich übernehme deine Runde.“
Ryder zögerte noch. Eigentlich sollten seine Deputys immer zu zweit gehen. Sie waren noch jung und unerfahren. Lex spielte gerne den großen Mann, aber Nick kannte seine schwächen.
„ Es ist noch nichts los da draußen. Außerdem kann ich ja bei Benno vorbei gehen und ihn aus dem Bett holen. Ich pass schon auf.“ Jetty trat ungeduldig von einem Fuß auf den anderen. „ Bitte Pa, ich komme sonst zu spät“, bettelte er.
„Na gut. Halt die Augen auf Lex.“
„ Ich kann das Nick. Ich bin schon so oft mit dir mitgegangen.“
Ryder ging mit seinem Sohn nach Hause um die Angel zu suchen und Lex machte sich voller Stolz auf den Weg.
Er wollte erst die hinteren Gassen entlang gehen und dann bei Benno anklopfen. So wie er es von Nick gelernt hatte, prüfte Lex nun die Türen zum Generalstore und dem Waffenladen. Er schaute in die Schaufenster ob drinnen alles in Ordnung war. Dabei übersah er Rupert Victor der sich in einer schattigen Ecke versteckte. Marshall Ryder wäre dies sicher nicht entgangen, auch nicht, dass ein alter Mann mit Texanerhut im Telegrafenoffice verschwand und zwei Minuten später wieder rauskam. Lex stand mit dem Rücken zum Geschehen. Er bewunderte einen neun Remington Colt, der im Schaufenster auf einem roten Kissen ausgestellt lag. Nur den erstickten Schrei, den der Texaner durch Victors Hand hindurch presste, die ihm den Mund zuhielt, hörte Lex. Er drehte sich um, konnte aber niemanden sehen. Rupert hatte sein Opfer in die schmale Gasse zwischen zwei Häuser gezogen. Mit seiner Bärenkraft hielt er den schwachen Texaner fest im Arm, die Hand auf dessen Mund gepresst.
Es bedurfte nur einen kleinen Ruck und das zerbrechliche Genick des alten Mannes war gebrochen. Leblos sank sein Körper zu Boden. Victor suchte seine Westentaschen ab und fand das Telegramm. In steiler Schrift stand dort:
An Mister Dillen,
Er ist auf Geschäftsreise. Werden ihren unglaublichen Verdacht nachgehen. Weitere Informationen heute Abend.
Ranger Gilbert

Deputy Cooper schlich dem Geräusch nach, dass er eben vernommen hatte. Er erreichte die Ecke des Hauses, welches die Gasse zum Nachbargebäude bildete, und lugte vorsichtig hinein. Eisiger Schreck durchfuhr ihn, als er den toten am Boden liegen sah. Was er dann tat, war nur noch mechanisch. Unüberlegt zog er seinen Colt. In seinem Kopf war plötzlich eine Leere. Auch Nicks Warnungen und Befehle waren wie ausgelöscht. Immer wieder gab Nick ihm Anweisung nichts allein zu Unternehmen. Hole Hilfe, wenn es ernst wird. Aber Lex dachte in diesem Moment über gar nichts mehr nach.
Er sprang nach vorne und stand im Eingang der Gasse. Seine Hand zitterte leicht und Schweiß trat aus allen Poren aber er bemühte sich um eine feste Stimme.“ Die Hände hoch!“ rief er. Erschrocken sah Victor auf. Er hatte nicht damit gerechnet, dass ihn jemand beobachtete. Der Zettel fiel ihm aus der Hand und schwebte wie ein Blatt im Wind sanft zu Boden. Er kniff die Augen zu einem Spalt zusammen, damit die aufgehende Sonne hinter Lex Rücken ihn nicht mehr so blendete. Dann erkannte er den jungen Deputy. Lex machte noch einen Schritt vorwärts. Viel energischer kam nun sein Befehl.“ Los, die Hände an die Wand.“ Rupert kam diesen Befehl ohne Gegenwehr nach. Vor diesen blutjungen Burschen brauchte er keine Angst zu haben. Mit dem würde er leicht fertig werden.
Lex holte immer noch keine Hilfe. Wie in Trance stieg ein Gefühl der Überlegenheit in ihm hoch. Er musste ihn nur noch nach Waffen abtasten, dann konnte er ihm Handschellen anlegen und abführen. Wie stolz dann wohl Marshall Ryder auf ihn sein würde.
Deputy Cooper ging auf Rupert zu. Seinen Colt hielt er in der Rechten, während er mit der linken Hand die Hose des Firmenbosses abtastete. Dann geschah es. Blitzschnell wandte Rupert sich um, zog in der Drehung seinen Ellbogen hoch und traf Lex mitten ins Gesicht. Der junge Deputy stolperte zurück. In seiner Panik riss er den Colt hoch und schoss. Seine Kugel verfehlte Victor um einige Inches, denn der Mörder warf sich zu Boden zog den Revolver des toten Texaner aus dessen Holster und schoss zurück. Wie von einem Keulenschlag getroffen flog Lex rückwärts gegen die Mauer und sank an ihr herunter. Leblos blieb er liegen. Rupert suchte noch nach dem Telegramm, konnte es aber in der Eile nicht finden. Er musste weg. Die Schüsse waren Meilenweit zu hören und jeden Moment würde der Marshall hier auftauchen. Er nutzte die Kisten in der Ecke um die Mauer zu überwinden und verschwand durch die Seitengassen, bis er im Hinterhof des Hotels ankam. Unbemerkt von den Küchenfrauen schlich er den Flur entlang und gelang ohne Aufsehen in sein Zimmer. Dort wartete er ab.
Nick hatte die Angel für seinen Sohn schnell gefunden. Er nutzte die Auszeit um seiner Frau Carol-Ann den guten Apfelkuchenteig weg zu naschen. Carol-Ann schlug ihm auf die Finger. „ Jetzt ist aber Schluss sonst bleibt nichts mehr zum Backen übrig. Geh in dein Office, du hast doch bestimmt noch viel zu tun“, sagte sie lächelnd. Nick liebte ihr lachen. Er sah sie an und konnte einen Kuss nicht zurück halten. Leidenschaftlich gab sie sich hin, umklammerte seine Taille und drückte sich fest an ihn ran. In diesem Moment schallten die beiden Schüsse auf. Nick zuckte innerlich zusammen. Sein erster Gedanke galt sofort Lex, den er doch beim Rundgang wusste. Ohne ein Wort zu sagen rannte er aus dem Haus. Vor der Gasse bildete sich schon ein Auflauf an Menschen. Einer zeigte zu ihm hinüber und rief.
„ Da kommt der Marshall!“ Nick schob die Leute auseinander, bahnte sich einen Weg nach vorne und blieb geschockt stehen. Lex lag verkrümmt vor der Mauer. Blut lief aus seinem Mundwinkel und auf seinem Hemd war ein großer dunkelroter Fleck. Nick stürzte auf ihn zu, nahm dessen Kopf und legte ihn in seinen Schoß.
„ Alex, Junge hörst du mich?“ er kämpfte gegen seine Tränen an als Lex die Augen aufschlug und versuchte etwas zu sagen. Aber es kam kein Ton über seine Lippen.
„ Du darfst nicht sterben, hörst du?“ ein feines lächeln spielte sich um die Mundwinkeln des Deputy. Nick nahm den Jungen in seine Arme. Niemand stand ihm im Wege, als er den Verletzten über die Straße zum Arzthaus trug.
Auf halben Weg kam Sheriff Armstrong angerannt. Völlig außer Atem öffnete er die Praxistür und machte Platz für Nick und den Verwundeten.
Vorsichtig legte er ihn auf den Behandlungstisch. Lex stöhnte leise auf, sein Arm fiel kraftlos runter. Nick nahm dessen feine Hand und drückte sie.
„ Ich werde ihn finden Lex. Das verspreche ich dir. Ich werde das Schwein finden und wenn es bis ans Ende der Welt geht, er wird seiner Strafe nicht entkommen.“
Noch einmal versuchte Lex etwas zu sagen, aber so sehr er sich auch anstrengte, über seine Lippen drang kein Wort. Fest krampften sich seine Finger um Nicks Hand. Dann lockerte sich der Griff. Nick sah wie Lex Cooper eine Faust ballte und nur Zeige und Mittelfinger streckte.
„ Es waren zwei?“ fragte er aber Lex reagierte nicht mehr.
Doktor Jim Leonard betrat in diesem Moment das Behandlungszimmer. Seine Ärmel waren hoch gekrempelt und er hielt eines der neumodischen Instrumente in den Händen das er Stethoskop nannte.
„ Warte draußen.“ Befahl der Doc. Nick brauchte keine Fragen zu stellen. Er kannte Doktor Leonard gut genug und wusste, dass dieser nun sein Bestes gab. Er war ein großartiger Arzt. Ein Mediziner mit Leib und Seele, der immer und für jeden da war der Hilfe brauchte egal zu welcher Tageszeit und ob Reich oder Arm. In den drei Jahren die Leonard schon in Cutter lebte entstand zwischen ihm und Nick eine große Freundschaft.
Schweren Herzens verließ Nick die Praxis. Draußen stand Jett und wartete auf ihn.
„ Wie geht’s dir?“ fragte er besorgt.
„ Besser als ihm.“ Sagte Nick und wies mit dem Daumen über seine Schulter zur Praxis hin.
Nach einer kurzen Pause erklärte Jett.“ der Andere ist Tot, Genickbruch. Außer diesem Zettel habe ich nichts weiter feststellen können. Der Täter muss über die Mauer gesprungen sein und hat dabei die Holzkisten zum besteigen benutzt. Auf der obersten Kiste ist ein blutiger Fußabdruck zu sehen. Allerdings nur die Stiefelspitze.“
Bevor Nick einen Blick auf den Zettel warf sagte er.
„ Es waren zwei!“ Jett sah ihn überrascht an. „ Wie kommst du darauf?“
„ Lex hat mir zwei Finger gezeigt. Kannst du mit dem Telegramm was anfangen?“
„ Noch nicht. Aber es sollen Heute Abend noch weitere Informationen kommen. Ich schlage vor das wir bis dahin warten bevor wir Ranger Gilbert vom Tot des Mister Dillen Berichten.“
„ Ist der Tote denn auch dieser Dillen?“
„ Ja. Er wurde von George Identifiziert. Er hat sich Gestern im Saloon ins Gästebuch eingetragen und ein Zimmer gemietet. Soll ich das Zimmer untersuchen oder möchtest du es tun?“
„ Sieh dir den….den Tatort noch mal an, besonders den Abdruck. Ich kümmere mich um das Zimmer.“ Er wollte gerade gehen, da legte Jett seine Hand auf Nicks Schulter und drehte ihn zu sich um.
„ Er wird wieder. Du warst immer wie ein Vater zu ihm. Daher hat er auch deinen Dickschädel und deinen Kampfgeist.“
„ Ich hätte ihn nicht gehen lassen sollen. Das war meine Runde.“
„ Damit konnte niemand rechnen. Außerdem musst du langsam akzeptieren, dass er kein Kind mehr ist. Er wollte schon lange, dass du ihm mehr Verantwortung überlässt.“
„ Die hatte er ja nun bekommen, und was ist passiert? Er ist noch nicht so weit. Und das ich Recht habe siehst du ja hier.“

Eine Weile später untersuchte Nick das Zimmer in dem der Texaner wohnte. Viel hatte er nicht dabei. In seinen Satteltaschen waren nur Seife, Rasierzeug und etwas Kaffeepulver. Auf dem Tisch lag ein kleines Buch. Es waren Gedichte darin von verschieden Dichtern. Nick blätterte belanglos darin herum. Er fand keine Zettel, nicht einmal Lesezeichen, aber auf der ersten Seite stand etwas hand geschriebenes.
Alles Gute zum Geburtstag John. Deine Schwester Lisa. Lubbock, May 14.1875
Er hatte also eine Schwester. Heute Abend musste er dem Ranger zurück telegraphieren und ihm vom Tot des Mister John Dillen unterrichten. Nick war sich sicher, dass dieses Telegramm der Grund seiner Ermordung war. Jetzt galt es nur heraus zu finden was Mister Dillen so unglaubliches festgestellt hat, dass ihn jemand dafür umbringt. Das bisschen Eigentum des Toten nahm Nick mit ins Office und schloss es in den Safe. Wenn jemand kommt um die Leiche abzuholen kann er diese Sachen gleich mitnehmen, ansonsten wurden sie mit der Post verschickt.
Als Jett eintrat, goss sich Nick gerade einen Kaffee ein.
„ Hast du was raus gefunden?“ fragte Sheriff Armstrong.
„ Nein. Er hatte nicht viel bei sich. Hier ist die Liste. Wie war es bei dir?“ Er reichte Jett ein Blatt Papier auf dem er alles aufgelistet hatte, was Dillen gehörte.
„ Der Mörder ist in die Blutlache…..“ er stockte für einen Moment. Seine Kehle fühlte sich plötzlich ganz trocken an. Er musste einpaar Mal schlucken bevor er weiterreden konnte. Er ist Lex Blut getreten hat ein paar Abdrücke neben Mister Dillen hinterlassen und einen Fußabdruck auf der Kiste. Leider ist nur eine Stiefelspitze erkennbar. Sie gehört zu einem Standart Cowboystiefel, nichts besonderes. Ich frag mich nur warum er bei der Leiche war? Er muss dort etwas gesucht haben.“
„ Ja den Zettel“, sagte Nick.
„ Der lag aber etwas weiter weg in der Ecke.“
„ Dann hat er ihn auf der Flucht verloren.“ Nick schluckte den Kaffee belanglos runter. Seine Gedanken schweiften zum Deputy, der immer gerne eine Tasse mit trank und sich so viel Milch hinein kippte, dass Nick stets lachen musste.
Er hatte ihn mal gefragt warum er nicht gleich nur Milch trank. Lex antwortete, er sei nun ein Mann und Männer trinken nun mal Kaffee und keine Milch.
Jett riss ihn aus seinen Gedanken,
„ Da kommt Leonard.“ Sagte er nur und wie gebannt standen Beide im Office, starrten auf die Tür und hofften auf gute Nachrichten. Leonards Gesichtausdruck verriet nichts. Er ging zum Ofen, nahm sich ebenfalls einen Kaffee und begann zu berichten.“ Es war nicht leicht, aber die Kugel ist raus. Er hat viel Blut verloren und ist noch sehr schwach. Die nächsten Stunden sind noch kritisch, aber wenn er die Nacht übersteht, stehen seine Chancen gut.“
Nick zog die Luft tief in seine Lungen und schloss die Augen. Dann sah er Leonard ernst an und fragt.
„ Kann ich zu ihm?“
„ Nein er schläft. Er ist auch nicht in der Lage dir Fragen zu beantworten. Ich weiß wie sehr du darauf brennst. Er ist der einzige Augenzeuge und hat den Mann höchst wahrscheinlich gesehen, aber du musst warten.“
„ Es waren zwei. Lex konnte es mir noch mit den Fingern anzeigen.“
„ Dann finde sie. Ich muss jetzt zurück, die Krankenschwester kommt in einer Stunde und hält dann Wache. Viel Glück Nick.“


Nick und Jett standen unauffällig dicht an der Wand des Generalstores und beobachteten das Telegraphenoffice.
Um zweiundzwanzig Uhr erlosch das Licht im Büro und Edwards, der Telegraphist, schloss die Tür von außen zu.
Pfeifend machte er sich auf den Weg zum Saloon, wo er jeden Abend noch einen trank bevor er nach Hause zu seiner Frau ging, die er immer >Drache< nannte. Sie war in der ganzen Stadt bekannt und jeder hatte Mitleid mit ihm. Sie kommandierte nicht nur ihren Ehemann herum, sondern war auch Vorlaut und Zänkisch allen Anderen gegenüber. Sie hatte auch keine Skrupel zu zuschlagen, wenn es ihr passte, und so ging man ihr besser aus dem Weg und sprach sie möglichst nicht an. Niemand verstand, wie Edwards so eine Person heiraten konnte, aber der gebeugte Mann sprach nie darüber. Er ließ die Beschimpfungen seines >Drachen< über sich ergehen und lebte sein Leben im Saloon aus, worauf er sich jeden Abend freute.
Auf einen Wink des Marshalls hin, verfolgte Jett den Telegraphist bis zum Saloon. Niemand sonst war zu sehen. Die Hoffnung, dass der Mörder das Telegramm abpassen wollte war gebrochen. Sicher war ihm die Situation zu heikel, denn er musste davon ausgehen, dass das erste Telegramm vom Marshall gefunden wurde.
Rupert Victor war Vorsichtig geworden. So ein Fehler wie Gestern in der Gasse konnte er sich nicht noch einmal leisten. Er riskierte nur einen flüchtigen Blick zum Fenster raus und sah gleich die beiden Sternträger auf der Straße. Angstschweiß rann seiner Stirn hinunter. Was mochte in dem zweiten Telegramm gestanden haben? Wegreiten konnte er jetzt nicht. Es würde zu sehr auffallen, wenn er sich spät am Abend abmeldet und sein Pferd aus dem Stall holte. Hier bleiben war genau so riskant. Vielleicht wusste der Marshall nun bescheid. Der Deputy konnte auch längst geredet haben.
Aber der Marshall blieb draußen auf der Straße. Er machte keine Anzeichen ins Hotel zu gehen um ihn fest zu nehmen. Rupert entschloss sich unter das Volk zu mischen. Es war wohl am unauffälligsten und nur so konnte er erfahren, was der Marshall schon wusste. Er musste nur die Ohren aufhalten und zuhören, was die Leute sich draußen erzählten. Sobald der Morgen graute wollte er sein Pferd holen und die Stadt verlassen.
Dreist ging er die Mainstreet entlang und traf auf Marshall Ryder und Sheriff Armstrong. Nick seufzte und wandte sich ab. Er hatte kein Interesse daran sich mit diesem Mann zu Unterhalten. Jett kannte ihn noch nicht und grüßte ihn. Er hatte zwar von dem Zwischenfall im Restaurant gehört, wollte sich aber nun ein eigenes Bild von ihm machen.
„ Guten Abend. Sie müssen Mister Victor sein“, sagte er.
Rupert zuckte zusammen. Fieberhaft überlegte er, was zu tun war, falls der Sheriff ihn festnehmen sollte. Er wusste ja nicht, ob ein Telegramm angekommen war, und wenn ja, mit welcher die Nachricht? Hatten die Gesetzeshüter Beweise ihn fest zu nehmen? Innerlich brodelte ein Sturm in ihm, den er geschickt zu unterdrücken wusste. Er legte ein belangloses lächeln auf und grüßte zurück.
„ Sheriff Armstrong. Es ist mir eine Freude sie kennen zu lernen.“
„ Was machen die Geschäfte? Habe gehört, dass ihre Werbung nicht so gut ankam hier in Cutter. Die meisten sind Rancher. Aber mit Viehzucht müssten sie sich ja auch gut auskennen. Ihre Firma sitzt doch in Texas oder nicht?“
Nick wurde hellhörig. Wie konnte er das übersehen. Jetzt mischte auch er sich auch in das Gespräch.
„ Soso, Texas. Hier ist Heute Morgen ein Mann umgebracht worden. Er kam ebenfalls aus Texas. Sein Name war John Dillen. Kannten sie ihn?“ Scharf und eindringlich kam die Frage.
„ Aber Marshall. Haben sie eigentlich eine Ahnung wie groß Texas ist? Über das Doppelte von ihrem Arizona. Ich kann doch nicht alle Texaner kennen?“
„ Nein sicher nicht. Wo waren sie Heute Morgen so gegen sechs Uhr?“ Nick beobachtete Victors Gesicht genau. Er bemerkte das Zucken der Kieferknochen und die kleinen Schweißtropfen auf dessen Stirn. Rupert wurde leicht nervös und angelte nach seinem Taschentuch.
„ Eine schwüle Nacht ist das hier wieder. Texas hat angenehmere Luft.“ Er tupfte sich den Schweiß weg und sagte“, ich bin ein geschäftiger Mann. Die Tage sind lang, die Nächte kurz, aber um diese Zeit schlafe ich für gewöhnlich noch.“ Wie ein Blitz schoss ihm die nächste Frage des Marshalls entgegen.
„ Was heißt für gewöhnlich. Haben wir heute Morgen eine Ausnahme gemacht?“
„ Sie beschuldigen mich? Einen ehrenwerten Bürger dieses Landes?“
„ Sie haben meine Frage nicht beantwortet. Wo genau waren sie Heute Morgen?“
„ Im Bett!“
„ Wann sind sie aufgestanden?“
„ Jetzt habe ich aber genug.“
„ Antworten sie!“ Nick trat einen Schritt auf ihn zu. Seine Rechte hing lässig über dem Revolverkolben.
„ Sie werden mich doch nicht erschießen wollen? Ich bin unbewaffnet. Ich bin Geschäftsmann und kann mit einer Waffe gar nichts anfangen.“
„ Vielleicht nicht, aber dennoch ist Mister Dillen tot.“
Rupert wurde langsam klar worauf der Marshall hinaus wollte. Er durfte sich jetzt nur nicht verplappern. Er wusste, dass er die wahre Todesursache nicht kennen durfte.
„ So, wie denn? Wie hat man ihn denn getötet?“
„ Ich dachte, dass würden sie mir sagen.“
„ Netter Versuch Marshall. Aber ich bin nicht der Mann den sie suchen, Guten Abend“ Rupert wurde das Gespräch zu gefährlich, denn offensichtlich versuchte der Marshall ihm Fallen auf zu bauen. Zu schnell hat man was Falsches gesagt.
„ Jett. Erkundige dich bei Peggy-Sue wann er gefrühstückt hat, und ob ihn jemand in der Früh gesehen hat. Ich hör mich mal im Saloon um.“ Jett grinste. Ja, geh du nur in den Saloon und ich zum Hotel.“
„ Wir können auch tauschen, wenn du willst. Peggy-Sue macht besseren Kaffee wie du und Kuchen ist bestimmt auch noch übrig vom Tag.“ Nick schlug schon die Richtung zum Hotel ein, doch Jett überholte ihn.
„ Du darfst dich gerne mit den betrunkenen Cowboys da drinnen rumschlagen und die Zigarettenluft einatmen. Ich gehe zum Hotel.“ Bevor Nick einen Einwand bringen konnte war Jett schon weg.
Ryder bestellte sich ein Glas Bier und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Theke. Rupert saß an einem Tisch in der Ecke und ließ sich vom einem Girl verwöhnen. Sie gehörte zu Big Olgas Freudenhaus, das am Ostausgang der Stadt lag. George erlaubte den Girls das Anwerben von Kunden in seinem Saloon, dafür kaufte Big Olga bei ihm den Alkohol, den sie ohne Schankgenehmigung sonst nirgends bekam.
Das junge Girl Namens Kathy verstand ihr Geschäft. Sie brauchte gar nicht lange, bis sie Victor so weit hatte, dass dieser ihr ins Freudenhaus folgte.
Big Olga war eine erbitterte Feindin des Marshalls. Sie hatte ihm nie verziehen, dass Nick damals ihren Liebhaber anklagte, der dadurch zum Tode durch den Strick verurteilt wurde.
Sie nahm jeden Outlaw auf der Hilfe suchte und machte dem Marshall die Ermittlungen schwer.
Kathy stellte Olga ihren Freier Mister Rupert Victor vor und verschwand mit ihm in ihr rosarotes Zimmer. Big Olga rieb sich die Hände. Einen so Reichen hatte sie lange nicht mehr im Haus. Den musste sie sich unbedingt warm halten.

Es war nicht viel los an diesem lauwarmen Abend. Keeper George hatte eine Pause und sprach Nick an.
„ Hey Marshall. Wie geht es Cooper?“
„ Er lebt. Und wenn er es Morgen noch tut, stehen seine Chancen ganz gut. Dieser Rupert Victor hat sich wohl ziemlich blamiert Gestern? In den Zeitungen wird er stets als tüchtigen, kompetenten Geschäftsmann beschrieben.“
„ Es war eine Katastrophe. Niemand hat ihm zugehört. Ich wollte ihn schon rausschmeißen. Er ruinierte schließlich auch meinen Laden. Die Gäste fühlten sich belästigt, aber da hatte er es bereits selber eingesehen und war gegangen. Hier sie dir mal seine Preise an.“ George reichte Nick eines der Werbeblätter die nach dem Vortrag auf dem Boden verteilt lagen.
Nick warf einen flüchtigen Blick darauf und wollte es zurück reichen, da fiel ihm etwas auf. Unten stand die Firmenadresse. Victor Agrartechnik Texas, Lubbock.
Er steckte den Zettel in seine Tasche.
„ Wollen sie Farmer werden? Da kann ich ihnen billigere und sehr gute Geräte empfehlen. Mein Schwager…“
„ Danke George. Aber ich brauche ihn für was anderes. Der Tote kam ebenfalls aus Lubbock. Mag ein Zufall sein, aber ich glaube nun mal nicht an Zufälle.“
„ Sie haben miteinander geredet.“ Sagte George.
„ Wer?“ Nick drehte sich neugierig zu ihm hin.
„ Dieser Victor und der alte Mister Dillen. Sie standen gestern Abend vor der Tür und hatten was zu besprechen. Dann ging Mister Dillen fort und Mister Victor verließ kurz darauf auch meinen Saloon.“
„ Das ist ja interessant.“ Am Ende der Theke stand der Telegraphist Mister Edwards. Marshall Ryder ging zu ihm und prostete ihm zu.
„ Guten Abend Mister Edwards. Ist wirklich kein Telegramm aus Texas mehr gekommen?“
„ Nein tut mir leid. Es war überhaupt ein ruhiger Tag heute.“
Nick schluckte. Ruhige Tage verliefen normalerweise anders. An solchen Tagen wurde niemand angeschossen. Und Leichen gehörten auch nicht dazu.
„ Bitte senden sie doch gleich Morgen ein Telegramm an Ranger Gilbert und benachrichtigen sie ihn über den Tot Mister Dillens. Und er möchte doch antworten um was es sich genau handelte bei dem Telegramm dieses John Dillen.“
„ Das mache ich Morgen gleich als Erstes, Marshall.“
„ Danke. Hatte Dillen noch irgendetwas gesagt oder angemerkt als er bei dir war?“
„ Nein. Er wirkte fröhlich. Trällerte sogar ein Lied.“

Die Sterne leuchteten hell am Himmel. Mit schweren Herzen ging Nick Richtung Arztpraxis. Doktor Leonard hätte bestimmt bescheid gegeben, wenn sich Lex Zustand verändert hätte. Aber er wollte Gewissheit. Durch das Fenster fiel ein gedämpfter Lichtschein auf die Straße. Die Krankenschwester hielt also Wache. Sachte klopfte Nick an die Scheibe und schon bald wurde das Fenster geöffnet.
„ Wie geht es ihm?“ flüstere Nick.
„ Er schläft immer noch. Aber er hat kein Fieber und seine Atmung ist gleichmäßig. Morgen wissen wir mehr.“
Über die Straße hinweg schallte ein lauter ruf.



©2018 by Andrea. Jegliche Wiedergabe, Vervielfaeltigung oder sonstige Nutzung, ganz oder teilweise, ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Autors unzulaessig und rechtswidrig.

Kommentare


Von Andrea
Am 16.03.2018 um 10:52 Uhr

Hallo,
Euere Meinungen zu meinen Romanen würden mir sehr helfen.
Bitte schreibt mir, wie er euch gefallen hat....

Es grüßt Andrea

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