Homepage | Kalender | Mein Profil | Meine Post | Autorenliste | Buchshop
Poesie
Prosa
Verschiedenes
Werkstatt
Forum
Sonstiges

Poesie => Liebe


Von dem Schicksal nicht verwöhnt - von Brigitte, 29.06.2017
VON DEM SCHICKSAL NICHT VERWÖHNT
© Brigitte

Einst traf sich ein junges Paar
schwer verliebt am Traualtar,
mit zwei Zeugen im Geringsten,
Hochzeit war direkt zu Pfingsten.

In der Herrgottsfrüh um fünf,
in der Stille, das war Trumpf,
viele Jahre ist es her,
und sie leben heut nicht mehr.

Beide anständig und fleißig,
aus dem Nichts, um 1930,
bauten sie ein schönes Haus,
zogen sie die Kinder auf.

Für sie war es große Liebe,
die ihr ganzes Leben bliebe,
Sie war ihm die beste Frau,
und er wusste das genau.

*

Böser Krieg hat sie getrennt,
für sie gab es happy End.
Es gelang ihm seine Flucht
über Berge, Tal und Schlucht,

eh er in Gefangenschaft
geriet. Mit letzter Kraft
hat er sich heimgebracht
in wochenlanger Nacht.

*

Valentins Naturtalent,
von dem Schicksal nicht verwöhnt,
konnte rechnen, schreiben, lesen,
war nicht in der Schul‘ gewesen,

musste früh als Kind am Feld
bei den Bauern arbeiten,
wenig Brot gab es statt Geld,
dürftig waren jene Zeiten.

Valentin, zu seiner Ehre,
machte eine Maurerlehre,
baut ein Haus aus Holz und Stein,
zog mit seiner Liebsten ein.

*

Dort baut er sich einen Wagen
aus dem Holz und muss nichts tragen,
diesen zogen seine Ziegen,
bei der Arbeit auf den Wiesen.

Häuslich war die Gattin immer,
sie vermietete die Zimmer
an die Sommerfrische-Gäste.
Abends gab es nette Feste

an dem großen runden Tisch.
Glühwein gab es viel und frisch,
und das wurde hoch geschätzt;
damals war man nicht vernetzt.

Großzügig der Bauerngarten,
lecker waren alle Arten
von Gemüse, Obst, Salat,
wo es ringsum Dahlien gab.

*

Garten machte täglich Arbeit,
Ernte machte allen Freud‘.
Zeit war nicht für Rast am Strand,
Ferien nicht eingeplant.

Dann erst, in den alten Tagen,
konnten sie auf Urlaub fahren,
ein paar Tage hier und dort,
mit dem Bus fuhren sie fort.

Sechzig Jahre hielt die Ehe,
glücklich, wie es glücklich gehe,
bis der Tod die beiden schied,
war kein einziger Fehltritt.

Dankbar waren sie dem Leben,
freundlich haben sie gegeben,
Rosen blühen auf dem Grab,
Kerzen brennen Nacht und Tag.

*



©2017 by Brigitte. Jegliche Wiedergabe, Vervielfaeltigung oder sonstige Nutzung, ganz oder teilweise, ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Autors unzulaessig und rechtswidrig.

Kommentare





Keine Kommentare vorhanden.

Bewertungen

Bewertung: 1.8/6
(13 Stimmen)

Es gibt 0 Kommentare


Aktionen


QR-Code als Direktlink


Werbung


Suchwolke