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Traumtänzer Kapitel 5 - von Hannibal, 25.09.2007
Wahn oder Wirklichkeit?


Peter gähnte laut und reckte und streckte seine Glieder, er lag wieder auf seiner Couch in seinem eigenem Haus. Dieses ganze hin und her, macht mich noch echt bekloppt, dachte Peter und schaute auf seine Wanduhr. Es war gerade mal erst 2:38 Uhr. Noch mitten in der Nacht, draußen vorm Fenster erstreckte sich endlose schwärze, die gar kein Ende zu finden schien. Hier und da, waren ein paar Geräusche zu hören, die von draußen herein kamen. Da war in der Ferne eine Sirene zuhören und weitaus näher ein Hund der bellte, als wäre es seine Absicht sämtliche Menschen in der Umgebung wach zu machen.
“Nun...”, sagte Peter vor sich hin. “Ist jetzt ja auch egal, ich bin ja eh wach.” Peter betätigte den Lichtschalter, schlurfte gähnend in die Küche, machte den Kühlschrank auf und schenkte sich ein Glas Milch ein. Doch anstelle der klaren weißen Flüssigkeit, die normalerweise aus der Packung kommen sollte, kleckerten Stück für Stück, kleine weiße stinkende Brocken aus der Milchtüte. Peter würgte und kippte den Brei in die Spüle. Wie kann das sein, dachte er sich, die Milch war an sich noch fast eine Woche haltbar. Als er den restliche Inhalt des Kühlschrankes begutachtete, konnte er es nicht glauben, sämtliche Lebensmittel waren verdorben und sprießen nur so vor Schimmel. Wie konnte ihm das vorher nicht aufgefallen sein? So lange war er nicht weggewesen. Merkwürdig war alles schon. Er kratzte sich am Kopf schloss schnell die Kühlschranktür und nahm sich vor, an diesem Tag, den kompletten Kühlschrank zu entsorgen. Da war eh nichts mehr zu retten und er wollte auch nicht unbedingt dieses Verseuchte etwas entrümpeln. Oder er würde den Schrank für die Nachmieter aufsparen. Aber nein, dachte er sich, es wäre zwar eine lustige Überraschung, aber auch irgendwie zu gemein. Die konnten ja nichts dafür, dass er sein Haus verlor. Vielmehr sollte er den Kühlschrank per Post an den verdammten Gerichtsvollzieher schicken.
“Das wäre wirklich eine Idee wert.”, sagte sich Peter laut und ging wieder zurück in die Stube. Das Gebell des Hundes wurde immer lauter, es schien jetzt sehr nahe zu sein. Vielleicht jagt das gute Tier auch nur eine Katze oder so.
Peter setzte sich wieder auf die Couch und wollte den Fernseher anmachen, doch der wollt und wollte nicht angehen.
“Verdammte Scheiße!”, fluchte Peter. “Ist denn jetzt alles hier im Arsch?!”
Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, schon fing das Licht an zu flackern.
“Oh man....”, stöhnte Peter und das Licht erlischt ganz. Peter konnte seine Hand nicht mehr vor Augen sehen, so plötzlich drang die Schwärze ins Zimmer. Er stieß sich ein paar mal das Knie, doch dann erreichte er endlich die Kommode, wo drin sich eine Packung Streichhölzer und eine große Kerze befanden. Seine Notfallkerze, wie er sie immer genannt hatte, als er noch mit Melissa zusammen war. Er zündete die Kerze an und nach kurzem flackern wurde es langsam etwas heller im Raum. Nun konnte er wieder alles sehen. Peter atmete auf. Er hatte schon befürchtet, dass die Kerze nicht mehr anging oder das alle Streichhölzer abbrechen würde, aber diesmal schien er wieder ein wenig Glück auf seiner Seite gehabt zu haben. Aber eines kam ihm trotzdem merkwürdig vor, er wusste nur nicht gleich was. Er sah sich um, nichts war anders, alles war so wie er es kannte, draußen war es auch immer noch Pechschwarz, doch trotzdem war etwas anders. Peter horchte und nun wurde ihm klar, was sich verändert hatte. Es war totenstill geworden. Als das Licht noch gebrannt hatte, war das Bellen des Hundes noch so laut, so dass er sich schon gewundert hatte, dass seine nervige Nachbarin nicht lautschreiend aus dem Haus gestürmt ist, um das Monstrum, wie sie es sicher genannt hätte, mit der Schrottflinte zu erschießen. Doch als das Licht erlischte, war kein Ton mehr zu hören. Das ist schon wieder recht merkwürdig, dachte sich Peter. Er ging langsamen Schrittes zum Fenster, um zu schauen, ob er irgendwo den Hund erblicken könnte. Vielleicht hatte er auch nur einfach die Katze gefangen oder sie war ihm doch entwischt.
Doch als sich Peter dem Fenster genähert hatte und er rausblickte auf seinen Rasen, da viel ihm vor Schreck fast die Kerze aus der Hand. Seine Augen wurden immer größer und seine Hand begann so stark zu zittern, sodass das Wachs der Kerze sich vor ihm an der Wand und auf dem Teppich verteilte. Denn ganz genau vor seinem Fenster lag der Hund und er war tot. Aber es war nicht die Tatsache an sich, dass ein toter Hund vor seinem Fenster lag, sondern viel mehr die Art wie der Hund aussah. Es sah so aus, als wäre der Hund an einem Schock gestorben, denn er lag seitlich auf dem Rasen in einer Sitzhaltung, sein Maul war weit aufgerissen und seine Augen waren hervorgequollen und strahlten eine Angst aus, die Peter noch nie zuvor gesehen hatte. Was hatte das arme Tier nur gesehen, was ihm so Angst gemacht hat?
Aber jetzt wo Peter am Fenster stand viel ihm noch etwas auf, was er sich nicht erklären konnte und ihm vorher auch nicht aufgefallen war. Die Straßenlaternen brannten nämlich. Was normalerweise nicht ungewöhnlich wäre, aber dennoch trotz der Beleuchtung war es stockfinster draußen. Das Licht der Lampen schienen nicht die Dunkelheit durchbrechen zu können, was eigentlich schier unmöglich ist. Die Laternen waren nur ein paar helle Punkte, die aber nichts richtig beleuchteten. Peter fröstelte es und er blickte weiter die Straße runter, es schien so als wäre dieses Phänomen nur in seiner Straße der Fall zu sein, denn in der Ferne da war es so hell, wie es in jeder anderen Kleinstadt auch sein sollte. Nur hier schien etwas nicht mit rechten Dingen zu tun zu haben. Und es wurde nicht besser. Denn plötzlich erblickte Peter in der Ferne, dass die erste Laterne seiner Straße plötzlich ausging und es ging immer weiter, so als würde jemand die Laternen wie Kerzen auspusten und das mittlerweile in einem recht schnellem Tempo. Peter ahnte, dass das keineswegs normal sein konnte, irgendwas stank hier ganz gewaltig, abgesehen von seinem Kühlschrank, obwohl er sich langsam dachte, dass der auch mit dem ganzem hier zu tun hatte. Peter wich vom Fenster weg, als die letzten Laternen, die sich in der Nähe seines Hauses befanden ebenfalls erlöschten. Er ging immerweiter rückwärts auf die Küche zu und stieß mit der Hacke gegen den Fernsehtisch. Er schrie kurz auf und richtete seinen Blick wieder durch das Fenster, die Kerze in seiner zitternden Hand flackerte und die Schatten an den Wänden schienen zu tanzen, ganz so als würden sie ihn verhöhnen. Peter ging wieder ein paar Schritte rückwärts, doch ganz plötzlich wurde ihm schlagartig eisigkalt und die Dunkelheit schien von seinem Haus besitz ergriffen zu haben. Den nach und nach wurde es erst vorne beim Fenster stockdunkel und dann fraß sich die Dunkelheit immer weiter in den Raum hinein, obwohl dort eigentlich das Licht der Kerze scheinen sollte. Peter blieb wie erstarrt stehen, konnte sich kein Stück mehr rühren, so sehr hatte er es mit der Angst zu tun. Er versuchte mit zusammengekniffenen Augen in der Dunkelheit irgendwas zu erkennen, doch er konnte einfach nicht sehen, was die Dunkelheit zu verbergen hatte. Nur noch ein zwei Meter und dann würde die Schwärze gänzlich das Licht verschlucken. Peter konnte zwar nichts sehen, doch er konnte ein kratzen hören, das sich durch den ganzen Raum zu verteilen schien, so als würde das Licht, nicht einfach nur verschwinden, sondern regelrecht von der Dunkelheit vernichtet werden. Zu dem Kratzen gesellte sich noch ein dunkles schnauben, was auch immer näher kam und Peter fast mehr Angst bereitete als die sich herantastenden Dunkelheit. Die Schwärze war mittlerweile so nah, dass Peter sie berühren könnte, wenn er sich getraut hätte doch stattdessen versuchte er noch einen Schritt rückwärts zu machen, seine Starre schien nicht mehr ganz von ihm besitz ergriffen zu haben, doch er stolperte über den Teppich und ließ im Fallen die Kerze los, was aber nicht wirklich mehr von Bedeutung war, denn genau in diesem Moment, hatte der letzte Schatten des Lichtes seinen Tanz beendet, da die Dunkelheit nun endgültig den Kampf gegen das Licht gewonnen hatte.

Fortsetzung folgt....


Habt freude am Leben und lassts euch nicht nehmen!


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Kommentare


Von Hannibal
Am 22.11.2007 um 14:52 Uhr

Danke für deinen Kommentar! Mit so einen habe ich jetzt nun nicht gerechnet, aber es hat mich dann darin bestätigt, weiter zu schreiben. Es ist schon was anderes sowas mal nicht aus seinem bekanntenkreis zu erfahren, sondern von einer Person die mir gegenüber neutral ist.


Von Jason-Potter
Am 21.11.2007 um 22:59 Uhr

Ganz ehrliches Kommentar?
Dieses Buch würde ich mir sofort kaufen. Die Storie finde ich einfach klasse, auch wenn sie mit Sicherheit nicht ganz neu ist. Aber die Umsetzung ist spitze, was mir bei dir besonders positiv auffällt ist die glaubwürdige Gestaltung deiner Charaktere und die Einbringung deren Gefühle (besonders auffällig bei Peter)
Das Drama um sein finanzielles Scheitern, seine große verpatzte Liebe, richtig dramaturgisch und ein wenig schizophren, gefällt mir richtig gut. Schreibe es unbedingt fertig und versuche einen Weg ( wie auch ich ) zur Veröffentlichung zu finden.



Von Hannibal
Am 25.10.2007 um 17:09 Uhr

Ich würde mich sehr über Kommentare freuen!
Danke im Vorraus!

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Bewertung: 1.0/6
(6 Stimmen)

Es gibt 3 Kommentare


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